Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 31.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/5369809-5935003-5935629--1295-5370910- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Seesen 1× ep/1048106
OCR text
! Hai. - an. ».Ach»««« für die religiösen und f«citl •WdiU JAtn Mittwoch. Prri, riaNtjährlich 20 vilbs^oschm. gl|fniit9|CMIff Dr»- WriftwIHy Priitzril, aber bmn stau» 1'/, «gr. Rabbiner Dr. X Magdeburg, 3] des Judeuthums. Zu Ujd/tn durch •le »achtzandlmr,«, »M Poftanftolte». 9>fMti<Vn4M bi tat. ... Haf-Mx-dnakeori «M Ctrl ssttztzt -*? Inhalt. Sdtrake «rtffftlt 9ta» rin ..rrfonnatorische« _ Stettin. Stririn. Berlin. Cleve. Oesterreich: »a, Mtheen. von der I Wogbrimrg. Berlin. Lirgni». Sachen. Seesen. Ha»I iiidtscher «Keneral. — Auch rin.«Klaubenibriennlnih. — 3»fcmrtc.. Hoch ei, „reformatorische» Sedemüiiß". - Am Schlüsse de» vorigen Lrttartikel» haben wir erwähnt, daß Z. M. Gise einmal wiAfr eine Heldenthat seiner Art*) . verrichtet und einen Mann mit der kinderlose» Wtrtwe seine» «rüder» .getraut" hat. .Lewish Time»", dasselbe Reform, organ, weirise» wir in voriger Woche reden ließen, hat der Angelegenheit «ehrere Artikel von verschiedenen Berfasfer» gewidmet, während die mehr orthodoreu Rew-Aorker Blätter ' sie mit tzchwetzen übergehe«, weil Le ohne Zweifel kein« .Lew. Time»" allgemeine Bemerkungen zu knüpfen. Man muß zunächst anerkennen, daß da» genannte Blgtt gegen die leider in Amerika nicht seltenen Attentate gegen dir biblischm Eheverbote mit Entschiedenheit »»stritt; Männer, wie Einhorn, Adler, Hirsch, die zu dessen Mitarbeitern gehören, mögen noch so weitgehende Reformen vertreten, an ihren sittlichm^stfühlen, an ihrem Ernste und ihrer Ehrenhaftigkeit hast^^^^Rakrl; ftrche» Einreißen der sittlichen Schranken bringt sie in Harnisch. Wir erfahren zunächst, daß die „Trauung" in Rew-Uork stattgefnnden hat, daß keiner der zahlreichen, verschiedenen, dort amttrrnden Rabbiner sie vollziehen wollte, worauf denn Wise gegen Zahlung von 400 Dollar sich bereit finden ließ, und zu dem End« von Cincinatt nach Rnv-Uork ka::u Die Argumente. welche gegen da» Wise'sche Vorgehen von Einhorn und AA. geltend gemacht werden, lassen wir bei Seite, unser Standpunkt ist ein anderer, als der ihrige. Wir führen nur einen Satz au» einem der verschiedenen Arttkel an: „Ist r» denn zu verwundern (ia it astonislrng then — wieder derselbe AuSruf!) daß da« Volk da» Verttauen zu seinen Geistlichen und die Achtung vor ihnen verliert? Wenn solche Handlungen ruhig geduldet werden, dann werden Religion und Moral wirklich Gegenstände deS Handel» — nicht unähnlich »1 «kimhorn gubt seinen Polemik gegen Wise di« Ueberschrijt „Ich »in rin Shopri. da» ist bekdnni!» — und erMl». da» SB. »ot einigen J-tzren die, ,»n sich selbst an^esagt ha»L «der schon wr Johezehm«, h«t S. gegen eine un« ««heßchende Dame geändert: „Zch »in ni«ht nur »in Xo-konim. ich »in ein l^doodio-konim!" - Woricht» »»» (tivnOHri^wi Deutschland- «nmtnien: Btrioi. vnkarrst. — fitrmk&tt »»» »e»«st» «ol»«. Haag Pari, MattriUe. - -»»Illot»«, »in allste. - «rtefkaste». Äblaßkasten T.tze!» — je höher die St»fe d«-r lleber- Ht desto größer die für den Dispen» zu zahlend« Summe". ^Iewish Time»" wird jedoch durch die Angelegenheit zu /Leitartikel ,Lst Reform Zügellosigkeit?" »naulaßt; diesem wollen wir Bruchstücke übersetze» und mit einigen geschalteten und aagehängtrn Bemerkung» degleiti n. „Leute, denen Religion und Serewoniendienst gleichbe- »d find, und deren kindlicher Glaub« letztere «lk» miertche» TheiLtzN ^enbarMg gesteht, betrachte», dg» Re. ioIndrn'iutmalS^tin ^ftfruna _de» göttlichen Gesetze» nstdstl8M«> orthodmrrn Jaden gegebene Definitton ist sehr b«pein, atnn mau jene verächtlich machen will. Daß die Anfiht derselben vom Rrform-Judenthum „viele« Hai. worauf ft« sich stützen kana", ergiebt sich aber hier?on selbst.) trachtet eine große Anzahl von s. g. Reformjudr. s^. sorm-Judenchum al» eine Art von Absolution, Befr>^ 90n jeder Verpflichtung: vielen unter ihn» besteht di« ^^n ebenfalls in Bräuchen und Ceremonie», welche jedlich. — im Gegensatz zur orthodoxen Ansicht — nur dazu da^ um nicht brachtet zu werden. So kommt e», daß wenn. orthodox« FamUie in einem spectrllen Falle durch -in Gi behindert wird, sie sich an einen Rrformrabbiner wendet, der Erwartung, daß er- Abhülfe gewähren und da« ihne, gerade hinderliche Gesetz für die«mal abschaffen werde. Ein Reformrabbi, glauben sie, sei durch kein Gesetz gebunden, Hab« ein für alle Vorkommnisse hinlänglich elastische» und biegsame« Gewissen, sie verwundern sich höchlich, wenn ihnen nicht mtsprochen wird. „Wozu ist die Reform gut, wenn sie nicht für jede» Ding Erlaubniß gewährt?" (Sie gehen darin allerdings zu wett und thun den ehrenhaften Reformern große« Unrecht. aber fie sind doch offenbar durch da» verfahr» ma»cher andern zu der Ansicht gebracht und haben sie nicht au» der Luft gegriffen.) Und wa« ei» Reformrabbi zu thun verweigert, da« ist vielleicht von einem s. g. „Rebbe" zu erlangen, der einen um da« Gesetz d-ruführenden Nrbenweg finden mag (Daß r» drüben solch« Subjecte giebt, ist nur zu natürlich.) „So giebt e, Balsa« für jede Wunde - eine °b« wird immer weiter und bö»°rttger; Religion »ad Maral werden