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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 25. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 25.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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199 i rinct jährlichm Beitragevon mindestendrei Thalern auf drei Zähre verpflichten." Wir bitten Euch, durch Euren zahlreichen Beitritt dem Bunde die materiellen Mittel zur Verwirklichung seiner gemeinnützigen Bestrebungen zu sichern und zu diesem Zwecke die untenstehend« Cubscription-liste zu benützen. Die Namen der Privatpersonen, die auf diese Weise den Gemeindebund fördern, werden in regelmäßigen Zwischenräumen durch den Druck bekannt gemacht und bei Zeichnungen die den Minimalbeitrag von drei Thalern übersteigen die Ziffer de- Beitragbesoilder-erwähnt werden, ebenso brsondereSchenkungen". Okfterreich. Mle». (Blinden-Jnstitut.) Das ZnstitutSgebäude ist nahezu vollendet und wird im October d. Z. eröffnet werden. Dem Curatorium liegen bereitzahlreiche Gesuche um Aufnahme vor, doch können trotz debedeutenden Kapitale- — 63,930 fl., 100 Ducaten und 27 Thlr. baar, 29,150 Obligationen und 5366 fl. ZahteSrenten — bei dem großen und kostspieligen Apparate, deffen ein Blinden-Znstitut bedarf, biS nun höchsten- 20 Zöglinge Aufnahme finden, während dir Einrichtung für deren 50 getroffen und die Zahl der stattstisch nachgewiesenen Blinden in Oesterreich 24,000 ist, darunter an 1200 Israeliten. ES wird demnach, um die Wohlthat der Erziehung und des Unterrichtes möglichst Bielen zu Theil werden lasten zu können, noch weiteren großmüthigen Spenden entgcgensehen. Bon mehreren Damen sind dem Institut kostbare Vorhänge für die Bundeslade, Torahüllrn, Decken und Cilbergeräthr gespendet worden. H^rag, 3. Juni. (Czechische Juden Hetze.) Daß die Slaveu zu ihrer großen Bestimmung, Schöpfer einer neuen Cultur-Epoche zu sein, sich ganz besonders eignen, will bekanntlich Lollar aus dem Umstande herleiten, daß die Slaven große Toleranz und Universalität besäßen, die Juden z. 'B. nirgends häufiger als bei ihnen zu finden seien u. s. w. Hierzu folgende Illustratton: In Brzezi bei Prag hat sich vor Jahren ein Jude niedergelassen, er kaufte dort ein Häuschen und Felder und führt seine Ackrrwirthschaft gleich einem anderen Bauer. Aber wie es zu Ostern kommt, muß er Haus und Hof gut verwahren, weil die Ortsleute mit Steinen und Knitteln ihre Visite machen, des Ehristenblutes wegen, das ja um diese Zeit in den Häusern der Juden vergasten werde. Zu dm heurigen Ostem waren in der Gemeinde gegen das Iudmhaus energischere Maßregeln als sonst im Zuge, das Bezirksgericht smdete daher einen Gendarmen inS Dorf, der alsbald sich anzustrengm hatte, um Fenster und Thürm gegen dm herandringmdm Haufm zu schützen; da er dabei eine Verhaftung oomahm, wurde der Tumult pm so ärger, Fmster und Thürm wurden eingeschlagen und der Verhaftete frei gemacht. Der Gerichtshof verurtheilte dir Angeklagten zu 8—14 Tagen Arrest. Welttz. Hier besteht eine israelittsche vierclassige Pri vat-Bolksschule, an welcher zwei israelitische und zwei christliche Lehrer wirken. Biele israelitische Kinder besuchen die mangelischen Schulen. Ob die für die israelitische Volksschule von der Gemeind« und der Stadtcommune aufgewendeten nicht geringm Mittel im richtigen Berhältniffe zu den Endresultaten stehm, ist eine für jrdm Unbefangenen leicht zu bmnwortmde Frage. Die Ansicht vieler Israeliten geht dahin, es sei in allen Beziehungen bester, die israelitische Volksschule als solche aufzuheben, höchstms eine tüchttg» Religionsschule | zu erhalten, sonst aber die jüdischm Kinder an dem Unterrichte in den öffentlichen katholische» oder in der evangelischen Privatschule theilnrhmen zu lasten. (Dieselben Berhältniffe, wir in Altona; wir werden demnächst zur Klärung der verworrenm Ansichten über diesen wichtigen Gegenstand, Elementar- oder Religionsschule, einen Leitartikel bringen, und wamen vor übereilten Beschlüssen. Dänemark. Eopeusage». (Or.