Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 28.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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284 JltoM. Di« „{Reform“ berichtet von Weiteren Zerwürfnissen in der Gemeind«. Gegen die Wahl von zwei Vorstehern ist Pvrtest erhob«, und di« Regierung hat die Wahlakten «ingefOTdert. — Anderer, harmloserer. Art ist ein Streit oder dester eine Strikt, welchen die bezahlten Minjan-Leute in» Werk gesetzt haben. Sie verlangen eine Erhöhung der bisher auf 12 M. für di« Woche angesetztm Zart. Stnttgart. Der Telegraph hat den Zeitungen den plötzüch erfolgten Tod de» Hofbankdirector«, Geheim. Hofr. Rudolf von «cwlla gemeldet. Der verstorbene erreichte ein Alter von 87 Jahr«, befaß vier Orden, war aber auch ohne diese sehr geachtet und achtbar, König und Königin haben der Familie ihre Thetlnahme auldrücken lasten. Frag. Wie di« „Wahrh." mitthetlt, wird in Prag und Umgegeid ein Misfion»1raeliitl«tn durch dt« Post an Juden versendet, welch«» fich mit den Worten «inleitet: „Der Schreiber diese» kvtefe» hatte «ine große Liebe für Gotte« au«erwählte» Volk Israel, — ihr Wohlergehen war fttne» Leben» Aufgabe. Der B'ief war kurz vor seinem Lode geschrtrben» mit der Absicht» ihn möglichst wett zu verbreiten, aber der Lob de« Schreiber» hat diese» verhindert. Sein« überlebende» Verwandten suchen hiermit sein« sehnlichste» Wunsch zu erfüllen." e« ertm ert die» in der That lebhaft an di« Geschüft«annoncm, welch« „wrgen Todesfall" u. dgl. einen schleunigen Lu«ver. kauf anlündigen. Mrog. vr. A. Stein, Rabb. an der Meiselsynagoge, wurde vinn k. k. LaudeSschulrach im Einvernehmen mit der Gemeindeve'tretung mit der Abhaltung der Prüfungen zur Feststellung de» Ealcul» für dir ZahreSzeugnisse der Eandidaten «nd Eardidatin« an den beiden deutschen Lehrerbildung»- an stallen interimistisch betraut. (Wahrh.) 1 Marto. Am 22 Juni wurde bei der Debatte über da» Militärgesetz iolgmde» Amendement durch den Bischof von Orleans «ingebrachi: „die Regelrment»haben den Militärpersonen Zeit und Dieustbefrttung zu gewähren, welch« zur Erfüllung der rrliglffen Pflicht«, an Sonntag« und Feiertagen der resp. Eulte, nöchig find". Auf die Einrede, daß auch der Sonnabend für di« Iudm nahmhast gemacht werdm müsse, erwiderte Dupanloup, daß di« von ihm vorgeschlagene Fafinug offenbar d« Sabbath der Iudm und dm Freitag der Muhamedaner mit umfasse. — Herr und Frau Bischoff-heim haben, wie schon berichtet wurde, zur Feier ihrer goldenen Hochzeit eine Arbrit»- schule für i»r. Mädch« zu gründm beschlossen. Sie haöm jetzt die Summe von 128,000 Dollar» in 7& amerikan. Papier« >azu angewiesm und da» Statut veröffentlicht. Die Schul« schließt fich einer im Jahre 1861 von demselben Ehepaar gegriindetm und mit ca. 46,000 Frank» jährlicher Rente auSgestatte!