Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 30.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/5369809-5935003-5935628--1287-5370903- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
23K der lernen nicht „benschen" aber sie sprechen ebensowenig s Run seht in die Häuser, sie sich eurem „Fortschritt, Fashion ein Dankgebet. Grtt ist beseitigt und das Thier bat die volle , und ^icht" verschlossen habe:. Sicherlich küuulL auch in diesen, Oberherrschaft. In diesem Lande der Freiheit, wo wir Fürsten - des Geiste- — sein könnten, sind wir Holzfäller und Wasserträger". » So enthält fc*r Artikel noch manches kräftige und treffende Wort; wir begn ig>ret uns mit dem Angeführten. Was schließt nun der Ver'asser auS allem dem? Daß für die religiöse, die einzig wahre Bildung, für Kennnn'ß des jüdischen Schrift- «hums elwas geschehen müsse. Gewiß, mit diesem aus den Thatsachen gezog men Resultate sind auch wir durchaus einverstanden — aber siebt der Mann nicht, daß auf dem bisherigen von ihm so hoch gepriesenen Wege des „Fonschrittes" das Uebel nur immer schlimmer werden kann? Er selbst schildert in der Fortsetzung seines Aufsatzes die alte Zeit mit ihrem , rastlosen Streben nach Äenntiiijj, Geistesbildung, ihrer Hochi achtung vor Wissen und Rönnen. „Welche Opfer, sagt er, \ brachten unsre Bäter, um dies Ziel zu erreichen! Sie erdul- 1 beten trendig H.nger und Kälte, trugen Schmähung und I wie in allen Häusern in und außer Israel, manches bester sei»; aber vieles ist doch da noch beim guten Alten. Da „benscht" das Kind noch, Vater und Mutter segnen ihre Kinder noch, halten sie zum Beten an und sehen zu, daß sie die Gebete —»^hebräisch — verstehen lernen. Und der Geschäftsmann, „der am Sabbath seinen Fuß zurückhält, seinen (?rwerb nicht zu suchen am heiligen Tage", der — ist auch vielleicht hab- und geldgierig, aber ganz zum Mammons! necht und Kalbsanbeter kann er doch nicht werden! Schließlich wollen wir auch von dem lange von uns nicht genannten Herrn I. M. Äije ein dierherpassendes Wort anführen. Er erzählt in seinem „Israelite", wie ihn neulich ein Christ gefragt habe, warum die Juden keine Mäßiqkeitsvereine haben. Wise antwortet natürlich: „weil wir keine brauchen!" „Aber woher mag es kommen, daß es unter euch fast garkeine Trunkenbolde gkebt? Darauf giebt Wise verschiedene Antworten; die erste aber geht dahin: „der Jude sieht den Wein als be- ... ., ....... . . sondere Gottesqabe an, genießt ihn nur mit Segensspruch, r.. J J ,^.r.bedient sich ferner »-.nächst be. heiligen Handlungen, zn K.ddusch und Habdalah" u. s. w. — Aber, bochwürdiger Herr, ist das Ihr Ernst—Sie mache» Brochoh u. sw. u. s. w.?! Ja, Sie verstehen das Geschäft; wenn's paßt, sprechen Sie auch einmal so!*) sie mir ihre Kini«r in Weisheit und Gelehrsamkeit au wachsen sehen konn:en. Die tieie Ehrfurcht der Kinder gegen ihre > Eltern beruhte a if der Achtung, die diese ihnen einzuflößen! ve> standen. Der Vater war ein Patriarch, die Mutter eine! würdige Tochter Sara's ind Rebecca's. Das Hans war ein! Tempel, in dem Zott wo,,ule, in dem Morgens und Abends! Gebet ertönte. 