-Corr. Schluß.) 4. Die Gevatter Ehevra. Diese im Jahre 1810 errichtete Gesellschaft verdient unter den wohlthätigen Vereinen besonderhervorgrhoben zu werden, denn nicht allein, daß sie arme Wöchnerinnen mit einer Unterstützung bi- 50 R. Thlr. zu Hülfe kommt und außerdem bei Geburt eine- Knaben auf eigne Kosten eine feierliche nb’ö ms n*TWD, wobei ein Mitglied der Gesellschaft als Gmatter fungirt, (der nach Belieben der Eltern Gevatlerzeug und Geld bringt) veranstaltet, erlaubm die reichen Mittel auch, daß bei besonderen Gelegenheiten (wie oben bei der Krankenpflegegesellschaft erwähnt) auch größer« Gaben von der an- 3 Personen bestehenden Direction anonym überreicht werden können — Die von der Gesellschaft in den ms aufgenommenen Knaben erhalten noch zur Bar Mizwa, eine vollständige K^idung nebst Gebetbuch und Chumesch. Der Beitrag ist sehn gering, jährlich nur 1 Thaler dänisch, und nach der Reihe werden die Mitglieder zum Bris eingeladen und als p*T3D gerufen. Die Gesellschaft besitzt ein Legatcapital von über 10,000 Thaler dän., und übt unter Vorsitz deS Herm I. Ph. Dessauer eine höchst segensreiche Wirksamkeit aus. 5. Die jüdisch« Religionsschult, im Jahre 1853 /richtet, auch eine private Institution, die ihrm Schülern in dm Nachmittagsstunden (außer der eigentlichen Schulzeit) und Sonntagoormittags im Hebräischlesen und Urbersetzen sowie Grammatik auch in biblischer Geschichte und religiöser Kmntniß unterrichtet. Da hier keine jüdische Real- oder Talmud-Tora- Schule existirr, (wohl aber 2 mit sehr reichen Mitteln versehene Gemeinde-Freischulm für Armenkindrr, „die mosaische Knabrnkreischule" und die „Carolineschule" für Mädchen) so ist durch Entstehung der Religionsschule ein großes Gut errungm, indem es öfter den bemittelten Eltern schwer fiel, paffende Lehrer im Hebräischen und Religionsunterricht für ihre Kinder zu finden; in der Religionsschule erhalten jetzt Kinder beiderlei Geschlechts (3 — 4 Stunden wöchentlich) jedoch getrennt für eine monatliche Zahlung von */» Thaler pr. C. und tritt bei mehreren Schülern Ermäßigung ein. Die jetzige Schülerzahl ist 80. Die Schule profitirt auch von jährlichen Anträgen mehrerer Gründer, besitzt außerdem einen eisernen Fonds von über 2000 Thaler pr. Crt. und bezieht noch Einnahme durch dm Verlag der'dänischen biblischen Geschichte und des Gebetbuchs mit dänischer Uebersetzuug (beide durch Wohlwollen unseres Oberrabbiners). Jährlich begeht die Schule ein feierliches Examen, mit dem Redm, Gesang und Prämienaustheilung verbunden sind. Die 'Direktion der Schüler besteht aus 7 Personm und nach den Gesetzen der Schule geschiehi die nöthige Aufsicht von unserem würdigen Oberrabbinrr Herr Prof. Wolff, der immer sein besonderer Interesse für die Schüler gezeigt und dem sie auch Bieles zu verdanken hat. Die Direction und Mitglieder der Schule haben doch nur einen geringen Theil ihrer DankbarkeitS-SchuH bezahlt, indem sie ihn vor mehreren Jahren einstimmig zum ersten Ehrenmitglied der Schule beliefen, uni»

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