Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 30.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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238 Bei der Strebsamkeit devr. 8. wird e» ibm hoffentlich gelingen, sich hier einen lohnenden Wirkungskreis zu schaffen und zur Förderung des ThorastudiumS bei Alt und Jung beizutragen. Eine etwas lebhaftere und allseitig» Unterstützung von Seiten des hiesigen Publikums wäre jedoch hierzu sehr wünschenSwerth. Es würde damit gewiß mehr erreicht werden als durch Errichtung eines neuen sogenannten »ähren Leminrrs, die nur den Vortheil bieten dürfte, unserer ecclesia militi.ns neue Kandidaten zuzuführen. Schließlich mag noch eine schöne Feier erwähnt werden, zu welcher sich jüngst in dem genannten Verein Veranlaffung bot. Wenige Tage nachdem vr. E. in sein Amt eingesührt war, gelangte er bet feinem Schiur zum Schluß von Traet. Ieba< msth, den er vom Beginn an allein vorgetragen hat. Mit Rücksicht darauf veranstaltete der Vorstand eine „Lijumfeier". Herr vr. HiltieSheimer hatte die Freundlichkeit, auf den ihm vom Vorstand i i Uebereinstimmung mit dem Vortragenden (seinem ehemaligen Schüler) ausgesprochenen Wunsch den genannten Traetat zu beenden und vr. Shrenfeld begann den neuen Traclat Aetub rrh. Beide Herren wußten ihren Bortrag durch paffend« Wort« und „Wörtchen" Intereffant und anziehend zu machen. Dem 76 TJCTT folgte da» 02^ VJWI. ein kleine» Mahl, welcher durch da» Herüberstrahlen de» ersten TbeilS ln den zweiten, durch Mittheilung von Chiduschim und Agada'S, auch durch zuf illige Anwesenheit und Theilnahme lieber Gäste, der Herren vr. Zsaaesohn au» Filehne und vr. Horotviez auS Lauenburg, eine besondere Geist und Gemüth erquickend« Würze erhielt. Die Versammelten waren in einer gehobenen Stimmung, und trennten sich spät Abend» mit einer Befriedigung, wie sie nur die Freud« an der Tora gewäbrr! r' Kann«» er, 15. Juli. (Entgegnung.) Die in Nr. 28 der israelitischen Wochenschrift rnchaltene, mich betreffend« Correspondenz au- Hannover ist ihrem Inhalte nach jeden so perfid wie unwahr: perfid Insofern, al» sie durch ihre Darstellung glauben machen will, daß ich (?) «S absichtlich und au» irgend einem unlauteen (?) Motive unterlassen hätte, die dort mitgetheilte, auf meine Pensionirung sich beziehend« Angelegenheft in der „A. Znt. d. Zud." zu erwähnen, während der Bersaffer wissen mußte (?), daß mir bis jetzt noch keine offieielle Mittheilung kber eine solch« beabstchttgte Pensionirung zugegangen ist» so daß ich mich, wenn ich diese Angelegenheit öffentlich zur Sprache gebracht hätte, einer Indiskretion schuldig gemacht haben würde, und unwahr insofern, al» in jener Correspondenz behauptet wird, daß ich unter günstigen Bedingungen in Ruhrstand versetzt worden sei, während ich bi» zur Stunde cls Oberlehrer an der hiesigen ReligionSschule fungire. Die Behauptung, daß letztere sich schon seit Zähren in einem srh, wenig befriedigenden Zustand befand,. enthält einen Angriff auf den hiesigen Landrabbiner, deffrn Pflicht, wenn jene Behauptung richtig wäre, e» in seiner Stellung gewesen sein winde, einem solchen Zustande abzuhelsen, und die Bemerkung, daß die Gemeindevertretung sich erst nach langen Schwanken entschieden Hab«, die Schul« zu reorganisiren, enthält für irieselbe gerade kein Compliment. Die fernere B ehauptung, daß die in Nr. 26 der A. Z. d. Z. über die Nabbinerwahl in HildrSheim enthaltene Darstellung keine ganz gerade sei, if: eine Verleumdung (?), da da» dort Gesagte, daß nämlich lrer hiesige Landrabbiner jetzt auch da» Hildesheimer Landrobbinat gegen ein Gehalt von 500 Thlr. nebst Sporteln verwalte, vollständig