Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 23.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Oesterreich. Mo» 27. Mat. An der gestern stattgefundene» öffentlich« Sitzung M Vorstände» der israelitische» Eultusgemeinde lenkte er Präs«», Reichsrath-Abgeordneter vr. Kuranda, die Auf« »erksamkeit de» Vorstände« auf die GrLuelthate» gegen dt« Anden in Rumänien und Smyrna hin. Er ermähnt« dankend Her «armen Thetlnahm«, mit welcher die Gemrtndemitglieder der Einladung de» Herrn Ritter ». Wertheimer behuf» Beraihung -der Linderung de» Elend» der dortigen Glaubensgenossen BNtgegenkamen, und der bedeutenden Spenden, welch« z» diesem Amecke etnflossen. Mt ollen diesen edlen Thaten, fährt der Redner fort, sei der bedrängten Lag« der Juden in Rumänien «er momentan abgeholfen, «» mäste jedoch auch eine Garantie für die Zukunft, daß sich ähnlich« haarsträubend« Ereigniff« ' nicht mehr wiederholen, geboten werden. Die» könne nur durch Gründung eine» Vereine» geschehen, der sich die Vertretung jüdischer Antereffe« nicht nur i« Oriente allein, sondern auch im Lande Galizien zum Zweckt setze- Zum Schluff« »ottrt vr. Kuranda dem k. k. österreichischen General-Eonsul Ritter ». Scherzer für seine Bemühungen zu Gunsten der Anden den Dank der wiener Eultulgemeind« und erwartet »am Wohlthätigkeftlstnne der Gemeindemikglteder, daß bald «b> Kapital zusammengebracht sein werde, um den Verein zu gründen. .'Heute wo Deutschland auf da» innigste mft Oestrretch »erbunden sei, seien dt« wiener nicht jmebr auf de« Einfluß ' der „Alliance Israölite universelle" in Part» angewiesen nnd Ranen eine» selbständigen Verein der deutschen Israeliten gründen. R. fr. P. (Auch du, Vrutu»! Red.) 41«). Ueber eit im vorigen Blatte kurz erwähnt« Einwechung eine» Geweindehause» liegt ei» ansführltcher/- «» der Spitz« de» nichtamtlichen Theil» der „Linzer Zeit", »am 22. d. gestellter Bericht vor. Wir geben au» demselben folgend« Stell«: ,^Herr Landes-Sch ulinspector vr. Rack« bemerkt, er habe zwar hierzu ein besondere» Mandat erhalten, glaube jedoch gestützt auf die seither im Land«»schulralh« gemachten Erfa^ tungen, di« verflcherung abgeben zu können, daß die maßgebenden Regierungöorgane di« israelitische Eultusgemeinde nach ' wie vor in der ungestörten »uöübung ihrer eoafesstonellen Rechte, soweit dies« da» Gebiet der Schule berühren, zu schützen «ist« werden, zumal die bet dieser Gemeind« in» Werk gesetzte - Trennung de» rein konfessionellen Unterrichte» von jenem in den profanen Lehrgegenständen die Schüler einersett» vor religiösem ' AnRfferentismu« bewahrt, andererseits aber die Benutzung der jeder israelitisch - confesstonelle» Färbung fremden öffentlichen Schulen und da« Zusammengehen mit den übrigen Eonfesstonen «uf der Bahn de» allgemein menschlichen wiffen» bei dep israelitischen Glaubens-Genoffen einen erfteulichen materiellen und geistigen »usschwung zu Lage gefördert habe. Der Herr k. k. Statthalter spricht im Namen der Regierung die aufrichtig« Freud« und warme Sympathie für die vcheutung de» schönm Feste« aus, und versichert di« isra- ■. chitische Eultusgemeinde de» ausgiebigen Schutze» einer Regierung, welch« die Gleichberechtigung aller Eonfesstonen auf ihr Banner geschrieben, welche di« religiös-sittlich« Erziehung ohne Rücksicht auf di« Eoafrsston al» Aufgabe de« volksunterricht» bezeichnet«, und von dem Grundsatz« «»»geht, daß ein« Staat»- rrttgion ia Oesterreich nicht