Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 30.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
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240 in denen jeder Lehrer ebensoviel «der mehr erzielen kann, als er, dann hat die berechtigte Bestrebung bereit« zu einer unnütze» und schädlichen Anforderung an jenen verleitet. £8 giebt einmalDingr, in denen kein verstand des verständigsten mehr;i: Wege bringen kann, als das einfachste Gcmülh; die Ansang'tgrünee der Sprachlehre nach höheren Sittlichkeit^ p.inzipi:» einzuprägen, oder die Grundbegriffe de« Rechnens von ertabencn Gesichtspunkten au« be-zubringe«. wä-.e einmal rin hüllst einfältiges Verlange». Worin besteht denn beim Rabbiner dasjenige, um desseniwillen sein Einfluß, seine Thärigknt in der Schule erwünscht ist? Doch »ur darin, daß er durch seine Stellung zu reingeistiger Beschäftigung, zu idealein Streben berufen und befähigt ist. Wenn ibm diese Befähigung entzöge«, wenn die Zeit, die er zur Ausbildung seiner selbst zum mittelbaren Nutzen der Gemeinde hätte anwend m können, ii« erdrückendem Kinderunteriichte ihm geraubt wird, iiann bleibt von all dem wenig übrig, was ihn zur Leitung der Jugend vor Allen berufen macht. Bei unS in Mährer will man dies nicht einsehen und rennt immer mehr in das Netz solch eitler Bestrebungen hinein. TL Trante»««, im Zllli (Or. Corr.) Auch Ihr gesch. Blatt hatte über daS inhumane Verfahren des hies. Ortspbaeverr berichtet. (Zn Nr. 25; die Leser erinern sich der Aeußerrng desselben über das Hilss-Eomitä zur Unterstützung der Uebrrsct wemmlen, in demauch zwei jüdische Frauen sich befanden.) Dieser Umstand veranlaßte den Horizer Rabb. llr. Ehrentheil, (der ül-erhaupt in jenem Theile Böhmens wacker für die Recht« unserer Glaubensgenoffen einsteht) im „Trautenauer 2Locheublatt" nachfolgendes offenes Schreiben zu veröffentlichen: „An das vereheliche Damen-Hilfs-Comitä in Trautenaul Verehrt: Damen! Gestatten Sie einem friedfertigen Manne, der wol>l von Amtswegen das Gottcswort lehn, sich jedoch nur seinen «indem gegenüber Pater (Vater) nennt, aber der ganzen Menschheit gegenüber nur ein Frater (Bruder), sei» will, Ihnen aus der Ferne ein schlichtes herzliches „BergeltS- Goit!" zuzurufen für die Mühe, der Sie sich so bereitwillig unterzogen, um Ihren unglücklichen Brüdem und Schwestern in den überschwemmten Landesthrilcn Hilfe in der Noch zu bringen nnd die Opfergaben rinzusammeln, die die reine konfessic nslose Nächstenliebe auf den Altar der Menschheit niederlegte; — daß über das leuchtende Bild edlm Wohlthuns, das Ihnen auf ihrem beschwerlichen Wege so vielseitig entgegentmr, auch ein dunkler Schatten hinzog, indem eine falsch aufgefaßte, hypereifrigeAfterfrömmigkeit den bitteren Wermutsttopfen giftigen Glaubenhaffes in dm süßm Kelch warf, dm das Bewußtsein edlm WirkensZhnen reichte» das möge Sie, verehrte Frauen, nicht anfechtm, noch weniger aber mtmuthigm. — Eie geiören dem leider noch immer zu wmig gewürdigtm Bürgerstande an — Sie sind geschmückt mit dm schönstm Kränzer, die weibliche reine Stimm zu schmücken vermögm — Sie find ja Gattinnen und Mütter — in ihrm Herzm entspringm daher die reinen, wahrhaft geweihten Quellm, die selbst c ngeweht vom eisigm Hauche frostiger Unduldsamkeit, nicht erstarrm nnd nicht versiegm werden; — die beklagen«- werthm wahrhaft sündigm Worte, die ein Priestermund Ihnen entgegengeschleudert, weil Sie durch die Gmieinschast mit zwei jüdische» Wohlthäteriunen nach seiner Meinung sich mthelligrt, mögm Sie, meine Damm, nur noch mehr bestärken in Ihrer rühmliölm Aufgabe, bei jeder Grlegmheit durch Ihr begeistemd Frauemvort und durch Ihr leuchtendes Beispiel das Wohlchun zu förixrn nnd die Rosen der allumfaffmdm Mild« und Nächstenliebe zur Blüth« zu bringm;—denn wo das Priesterauge vom Wahne geblendet, und da« Priesterherz vom Borurtheile starr gewordm, da istS an dm von der Natur geweihtm Priesterinnm der Milt«, ihres Amte« zu waltm und zu zeigen, daß Gottlob noch gesunder Sinn und wahrer religiöser Geist irr Volke^lebt. der von edlm Gattinnm und Müttem, nicht durch bloß« Worte sondem durch Liebeswerke gelehrt, gehegt