der Wahrheit entspricht. WaS ich sonst noch gegen jene Correspondenz zu erwidern habe, I wie auch eine eingehende Erörterung über den Zustand der diesigen ReligionSschule, behalte ich"mir für einen anderen Ort vor. vr. M. Wiener, Oberlehrer. (Unsere Leser mögen selbst und unparteiisch beurtheilen, ob vorstehende Entgegnung eine „thatsächliche Berichtigung" enthält. Der einzige berichtigte Umstand ist der, daß Herr vr? W. noch in Function ist. Schwerlich hat aber einer der I Leser die Correspondenz in Nr. 28 so aufgefaßt, daß derselbe; „Jtnall und Fall" entlasten sei; mithin bleibt er, da» ist überall üblich und selbstverständlich, bis zum Eintritt seine» Reechfolger» in Funktion. Für das auswärtige Publikum ist daher dieser Umstand sehr unerheblich. Diese» auswärtige Publikum weiß auch nicht, daß Hr. vr. W. selbst der Correspondent der A. Z. d. Z. ist, daher kann e» auch nicht auf die oben supponirteZdee kommen, am wenigsten aber „unlautere" Motive voraussetzen, dem» »venn wirklich jemand nicht gern berichten möchte, daß er pensionirt sei, so würde nur ein Splitterrichter ersten Range» darin etwa» „Unlautere»" erblicken können. Da« hannovrische Publikum hingegen kennt dit Berhältniffe und braucht weder diese ikenntniß noch sein Uftheil au» der „Wochenschrift" zu schöpfen. So hat denn auch unser Corr. da» Berhältniß gekannt, den Nebenumstand aber, daß Hr. vr. W. noch nicht osfieiell von seiner Penflhnirung benachrichtigt sei. hat er entweder nicht gekannt oder für etwa» den auswärtigen Lesern Gleichgültige» erachtet, und dd» erachten auch wir so. Unser Corr. hat dagegen gemeint, Re OuieScirung de» Hr. vr. W. mit vollem Gehalt gereiche ttt Gemeind« zur Ehre, könne andern Gemeinden al» Muster hingestellt werden, da» hat ihn zu beuchten veranlaßt; ob er Rvlht hat, mögen wieder unsere Leser selbst beurtheilen. ebenso di« Frage, ob e» den Repräsentanten zur Uiiehtt" gereiche,' daß sie lange geschwankt» ob sie zu dieser OuieSeirung schreiten sollten. Hat ferner unser Corr. die Darstellung de» Hr. vr. W. über di« Hildesheimer Stelle „nicht gerade" genannt, und nennt letzterer die» schon eine „Berläumdung", so gestehen wir. nicht zu wiffen, wie man dann Jemand einer unrichtigen «der schiefen Darstellung bezichtigen soll, ohne ihn zu „verläumden". Nach der „Berichtigung" mögen wieder die Leser »rtheilen, ob Hr. vr. W. nun erst recht dem Landrabbiner die Absicht unterstellen wollte, daß er um der „500 Thlr." willen, die Wiederbesetzung hintertreibe. Daß Hr. vr. Meyer die fragliche Summe beziehe, hat die Corresp. nicht in Zweifel gezogen, und niemand wird wohl verlangen, daß der Genannte die Stelle „um Gotte» willen" versehe. Schließlich geben wir, um einer vielleicht zu erwartenden Aufforderung zu- .vorzukommen, die Erklärung, daß di« Corresp. in Nr. >28 weder von Hr. L. R. vr. Meyer selbst herrührt, noch von ihm — wir können auch die» au» unserer dem Herrn vr. W. bekannten lkenntniß der Personalverhällniffe behaupten — mittelbar oder unmittelbar veranlaßt, „inspirirt" ist, wie die Diplomaten sagen. Red.) Au» Anowraeta» erhalten wir — freilich sehr verspätet — einen Bericht über die dem Rabb. L. Pollak bet seinem Abgänge von da nach Pest am 30. Mai überreichten Ehrengeschenke und Abschrift der diese begleitenden Adreffe. Für den Abdruck ist jetzt „die Zeit vorüber". Da jedoch der Einsender un» miltheilt, daß er Bericht und Adreffe vorher einem andern Blatte, deffen Redakteur früher Herr P. al» seine» Freund bezeichnet hatte, überschickt habe, daß diese» Blatt aber statt seine» Artikel» die offenbar auf Entstellung und Verdrehung beruhenden Ausfälle de» „ScheweS Achim" ver«