bestehe." Festrede hielt Rabb. vr. Ehrentsnil (nicht: thal). ist dm Synagogi^n-mbä«» und «Me« Rabbiner anznstelle». E» ist sehr vernünftig, daß sie zuerst für die Schule gesorgt hatk Akattnv, 22 Mai (Or. Corr.) Auf Amegnug unsere» Herrn Rabbiner» ist unter unsere» Gemefademitgltedera «in« Sammlung zu Gunsten der Juden in Ismail ringeleitet worden, dt« ein Ergchniß von 40 fl. ö. W. erzielt hat (Wir quittirea hier vorläufig über den Empfang!. Ped.) Dieser Betrag erscheint zwar gering, ist jedoch keine»weg» unbedeutend, wenn mm den Umstand in Betracht zieht» daß urtsere Gemeind« »och jung und klein ist und große Opfer bringt, um segensretche Gemetndetnstitute zu gründen. Sie hat erst jüngst et« Schulgebäude errichtet, einen Platz zum Vau einer Synagoge und «in Feld für einen Sottr«acker erworben, wa« nur durch bedeutrnd« Opfer möglich war. Au» Mugar». S» ist folgende» Decret de« Eultu«. Ministerium» ergmgenr „Die Auflassung und Sistirung der kraft der allergnädigsten Entschließung Gr.' kaiserl. und avost. königl. Majestät vom 29. März 1848 in Pest, Temr»- Mr, Fünfkirchen, und G. a. Ujhely errichten ünd vom ifr. Ldndesschulfond« erhaftenen isr. Musterschulen wird mft Schluß dt» Schuljahre» 1871/2 angeordnet." wir haben über die ZweckmSßigkett und über die Tendenz dieser Maßregel kein Ürtheil. Der Eongreß hatte st« s. Z. beantragt, jetzt jubelt da» „Trab. Iudeathum" über dieselbe. E» sagt': „In der Errirung dieser Musterschulen erblickte« dt« Lrigtr de» Absolutismus und de» straffen Eentraltsmus «ln Mrksame» Vehikel, mit dessen Hilfe die Germanistrung der vatklindischen Iudenheit mft Erfolg betrieben werde, und ihr« Fortdauer bedrohe noch immer dt« staatliche Unabhängigheit Ungarn»." Wa» ein« jüdisch« Schul« nicht alle» vermagl Set- M "Zeit drohete» di« Kanonen Henzl'» vor der Ofener Feste, dann mußten Hagnm und Pa»ki«wisch kommen, um di« Unabhängigkett Ungarn» zu deugrn, jetzt sind «in Dutzend jüdischer Schulmeister gefährlich. Dazu paßt auch dt« Schilderung gar nicht recht, dt« da» Blatt von diesen germanistrenden unpatriotischen Lehrern entwirft. „Und so bot sich der Landesjndenheit da» komisch« Bild dar von „czechlsch" gesftmte« Lehrern, dir „in ungarischen Hosen" einherparadirten und ordentlich Mene machten, auf diese wohlfeile Weise Laub und Leute zu beglücken." Wir kennen weder die Personen, noch kümmert ua» die politische Stellung Ungarn»; da» polttsch« Uriheil de» mehrgenannte» Organe» kmn un» jedoch nicht imponiren; wir erinnern un» noch, wie dasselbe s. Z seine „Gesinnungsgenossen" energisch mahnte, für da» Ministerium Hohenwart zu stimme«, denn, so hieß«» ungefähr: „Der autonom-orthodoxe Jude ver» ttaut stet» der Weisheit de» Kaiser» und stimmt für das jedesmalige Ministerium " — NB. in dem semesterweise da» System radikal ändernden Oesterreich? Dänemark. tt. Kopenhagen, 1b. Mai. (Or.-Corr.) Hinsichtlich der in Nr. li/18 enthaltenen kurzen Notiz über einige unserer Wohlthätigkeitsgesellschafttn — welche sämmtlich durch eigene Mittel ohne Beitraga us der eigentlichen Gemeindekaffe und als» nur privat wirken — erlauben wir «n» folgende erläuternde Bemerkungen: 1. Die ,^krankeupsleg«g«sellschaft" wurde vor etwa MX Zähre» mft btra ursprüngliche» Zwecke errichtet, kranke Mit»- glieder der Gesellschaft durch Wache» und Wartung, spüterhi» auch dnrch Unterstützung, behülflich zu sei». Dt« hiernach genannte „Wach-Ehewra? mdvickcktt sich aber ttn Laufe der