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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 30. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 30.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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237 - tigkeit i» Anregung gebracht. — In Bezug auf dir Iudenfrage in Rumänien haben sowohl deutsche Gemeinden wie ausländische Vereine (die Anglo Jewish-Affociation, das Roumänien-Eomitö in London, die Board of Delegates of American JSraeliteS) den Gemeindebund zu gemrinsamm Vorgehen ein- Erscheinung, daß häufig jene unglücklichen Kiuder die willkommene und leichte Beute seelenkäuferischer Missionär« »»erden, welche sie in ihre» Schulen aufnehmen, kleiden, pflege» und zum Abfall vom väterlichen Glauben oorbereiten. ' Eine wirksame Abhülfe dieser, nur in allgemeinen Zügen geladen. Der Ausschuß ist mit dieser Frage ernstlich pti geschilderten, in der Wirklichkeit oft herzzerreißenden llebelschästigt und wird in nächster Leit mit den gewonnenen Resultaten vortreten. Die Frage, was außer augenblicklichen Hilfsleistungen für die Opfer der dortigen anzuitreben sei, ist schwierig, und von Seiten rumänischer Glaubensgenossen sind die bisher kundgegebenen, auf praktische Ziele hinstrebenden Anträge als nicht ansreichend für den Kern der Sache bezeichnet worden. Der Ausschuß wird daher nach Anhörung einer Reihe hervorragender rumänischer Persönlichkeiten auch' seinerseits Vorschläge machen. In Bezug auf die Geldsammlungen hat er es nach Verabredung mit Herrn Professor vr. Lazarus vorgezogen, sich den Berliner Comitä anzuschließe», und ersucht die Bundesgemeinde», alle speciell für die rumänische Angelegenheit bestimmten Gaben Herrn Geh Eonnnerzienrath B. Lirbermann (Unter den Linden 6) einzusenden. Ein Organisationsstatut zur Beseitigung der Wanderbettelei ist augenblicklich Veranlassung lebhafter mündlicher uud schriftlicher Eonferenzen mit Männern von hervorragender Erfahrungstüchtigkeit auf diesein Gebiet. Haupt» gegenständ der Berathungen ist die Eentralisation der internen deutschen Armenpflege und die Errichtung von Grenzcomite's an den Mündungspunkten der meistbrnotzten Eimvanderungsstraßen an der östlichen Grenz». Zu anregenden Vorschlägen über diese Punkte, sei eS in der Presse, sei es in Privatzuschriften an den Ausschuß wäre jeph nri? der geeignete Zeitpunkt. Sehr spärlich gehen die kürzlich zur Ausfüllung rnssandten statistischen Schemata ein*) und ein rascheres expeditiveS Verfahren der einzelnen Bundesgemeinde» wäre im Jntireffe der Sache dringend geboten! Berichte und Correspondenzen. Deutschlasö. Ijfarfl», Juli. Der Verein für palästinensische Angelegenheiten (Vorstand vr. Hildesheimer, M. G. Levy, Ed. Mende) versend« ein Circulair in Betreff der Errichtung eine« Waisenhauses in Jerusalem. Der Eingang lautet: „Unter den vielfachen, traurigen Verhältnissen, welche unsere Brüder im heiligen Land« noch unterliegen, ist das betrübendste „die leibliche und sittliche Verwahrlosung des, nicht unbe- „trächtlichen, Theiles der Jugend, welchem daS herbe LooS „zu Theil geworden, die Eltern zu verlieren". Nach jetzigem Brauch übernehmen, wie glaubwürdig berichtet, die betreffenden Gemeindegruppen, nur dann die Pflicht der Waisenerziehung, wenn durchaus kein Verwandter sich der armen Verlassenen angenommen. Daß diese Art der Unterbringung aber nicht allein i» Betreff