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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 32. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 32.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Phrasenhelden zu solch' unheilige« Eifer hinrtß? Man lese d«, tz. 20 beit Statut»; „Die Ueberwachung de» Schulwesen» geschieht indirekt durch den Derünsoorstond res»..den Borfitzenden, sowie durch die betreffenden Bezirksvorstände, direct durch die Local-Vorstände." Wer wittert hier „hierarchisch« Gelüste? Daß der Bor, sitzend« dei Berrinsvorstande» der Oberrabbiuer de» Sprengelg ist, wäre nicht „naturgemäß? Muß gewiffenhaften Lehrern di« Znspeoion eine» „Sachverständigen"*) nicht lieb und willkommen sein?—) Gehört „Achtttng vor den Männern der Wissenschaft und der Thora" nicht zu den Gegenständen» die jüdisch« Lehrer auch ihren Schülern rinzuprägen haben? Und sie schmähen öffentlich einen Mann, der nicht unthätig auf seinem OberrabbinatSstubl fitzt, sondern die Interessen der jüd. Schul: und ihrer Lehrer zu fördern und zu heben bestrebt ist! Wir stellen al» vewei» dessen, folgende Stell« au» de» da» „Statut" begleitenden Anschreiben de» H. Obeck rabbiuer» Inerher: „Der Verein will in den Gemeinden lebendig« und tlätige Theilnahme für ihre Schulen «wecken und wach erhallen, er will solchen Gemeinden und Ortschaften, deren Mittil zur Unterhaltung einer Schule nicht «»»reichen, mit Gelduvterstützung zu Hülfe kommen, er will den Lehrer« nach Möglichkeit auch eia« ihrer Thätigkeit würdige und der Schul« ersprießliche, materielle Stellung verschaffen, er will unbemittelte befähigte Kinder in de» Stand setzen, eine höhere Lu-bildung zu genießen und namentlich sich dem Schulfache widmen zu können; er will ferner da, wo eine grrvMe Schulaufsicht fehl:, für die Einführung einer solchen, soweü «» in seiner Macht und Befugniß liegt, Sorge tragen, und er will endlich da, vo seine Mithülf/ angesprochen wird, auch dey., staatlichen und communalen Behörden gegenüber mtt seine» Einflüsse ffc: die Interessen der betreffende» Schulen eintrrten."— (Wir wünstssen dem Verein, dessen Mitgliedschaft durch einen. Jahresbeitrag von 15 Sgr. schon erworben wird, säen großen Mitgliederkrei» und recht gedeihliche Entwickelung! R.) Hek», (tu Schleien) 18. Juli. (Or^Corr.) Heut: bin ich sehr wohl in »x Lag«, Ihrer geneigten Berücksichtigung einen Corres pondenz- Arttkel für Ihr geschätzte» Blatt zu emsfehlen. Zunächst: Nachdem unser Rabb. H. Dr. Cohu vor einigen Monaten nach seinem Amtsantritte Hierselbst bei. de» Curatoiium de» hiesigen Gymnasium» ein« Petition etngerricht, dahin lautend, daß.ihm gestatt« werde, den jüdsschea «dymnasiasten — etwa 35 — ihre Rcligionscensnr auf de» >?y«nafial-»Fu»isie venneck«« zu dürft» (er hatte absichtlich nicht um obligatorischen Religionsunterricht nachgesucht), ist ihm — gatti unerwartet — von dem Prvvinzialschuleollegiu« -u Breslau dn abschlägiger Bescheid geworden, «ottvirt durch eine Ministe ^Verordnung vom 23. Januar 1867 und vo« 21. März 1867» wort« e» heißt: „Der j idisch« Religions-Unterricht kann in den Lehrplan der höheren Ich ulen nicht ausgenommen werden." Herr Itt. C. gedenkt nunmehr, den Paffu» „höhere Lehranstalten ' herau-zugreifeu und demgemäß bei dem Magistrat, rvrp. dei der Dirrktio« der Elementarschule um ein Glckche» i za petitiouiren, er verspricht sich hiervon einige« Erfolg.