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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 30. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 30.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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241 Krochen und arg angegriffen; viele schreibe» sie Emanuel Epuraneo zu.(Sie ist wie wir schon angegeben haben, 'von dem Verfasser vorstehenden Artikels. Red.*) Feuilleton. Madame des Joseph den JaKar ans Icheuhausea. Nach Miiiheilung de» Herrn Or. PH. Bloch in Pose». Literatur- und geschichtskuiidige Leser brauchen sich mit Rachsinnen und Nachschlagen keine vergebliche Mühe zu machen; unser Jos. b. Zakar ist in keinem bio- oder bibliographischen Handbuche zu finden. Er Ist nichts mehr und nichts weniger a3 ein Drucker, nicht einmal Druckherr, sondern nur Schwiegersohn und stiller Epmpagnon eines solchen, deS Chajim Schwarz, der um 1510 zu Ichciihausen in Bayern eine hebräische Druckerei angelegt hatte. Gon den aus dieser Druckerei hrrvorgegangenrn, wohl scimuitlich zun, täglichen Gebrauche für das Golk bestimmten Werken, galt bisher nur ein einziges tkxemplar als übrig geblieben, ein in Oxford befindlicher Pentateuch. Herr Dr. Bloch hat nun noch ein ähnliche» Buch in der Hof- und Staatsbibliothek zu München aufgefunden, eine deutsche Uebersepung des Gebetbuches; auch dies Exemplar ist ein Unicum und zwar vom I. 1513.') Ein Unicum! Daü Herz eines rechten Bibliographen, vulgo Bücherwurms oder Büchernarren, zittert freudig bei deb, Gedanke»; unsere übrigen Leser und Leserinnen nehme» es kühler auf; dafür sind eS aber auchBerfe, die wir ihnen biete». Eine „Makame", daS klingt ziemlich vornehm; unser Poet hat sich indeffen wohl kaum für einen solchen gehalten, und von Makamen hat er gewiß nie gehört, jeine Reime sind auch nur Knittelverse, denen wir den stolzeren Titel aus eigner Machtvollkommenheit oerlleheu haben. Rach Weise der Zeit, welche für jüdischdeutsche Bücher noch bis inS vorige Jahrhundert im Gebrauch geblieben ist, hat er seinem Werke eine gereimte Vorrede mit auf den Weg gegeben, diese und ein ebensolches Nachwort wollen wir hier mittheilen. Das Original ist mit hebräischen resp. s. g. jüdisch-deutschen Letten« gedruckt, die wir getreulich umschreiben. Für Unkundige nur noch die Bemerkung, daß die Sprache keineswegs ein judendeutsche» „Mauscheln" ist, sondern, von den eingeschobenen hebräischen Worten abgesehen, daS richtig« Oberdeutsch des 16. Jahrhunderts, wie es, mit kleine» provinziellen Verschiedenheiten, Hutten, HanS Sachs, Fischart und AA. geschrieben habe«». Zum „Mauscheln" wurde e» erst im Munde unsrer Vorfahren, welch« in Mittel- und Norddeutschlaud diesen Dialecs beibehielten; iu, Schwabenlande und bis zur Mainlinie ist er ni« fremd geuwrden. ' Da« Titelblatt lautet: 1 Kommt, hne ihr stummen Frauen — da wcrt ihr hübsch j Ding schauen'—Ihr wcrt cS wol gewahr - rin Tefllle4)! vom ganzen Jahr — wol vrrtrufcht un' befcheidlich — drum kummt un' kauft »veidlich — ihr wert sie sunst versäumen — des» sie «vachsa, »it «uf.Lr» Bäumen — auch i« sie nit;u teuer — um ein Kronen «ft. sie euer —' un' etwa« nehr . halj. Ihr «ich stark — gedruckt zu Jchenhansen. in dem Mark — in dem Jahr so man zählt dreihundert tm' vier — Gott hclf «ns, .daß wir sie vollenden schier. '' , J- «gewünschte dald Nlägltchfi. AngrnblickNch nicht in meinem kesihe. Ünide»Htt das.in Aussicht