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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 26. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 26.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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8?ermisch1e und neueste Nachrichten. B«»1ße« o.2. Herr Dr. med. Richter von hier hat diese Tilge nachträglich das eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten. MLttche», Juni. Dieser Tag ist die Samuilung von Spenden sür die nothleidenden Juden in Persien abgeschlossen und das Verzeichuiß derselben ausgegeben worden. Die Gesammtsr nime beträgt .1820 fl. 16 kr. Ans Mayer«. Der Rabbiner Ehrlich au« Lchopstoch, welcher die Lub ention der gering besoldeten Rabbiner an« Staatsrntteln angeregt hat, ff. Nr. 20.) hat leider den endlichen günstigen Erfolg seines Strebens nicht mehr erlebt, er ist End,: April zur Ruhr gegangen. 7. Juni. Herr vr. Wilhelm Eahn von hier, der erst: deutsche Jude, welcher einen höhen, diplomatischen Posten bekleidet — er ist Kgl. Bayrischer Legationsrath bei der deu scheu Gesandschaft in Paris — hat von Sr. Majestät, dem Kaiser von Rußland, den Annen-Orden erhalten. (Zsr.) Metz. Der Reichskanzler hat im Budget für 1872 die Besoldungen der Geistlichkeit der verschiedenen Eulte erheblich erhöht.*)' Die 1 Großrabbiner erhalten 0000 Frcs. (statt .'(000;) 40 Rabbinen 2200 (statt 1800;) 4:0 Borbeter 1500 Irres, s tatt 900.) (Arch. Zsr.) Dien. 17 Juni. (Ein Sänger-Strikt.) Eine ernstheitere Scene spielte sich gestern Vormittag im Vorstandzimmrr des israelitischen Tempels der Innern Stadt ab. Es war der Gagewc iür den Tempelchor, und die Herren Chorknaben vulgo Ehorbuben erklärten plötzlich, mit ihrem Honorar nicht zufrieden zu sein; ein Alttst als Wortführer setzte dem auszahlenden Vorsteher haarklein auseinander, daß er, sowie seine College» unter der herrschenden Wohnungsnoth und angesichts der mit der Weltausstellung zu erwartenden Theuerung sich nicht mit fünf Gulden monatlich begnügen können. Sie müßten niindrstkns 7 st. monatlich bekommen, sonst — Strikt und zwar augenblicklich Sinke. Der Herr Zunge brachte dies alles mit solchem Ernste vor und die Gesichter der übrigen Herren Zungen zeigten solche Entschiedenheit, daß an eine Transaction nicht zu denken Zudem sollte in der nächsten Viertelstunde eine Trauung beginnen und da konnte man doch die Ehorbuben nicht entbehren. Ter Vorstand fügte sich in's Unvermeidliche Zeder der Zuckunits-Sulzer erhielt sei ir 7 st. auf di« Hand und jubelnd fuhren die Ehorbuben in die Kutten. Ein Rester ihrer Freude tönte iwch in den Hochzeitsgesängen nach, in welchen sie gleich darauf hre Stimmen enönrn ließen, denn diese klangen hell und .em wie noch selten zuvor. Mtst. Am 4. Juni ist Rabb. Pollak, festlich in Weitzrn begrüßt, hier eingetrosien. Anrede des Rabb. Dr. Kohn und Gegenrede des Reueintreienden waren höchst würdig gehalten. Maris. Aus den Berichten der französischen Blätter über bi«: tsteneral-Versammlung der All. Z. U. von 12. Mai tragen wir zu dem bereits in unserm Blatte gegebenen Referate nach, daß der anwesende Rabb. Astruc aus Brüsiel initthcilie, ein Ungenannter habe ihm 100,000 Frcs. zur Erziehung russischer jüd. Weisen offerirt; ferner daß die Zahl der Mitglieder 13,370, die Einnahmen 1869/70 ca. 100000 Frcs., 1870/71 ca. 58000 Frcs, die Ausgaben in diesen Zähren 91000 und 54000 Frcs. betrugen. •) IZir erhallen soeben »ine ausführlichere Zuian>menüellnng. Tem f Herrn Wirt. »erb. Dank. Zin nächsten Blatte. Red. | Mari». Die All. Zsr. Univ. hat ihre bisherigen Beziehungen zu dem „Synodalblatt" und dessen