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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 24. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 24.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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ISO 7. Realschulm II. Ordn. „ „ 2607 216 666 8. deren Vorschulen „ „ 885 37 282 9. Höher« z.Abgangszeugn. berechtigte Vorschulen „ 6377 1371 540 10. der« Dorschulm „ „ 2097 256 113 11. Desgleichen nicht berecht. „ ff 1222 229 126 12. der« Vorschulen „ ff 97 27 4 nrit in dieser Uebersicht in einzelnen Kategorien von Schulen di« Zahl der Juden die der Katholiken in Summa übersteigt, so ist die« auch in einzelnen Provinzen in noch stärkerem Maaße bei allen Schulgattungen der Fall. So beträgt die Zahl in den Gymnasien in Brandenburg 199 kaih. 1127 jüdisch, in Pommern 28 kath- 329 jüdisch, in Realschulen in Brandenburg 39 kath. 409 jüdisch, in Pommern 9 kath. 46 jüdisch u. s. w. JtauUtfart a. M. Ende Mai. Dem am 29. August 1870 verstorbenen Lazar Geiger hat seine Baterstadt eine Ehre erwiesen» wie sie größer und edler kaum gedacht werden kann. Seine Lüste ist in der Stadtbibliothek, gegenüber der des größten Sohne« der Stadl, Goethe'«, aufgestellt worden. Die „Didaskalia" schreibt darüber: „Es war eine erhebende Feier, welche dir Freund« und Verehrer Lazarus Geiger« am 21. d. in der ehrwürdigen Halle der Stadtbibliothek vereinigte. Geiger liebte seine Baterstadt so tief und leidenschaftlich, wie es uns von den Weisen, den Dichtern und Helden des Alterthums erzählt wird, und könnte man ihn fragen — kein Kranz würde ihm willkommener sein, als der, welchen die Liebe und Verehrung seiner Mitbürger auf sein Grab legte. Ernste, feierliche Klänge deS Harmoniums begrüßten die zahlreich Erschienenen, welche der Enthüllung der Büste des ausgezeichneten Mannes entgegen sahen. Dieselbe steht unter grauen Denkmälern des ihm so vertrauten ägyptischen Alterthums, der Statue d«S größten Sohnes dieser Stadt, Göthe's gegenüber. Der tiefe, seelenvclle Blick, die durchgeistigten, von strengen, unablässigm Studien, frühdurchfurchten Züge des Denker« und Gelehrten sind von der Hand unsere« Schierholz in dem herrlichsten carrarischen Marmor festgehaltm. Die Büste rnht auf einem gelben, äußerst schönen Marmorsockel, der in wundervoller Weise gegliedert ist. Ein Fries von Lorbeerzweigen in vergoldeter Bronce, an den vier Ecken, mit flatternden Blättern zusammmgeknüpft, zieht sich um den oberen Theil desselben. Darunter zeigt auf der Vorderseite eine geschmackvoll gearbeitet« vergoldete Broncetafel die Inschrift: „Ursprung und Entwicklung der menschlichen Vernunft', bekanntlich das Hauptwerk d«S Bersto>'benen. Auf der Rückseite sind in den Stein die Worte tingehauen: Lazar Geiger grb. zu Frankfurt a. M. den 21. Mai 1828, grft. den 29. August 1870. Die Schlußworte der bei der Feier gehaltenen Red« lauteten: „Und wenn Jahre oder Jahrhunderte vergehen, und wieder Einer kommt, ein Liebling der Natur, wie Du, dem fie ihre ganze Schönheit enthüllt, dem aber da- Glück gewogener alS Dir, vergönnt, seine Bahn bi« an'« Ende zu durchlaufen, noch spät wird er zu Deinem Bild« hintreten und hier seinen Kranz niederlegen." Wir wollen noch beiläufig bemerken, daß in den bei der Gelegenheit erschienenen Berichten rc mehrfach als die größten Sprachforscher der Zeit (mit Hinblick auf ihr Urtheil über Laz. Geiger) Steiuthal, Benfey und vacmeister genannt worden find. Die beiden ersten find wie Geiger Juden. JlffoM. de:: 30 Mai. Die Gemeindeschule der