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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 24. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 24.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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u leisten vermögen." (Der Fernstehende hat in der Sache selbst kein Urtheil, denkt aber bei Viesen sobald nach dem Hintritte de« sel. Ettlinger auSbrechenden Streitigkeiten an den alten Satz v> *rm p pT» »er) Oesterreich. E-L de« ftldtiche» Mähre», 2. Zum. Lassen Sir mich noch »nt« festum wieder einmal eine kleine Umschau halten in den umliegenden Gemeinden; bisher lag nichts nur einigermaßen Bedeutendes vor. Heute habe ich in der Gemeind« Eibenschütz den schon einmal leise angedeuteten, nun aber vollends bereüö erfolgten Bruch zwischen Gemeinde und Rabbiner zu verzeichnen. Di»Gemeinde will ihrem Rabbiner, der Rabbiner dieser mit der Kündigung zuvorgekommen sein; ein edler Wettstreit, der unS daS Berhültniß, daS schon srtt langer Zett zwischcn beiden Theilen vorherrscht, deutlich genug illustrirt. Eingeweihte wollen wissen, daß der vor 2—3 Wochen vacant gewordene Rabbinerposten in Lundenburg obigem Herrn Vorbehalten ist. Zn Lundenburg starb nämlich vor kurzer Zeit der kauni seinem ganzen 5 Zeilen langen Tite! nach bekannt gewesene Rabbiner l)r. Müller, dessen Titel ich Ihnen genau nach dem auSgegebenen Partezettel wiedergebe: vr. N. Sl. Ritter v. Müller. Doklor der Philosophie und der freien Künste, Ritter der kSniglich italienische» O. Mauriliu«- und Sazaru»-Orden», Inhaber der k. k. Sperr, goldenen Medaille für Wissenschaft und Kunst, Inhaber der Hohenzollrrschen goldenen Mckaille den« meronti, Mitglied der »kademie der Wissenschaften zu Pari», Mitglied der SaviStS ä' Läueatiou zu Lyon und der deutsch-morgenländischen Grseüschaft zu Halle und Leipzig. Bon den eingeladenen Rabbinern hatte sich zur Beerdigung keiner eingefunden. Und so wären wir die Ersten, die ihm ein« Nachruf widmen. Zn Lund«nburg kann übrigen» ein Rabbiner bei einer so reichen und ansehnlichen Gemeinde viel leisten, wenn er eben will. Bon Lundenburg ist kein weiter Sprung nach NikolSburg, da» wir unS alS 2'2N fllNA zuletzt gelassen haben. Da haben wir nun namentlich in Bezug auf mehrere einschlägige Nottzen in den frühem Nummern diese» Blattes zu bemerkm, daß die jüdischen Schüler de» dortigen Gymnasiums an Feiertagen in die Bormittagsstunden von 9—10 manchmal, von 10—11 stets vom Unterichte dispensirt find, um in ersterem Falle sogar der Predigt in letzterem dem Gottesdienst« beiwohnen zu können; und in N. wird das Gymnasium vom geistlichen Piaristen-Orden geleitet. Am Sabbath, wo der von 10—11 abgehaltene Unterricht die Schüler de» Gymnasiums am Besuche de» öffentlichen Gottesdienstes hindert, könnm sie einem separaten vom dorttgrn RrligionSlehrer vr. M. EiSler zu diesem Zwecke eingerichteten von */,l2 Uhr an beginnenden beiwohnen. An der Sammlung für die nothleidmdm Perser hat sich R. in seinem bewährtm WohlchitigkeitSsinn lebhaft betheiligt. — Zum Schluffe mag nur noch da» Kuriosum erwähnt sein, daß in besagter Stadt erst in den letzten Feiertagen mit großem Pomp und Eclat ein 12N ernannt wurde. Die Sache an und für sich wäre eben nicht so bemerkrnSwerth, wenn e» immer di« Bedeutendsten, und Unterrichtetsten wären, dt« nach solchem Titel strebten. Aber die Herren 0*3T