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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 25. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 25.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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197 i mtrb ti nicht bedürfen, um jeden Menschenfreund |u euer Gabe nach »rüsten zu bewegen -Berlin, im Mai 1872. Da« Somit«. Br. verthold Auerbach. Jultu» Bleichender. Meyer Sahn Sommerzienrach, Herrmann B. H. Soldschmidt. Wilhelm Herz, vr. Kristeller Sommerzienrath. Sanitiilrath. Prosestor l)r. M. Lazaru». Michael Levinstein. B. Liebermann S>eh. Sommerzienrath Meyer Viagnu», vr. V. Neumann, vr. H. B. Oppenheim Stadtralh. SanitStbrarh. Ferdinand Reichenheim. V. Weigert, «ommerziemaih- Beigelegt ist «ine Broschüre „die Judenverfolgungen in Rumänien", von H. B. Oppenheim, deren erster Theil be» reU« in Lindau'« „Gegenwart" Nr. 14. erschienen war und die Vorgänge bi« zum März d. I. bespricht. Oppenheim verlangt, daß die Commune» in Rumänien, wie die preußisch« Gesetzgebung es vorschreibt, für den Schaden, welchen Erneuten den Einzelnen zufügen, verantwortlich gemacht werden. Ein zweiter Theil bespricht die neuesten Ereignisse und kommt zu folgendem Schluß. „Fassen wir alle Momente dieser verwickelten Angelegenheit zusammen, so kommen wir zu dem Ergebniß, daß auch hier romanische Entartung und slavische Zntrigne der staatlichen Sittlichkeit feindlich in den Weg tteten. Auch auf diesem Feld« sind germanische Recht-principien durchzusetzen. Die Frage ist, ob der neue Staat an der unteren Donau sein Existenzrecht beweism oder verwirken wird. Ich glaube da« Letztere. Wenn da« rumänische Volk in seiner Selbstständigkeit unter da« Niveau der öffentlichen Sittlichkeit herabsinkt, welche« selbst die Türkei herzustellen w>iß, so kann e« möglicherweise statt in die Türkei, wohl in Rußland aufgehen, — aber selbstständig bleiben kann e« nicht. Die europäische Diplomatie hat sich dies« Frage zu stellen und zu beantworten. „Da« ist wahrlich keine bloß« Zudrnfrage. Immerhin haben die jüdischen Bürger deö vorgeschritteneren Staaten vor Anderen die Aufgabe, sich ihrer bedrängten Stamme«genossen thatkriftig anzunrhmen und, was ihnen an Einfluß und Einsicht zu Gebote steht, für die zu verwenden, welche ihnen da« Spiegelbild ihrer eigenen mittelalterlichen Vergangenheit zurückwersen." Unsrerseits noch ein Wort der Empfehlung und der Ermunterung zu Geldsammlungen, der einzigen Hülfe, die wir bringen können, hinzuzufügen, ist gewiß überflüssig. » » Von Sir Francis Goldsmit empfingen wir ein Schreiben, welche« in Uebersehung also lautet: St. John'« Lodge, Regent» Park. London May 27. 1872. Sie kennen ohne Zweifel die Verfolgungen, denen die Juden in den rumänischen Donaufürstenthümern seit einer Reihe von Jahren auSgesetzt sind, und welche Sie in der beiliegende Broschüre*) wie auch in dem Abdruck der von Sir Fr. Goldsmit und Mr. Serjeont am 19. v. M. im Unterhause gehaltenm Reden erzählt finden. Die Richttgkeit der in den erwähnten Anlagen gemachten Angaben wurde an demselben Abend von dem Unterstaat-seeretair de« Auswärttgen, •) Sin« solch« lag nicht b«i, fsnbmt nur «in »ollstLndiger Abdruck der Partainent«reden in gleich «etter ermähnter Sitzung. Wir haben übe» diese In Nr. 20 berichtet. Lord Enfield, zugrstanden, und mehrere Mitglieder von verschiedenen politischen Parteien gaben