2Lenn der Vater Freitag Abend seine Hand I auf des Sohnes Haupt legte und ihn segnete, so sagte er: , ) „mögest du die Tugenden deiner Vorfahren erben;" wenn die Mi iter dasselbe an ihren Töchtern vollzog, rief sie Gott an, , Einladung zum eonstituirenden Gemeindetag au? belief, daß diese die Tugenden ibrer Mütter erbe» möchten. Milder und bis zum Gemeindetag selbst die Ziffer 113 erreicht * *Vom vrntsch-Jsraelitischen Gemeindebund. Die Zahl der Bundesgemeinden, die sich bis zur Cabbathnacht zogen die Engel des Friedens, Vie&e und Eintracht, Sittenreinheit und edles Stieben in das Familienheiliglhiim ein. Kein Wunder, daß Verderbniß, eheliche Untreue, Ungehorsam der Kinder dort keine Gewalt hatten." . . . Das Alles ist schon oft, sehr oft, empfunden, ausgesprochen» tief beklagt; hier geschieht es einmal von einem Vertreter der radikalen Reform. Run denn, so bedenkt es doch zunächst selber! Seid ihr es denn nicht, die es dahin gebracht? Ihr habt die überlieferten Satzungen, Sitten und Bräuche für eitel „Ceremonien" erklärt und abgeschafft; freilich meintet und sagtet ihr: „nicht Aller! ist hohl und leer, manches ist schön und wohl beizubehalren — also z. B. Tischgebet, häusliche Andacht, Cabbathfeier, Ellernsegei." Aber nun rufen wir euch zu mit euren eignen Worten: „kein Wunder" und „es kann ja kaum anders sein!"— man hat die erste Hälfte eures Lehrens und Predigens: „leere Ceremonie, nicht mehr dem, Zeitgeiste angemessen", wohl gehört und gern angenommen; mit dem Rachsatze: „dieses »n!> jenes aber behaltet bei!" läßt man euch stehen. Von den Einen habt ihr emanzipirt, von dem Andern emanzipireu eure Schüler sich selbst. So z. B. sagtet ihr: Reitet» fahrt, raucht, tanzt und musieirt nur immerhin am Sabbalh, aber zrr Predigt müßt ihr kommen und „handeln" dürft ihr nicht. I» it astonishing then, ist es denn zum Denvunden», (faxen wir wieder mit euren Worten) daß man damit nur halb einversta>»den ist? Rauch«, und Fahr«» kostet Geld, Haud-cku bringt Geld ein, ohne alle Frage ist der Jeier kara zu diesem stärker als zu jen«n; und daun (unter Up*!) werden di, Leute nicht denken, der Mann da hat gut reden, sein Geslsäst'rersäumt er am Eabbath nicht! ,, J hatte, ist jetzt auf 124 gestiegen. Eine fernere erfreuliche Erweiterung des Bundes ist dadurch in Aussicht gestellt, daß die am 21. April d. I. in Ulm versammelten Bertreter der Kirchenvorsteherämter des Donaukreises zu Protokoll eine Resolution faßten, worin sie den gemeinsamen An- I schluß sämmtlicher würtembergischen Gemeinden an den D.-J. Gemeindebund für wünsckenswertb erklärten und die israelitischen Kirchenvorsteher von Ulm beauftragten, vorbereitende I Schritte zu diesem Zwecke zu thun. Auch im badischen Ober- . lande hat sich auf Anregung der Gemeinde Eichstetten eine erfolgverheißende Regsamkeit für den Gemeindebund entwickelt. — Die ausländischen Genossenschaften ähnlicher Ten- * denz haben dem Gemeindebund fortdauernd ihre Sympathie zu erkennen gegeben, und besonders hat die Anglo-Jewifh- Association (London) einer Aufforderung deS Ausschusses > entsprechend, für die Bekämpfung der Wanderbettelei! ihre Mitwirkung zugesagt und bereittheilweise bethätigt. Doch schweben über eine zweckentsprechende Erweiterung bet j vorgeschlagenen Maßregeln noch Correspondenzen. — Auch bet1 Kulturverein der Israeliten in der.Schweiz (Dor-! sitzender Rechtsanwalt Guggenheim in Baden) hat für ' Fragen von internationaler Tragweite gemeinschaftliche Thä- *) Die neueste Nummer de» .Israelite' bringt eine Trmirede «an wise, «ple sie «»hl seit tausend Jahren nicht gehalten Ist. Sr hat eia« Mann mit der Wittwe seine» kinderlo» verstorbenen Bruder» getraut, und da» Ritual um einen neuen Spruch vermchrt. .Ich danke vir, hat er gesagt, daß da mich gewürdigt hast, da» Werkzeug z» sein, um durch dt» Thai einen Siedrauch für «bgejchafft zu erklSre», der u. f» ».* Of giebt »echt verschiedene Werkzeuge, zu gewissen tiugeu ist Hr. CB. ohne Zweifel ela sehr würdige» m» geeignete» vwtzeug. '** bjft VS .« t»S» dawaw.' ...... ft.;:-... ..»? ..