Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 31.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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/ -- 244 Sache fiei Kaufs und Verkaufs, und die Ehrfurcht und Scheu! vor altehr würdig« und gottgeoffenbarten Instttutionm werden I immer ge^nger". „Wenn irßmd etwas die allgemeiu« Entartung vergrößern kann, so ist es die Handlung eines Rabbiner-, der mit der scheinheiligen Miene eines echten Zesuiten, mit himmelwärts gerichteter Augen, dir Hand auSgestreckt, um den Weihrauch des Beifalls oder — etwas anderes zu empfangen, da« Siegel seiner amtlichen Stelle auf einen Akt drückt, dm moralisches Gefühl, Gewohnheit, offenbartes Gesetz und die übereinstimmende Ansicht seiner College» als Bruch des Si.tengesetzes bezeichn«. Wa« soll das Volk von Werth, Wichtigkeit und Heiligkeit irgend eines Gesetzedmkm, w«n er so, lediglich nach Wunsch der L«t«. dm« er im Wege steht, über dm Haufen gertttm werden kann? So tief hat der Krebs der Entartung gefreffm, daß die Leute sagm: „Wozu haben wir eine Reformgemeind« gebildet, wmn wir doch noch ein religiöses Non possumu« hörm sollen? Und wqhrlich, wmn Thatm gleich der hier bssvrocheiien, ruhig hingmommm werdm, so müffen wir sagm, daß jene Leute Recht habm! Dann bedeutet Reform in der Thor Zügellosigkeit, ist jede- Moralgesetzes, der Slemmte de: Offmbarung und und Legalität bar, ist Trug und Humbug Dieser öffmtliche Gesetzesbruch, diese schamlose Verletzung der fittlichm Einrichtungm, dieser brmnende Hohn gegm die Ehre, Ehrbarkeit, Kmntniß und Gewissenhaftigkeit aller Rabb. dieses und des mropäischm Festlandes (bitte! wir dedaukm uns für die Solidarität!) verlangen eine Zurückweisung, wie fie der Unwille jedeehrlichm und aufrichtigm Israeliten eingiebt". (Das Alles ist richtig und so scharf auSgesprochm, wie es nur der Orthodoxeste zu thun vermöchte — hörm wir Hun,- woS, nach Ansicht der I. Tim. geschehen soll.) ^,,Die pk Bei athung zusammm zutreten, die in Philadelphia so glücklich bqonnme Confermz wieder aufzunehmm, allen persönlichen Z»- Abneigungen zu entsagen u. s. w. Die Zeit ist da, d«ll in allen Fragen, über welch« Rabbiner individuell verk-^t"" Meinung sind, eine unzweideutige Erklämng abgegebenerem muß, es muß eine Gleichförmigkett hergestellt vx^' f° autoritativ, daß kein persönlicher Einfall sie durchb/*" ^nn. Das Volk muß wiffen, was Gesetz und was ^kürliches Ermeffm ist, waS Iudmthum und was hu<-.m-ßig-s Gaukelspiel. Die Frage ist, ob die Anstellung ^M«innes als Geistlicher einer Gemeind«, gleichviel wie f.m seine Kmntntße und seinm Charakter steht, chm die orttät verleiht, all« Gesetze niederzureiten, jede Schranke durchlwechm, und so die Religion, derm Dimer er ist, zu randmmkm. Soll es keine Autorität, keine festm Sahungm gebm, nicht« als Willkühr?" «o „Iew. Times". Za die Wahrheit ist stark, und sie bricht sich Bahn! Der „Fortschritt" überschlägt sich, und der unsanft rtegergesetzte Reiter fühlt, daß tr zu scharf geritten. Wir nehinm von diesm Bekmntniffm Akt; während bisher Eonfermzm, Synoden, u. s. w. nur „resormtrm" wollt«, fühlt mm, drübm da, vedürfniß, daß fi« aufbaum, festig«, Schranke» zieh«, positiv« Aussprüche thun müssen. Da« habm unser« Gefinnungsgenoffm, di« auch an ihrem Thelle solch« Versammlung« keineswegs für unnütz halt«, schon lange