ihrer Zustimmung AuSdi-uck. Bewegt durch da« Elend unsrer rumänischen Brüder hat der Board of Delegate« der amerikanischen Israeliten im vorigen Jahre den Präsidenten der ver. Staaten dahin vermocht, die Stelle eine« General Sonsul« in Rumänien einem wohlgeeigneten und eifrigen Glaubensgenossen. dem Herrn B. F. Peixotto zu übertragen» in der Hoffnung, daß er in, Stande sein werde, den unglücklichen Israeliten in den Fürstenthümern zu nützen. Herr Peixotto genießt da« vollste vertruuen der amerikanischen Juden und unsre« Somit««. Sein persönlicher Einfluß, seine diplomatische Stellung und die an Ort und Stell« erworbene »enntniß sind der Sache der unterdrückten Juden in dem Lande, bei dem er accreditirl ist, bereit« sehr nützlich gewesen und werden e« hoffentlich ferner sein. Mit dem Amte ist keine Besoldung verbunden, die Eonsular-Gebühren sind fast nur nominell, und die Ausgaben de« anerkannten Vertreter« der jüdischen Interessen und Repräsentanten*) der Israeliten de« Westen« ungewöhnlich schwer. Die Israeliten der ver. Staaten, auf deren Anlaß Herr Peixotto abgesendet wurde, haben zu den »osten seiner Mission die Summe von 10000 Dollars jährlich gezeichntt. Den Nutzen der Bemühungen des Herrn Peixotto trat besonder« während der jüngsten Exceffe im rumänischen Bissarabien zu Tage, da diese, ohne seine unablässigen und theilweise erfolgreichen Anstrengungen, sich wahrscheinlich über einen weiteren Raum er streckt und einen noch schrecklicheren Charakter angenommen haben würden. 1 Unter diesen Umständen hat der Board of Deleg>»tes (Anlage A.) die Anglo-Iewish Association (Anl. 8.) eiigeladen, mit ihm dahin zu wirken, daß Herr Peixotto in der Erfüllung seiner wichtigen Function unterstützt und mit weit:ren Geldmitteln zur Erledigung seiner nützlichen und I» der 2 hat nothwendigen Aufgabe versehen werde. ' Das Somit« hat auf Ansuchen de« Rathes der Anglo- Iewish Association diese« Schreiben in Erwägung gezogen und, in Hinblick auf die wichtige in Rumänien zu erfüllende Aufgabe, einerseits den stets wiederkehrenden Verfolgungen durch Vorstellungen bei den Garantiemächten und bei der Rumänischen Regierung ein Ende zu machen, andrerseits die Maffe der rum. Juden durch Förderung der Erziehung und anderweitige moralische und intelleciuelle Hebung derselben aufzurichten — e« für wünschenswerth erachtet, eine unabhängige, die ganze Genossenschaft der englischen Juden vertretende Körperschaft zu gründen. So wurde da« Rumänische Somit« gebildet und beauftragt, zu diesem Zwecke alle hervorragenden jüdischen Corporationen in Europa und Amerika zur Mitwirkung einzuladen. ( Die« Somit« hat Sir. Franci« Goldsmit Bat. M. P. zum Vorsitzenden, vr. Benisch zum zeitweiligen Vice-Präsideiiten und Mr. Elli«, A. Franklin von der Firma Samuel, Montague k So., London, zum Schatzmeister erwählt. E« hat sich ferner mit Herrn Peixotto in Verbindung gesetzt und sich von ihm über die Bedürfniff« der Juden in Rumänien Auskunft verschafft. — Aber um diese Dinge in« Werk zu setzen, sind Fond« erforderlich, und da da» Unternehmen di« jüdische Sk- *)!6tattb«l Worte« rrprentlon stand ursprünglich almonn-, (Almosenfpmbtt) die« durchstrichenr Wort ist jedoch auch ganz »restend; ti Uißt sich ja denken, mit die armen Juden in NumLnien Herr P. al« den Besitzer und Spender der Staden ganz J»raei» betrachten. (tzktt>)

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