Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 31.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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245 Hehlerei seien, der Begnadigung nicht empfohlen werden könnten. Auch dagegen, daß jene Krawallmacher von den Geschworenen unrechtmäßiger Weise freigespkochen seien, grd« «S kein« Rr> medur, denn der Fürst könne wohl unverdient Berurtheilte begnadigen, aber vom Schwurgericht Freigesprochene nicht bestrafen. Daß in aufgeregten Zeiten da» Urtheil solcher Geschworenengerichte von der öffentlichen Meinung beeinflußt werde, Hab« man ja auch in Frankreich gesehen, wo die Mörder eine« preußischen Wachtposten von der Jury frrigesprochen wurden. Ich hielt ihm hierauf die neueste au« Jassy berichtete Gräuelthat vor, die ein gewiffer Bogdan verübt, der im Begriff auf die Jagd zu gehen, zuerst sein Schießgewehr an einem armen, unschuldigen, mit Petroleum haustrmdm Juden erprobte und demselben kaltblütig eine Kugel durch den Leib schoß. M. wollte e« Anfang« nicht glauben, in Jassy könne so etwa« nicht vorgekommen sein, weil dort der Jude nie feindselig behandelt werde, und sollte der Lhatbestand sich dennoch bestätigen, so kämen dergleichen übermüthige Junkerstreiche anderswo auch vor, da werde die Justiz schon einschreiten. Ich erzählte ihm hierauf von den Bestrebungen de« Deutsch- Israelitischen Genieindebundes und dem Vorhaben derselben in Bezug auf die rumänisch« Judenfrage — ich la« ihm den betreffenden Passu« au« dem jüngsten Berichte des Gemeindebund«« labgedruckt in vor. Nr.) vor —, da rief er begeistert au«: „Ja, da« ist der rechte, einzig zum Ziele führende Weg". Ich versprach ihm, e« zu vermitteln, daß, da der Ausschuß de« Grmeindebunde« hervorragende rumänische Persönlichkeiten über die einzuschlagendm Wege hören wolle, auch er darüber um Rath gefragt werden lolle. M. mustt, da sein Wagm vor der Thur wartete, die Unterhaltung abbrechen. Mit der verstcherung, soviel in seinen Kräften für die Verbesserung der Lage der rum. Juden bei der Legislative zu wirken, schied er von mir. Die Oppenheim'sche Brochur«: „Die Judenverfolgungen in Rumänien" gab ich ihm mit, und animirte ihn, in Berlin Prof. Lazaru« zu besuchen, und mit diesem in dieser Angelegenheit zu eonferiren, wa« er mir auch zusagtr. Ob er e« gethan, — ob er L. in Berlin angettoffen — darüber wird e« wohl von dort an einem freundlichen Berichterstatter nicht fehlen.*) Rabb. Dr. M. Rahmer. 24. Juli. Die Leser erinnern sich wohl der Eonttoverse, die in. diesem Blatte gegen dm „Israelit" in Bettest de« Almosmnehmen« von Nichtjuden geführt worden ist. Nachdem der erste Artikel hitt in Nr. 24 erschienen war, wartete Herr vr. Lehmann den angezelgtm Schluß nicht ab, sondem ließ, mtgegm dm Warnung Salomo'«, welche solche« al« „Thorheit und Schande" bezeichnet, al«bald eine bitterböse Entgegnung folgm. Daß ich diese hier mit Stillschweigen übergangen habe, beruht auf der einfachen Erwägung, daß diejenigen, welch« „Israelit" und „Wochmschrift" zugleich lrsm, dm Schluß meine« «uffahe« gleichzeitig mit den Lehmann'schm *) Ich mmbfftc mich, daß n (SR.) di« »milch« Sprach« s, ,i«mlich •«Uoftfl r«d«, «n rwittxrtt, dat«r»t«l tn veutichland gibt,, ftitu Sch»t«g«r. rnuttr fti «in« ettUiurln. Dies« hat« rinmal »ri «in«m »«such« in I-ff, «in«n jüd. HochztiHaufzug geiehen. und äußerte dadri, I» «tn>a, würde zu verlin nicht