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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 23. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 23.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Jahr« derart, daß die eigentliche Krankenpflege und Gelbunterstützung Hauptzweck der Gesellschaft wurde, und nameittlich untr^ Vorsitz der vor einigen Zähren verewigten-rühmlichst bekannten M. M. Rüben b"1 wurden die Anzahl der Mitglieder und die Mittel der Gesellschaft bedeutend vermehrt. Eine besonder; schöne Seite dieses frommen Vereins bildet der sogmannte Anonymenfonds. von welchem jährlich bis zu einem Drittel rer Einnahmen verwendet ward, um solchen würdigen und norhleidenden Familieu, bei denm Krankheitsfälle sich errignm, und von welchm man weist, daß sie es vorziehm Roth zu erleiden als Hülfe zu beanspruchm, je nach dm Umständen sehr reichliche Spende darbringen -n können; die so Unterstützten werden nicht mit Namen in den Büchern oder der jährlicher Rechmschaft aufgeführt, sondern nur von der aus 3 Mitgliedern bestehenden Direction gekannt und soweit möglich nach dem Spruche bn b« fc'aWB Incx gesucht. Die Mitglieder, augmblicklich über 700, zer'allen in di« männliche (gegm 470 mit jährlichem Beitrage von 1'/, Thlr. Pr. Er.) und die weibliche Abtheiiung (über 250 mit */« Thlr. Pr. Er. jährlichem Beitrage) Die letztere hat ihre eigene Direction, aus 6 Damen (unter Vorsitz der »Trau Henriette Ehrlich bestehmd, welche in (monatlichen Reihenfolge die weiblichen Kranken besuchen» wie dies bei der männlichen Abthrilung von dm 3 Direktoren geschieht, um Geld-Unterstützung, Erquickungen und Erfrischungm darzureichen oder sonstige Hülfe durch Wacher, Wäner u. dgl. anzuweisen. Auster den jährlichen Beiträgen, der dann und wann rinlaufeiiden Gaben, und Lin ei, der von bemittelten Gesellschafts- oder '^-meindemitgliedc n vermachte» Legate (jetzt circa 20,090 Thlr. pr. Cr. Capital) bezieht der Gesellschaft »och die Einnahine von c. 250 besonders bei weiblichen Mitgliedern aufgestellien kleinm Büchsen, die jährlich eingeholt und mit neurn um,gewechselt werden. Die Gesellschaft, die im vorigen Jahre mit großer Feierlichknt ihr 50-jähriges Jubiläum beging, verwendete im Zahre 13? l zu de» oerschiedenm Branchen der beiden Abtheilungen deren Kasse gemeinschaftlich gefühlt wird, über 2400 Thlr. pr. Er.; Vorsitzender und Kassirer ist jetzt Commerz enrath Z. W. Heyman. Wi« schon oben bemerkt, ist diese ganze Unterstützung nur eine private, indem die Gemeinde ohnedies ihren eignm Arzt für die Kranken hält, ebenso wie fit solche mst fteier Mrdicin, Badern und Aufenthalt in den Spitälem versieht. 2. Jüdisch theologische Unterstützungs Gesellschaft für Dänen. Lu dem in Nr. 17/18 Angeführtm fügen wir noch binzu, daß der unterstützte Eandidar, der eine Reihe vor Jahren sich im Pariser Seminar anfgehallen hatte, jetzt nach dem Kriege seine talmudischen Studien unter Leitung unseres hochwürdigen Obrrrabbiners fortsetzt. Die Gesellschaft, die auch nur durch Beiträge ihrer Mitglieder miterhalten wird, besitzt einen Legaicapital von 1000 Thlr. dän. R. M. 3. Die vereinigte israelitische Beerdigungsgesellschaft man m‘ra:i unp man» deren Zweck ist, übereinstimmend mit den Vorschriften der Religion, unserer Glaubensgenosien dm letzten Liebesdienst zu erzeigen, und sich demnach mir alle.: einer Ehewra Kadischa obliegmden Pflichten beschäftigt, ist eine über 150-jährige Institution, die durch Bc.einigung der beiden früheren Vereine “IHK 3b und non 'arm gebildet wurde. Die Mitglieder^ über 150, zerfallm in ex-raoddinäre und ordinäre, welche letztere, worunter alle 5 Gnbotm (Borsteher), daS' eigentlich« MpovUN bewerkstelligen. Wir Sie schon angeführt Haien, wird jährlich «* Tfl»n"n ein großes Festmahl nach ader Sitte von «8c£ Mitgliedem gehaltm; diesem geht an n"TU ein *TOTH DT* mit besonderem feierlichen Gottesdienst (Morgms Selichach und Abends p"3') voraus, — ebmso wie am selben Tage auf dem Friedhöfe vom Oberrabbiner eine inhaltsreiche und erweckende Derascha gehalten, und dann auch nepnstvorgenommen wird.