Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 32.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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(Epiksräer). Sir «entcrfm ki Konnelwesrn brr «Herr» Jute» und dir Gebote de» Talmud. — Im östliche» Rußland gichörl die übrrwirgead« Mehrzahl der.Anden zur «rstgenannien Claffe. — Die in Jticm erscheinend« Zeitung ,Mjrwla»ia" veröffentlicht höchst interessante statistisch« Nachrichten über di« israelitisch« Bevölkerung der Gouvernement» Wolhynien, Podolien jnb Kiew, die ein sehr wichtige» Element der dortigen Einwohnerschaft bildet. Die Anzahl der daselbst ansässigen Luden wird auf 721,090 Köpfe angegeben. Ihr« 65,966 Häuser repräsentiren einen Werth von mehr al» 29 Millionen Rubel. Luden haben 819 Güter mit einem »reale von 600,001 Destjatinen in Pacht und zahlen einen jährlichen Pachtzins von 1,500,900 Rubel, 25 pEt. säoimUicher Zuckerfabriken, 119 Bierbrauereien von 198, 90 pCt. der 9353 Mühlec und sämmtlich« 19,000 Branntiveinschänken, die jährlich 8 Milk. Eimer Branntwein auSschänken, befinden sich in israeliti chen Händen. Die 527 jüdischen Fabrikanten produ» ciren für 2 Millionen Rubel. Lm ganze» ergeben di« von Israeliten geleiteten 6825 industriellen Anlagen ein jährliche- Produr ionscapital von 69,680,000 Rubel. Außerdem befinden ich in jenen Provinzen 15,000 verschieden« Handlungen, deren Besitzer Israeliten find. Der ganze Holz- und Getreide- Handel, die Ausfuhr und die Lieferungen für Rechnung der Regierung werden nur von Israeliten besorgt. LZermischte und neueste Nachrichten. Wreska», 21. Juli. (Or.-8«rr.) Bon den ehemaligen Hörern de» hiesigen jüdisch-theologischen Seminars ist Herr vr Frank, bis jetzt Rabbiner in Saaz, einstimmig, zum Rabbiner in Linz erwählt worden, und Herr vr. B. Rippner, welcher bi» jetzt hier privatisirtr, har un» verlassen, uzu in Glogau die Stelle eine» Rabbinaisadjuncten zu versehe». Kl eode«. Die Volkszählung ergab im Königreich Sachsen 2,556,244 Köpfe; daruitter befanden sich 3351 Zsraelitezr — gegen 2103 vor 4 Iqhren. — Kk«igS-erg. Die Zahl armer Juden, welche drttelnd über di«: russische Grenze kominen, ist so groß, daß die Polizei scharfe Maßregeln vorgesehen hat, die betreffenden alsbald zurück z> transportiren. Man fühlt sich dazu umsomehr genöthigt, al» di« Furcht vor Einschleppung der Cholera leider sehr ua je liegt. Al Shkßa»se». Die „Franks. Ztg." bringt unter „Mittheilungen au» dem Publikum" Folgendes: „Ich bitte Sie, von Nc chstehendein Notiz zu nehmen: Am 18. Juni d. I. stand va r dem Landgerichte zu Mühlhausen (Elsaß) ein Israelit, Namens Ullmann au» Sirrrnz. So oft er aufgerufen wurde, «hat diel der Vorsitzende, Herr Hoffinger, immer unter Beifügung des Präbicatrs: „Jude," wie denn besagter Richter, wenn ei Ruhe gebieten will, die» gewöhnlich mit dem Zusatz« zu thun pflegt: „Stille, wir sind in keiner Juden schulet" — In ganz Mühll ausen ist diese rigenthümliche Ausdrucksweise dcs Herrn Richters bekannt. Aleaandrie». Da» Hau» Levi üombroso k Ci. hat nn einein Tage 14 mit Lebensmitteln beladene Pferde für die Nothleii enden in Antiochia abaesendet. Wir». Bei den vielsrüigr» Verbindungen der hiesige» Geschäftswelt mit den israelitischen Kaufleuten in Rumänien hat sich die »«ederisterreichisch« Handel»- und Gewerbekammer für bernfe» gehalten, Schritte zu rhu». daß gegen die sowohl da» Gesetz