s» ruhig und »am Ianhag«! ungrfiör« ftattstnden känne», mit hi«r. <kr nuint« auch, d«r »«i weitem gräßte Iheil d«r rum. Juden fühl« sich in «tuminirn ganz glücklich. Da dürsten denn di« ,»n Ihrem Verlader gorresp. in vor. Str. anlgesprochenen vefürchtungen in Bet ress der Unterschrist«ns»mml«ng nicht ganz gnmkM sein. Ehrmkränkungm erhaltm hattm und daran« selbst ersehm mußtm, daß letztere ganz ungerechtfertigt warm; diejmigm aber, welche dm „Israeli^' nicht lesm, wollte ich nicht mit Polemik ermüdm. Dagegen richtete ich, nun in jmem Blatte selbst eine Berichttgung zu erzielm, an dm Red. desielbm folgmde Zeilen. „Seit dem Erschein« der Nr. 25 Ihre« Blatte« Hab« ich noch zwei Nummem abgewartet, in der Hoffnung, daß Sie sich bewogm fühlm würdm, die dort gegm mich au«gefprochmm Dchmähungm zurückzunehmm. Die an demselben Lage erschienme Nr. 2b der Wochmschrift hatte Sie ja überzmgt, daß ich die Stellm, di« Sie anführm, die Quell«, von dmm Sie behauptm, daß ich sie nicht kmn« und nicht versteh«, ganz ebmso wie Sie anführe und erörtere; nur die Schlußfolgerung, die Sie und ich darau« gezogm, ist verschledm. Ich habe aber nicht gesagt, wie Sie da» von mir gegethan habm, daß Sie die Ouellm nicht zu find«« wiffm, sondem nur. daß Sie, auf dieselbm keine Rücksicht nehmm, sich an dm Buchstaben de« Schnleh. ar. haltm; darin lag weder Beleidigung noch vttläumdung. Sie habm nicht abgewartet, bi« ich dm Schluß meine« Aufsätze« gegebm hatte, sondern haben rasch die vttläumdung, daß ich keine Quelle kmne und verstehe, in dtt Welt geschickt. <Si gilt also, daß Sie eine einfache Thatsache berichtigen. Ich appellire nicht an irgend ein Preßgesetz, sondem an da« höhere Gesetz der Sittlichkeit, wonach öffentlich auögesprochme falsche Beschuldigungm und Shrenverletzungen wenigsten« zurück^mommm, berichtigt wttdm sollten". In der Nr. 29 des Israelit ist denn nun die fragliche Angabe al« „irrig" bezeichnet und „reimuthung" auSgesprochm, daß mir die Quell« unbekannt seim. Wie e« sich mit dtt Wahrheit dieser Behmpmng oer. hält, mögen die Leser selbst prüfen; dtt Satz au,et: „vr. Tr... zeigt, daß ihm die Ouellm... vollstä.tz unbekannt sind". Da« „scheint", auf welche« die Berichtig». unfpielt/ ste anht einer andem Stelle. «u» HterN« geht un« folgmde Berichtig Mit Bezugnahme auf die Bttlintt Corres^ (n Nr. 29 d. Bl. bemerke ich: ». daß di« veschlußfaffung übtt die Gründung hause« ausdrücklich unabhängig von dm übrig« unftfn dtt „Dmkfchrtft" geschehen d. daß ich diese Denkschrift nicht „vorhtt geles,^ . wmiger „gebilligt" habe. vr. J«rael Hildesh Um, im Juni. (Or.-Eorr.) Bor mehrerm w machte ein Referent dtt zu Rmß abgehaltmm Confe^^ dischtt Lehrtt au« Rheinland und Westfalm in d« Kö. Ztg. die Mttthrilung, daß in diestt Versammlung eine i übtt die Schulaufstcht«frage stattgefundm habe, welä Klarheit nicht« zu wünschm übrig gelaffm und durä Eirmlarschreiben de« Odttrabbiner« vr. Horowttz zu Er «ranlaßt wordm sei.') Letzttttt habe sich nämlich, so hauptet der Refttmt, die Aufgabe gestellt, sich al» Gene. Inspektor sämmtl. iöraelit. Schulm seine« Bezirke« zu gertr — «in Beginnen, welche« die Eonferm» „mit Sntschiedmh. in di« gebührmdm Schrankm verwiesm habe" — und nachd« tt diese durchau« falsche Behauptung mit einem au« dem Zu sammmhange geriffmm Satze de« erwähntm Etrmlar« zr 1 Da» Circular ist dem HaupNheile nach in Sh. 21 ><<(«« Cteitf abgedruckt.