nnd geplegt wird Wir haben kein hartes beleidigendes Wort für den von Vorurthellm befangenen Priester irgend einer Konfession, auch Priester stad Mensche» nnd als Solche, 1 wie Figura zeigt, nicht unfehlbar. Sie meine Berehrtm k werden ja wohl ebenfalls dem Dimer Gotte« vergebe» habm, daß er Zhien reinen Glauben an die unnahbare Hoheit des Priesters, durch itiiie so irrige Ansicht ein wenig erschüttert hat — auch die zwei ivackeren jüdischm Frauen, um derentwillen die dunkle I Zorne«,wolle am Horizont« des frommen Hirten aufstieg, werden! sanft und milde, wie ihr großer Lehrer MoseS - dem Mann« i verzeihen, der durch seiur lieblose Aeußerung mehr sich selbst ’ als die jüdischen Frauen in den Schallen gestellt; — zu wünschen wäre nur, daß aus dem so freundlichen Trautma»! in Zukunft kein Akt der Lieblosigkeit mehr zu berichten sei! —! Dem edlen vorurtheilsfreim Sinne der Dauieiiauer Bürger ■ und Bürge» innen — gleichviel in welchem Goltrshause sie beim - mit ein laules „Hoch!" entgegen l)r. Adolph Ehrentheil, Rabbiner." ■j Wie wir nachträglich erfahren, ist Herr Rabb. llr. E. vor. , Woche von der hies. Gemeinde auch zu ihrem Rabbiner gewählt .woiden; derselbe hat viermal jährlich hier zu predigen und! sämmtliche rabb. Funktionen hierorts auszuüben ' Lnmäuirn. | B. T. Hterlad» 4. Juli (Or. Corr hebr.) Die Dankbarkeit l der unglücklichen Inden in Rumänien gegen ihre Brüder iu Europa und insbesondere gegen Herrn Francis Goldsmid, für deren Wirken zu ihren Gunsten könnten hundert Schriften nicht hinlänglich aussprechen .... Bei allem dem bleibt die Verwirrung stehen und der Unwille Europa's bringt unferr Dränger eine» Augenblick aus dem Geleifc; daher habe ich wenigstens keine neuen Bedrängnisse zu erzählen. Aber ein« andere neue und wichtige Angelegenheit zwingt uns heute zu diesem Schreiben. Nachdem die rumänische Journalistik, voran der „Romanul", gesehen, daß mit Gottes Hülfe ihre bösen Anschläge gegen unS nicht gedeihen, und das Einschreiten der Mächte doch den Stein drö Anstoßes, nämlich den den Juden Rumänien« im Weg« stehmden und bedrohlichen Paragraphen 7 der Eonstitution, wegräumen wird, hat sie einen anderen Weg eingeschlagen. (Nur „Trompeta carpat." rüih noch weiter, alle Juden zu vernichten, bevor sie Bürgerzechte erlangm.) Man will also den Zudm durch List beikommm» man will sie zu einem verdrrblichen Schritte bewegen; sie sollen selbst de» Unwillen Europas zum Schweigen bringen und verlangen, daß man ihretwegen nicht mehr Noten schreibe, denn — es sei nicht begründet, was man über Rumänien berichte, und sie vertrauten ganz der Landesregierung, welche für ihr Wohl sorgen werde. Wir wiffen, daß es sowohl der Regierung wie den Rothen, die in Betreff der Juden ganz miteinander gehen, nicht fehlm wird, Unterschriften nach ihrem Wunsche zu erlangen. Wie man hört, ist das Netz gegen die Thoren schon in Jassy, Zbraila, Plojescht re rc. aufgestellt. LS giebt unter unser» Glaubensgenossen hier ziemlich viele, die in daS Retz gehen und den Fälschern die Hand bieten werden; die Einen aus Unwissenheit, di« Andern ans Furcht und gewohnter Unterwürfigkeit, Andern wird Bestechung, Gewinnsucht, das Auge blenden. Oer Minister'Costaforu hat ja in unverschämtester Weise in seiner Circulardepiffch« die Beichte der Consulate in Betreff der jüngsten Judenverfolgungen in Ismail und Cahul in Abrede gestellt, ohne im Stande zu sein, etwas Falsches nachzuweisen; wie wird er erst auftreten, wenn er von einigen tausend Juden Anerkenntniffe in Händen hat; wie wird er dann erst Europa ins Gesicht sagen, daß gar nichts Böses geschehen sei. So sind wir denn, um dieser gewiß wichttgen Angelegenheit willen, genöthigt, unsren einflußreichen Brüdern und Sachwaltern in Europa Kunde zu geben, damit sie, wenn das Erwähnte eintreten wird, wiffen, welch« Bewandtniß es mit den Unterschriften Hab«. Wie sie sich unsrer in dieser Noch angenommen haben, so sei es ihre Aufgabe,' uns auch in dieser anders gestalteten Roth beizustehen. Lomttö der All. Zsr. Untv. iu der Moldau. R. E. Die franz. Brochürr Io, parafcntioiM contra let IsmL Boom, wird in den rumänischen Journalen viel de-