al» die Humanität schwer verletzende» folgungen in Rumänien von kompetenter und mächtiger au» ernste Einsprach« erhoben werd«. Sie bittet deshalb Wege de» Handelsministerium» die k. und t Regierung uU geeigntte Einflußnahme, damit in dem genannten Nachbarlanl di« israelittschen Kauflrute von dem für ander« Einwoh« dort bestehenden Rrchtsschutze nicht weiter au-geschloffe» Me«. Der junge Baron Todes», der in Folge sch! Verwundungen durch scheu gewordene Pferd« da» Bewußtst verloren hatte, ist nach mehrwüchentlichrm Kraokenlager dieser- Tage wieder zu stch gekommen. Der Vater übergab in deffen dem hiesigen CultuSvorstand« 5000 Gulden zur Brr. «Heilung an verschämte Arm«. Krleft. L’Aoeona, eine von der 8ooiet» cattoli» he^/> ausgegebene Zeitschrift hatte im Aprilhrft« einen Artikel: ': „das alte »nd da» neue Iudenthum" gebracht, welcher, «ie^ der „Eorr. Zsr." sagt, mit unvergleichlicher Bosheit schändliche s Anklagen und gehässig« Berläumdungen gegen die Israeliten aussprach. Durch Erkenntniß des Appellaiion»gericht» zu Triest vom 22. Juni ist l-'Anooo» de» Vergehen» gegen tofe/ öffentliche Ruhe und Ordnung schuldig befunden und nach r 8- 303 de» Strafgesetzbuches verurtheilt worden. (Corr. Ist.) Wo«. Wie man aus einer Anzeige in der „Timet" ersteht, hat di« englisch« Gesellschaft der Iudrnbelehrung »oc^ in Rom Schulen für ihre Zwecke zu gründen.?Kan brauche 150-180000 Frcs. zur Errichtung derselben. Zwei „christliche Jüdinnen" seien bereit, ihre Dienste der Bekrhmng junger' Jüdinnen zu widmen. (Das.)' A loreuz. Seit 30 Jahren haben jüdisch« Knabe» hie in einer von Geistlichen, welch« der jesuitischen! Achtung ad-I hold sind, gehaltene» Schule Unterricht genoffe». Der Relief gioasunterricht derselben stand unter Leitung und Aufficht de» Rabbiner». Bei der i« Kloster Saut» Maria Norella jüugfp vorgenommene« PreiSvertheilung habe» katholisch« und jüdisch« Schüler gleichmäßig au den Ehren und Belobigungen Theil gehabt. Dagegen haben stch die Israeliten ihrrrscA» au Lide«!, ralismus nicht überrreffen lassen. Al» vorhin' >»aar Jahre», Grundstücks und «ine LiebliagSvilla der fraglichen Priester von der Regierung ronfiscirt werden sollten, fall» nicht innerhalb./ dreier Tag« eine gewiffe Geldsumme berichttgt sein würde, zeichneten Israeliten auf der Stelle reichlich zwei drittel derselben, so daß den braven Geistlichen Landgut und Villa er«; " hatten blieben. Wir berichten solche Thatsachen mit großer Befriedignog, denn st« zeigen, wie sehr da» Lcken da» Bekenntniß veredelt, und wie Inden und Katholikin, bei^drr |£ größtmögUche« Verschiedenheit in Glaubenssachen, stch z« W Thaten de» Wohlwollen» und de» Edelmuth» vereinig«». (Ja,.. Meff:) Smyrua, 29. Juni. Die Jude» kommen wieder »ach dem Frankenoiertel «nd suche» ihren täglichen Enoerb. Sie werden in der Regel nicht mehr behelligt, aber Ile Griechen haben eine förmliche Phalanx geblldet, mn sie cil« Arbeiter nicht mehr zu verwende», und so find »och immer viele erwerblos. Unter diesen Umständen find mild« Gabe» noch immer sehr willkommen, und «» ist doppelt erfreulich, daß sie gerade aus Oesterreich so zahlreich fließen. Seist dringend wäre zu wünsche», daß die Lokalregierung den jüdische»^ Kleinhändlrrn zur Eintreibung ihrer ausständigen F'ordernugeu behUflich wäre. Die Grieche» benütze» nämlich bi« Louflicte, um zu erklär«, thve Rzchnuugm «Ad Kleinhändler» seit»