gewußt. Aber wie soll dmn nun da «in« Ueberetnstimmung erzielt werdm? Will man neu« Gesetz« sanctiontrm?! Gilt es nicht vor allem, da« bestehende Gesetz, welch«, gar nicht erst discuttrt zu werden braucht, zu festig««? Sobald ihr euch über dasselbe stellt, und die Ueberlieferung nach eurer Bibelauslegung und Anschauung eorrigiren wollt, wird jeder seinen «Var für sich bäum, und das Nebel nur noch verschlimmert werden. Gerade der diesmalige Fall zeigt das dmttich. Denn Sachkundige*) haben sich wahrscheinlich gewundert, daß ein Reformer in diesem Fall, da «S .sich nicht um fHT handelt, mit solcher Heftigkeit austritt. Einhorn erklärt ja die Ehe für null und nichtig — über den Schulchan aruch hinau» und gegm ihn. Aber E. und Genoss« — jedoch jeder an seiner 122 — mein«, der Ntt IVtt *110« gelte unbedingt, 012' sei dmteronomisch, Conzrssion, jetzt antiquirt, urtl daher überflüssig, und 122' wieder H12J ,711V. Zhr Gesetz soll ein neuesein, nach ihrer Interpretation — ihr Zorn giv Wise, der heut IZkHl gibt, morgen ohne solche piV^ 122* und übermorgen 122' dem 22' antraut, alles für Geld und mit niederträchtigstem Humbug. I Wir brauchen nicht» hinzuzusetzen!! •) Die folgenden Zeilen sind für solch« überaus kl«. Eine eingehende j Erörterung für Laien können »ir hier nicht -eben. 1 Berichte und Korrespondenzen. i Deutschland. Stettin. «ei dem hohm Interesse, welches die rumä-! Nische Zudmftage mit Recht in Anspruch nimmt, dürste di« I nachfolgende, einem Schreiben des Herrn Rabb. l)r. Rahmer! mtnommme Notiz nicht ganz bedeutungslos sein:! ... „Heute dm 22. Juli besuchte mich der rumänische Abgei (»m« n» flT>/>inrs«i-u der wackere Bertbeidiaer der > rumänisch« Juden, — seine Bertheidigungsrede in der Pro- > zeßsachr des vr. weck. Rosmthal in Iaffy brachte dt« „Wocheni schrift" in Nr. 4 — und unterhielt sich sehr eingehmd über j die rum. Iudenfrage. Auch er meint, daß, wmn die Mächte nicht Armeen hinsmdeten, daS„Blech der Colleetivnotm"(ip«i8»ima rord») nicht viel nützm könne. Es sei jetzt — wo die Gemüther noch sehr erregt seim — keine besonders günstige Zeit, für die rum. Juden eine beffere Stellung zu erkämpfen. Er beabsichtigte, die rum. Iudmfrage in objektiver Weise darzustellen, und zu Gunstm der Rechte der Zitdm zu plaidyren. Er erbat sich zu diesem Zwecke sämmtliche, dt« rum. Iudenverhältnisse behandelnden Nummem der „Wochenschrift' und der „ltter. Beilage*)", las Einiges sofort mit großem Interesse durch und erttärir vieles für übertrieben. So besonders in der Affair« Weißmann (stehe Nr. 29). Er kmne dm Sachverhalt gmau, da er W.'s verthetdigrr gewesen. Dieser habe die Lmte auf der Poltzrtpräfectur mit „Mörder und Diebe" angeredtt, wofür ihn einer der Gmsdarmm einige Peisschmhiebe versetzte, worauf W. demselbm Ohrfeig« applieirte. Der Gmsdarm sei übrig«» mit ü Tagm Arrest bestraft worden, W. aber auch weg« ungebührlich« Betrag««. Auf dt« Frage, was aus den S in der Ismalla-Affaire von dm Buzeuer Geschwormm verurthetltm (und nicht begnadetm) werdm solle, ob dmn für diese nichts geschehen könne, erwiederte er, daß st«, da fi« nicht rein vom Verdachte der *) *1» chanckterisiisch sei h^^rgehoben, dag er „llen »roste« »«der dtest noch ein« an-eboten« «Igarre grtii* annchmm wollt«, damit er dem "««-sichtlichen »onmerft, er sei tm bat Juden htfbfm, «aenüber sich «in fühlen könne.