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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 23. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 23.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Ibete in einem Dampfboote der KrtegSumrftre eine» besoa- _ Beamten, nm an Ort und Stell« eine Untersuchung zu fj O^snstalten. Dieselbe ist im Gange, und e» soll gegen die Schuldigen strenge Gerechtigkeit geübt werden. Auf der Insel ./Herrscht vollkommene Ruhe." Musuru» Pascha hat davorstehende Telegramm sofort Sir Mose- Monteftor« mitgetheilt. Vermischte und neueste Nachrichten. Sfofrii, 3. Juni. Heute wurde vr. Feilchenfekd . <Düffelborft zuiy Rabbiner der hies. Gemeinde gewühlt. AuS Kugarn. An Stelle der eingegangenen „Ung. ^Iüd. Wochenschrift'.'. sind zwei neue Blütter getreten. Die „Wacht Israels" v. Pottenberg in Kaschau und „das einige ' Ifraü" von Natonek in Pest. Beide richten sich gegen die Schdmre hadath, wollen aber auch fvom Congresse Nichtwissen und aus neutralem Boden den Frieden suchen. Bon letzterem Blatte haben wir erst eine Nummer (vom 16. d.) gesehen und erlauben »nS noch kein Urtheil; vom ersterem liegen zwei Nummern (vom 17. und 25. d.) vor, wir stehen nicht an zu sagen, daß sie einen günstigen Eindruck auf uuS gemacht haben. AnsörnL. I» der Hauptstadt Tyrol'S, wo bis vor Kurzem alledem Wink de- EleruS gehorchte, ist ein Jude allen Agitationen zum Trotz, in den Bürgerausschuß gewählt worden. Der Mann heißt Wilh. Dannhüuser und ist „Han» delsmann". „ES würde nicht geglaubt werden, wenn man es erzühstel" Hütten unsere Alten solchen Umschwung ahnen können, s» würden sie einen Spruch, etwa ll'Np dafür angeordnet baden. ^tondon, Donnerstag, den 3l). Mai. Unter dem Vorsitze de- Lordmayors fand heu» im Siadthause ein Meeting statt, um wegen der in Rumänien jüugstgegen dieIuden verübten Gewaltthätigkeit die Intervention der englischen Regierung anzurufen. Unter den mehr als >000 Anwesenden befanden sich über 40 Mitglieder beider Häuser des Parlaments, Bischöfe und hervorragende Mitglieder der Londoner Kaufmannschaft, sowohl christlichen wie jüdischen Bekenntnisses. Die mit Einsttmmigkeit anreiiommrnen Resolutionen prolcstiren gegen jene Gewaltthitigkeiten und besagen, daß die lsltrechtigkeit eine Unterstützung und Entschädigung der leidenden rumänischen Jude» erheische und dieselben gegen zukünftige Unbill »irtjamen Schutz erhalten müßte», durch Sicherstellung ihrer bürgerlichen Gleichberechtigung in Gemägheit der bestehenden Verträge. schließlich wird beschlossen, die britische Negierung aufzufordern, dahin zu wirken, daß auch die anderen VertragSmächte den in Bukarest vorzuncbmeiideir Schritten beitiä'.en. ('23. T. ©.) Nsrtsmouth. Auf Peßach sind für da» Gefängniß neue Küchengeräthe zum Gebrauch der Isr. Sträflinge geliefert worden. Diese speisten die ganze Woche mit einander, hielten regelmäßig Gottesdienst (also leider mit Minjan!) und am 7. Tage wurde gepredigt. Die Sederfeier fand in Gegenwart der Beamten de- Gefängnisses statt Hlew-Hs»rt. (Prßach-Marktdericht.) Da« Herannahen de» Festeverursachte einen vollständigen Preisaufschlag in Mehreren Arttkeln. Selbst die Marktgärtner schlugen mit ihren Produkten auf, ein Diminutiostängelchen Pteerrettig, mst grünen Spitzen, sonst mit 2 Centtheuer