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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 32. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 32.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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mm Wi zusomWia Um 80,000 % 9#x griechischen z» forkcn Hab« Miftn, art «an diese 0Aa *0x nicht «8er nrspätrt eiugehen. so stad olle diese Kleinhändler ^afli^ig, ihr» Geschäft« fortzasetz« Men-HorR. Di« amrritanisch« Blätter, deaea bei der teftnntUch unnatürlich« Hitze der Stoff zu Nachrichten verwiegt, suchen der Dürr« abzuhelfe». „Je», fern." schreibt: »Di« »st gehörte Klage, daß da» amerikanische Iudenthum au Wtethvollru und originelle« Litrraturwerken arm sei, ist doch »«begründe:. Statt weitere« Beweisedien« hier der Atel, , tu extraio, eine» so eben erschienenen Bache«: chttila. Theologie» Logik, Anatomie, Physiologie and Philosophie vereinigt, di« Wahrheit zu erhärte«, daß da« Weid kein menschliche« Wesen ist. Dte-Frau ist nicht da« Ebenbild Gotte«. Sie hat.kein« Seele. Sie ist kei« ■*- The» der Schöpfung. Sie ist nicht geschaffen zur Arbeit Di« Welt müht'kein« Anspruch auf ste, sie kann nicht« . von der Welt beanspruchen. Sie ist nicht geschaffen, etwa« i« der Welt zu nütze«, e« ist nicht» in der Welt zu ihrem Nutze« geschaffen. Sie wird nicht aufersteh««, noch am Himmelreich Thril haben. Dir Bibel ist nicht für sie gegeben. Ihre Anatomie ist nicht der de« Manne« gleich. Ihre physischen Functionen sind ganz verschieden von denen de« Manne« k. x* Den Nest der Annonce diese« Werkt« ersparen wir den Lesern. 100,000 Exemplare der ersten Auflage sind bereit« «rftaift Der Einsender will wiffen, daß da« Buch von einem Israeliten geschrieben ist. — Neu ist der Unsinn aber -erst recht nicht, Scholastiker haben dasselbe behauptet >r«d —. ja bewiesen gesucht. Feuilleton. Sit Spw ki Reesteeehee. (Erzählt VOR vr. T»ha, Rattan in Oda.) Seit mchreren Woche» bring« die Zeitung« Lag n« Lag «ne Meldung« über da« in der Nähe von Stettin geraubt«, leider! noch nicht wieder aufgesunden« Töchterlein «dar» dortig« Domüuenpächter». Kein Zweifel, daß e« de» machsam« Auge der vortrefflich« preußisch« Behörden geling« Werde, d« Räuber de» Arm« der Gerechtigkeit zu überantwort«, da« «ntsührte Kind aber lebend in die Ara» der Elte« zurückzufühn».*) Welche Fülle von Hilf«mittelu steht der Polizei heutig« Tage« in der Bahn- und Telegraph«» oeebiudung zur Settel Ja ha früher« Zeit« mochte die Entdeckung ein« NebelthäterEwohl ungleich schwieriger sein. Ob da« Unglück «ine „disüngpirte Familie" betraf, ob e« sich, wie man in Namiblien sag« 'würde, am d« „Tödtschläg nur eine« Jaden" handelt« -^gleichviel, «» war nicht uur unsäglich schwer, die viel verschluugen« Ftd« eine« fein gesponnen« Mordplaue« za löse», fände« r« fehlt« auch die geeignet«, schleunigst fördernd« Mittel zum Aaffpür« und Ergreif« vwsolgter Individuen. Und dennoch, trotz aller jener Hinderniffe und Schwierigkeit«, gelang c» einmal vor etwa hundert Jahr« sogar einem Privatmann«, eine» jüdisch« Handel«maune, dt« Spur zweier r>- •> «Ml uach d« Wnchdchtn, ßch dneUI destMtgt hawu. R. Uriger Berdevcher viele, vlile APA« weit Und sogar soweit za verfolgen, daß dieselt« ergriff« aad bald