Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 23.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/5369809-5935003-5935619--1230-5370853- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
7*r5H0F;;fTfw^p ' -- "; ';' nichit et». Wer stubirt muß «inen Rückhalt Haien." Ich fand da» schr »erständig gedacht, aber nicht fei» ge» sagt; «» paßte jedoch ganz zu seine« Äußern und vervollständigte sein Bild, er war eia vermögender Man». 'S» fügte hinzu: ,La. Sie können «itfahren, «ad Eie haben nicht nöthig zu bezahlen; wir haben den Wagen ja doch genommen." Ich bestand indeß darauf, daß ich meinen Antheil zahlen wollt«, und er gab mit einer unbeschreiblichen Kopfbewegung nach, die so deutlich wie Worte sagte: „Dummstolz!" 'stach einer kurzen Verabredung über die Stunde der Abfahrt am nächsten Morgen schied ich von ihnen, überzeugt, daß ich eine langweilige und vielleicht unangenehme Reisegesellschaft haben würde; ich hatte fl« ja aber gesucht und aeeepttrt, und di« Reise war außerdem nur eine kurze. , <?» war rin schöner Maimorgen. Im kleinen Garten fc» §M«l», wo ich meinen Kaffee trank, stand ein junger Kirschbaum in Blüch«, und seine stille jungfräulich«, im Morgenthau duftend« Schönheit bildete einen seltsamen Eontrast ju mein«! drei Reisegefährten, die Im Thorweg auf- und abg!.^ gen, unruhig und mißmuthig, weil der Kutscher nicht pünktlich erschien. Al» ich ihnen den Morgengruß zurief, kamen fle ja den Girlen, und e« ward mir sogleich klar, daß sich der starke Mau« ärgerte, weil ich ohne Aerger dasaß; dann aber sagte er zu den Anderen: „Recht hat er! Kommt der Kerl geschwinder, a«nn wir hier aus- und niedrrlaufen? Setzen wir un»," Allein da» Gespräch, da» ich einzuleiten versuchte, kam nicht »»ehr in Gang. Sie saßen, aber fle ruhten nicht. Endlich kam der Wagen und wir fuhren ab. Kleine drei Reisegefährten waren nicht mehr ärgerlich, ater sie halten fich doch auch noch nicht ganz beruhigt. Zch sah drckhalb von ihnen weg auf die Häuser. Die Läden waren geschloffen, und Alle» würde gleichgilttg oder tobt er* schiene» sein, ohne di« Namen an den Schildern. Der Köpper d«r Sradt schlief, aber der Gedanke war wach und sah «n» st llbrütend, berechnend nach. E» fiel mir in einer oder zwei ter Straßen auf, daß sehr oft, entweder in großen, schwarten Zuschriften oder mtt Goldbuchstaden auf halbrunden Metallschildern die Worte zu lesen waren, „Moden" oder „Msbewaarrahandlnng". Der rund« Mann, der mir über saß, machte, wie fich Hera »»stellt«, dieselbe Wahrnehmung^ unsere Augen begegneten fich, und er sagtt.lächelnd: JE» fteb: viele Nachkommen Asaöll» in dieser Stadt." „Nachkommen Asaöl'«?" fragte ich überrascht, „wer find die^ „Da» wissen Sie nicht? Wo haben Sie stubirt?" sagte / er munter. Warten Sie, bi» wir vMn Pflaster hinweg fi»b,H dann werde ich'» Ihnen erzählen." Wir fuhren über den großen Paradeplatz »ad witd» | durch enge Gaffen mit seltsamen, mittelalterlichen Namen, die! ich festzuhalten suchte; aber meine Gedanken waren bei Asaöl. i Endlich kamen wir über die Kettenbrücke, zwffchen den alte», | düster« Festungswerken auf die Landstraße hinan»,, und der' runde Mann sagt«: „Asaöl ... jetzt erzähle ich e» Ihn«.' Eine» Lage», vor viel«, viel« Jahrtausend«, vor der Eü»ß-,. fluth, saßen zwei Engel im Himmel, und auf die Erd« hi» . abschauend sprach« fle von der verderdthett der Mensch«, big. damal» sehr groß war, vielleicht «b« so groß wie jetzt. Ded-, «ine der Engel hieß Asaöl, der ander« Schamsadai. Eie sagten, wenn e» ihnen erlaubt würde auf die Erd« zu steigen, so würdm sie fich ganz