Redakteur, welcher die deutsche Ausgabe der Zahresberichte besorgte und versendete, abgebrochen, veil eS Übel vermerkt worden war, daß das genannte Blatt den Sendungen beigelegt war. — Zos. Halövr, der Afrikareisende und Sammler himjarilischen Anschriften, hat von der Acad. de» Inscr. den Preis Bordin für 1871 mit 2500 Frcs. erhalten. (Arch. Zsr.) M«ika»b. Pros. G. Z. Ascoli (Zsraelit) ist zum Ritter des Ordendel Merito (’ivile ernannt worden, eine Auszeichnung, die recht gewürdigt wird, wenn man erfährt, daß diese,' Orden nur 60 Ritter zählen darf; auch ist mit demselben ein Zatrgehalt von 600'— 1000 Lire verbunden. lEduc. Zsr.) Mo«. Auch in der italienische» Kammer ist die Angelegenheit der ,-umänischt» Inden zur Sprache gebracht worden und zwar nicht durch eines der Israel. Mitglieder, sondern durch den Deputirten Macchi. Derselbe sprach von der Entrüstung der civilisirten Welt über die Schandlhaten und fragte an, ob das Ministerium von der englische» Regierung zu gemeinsamen Schritten aufgefordert sei, und ob es etwas zu thu» gedenke. „Es cheint mir, sagt er zum Schlüsse, daß es künftig Zeit ist, daß die Lehre von der Solidarität der Völker kein eitles Wort ist". Hierauf antwortete der Mnister des Ausivärtigen: „Die Mittheilung, von welcher der ehrenwerthe Deputirtc Malchi soeben sprach, ist von der englischen Regierung an die italienische gemacht worden, und wir haben sie bereittvilligst entgegengenommen Zn Wirklichkeit war es uicht unumgänglich nolhwendig unserem Vertreter in Bukarest neue Znstructionen einzuschickcn, weil er schon bei mehr als einer Gelegenheit bleibende Znstructionen erhalten hat, bei jeder Gelegenheit z» Gunsten der Eiollisation und der religiösen Toleranz bei einer Frage einzuschreiten, welche den Vorurtheilen und dem Fanatismus des Volkes hat. Zedoch beim Empfange der Mittheilungen der englischen Regierung habe ich unserem Agenten in Bukarest erpresse Znstructionen gesandt, damit er sich allen Schritten anschließe, ivelche mit dem englischen Gesandten zusammen zur Förderung des menschenfreundlichen Zweckes berathen würden, der dem verehrten Dcputirten mit Recht sc am Herzen liegt. — (Frankreich allein unter den civilisirten Staaten ist in dieser Sache der Hu nanität zurückgeblieben. Red.) Mell, >9Zuni. Der U»g. Lloyd schreibt: „Eine Anregung der englischen Regier, ng zu einem gemeinsamen und identischen Schritte der Pariser BertragSmächte in Bukarest, um endlich den rumämischc» Zudenhetzen ei» Ziel zu setzen, wurde von Wien aus sofort mir den« Ausdruck der vollen Bereitwilligkeit beantwort«, sich jedem Schritte und mit aller Energie zugesellen zu wollen, der in der angcdenteien Richtung beliebt werden möchte; vorausgesetzt aber, daß man sich im Voraus entschließen würde, es eventuell "xi einer bloßen Mahnung, die sich seither als vollständig fruchtlns erwiesen habe, nicht bewenden zu lassen, sondrrn diejer Mahnung nöthigenfallseinen unmittelbar zwingenden Hintergrund zu geden. Falls der noch nicht beendete schriftliche Gedankenaustausch z> mündlichen Verhandlungen Anlaß geben sollte, so würden dies'elben nach dem Vorschläge England in London geführt werden". S««r«a. Der Ortausschuß der Allg. Zsr. Verbr. hieselbst sowie die Vertreter deiisr. Gemeinde sprechen in der „N. fr. Pr." dem Unterstützungs-Eomitö in Wien und dem östr. General Konsul ihren Dank aus, Letzterem besonders dafür, daß er „die ganze Gemeinde, welche bestinimt war, das Sühnopfer der schwärzesten Verleumdung und «in:r im neunzehnten Zahrhnndert unerhörten blutdürstigen Barbartl',tz werden, vertheidigt und beschützt hat."

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