gest-Rie Schreiben; »e,n nicht zu umMgretch. werde Ich «e vesersrpmz gerv anserNgm iyi» MchSm. Vorrede: Es müssen daran bekennen — alle die aus der Welt sennen — un' M «vahr oha alle Fehl — daß da» Loscht» hakaudesch4) i» das Semmel-Mehl — von den ai.bcut Sprachen gar. — Man kann tim’«4) wol weisen un* machen wahr — au» der Tauroh4) wenn cs etwa» gelt ~~ daß dermit i» beschaffen die Welt - un' is dir Tauroh drin worden geben — un' andere Sephorim4) mehr darneben — un’ is lauter un' rein. — Alle Sprachen ohn gescheut4) — darum man es Loschon hakaudesch4) nennt. — Drum it r.L minder» dran — wer es versteht un' wol kann — un' drinnen tu« sein Gebet — daß er vor Gott jisb.4) steht — mehr iü empfangen un' angenummen — denn all hie sonst klimmen — un’ bitten einer andern Sprach — renn 1 sie schon schreien gar hoch. — Aber a» itzund steht unser Sach' — so findet man lanzam un' gemach — Leut die cs wohl versteaen — wenn sie schon wollen «vehnen — sie kunnen es gar bisworo4) — un' haben gestudirt in der Gemoro'«) — un’ in cgrtin wearba") un’ andren Sephorim4) — doch sein es eitel Deworim") — denn sie 'ein sich wahrlich schnellen") — wenn sie doch mit einem reden wällen — so stehen sie da un' Hauzen'4) — un' wissen weder zu ihrzcn noch zu dauzen"). — Un' zuvoraus welcher den Dikduk") nit kann — ich will geschweige» der geniein Mann. — Denn sint wir sein worden vertrieben — i» un» das Loschon hakaudesch nit halb übcrgeblieben — darum haben unser Chachoinim") dcrzugethan — un’ haben un» die Tephille4) geschrieben an. — Aber dasselbig mal die , gemein Rott") — da« Loschon hakaudesch baß verstanden .' Hot — un' is auch die Tephille gewesen gar bescheidlich kurz >»n' gut — ohn daß man alle Tag mehr derzu tut — un' macht In die Tephille« gar herbe LcschauneS'4) — damit daß man baawaunc«44) — unter laufenden find't kaum einen — der da weiß was sie meinen. — Drum halt ich für i eitel Thoren — die in Loschon hakaudesch wällen oren4') — 1 un’ verstehen darinnen kein Wort. — Ich wällt doch gern ' wissen nort44) — was sie kunnen haben für ein Kawoao**), i — Drum haben wir gemacht ein maskono44) — zu < drucken die Tephille in teutfcher Sprach — un’ andre Sephorim4) mehr darnach. — Aber wahrlich all die toitschea Tephille« die ich Hab geseh» — iS mt eint unter zehn — die da iS ocrteulfcht wol — un’ etliche kein recht Wort zumal. — Denn ein Sephcr4) zu verteutschen Hot viel Sinn'ü — Nit daß ich drum red klamner44) ich bin«. — Denn ich bin rin Am hoorcz44) ein Tropfe — auch Hab ich die Tephille nit verteutscht au» meinem Kopfe — sonder ich Hab mir eine auSgekcse» — die mich hat gedeucht sie fei die best gewesen — un’ Hab sie magiha gewesen44) voran — un' gemacht a« gut aS ich'S kann — un’ hoff Haschen« jiaßleh44) soll «ich unterweisen — daß ich mit keinerlei ,«jt soll greisen44) - - un' will mich « gleich derwägcn-4) — waS Ich nit kann, da« will ich fräg:n. — Aber ich will vorauSnehmcn den Punt4') — un' rin etlichen tun kant — daß man nit allwcgen kann verteutschen Dort bei Wo«« — m* zuweilen muß man den Dikduk'4) schlagen an «in Ort — un' zuweilen längen zuweilen kurzen — zuweilen daß Hinterst zuvor sturzrn — un' oft maß man rin Wort Loschou hakaudesch laffeu bleiben — denn man kann« nit wol zu teulsch schreiben44). — Drum soll di *) tMe bibllographijchcn Reichlich««» des Hem» De. Lloch demnächst teTUtWr-TT"...

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