*) Schluß folgt. Türkei. Smyrna, 18. Mai. Man schreibt der „N. f. P." von hier: Di« Ruhe ist zwar in den jüngsten Tagm nicht mHr gestört worden, doch dauern einzeln« Angriffe auf die israelitisch«' Kleinhändler noch fort, so daß diese noch immer nicht wag», i nach dem Frankenviertel zu kommm und dort wie sonst ihre ' Waare fellzubieten oder andere Dienste zu verrichten. Noch in dm letzten Tagen sind mehrere Berwundungm von Israeliten vorgekomme», und selbst eine Frau aus den beffer» Ständen hat sich nicht entblödet, einen Pantoffel auf rin» armen Juden zu schleudern und ihn zu beschimpfen. Aus diesem Grunde hat sich auch das ConsularcorpS neuerdings versammelt und beschlossen, durch seinen Doyen an den General« Gouverneur das Ersuchen um energischere Maßregeln gegm die Ercedenten zu richten, dainit endlich einmal der Verkehr wieder seinen früheren Gang nehine. Beachtenswerth erscheint, daß der russische Eonsnl sich auch hier, wie in Rumänim im Widerspruche mit seinen Eollegen befindet und gegen jede Maßregel proiestirt, welche die griechische Bmölkerung irgendwie irrüiren könnte, obschon gerade diese die erste Veranlassung zu dm Unruhen gegeben hat. Es sollen nun in dm von dm jüdischen Kleinhändlem besuchtesten Straßen in geringen Distanzen Polizri-Soldatm aufgestellt werden, um die Verkäufer vor Angriffen, Beschimpfungen zu schützen. Alle Ruhestörer, ob Männer oder Fraum, sollm strenge bestraft werdm. Die Pforte hat sich mit den Schritten des hiesigm ConsularcorpS vollkommen einverstanden erklärt, und Server Pascha, der Mi-' nister des Aeußern, hat namentlich deui österreichisch-ungarisch» General-Eonsul, Hofrath von Scherzer, durch die k. und k. Barschaft den verbindlichen Dank der Pforte für den werkthäligen und ersprießlichen Beistand ausdrückm lasten, welch» der genannte Staatsbeamte de.: dortigen Local-Autoritäten bei den jüngsten bedauerlichen Excessen zwischen Griechm lmd Israeliten geleistet. Die Roth unter den israelitischen Familim ist sehr groß, da mindestmS 1000 Familien, welche von ihrem täglichen Erwerbe leben, seit drei Wochen keine Einnahme hatten, so daß der Ausbruch des Hungertyphus zu befürchtm, wenn nicht bald Hilfe geschafft wird. Einige reiche Glaub»-- . gmossen so wie mehrere Konsuln haben zwar für die Noch des AugmdlickS wmigstms Brot hrrbeigrschafft; allein es wird noch Wochen, vielleicht Monate dauern, bis die Juden miede?, wie ftüher mit dm Griechm verkehren und so ihrm Lebmsunterhalt finden können, und man hat sich daher vorerst um gründlichen Beistand an die Zudengemeinde in Wien und an Sir Moses Moutcfiore in London gewendet. Die „Times" veröffentlicht folgendes Telegramm des türkischen Auswärtigen Amtes an Musurus Pascha, Botschafter in London: „Sobald die Hohe Pforte von dem Vorgänge (den Judenverfolgungen) aus der Marmora - Insel benachrichtigt wurde, traf sie alle nörhigm Maßregeln und •) Der Herr Sorrrjp. giebt hierauf de» Inhalt der jüngst gehaltenem Derascha ausführlich an; mir Hab« jedoch hierfür im Hauptbtatte keine» Staat, tmk habe, M.tdreffmia Stück, für die „literarische Vellage' ptt &C8Sftni0 UtfVkfdl. ' * u 3 u '4 ’-j 1: ü ....

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