bezahlt, wurde für 12 feil« geboten. Zn der 8. Avenue war«, einige Stände lediglich für dä, Verkauf von Meerrettig/Lattich und Ptttrstlie «kngeckhtet. Dagegen war die Furcht einiger Mütter in Israel/ daß die Fische rar sein würden, glücklicherweise umsonst -tei herrschte Überfluß, gleich al» ob das Floßengeschlecht, selbst mit Hingabe de- Leben», zur FesteSfeier Hütte beitragen wollen. (Z. M.) Feuilleton. ' 3n eisen Postwagen. Er^ihlungen von M. Goldschmibt.') ' Mancher meiner Leser wird vielleicht bei dem Titel „Zn einem Postwagen" an die gute, alte Zett denken, wo eine Reise noch etwas ganz Anderes war als heutzutage, wo die Fahrt von Berlin nach Wien einer That glich, wo das Ziel in einem sonderbaren, halb anziehenden, halb beklemmenden Halbdunkel lag und selten ohne ein kleines oder größere« Abenteuer in, unter oder mit dem Postwagen erreicht ward. Diejenigen, welche dergleichen noch erlebt, werden daher glauben, da- Horn „zum Ritt (oder zur Fahrt) in'S alte romanttsche Land" zu hören. Aber nichts von Alle dem! Kein Abenteuer wird in meiner Postkutsche stattfinden; kein holdes, banges, in der Ecke, verborgenes Mädchen hier ihrem künftigen Bräuttgam begegnen, keine junge Wittw« beim Glanze der Epauletten au» ihrer Trauer zu neuer Hoffnung und neuem Glauben erwachen» kein Räuber wird uns anfallen, ja nicht einmal e}n Rad zerbrechen. Ich war in Köln und beabsichtigte von dort auS einen AuSflug nach einen benachbarten Städtchen zu machen, wohin weder Eisenbahn noch Dampfschiff ging, und als ich beim Eintteien in den Speisesaal des Hütels dem Wirch begegnete, fragte ich ihn um Ra.h. Er antwortete, daß es sich gut für mich träft, am nächsten Tage fände in einem Schloß nicht weit von dem Städtchen, nach welchem ich wollte, eine große Auktion statt, und drei Herren, die am andern Ende des Saales säße», hätten schon Extrapost bestellt: sie hält'" gewiß noch eine» Platz für mich frei. Ich bat ihn, die Herren zu fragen, ob ich gegen Zahlung meines Antheils mit ihnen fahren dürfe, und nach wenigen Augenblicken kam er zurück und lud mich zu ihnen ein. Es waren Juden, der Eine stark und breitschulterig, mit großem Kopf, rothem Gesibt und schwerem, krausen Haar, der Andere klein, winzig, blaß, der Dritte beinahe so rund wie'eine Kugel. Ich würde den Ersten für einen Gerber oder Roßkamm gehalten haben, den Zweiten für einen Philologen, de» Dritten für einen Speisewirth; sie waren aber, wie es sich bald erwies, alle Drei Kaufleute, jeder aus einer Stadt in der Rhringegend. Der starke Mann erkundigte sich, ivoher ich sei, und auf meine Antwort: „AuS Kopenhagen", sagte er, „AuS Kopenhagen? Kennen sie da einen l)r. Wolff?" „Den Rabbiner? Za." „Seyen Sie sich Wollen Sie auch zur Auktion?" „Nein, ich bin kein Kaufmann." „Was sind Sie de»»?" „Ich habe studirt." „Studirt. Mein zweiter Sohn soll auch studiren; ab«' der Aeltestc bleibt beim Geschäft. Warum? Studiren bringe *) Der Herr Bcrs. ist durch leine sängst i« „Salm" au» dem DI > nischen «richteiienr treffliche chrz-hlnn, „Maaster" de« deutsche» iesep»- Hlhim detannt gemorden; »I« ta jener pty er sich auch in de» $tn t» al« feiner Mmum, immthtstE Erzähler mit Md.) ge mm, ein ^zähtnngm'^ a» feiner. Kerum I DachMeeM «*«»•*« räch' vevifUtm.

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