der geistigen Pflege, sondern selbst in Bezug auf die nächsten, leiblichen BHürfniffe ungenügend ist, bedarf für denjenigen, welcher auch nur oberflächlich dortige Zustände kennt, keiner Auseinandersetzung. So erklärt sich die betrübend« stände, kann nnr durch Errichtung gut geleiteter Waisenhäuser verschafft werden. ' ..Auf Grund dieser Erwägung, und in Folge der Mit-' theilung eines seiner Vorstandsmitglieder, welches durch eigene Anschauung von den Zuständen Palästina's Kenntniß genommen, hat der hiesige Verein für Palästinensische Angelegen beiten in seiner jüngste» General-Versammlung den Beschluß gefaßt: zunächst die Errichtung eines Waisenhauses in Jeruialrm oder dessen Nabe anziistreben. dessen Aufgabe und Ziveck wir oben kurz augrdeuiet haben". (Ich bringe hierzu in Erinnerung, daß mein Zugendsrennd, Herr l»r. Georg Rosen, s. Z. preußischer Eonsul in Jerusalem, mir schon aus Anlaß des in Folge der Cholera entstandenen Nokhstandes (1865), als ich ihm UnterstützungSgelder übersendet und ihn un, seine Ansicht über die 'Maßregeln zur Abhülfe gefragt hatte, die Errichtung einer Waisenanstalt als in erster Linie wünschenswert!) bezeichnet hat. T.) ff Aerki« im Juli. (Or.-Corr.) Der diesige Tqlmudverei» fH2JT der nun schon viele Jahre besteht, für dessen Erhaltung sich mehrere Hundert, sowohl hiesige als auswärtige Mitglieder interesstren, hat in neuester Zeit einen energischen und lobenswerthen Versuch gemach», seine Leistnngen ztl heben. 'Seine Hauptaufgaben bestehru darin, allabendlich vor min einen Vortrag (Schiur) aus dem Talmud zu halten, die Jugend i» hebräischen und talmudischen Disriplinen zu unterrichte» und am Sabbath einen populär-wissenschaftlichen Vortrag zu bieten Da nun seither die erforderliche Wirksamkeit, ungeachtet der zuo> Theil recht wackeren Lehrkräfte, in Folge allzugroßer Zersplitterung nicht ersprießlich genug entfaltet werden konnte, hat der »in das Gedeihen des Vereins bemühte, derzeittge Vorstand den Beschluß gefaßt, die ganze dreitheilige Lehrthätigkeit in einer Xrait zu conzentriren, welch«, vom Verein ausreichend honorirt, sich seinen Interessen ausschließlich widmen könne. Aus der Mitte einer ansehnlichen Zahl von Bewerbern um diese Stelle fiel die Wahl des Vorstandes auf den ihm und einem großen Theil der Verrinsmitglieder schon seit länger bekannten Herrn vr. Ehrenfeld. Derselbe hat den talmudischen Schiur-Vortrag bereits seit mehreren Monaten, anfangs mit drei anderen Herren abwechselnd, später allein gehalten und die vollkommene Befriedigung seines Auditoriums zeugt dafür, daß er auf diesem Gebiete seinem Amte gewachsen ist. Seine Fähigkeit die Jugend zu unterrichten, hatte er gleichfalls schon früher zu documenttren Gelegenheit, da er wiederholt zur Vertretung eines Lehrer» berufen war, und auch jetzt berechtigt, was mar nach so kurzer Zeit von dem Gedeihen der llnterrichtSanstalt unter der neuen Leitung hören kann, zu den besten Hoffnringen. Ein Bottrag endlich, den vr. E. am Sabbath rbv hielt, hat sehr angesprochen; in wohl abgerundeter Fon» wurde eine Reihe gediegener Erklärung«, von Midraschim und Agadoth geboten und die ziemlich zahlreich« Zuhörerschaft fühlt« fich, soweit Referent beobachten konnte, ««der durch «nangemchwr» Wortschwall noch durch zu langes Sprechen ermüdet. ■•) tHr Ben—Iran utelee w»««tnd«» ttt t- Z. «tnrifll (IM)

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