ander» al« die Mmschm aufführ« und ihnen «in gute» Beispiel geben. Der lieb« Herrgott härte, wa» sie unter fich sprachen, und gab ihn« die Erlmchntß. Gut, sie kam« herab und begegnet« einem jung«, schön»' Frauenzimmer, und da sie die Macht der Erd« schon «mpfa»» dm. so verliebt« fi« sich beide in da» Mädchm. Auf die Frag« de» schön« Menschmkinde», wer und wa» sie wir«, gaben sie zur Antwort, daß sie Engel wärm. Zum Beweis forderte da« Mädchm, fi« sollt« ihr bat „heilige Wort" nennen, daS in d« Himmel führt, und »lSbald, al« fl« da» gethan, sprach sie da» wort »ach und stieg i» bm~$i Himmel, wo fir von Gott empfangen und al» Stern «a*» Firmament gesetzt ward. Jetzt wollt« die zwei Engel auch hinaufsteigm; aber fie fand« dm Himmel geschloffen. Schamsadai erhrnkt« fich rmmoll am Himmel; Asaöl aber blieb auf der Erde und machte fich zum Meister in Farbenpracht n»d Weiberputz. Darum sagte ich: Nachkomm« Asaöl'». versteh« Sie mich jetzt? , (Fortsetzung folgt) Baeanz. Dir Santor», Lehrer. Mid Lchächterftelst ist tei h'.cfijer Sem rinde »om 1. Ocwter er. auf« Neue ju besetzen I Sst-alt- Ihlr. 300 und circa 100 Thr. Nebeueiukemmm. Außerdem soll der Anzustellenb« di« Läg« Iin§» bei Aid. Pro». Walsen-Institut« (»arlaustg firbeaj m Pension nehmen und muh d-lhalb « seiner Person und Familie diejenigen Siam, schäften »«reinigen, die man an «inen erfahre» mem Erzieher und reiigi-sen Beamt» zu ftellen berechtig« ist. Meldungen, unter Beisügung von Zeugnissen erbitten sruuea Der verstand des Ab», vre». Waisen-Zuftirute und ter Synagegengemeiude zu Schippenbeil i. Oft.Preußen. , vten<er Leun. SL Briuu. Da durch verheirachung der bitzhaiaen Zn, baba de: Koscheren Neftauration setzt hier Mm mebr eriftstt, so »tre ei erwünscht, daß «ah eeud der vadesaisen hier wieder ein« Neftauration eingerichtet würde, und glaube« wir Neflertanten ei» lohnendes Seschift mrspreches zu linnen. Swiuemüad», i» März 1872. VE verstand der e,»ag«g». Gemeind« Et» semtuaristiseh aedttdetrr tfrael. Lehrer, der auch Französisch. Snaltsch, Mathematik n. l. ». unterricht«», und bereu» mit Erfolg an einem Pregtzmngsiu« gewirtt hat, sucht «ln« Jnsttt»t0«He»»« »der NrllgloXlrhrrr» ftfBcT Ofienen find an M: Ewediüen diese» Blatte« zn richten unter der »hisste L. 0. littst, versendet zu «tf Käse, »an oorzftg dilligen Preisen. Diegenhos Denziger-Niedernng. N Jacobs»»», Sanier. _a-mn* npiar 2"w »Iie Wacht Israels". Mett«, ny?e na nav \ ’rbü na ner: wie lang, O Wach» Währt noch die Nacht? Der Dag «rwachi npaKntnavnaM ♦nW> DJ1 i *,#* dunkla Nach». PränumeraUomu mit 1 Dhlr. »ierteijährlich sin» zu richten a» Dt« «dmiuistratte» da ,KV acht Israel»" in Kascha», »aeuim für vrtm^neratieMN und Just» Sin gebildete» Mädchen in ^setzte» «ta «ru» achtbarer Familie sucht sofort eim Stelle al» Stütz« da hauest«. pa Lei«»- de» Hau«» wesen» und Snsthuug da Kinder, dem» «st auch Nachhilst im Unterricht «riheist» kann, vfierstn sind an bst ,.Sr»editI,n da ist Wocheuschrift in Magdeburg" uuter b« vditka K. 11. zu richte«. Et» Km»d» da bi« Buchbinderei astruen will, wird een mir gesucht. Kost und Legi» I« Hause. «»lmirft.br. «. «eldvooet. S eben ist erschienen und stn Seldstealag« de« Verfasser« zu beziehen.- „Zwei Vorträge" vr. Eli« Pltßuer, SliftSribbtuer in Hannoder, mbft «in«« hebräisch« »«hange Mt» bemseidai. Drei» 10 ty. BeoSchtt-»»». Zu Nr. 22 me» Z. 17 ». ». sto» Km L aber; Ä. 2 ». «. «att veestwwlung L var> haudl»«-. — Juda GpWdmliß, für Nettst, Ssttti», ßo» bl.»; Detmeld, ßwz ftz - ‘ EchchU». «st pnti uud M» da HoWvchbeMbmi so» Inl -rief« tat W»-d»d»e»