« Stiftung an. Die Capitali« der letzter« werdm von Amsteidam au» verwaltet, auch die neu« find dort deponirt. — S!abb. Löon Nordmann, ReügionSlehrer an mehrerm Schul« tt Pari» ist, nur 38 Jahr alt, gestorben. Ein von ihm veröffmtliches Werk: teitov olassiques äs la litt4rature hebralqne, liegt un» schon seit mehrerm Monaten zur Recmfion vor, und Hab« wir nun die traurige Pflicht, es demnächst r ach de» Berfaffer» Tode zur Besprechung zu bring«. — Irs Halövy hat für sein Werk: «»«ü ä'öpigraxdio ejpriote dcn Bolney-Preis von der Akademie die Inschrift« erhalten. (<?S ist die» nicht der im vor. Bl. erwähnte Preis.) (Arch. u. Un. Isr.) /»»do«. Bei der Bank von England wird a» l. März, Juni, Gept., Decemb. Ouartal-FondS-VUanz gemacht. Da der 1. Juni d. Z. auf Sonnabmd fiel, so hat da» Hau» Lout» Eohn k Sohn nebst mehreren ander« um Verschiebung auf ein« ander« Tag gebet«. Da» Bankgouvrmemmt» Hai geantwortet, es sei für diesmal unmöglich, diesem Wunsch« za entsprech«, da di« Liquidation schon zu weit vorgerückt sei, in Zukunft aber »erd«, wmn einer der fraglichen Erst« auf Smmabrnd falle, die Liquidatton auf d« 3. verschob« «erd«. (Iew. Ehr.) (Da» ist also bei der Bank von England, dem — so dünkt un» in uasercr Geschäft»- Unkmntniß — ersten Geldinstitute der Welt, möglich. Engliche Juden halt« auf ihr« Sabbath und auf di>r Ehre ihrer Religion und schützen beide. Zn Deutschland würl« dergleichm bei dem armseligstm Privat- Winkel-Bänkchen oder BörSchm weder gewährt noch gefordert werdm.) Mo». Dir „Uoite ctttollc*'' in Turin hatte au« Anlaß der Iudmverfolgung in Smyrna «in« Artikel gebracht, worin e» al» ganz positiv« Thatsachr hingestellt wird, daß di, Iudm ein Rind ermrrdet Hab«, und daß die» ja bet ihn« wie bekannt, Gesetz, rom Talmud vorgeschrieb« sei. Die von dem bekannt« Pater Hyacinth« herau» gegebme Aopörauo« ä« Rom« veröffentlichte darauf ein« Arttkel von Jos. Levt, Redakt. de» hinten J«r.", worin nachgrwiesm wird, daß mehrere Päpste, besonrer» Gregor IX. und Innocmz IV. jme Beschuldigung für verläumdung erklärt Hab«. Und siehe da/ — da» »ltramontane Blatt b«gt sich der Autorttät (die also doch auch einmal ih,' Gute» hat) und erklärt: Dt« Blutb«- schuldigung ist eine verläumdung und «» steht darüber im Talmud nicht»!" (Arch. Isr.) Mo». Di« Israelit« der Stadt Hab« in der Synagoge da» verfaflungSfest feierlichst begangen. (Sie Hab« wohl Grund zur Freud« I) Unter and«« wurde ein hebrätfcher, vom Stabb. Foruari verfaßte: Gesang vorgetrag«. (Zourn. de Rome.) Mizza. Die (auch von un» in der Ltt. Beil. Nr. 8 gebrachte) Nachricht, d>»ß Rothschild di« Avigdor'sch« hebräische Bibliothek gekauft und der All. Isr. Un. geschenkt habe» wird dahin berichtigt, daß Hrrr Aoigdor selbst da» fraglich« Geschmk gemacht hat und von verkauf kein« Rede gewesen ist. (Das.) Aoffo. „Arch. ,Z»r." veröffmtllch« ein« Brief von Eh. N. (etter) über schauderhaft« Behandlung, welche dem vor Jahr und Tag mehr^manntm Beer Eohn au» Iafet von Snt« seiner Gegner zu Theil gewordm sei. E» ist ein Stück gleich dm im tfegale Temirin erzählt« —. Wir nehmen Anstand weiter darüber zu bericht«. Wart« wir etwaige Widerlegung ab. Merfle«. D« Indisch« Post« zufolge Hab« fich die Hoffnung« auf eine Me Ernte am Perstch« Golf erfüllt und Getreide ist gegenwärtig auf verhältnißmäßig niedrige Preise herabgesunk«. Im Innern jedoch find die Verhältnisse noch kläglich. In Teheran und I»pahan leidet die Bwölkerung noch stark an der H«nger»noth. Feuilleton. 2» eine« postwazen. Erzthlmign^ oon M. Eoldschmidt. (K-rchtzung). „Da rief Elias: ,,-varf ich mit chm ein« versuch mach«?, „Der Herrgott gab die Erlaudniß und deutete auf da» Haus de» Mannes. E» war eines der anschnlichstm in der Stadt, und in der Stube war man ebm an di« Stell« der