darauf gerichtet werdea könnt«. Die Geschichte von dem jüdisch« Handelümanne, di« ich hier zu« Best« ged« will, habe ich in mein« Iagendjahr« als glaubwürdig erzähl« hör«: und so gebe ich st« auch — zwar nicht grade wörtlich — wieder. I» Bereich« de« Möglich« liegt da« Seschehm« jedenfall«. Gegen die Miite de« vorigen Jahrhundert« lebte in einer mitteldeutsch« klein« Stadt ein« fleißige, redliche und für damalige Berhältniffe auch recht bemittelt« jüdische Kaufmanns» familie. Da da» „Stadtgeschäft" kein« b«d«t«d«n Gewinn abwarf, dehnte.unser Kaufmann sein« Handel«bezlehung« auch auf di« umliegmd« Dörfer au« und hielt flch eigett« za diesem Zwecke ein« klein« offen« Wag« und, selbstverständlich, ein Pferd 'dazu, mit der« Hilf« er flch selbst und seine Waaren schnell rxpedir« konnte. Allein reift: er ni«, er hatte ja bei seiner echt „baalbatischen Führung" vor Jahr«;, «in« „Bochur ausgenommen", der ebensowohl mit ihm lernt«! al« auch bet ihm practicirte. Run sollte der erprobt« Bochm gar der Schwiegersohn und zugleich der Associö de« Kaufmann« »erden. Der Hochzeit»tag war bereit« bestimmt; bi« zu demselben aber wollt« der rechtliche Pater die einmal versprochene Mitgift aufgebracht Hab«, und al« «an im Haus« die erst« Borberet tang-n für da« Hochzeiirfest traf, machte er flch, «iedernui tu Begleitung seine« Bochur, auf den Weg, um — wie ei: selbst Tag« zuvor gegen seine Rachbar«l«1e geäußert — bei sein« Laudkuudeu di« nicht unbedeutend« Aassttnd« »inzozieh«. Diese Tour sollte di« letzt« vor der Vermählung sein, und ft: wurde die letzte — im Leben, Zn dunkler Nacht wird die schüaseade Familie darch Pferdegeivteher aufgeweckt; man eilt an die Hanbthür, Niemand «eldet sich, Pferd und Wage» steh« da-— maa d«ke sich d« Todesschreck« der Hanslmte! Da« Weib sucht den Gatt«, die Braut sucht deir Bräutigam, die Kinder suchen den Vater — — vergrilichl bis ju« spät anbrech«d« Herbstmorgen. Die furchtbar« Kunde durchschwirrte bereit« dir Stadt, — da stürzt lodelblaß der Bruder de« Kaufmann« — ein schon bejahrter Handelt« ma»tn — in da- Hau« der Unglücklich«, — Schluchz« und Weind« in all« Eck«, — er erfährt, daß di« Behörde von de«' Vorfälle schon unterrichtet ist, achl noch «ehr: daß an« die Leichname Beider mit herausgrschnlttrner Zunge dicht ver dem benachbarten Dorfe in ihrem Blute schwinnnmb auf§K* fanden. — Nachdem da« Gericht alsbald d« ThaSestand aa Ort und Stelle aufgenomm«, fand an demselben Tag« nah di« Beerdigung des Kaufmann» und seine« Gefährt« iiatur allsettiger Theilnahme Statt, — einer Thetlnahvtr, die ftch während der Trauerwoch« an d« viel« Besuchen in dnr Wohnung der Leidtragend« wiederholt za erk«u« gab. Di« Wittw« de» Ermordet« setzte, so gut sie es verstand, unterstützt von der ältest« Tochter, da« Geschäft ihre« Ranw» fort. Deff« einziger Bruder dahingegen, der nie verheirathet gewesm und nun, beim Eintritt in da« siebzigste Jahr, eim» froh« Lebensabend im Häuft „des so schrecklich um« Leben Gekommenen" erhofft hatte, konnte sich seiner gewöhulichm Beschäftigung nicht hingeb«; wo er stand, zu jeder Stund« am Loge und in der Nacht quälte ihn der Gedanke: Wo «lg die Zunge de« geliebt« Bruders rnh«? wer hat ihn erschlagen? (•**»*.)

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