erhalten für die Titelverleihung 10 fl. «. W. Dieß der einzige Grund, den man dem dortigen Herrn.Rabbiner vr. Feuchtwang entgegenhielt» alS er gegen den Unfug eiferte. Nun mag e» ihm» weiter wohl bekommen! Kzer»o»ih. Bereit» vor etwa 4 Wochen berichteten Telegraphen und Zeitungen von gewalttgen» ja „bluttgen" Exceffen zwischen den hiesigen Zsraeltten orthodoxer und reformistischer (?) Richtung. Wir baden den offenbar „aufgepufften" Eensattonsberichten keinen Raum gegeben, denn unsere Leser haben wohl nicht Wohlgefallen daran zu hören „wenn hinten fern an der Türkei die Juden auf einander schlagen". Die „Wahrheit" bringt nun einen ausführlichen Bericht, aus wtlchem heroorgeht, daß noch da» vorige Ministerium eine Trennung der Gemeinde zu Cz. bewilligt hat. Zn Betreff der nun streftigen Punkte, d. h. wohl Besttzobjecte, ist einstweilen Ausrechthaltung deS status quo angeordnet ES heißt bann weiter: „Der LandeSrabbiner.vr. L. Igel hat energisch die Störung diese» statu» quo dadurch verhindert, daß er den aus einer obscuren Gemeinde Galiziens hierher berufenen Rabbiner der Orthodoxen die für den 11. Mai in der Hauptsynagage beabsichtigt gewesene Predigt nicht abhalten ließ. Doch hatte e» der Herr Landrabbiner nicht wehren können, daß ein hiesiger Wtnkelschreiber am Peßachfeste die Kanzel bestieg, nm dort gegen eine zur Versöhnung mahnende Predigt de» Herrr Landrabbiners in rohester Weise zu polemistren, er hatte es nicht wehren können, daß dasselbe Individuum den Lorbeter von seinem Platze verdrängte, nachdem dieser Borbeter beim Umgang mit der Thora von den Frommen durch Rippenstöße mißhandelt worden war. Sieht map den SecesstonSbestrebungen auf den Grund, so findet man kein« andere Ursache als persönlichen Ehrgeiz Einzelner, die ein Ehrenämtchen, Eigennutz Anderer, die ein fetteS Aemtchen erlangen wollen." Vermischte und neueste Nachrichten. i Kaie a./S. Die Repräsentanten der hiesigen Gemeinde haben die Vorlage d«S Borstandes wegen Beitritts zum Gemeindetag, bis auf Weiteres abgelehnt. Ner»i«rg. In der hiesigen Gemeinde hatte man jüngst versuchsweise den dreijährigen CycluS für die Thoravorlefring eingeführt. Statutenmäßig mußte hierauf die Gemeinde über diese Neuerung befragt werden. Bei der Abstimmung ergab sich eine sehr große Majorttät für Beibehaltung dealten einjährigen CycluS, zu dem man nunmehr denn auch wieder zurückgekehrt ist. Wenn wir nicht irren, war in B. schon vor Zähren einmal der versuch mit dieser Abänderung gemacht worden, der auch damals nicht geglückt war. Aßka». Wie sehr der Geist deS ForffchritteS und der Aufklärung allgemach zur Herrschaft gelangt, bekundete der hies. Gemeinderath in seiner am Mittwoch den 29. v. M. ibgehaltenen AuSschußsthung, in welcher zum erstenmale an einer der dorttgen Communal-BolkSschulen ein Lehrer israelittsiher Confessio» angestellt wurde. Jßiea. Zu dem im vor. Blatte enthaftene Berichte über die in der BorstandSfitzung angeregte Bildung eine- Vereins zur Berttetung jüd. Zntereffen ttagen wie noch die Notiz nach, daß Bar. Mor. v. Königswarten alSbald 10,000 fl. zum Etammcapital und 1500 fl. zur soforttgen Bertheilung gespendet hat, Ritter v> Popper 5000 fl., und so wurden noch mehrere namhafte Betträge angemeldet. 2. Zuni. Einen kleinen Schritt nach vorwärts hätte ich heut« zu verzeichnen. Porige Woche wurde

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