hiestgen hochdeutsch-israelitischen Gemeinde wird als solche wahrscheinlich mit Ostern nächst« Jahres eingehen, wenigstens sind die Lehrer an derselben zu dem genannten Termine gekündigt worden. Dieselbe trug schon längst ge« wisiermaßen den Charakter einer Armenschule, denn die begüterten Familien schickten ihre Kinder in die höheren Bildungsanstaften hier wld in Hamburg, weil ihnen die Gemeindeschule nicht genüg«, und von den 50 Familien, welche in letzterer Zeit zusammen 63 Knaben in diese Schule schickten, zahlten nur 25 ein mäßige« Schulgeld, während die übrigen von jeder derartigen Abgabe befreit waren. Dabei absorbirte die Schule mehr als die Hälfte des GesammteinkommenS, welches die Gemeind« aufbrachte, nämlich 6500 Mrk.-Bk. jährlich, und die Leistungen derselben stand« in keinem Verhältnisse zu den darauf verwandten Kosten, trotz des Bestreben-, sie durch Anstellung tüchtiger Lehrer zu heben. Die Verschmelzung d«S Armenwesens der israelitischen Gemeinde mit dem der anderen Gemeinden der Stadt, welche zugleich das bisher von der Gemeind« ausgeübte Recht, die Kinder der ärmerensFamilien zum Besuche der Armenschule anzuhalten, der Stadt überträgt, mußte das Forthbrstehen der Schule entbehrlich erscheinen lassen und in Frage stellen. An die Stelle der Gemeindeschule wird sodann nur ein jüdischer Religionsunterricht treten, den vielleicht manche Familie sich zu Nutze machen wird, welche ihre Kinder, die eine christliche Schul« besuchen, jetzt durch Privatlehrer unterweisen läßt. Die orthodoxe Partei hat einen von 150 Grmeindemikgliedern nnterzeichneten Protest gegen die Aufhebung der Schule ringereicht. (Ref.) — 31 Mai. Die hochdeutsch-israelitische Gemeinde in Altona befindet sich augenblicklich in einer ganz seltsam« Lage. Der in der gestrigen Nummer der „Reform" erwähnte Beschluß des Aeltestm-EollegiumS in Betreff der Aufhebung der Gemeindeschule hat dem Vorsitzenden des Colegium» M. H. Goldschmidt, welcher zu der streng orthodox« Partei und somit zu den Gegnern jenrS Beschluffes gehört, Veranlaffung gegebm sein Amt nirderzulegm und wird die Neuwahl des Borsitzendm am nächst« Sonntage vorgenommen werden. Aber auch der Rabbiner Cohm, welcher seid dem Tod« des Oberrabbiners Ettlinger die RabbinatSgeschäfte verwaltet, hat sich aus derselbm Veranlaffung gemüffigt gesehen zu erklären, daß falls jmer Beschluß aufrecht erhalten bliebe, er von sein« bisherig« Funktiontn zurücktreten werde. Sollte derselbe diese seine Drohung wahr mach«, so würde, da auch die Stelle eine- Borsängers seit geranmer Zeit nur provisorisch besetzt ist, sich das selten« Schauspiel darbieten, einer Gemeind« von der Ausdehnung und Bedeutung der hochdeutsch-i-raelitlsch« Gemeind« in Altona, wrlche weder Rabbiner, noch Vorsänger, noch Borsttzmd« des Aelteftm-Collegiumhat. Man könnte sich fast versucht fühlen zu sag«, daß sie sich „begrab« lasten" könne; aber auch das ist nicht einmal möglich, d«n sie hat ja auch nicht einmal einen Begräbnißplatz, oder vielmehr sie darf ihren Begrtbnißplatz nicht mehr zu allgemein« Beerdigung« bmutz«. (Das.) Der „Alt. Merk" vom 1. Juni enthält einen länger« Artikel zu Gunst« der Beibehaltung der frag!. Schul«. Es heißt in demselbm: Für die Erhaltung der hiesigen Knab«schul« tritt noch der weitere Grund hinzu, daß st« ihr« Schüle«, »an dm« recht viele der unvermögender« Elaste angehirm, ein« ungleich höher« Bildungsgrad verschafft und sie deshalb bester und früher erwerbsfähig macht, als dies die städtisch« Freischul«

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