*)' Zu« Zweiten habe ich Ihnenmitzuthülen, daß es de» Anregungen de» H. vr. C. gelungen ist, in unserer Gemeinde jüngst einen „Cultur-Berein" zu begründen. — Sofort »ach einem von demselben erlassenen Circular an die'Mitglieder der Gemeinde wurde qu. Verein vo» zunächst 41 derselbe« eonstituirt. Seine wesentlichste Tendenz ist:, „Die Wahrung und Förderung der Lieb« zum Iudenthume und für jüdische» Wissen und Schriftthum sowie die Weckung religiös-wissenschaftlichen Sinne», die Abwehr der au» Mißverständniß oder Abneigung hrrvorgehenden Angriffe gegen Juden und Iudenthmu." Der Vorstand ist bereit» gewählt; H. vr. C. selbstverständlich Vorsitzender. Vorstand und ein« Commffsion revidiren in den nächsten Tagen di« von demselben entworfenen Statut«,. — Sie sehen hieraus, daß -sich hier ein rege» Leben auf jüdischem Gebiete kunbgiebt» und daß es in so mancher Gemeind« »st nur an der nöthigen Anregung und richttgea Inangriffnahme fehlt- Keese« a. Harz, 26. Juli. (Or.-Corr.) Der Inspektor der Zacobson'schen Waisenanstalt, Herr I. Stern, hat al» ,Festgab« zur Feier de» zwanzigjährigen Bestehens der Anstalt (a» 30. Juni 1872)" «inen „Bericht" über dieselbe durch den Druck veröffentlicht. Ein herzerhebendes Gefühl muß jeder Menschenfreund empfinden, der au» diese« Berichte die herrlichen Resultate, diese» wohlthätigen Institut» überblickt, 131 Kinder find von dieser Anstatt zu guten, der menschlichen Gesellschaft nützlichen Mitmensche» erzogen worden! Und unermüdlich ist der wohtthättg« Gründer dieftr Anstatt, der Rittergutsbesitzer Meyer Jacobson auf Echulzendock, im Spenden und Vermehren de» Grundkapital». Zu de« eisernen Fond» von. 40,000 Thlr. hat der edle Güster mit Rücksicht auf da» strüge WachSthum der Anstatt und der Preissteigerung der Lebensbedürfnisse seitdem noch 32,000 Thlr. hinzugefügt, so daß da» Grundkapital jetzt 72,000 Thlr. beträgt. An» den „Statuten" sowohl «sie au» de« „Berichte" weht uns tin so herzerquickender Hauch väterlicher Mild«, religiöser Duldung, der Humanität und Menschenliebe entgegen, daß auch wir für da» fernere Gedeihe» dieser Anstatt, und ihrer weiteren Leitung in demselben Geiste die aufrichtigsten Wünsch« hegen.**) Da di« Anstatt auch zu einem Drittel christliche Zöglinge aufnimmt, so ist der Bericht über die gemeinsame Erziehung derselben nicht uninteressant, wir lassen ihn in einer der nächste« Nummern folgen. -ftstrrreich. *) Ja afcc der Herr Oberrattiner fall, »i« »ir ans authentischer Ouelle erfahren, so »»pädagogisch gehandelt haben, dah er bei einer ZnspectioiiMeis«, di« Schulkinder im hetr. Lese» prüfend, nicht di« «elänfigen Sttcke, «ie pQjp p frort '2 «. derzl. eus^schtage». sonder» — doiridil« «liefe — pfoe HTM U> »a» den» freilich «t»a» holprig gfa*. II. , —; «er denkr hierbei nicht an dos talinndische Sort a Gewisse Sott Mia lieber „«tbemaM' «eite». A. j Maaß, 27. Juli. (Cr. Sorr.) E« ist ein schwi«ig Ding um geordnet« Verhältnisse, um «rfteuliche Zustände in einer Gemünd« Ungarn». Gar maucherlü Factor«» wirken zusammen, um etwaig« sanguinischen Hoffnungen gleich von voruherün üneu Dämpfer aufzusetzen, und so wird «an bü aufmerksamer Bettachtung der Sachlage nur zu lücht von der ärgsten Schwarzseherü erfaßt. Denn wohl ist e» begrüflich, wenn mancherlei schön« Erwartungen au di« Zukunft eine» stattlichen Baume» sich knüpfen, an dessen Bestand« aber trotzdem schon der heimlich« Wurm süa mörderisches Weck begonnen hat, wohl ist e» verzeihllch, wenn Täuschung herrscht, solang« *) Sk glaub«» auch, da» bei dp» städtisch«» vehstpm »st «eh» zu erreiche» ist, al» »ei de» staailichtn. 4k -) «ie«st»icht WttdmedenfaSMüttchudepWichfe^aeodso»« Schul»- t» wtmmiL ■ ' ■■y . ,-d - -

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