Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 23.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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frtttlfrd^dt drtftyAtat Vach« sei, f«Cb, noch o« Aufhchnng M iSesetze» om 1847 sehe«, wohin wir gerächt». De« Schal« wird«« ja nicht dftjmig« trage», welch« de» verfall der Gemeind« ruhig entgegensehen, «eil sie weder Gotte»« dienst noch koscher Fleisch brauche». . iBerN». In Betreff der von hier au» in Börsenkreift» «ngengten Schritte zu einer Preffftn auf rumänische Anlecheprojekie tragen wir nach dem un» mitgetheitte« Circular «och folgen »«» mit. Da» Lokal« Comitö der Alliance Z»r. Uuiv. hatte >ine Versammlung veranstaltet, an der sich Mitglieder deffelben, jüdisch« Ftnnanz-Notabililäten und dt« Reichstag»» «bgeoidneten vamberger, Wolfsohn und Lonnerian» bethei- Ugten. E» ward ein Specialautschuß (Vorsitzender Prof. Lazaru») «ruamit, welcher da» erwähnte Circular erlaffen hat. Diese» ist «mH London, Pari», Wien, Amsterdam, Frankfurt a. M. und H amburg versendet und resumirt sich in nachstehend«» Sätzen: „CI besteh«, wie verlautbar, dieAbsicht, eine neueRumäaisch« Anleih: auf den Markt zu bringen. Sollte da» Unglaubliche geschehen, daß jüdisch« Firmen sich unter den obwaltenden Umständen an einer solchen bethei:igtm, so würde «»in der Th»t zu rinnr moralischen Unmöglichkeit, dir Theilmahm« der Nebeumenschen und der Regierung zu Gunsten einer Confeffion»- geuosftischast anzurufen, deren gerechte Entrüstung in demselben Augenlltck, da sie Himmel und Erd« in Bewegung zu setze» stch anschicken, von ihren eigenen Angehörigen äußerer vortheist willen, verleugnet werd«. Ein solche» vorkommniß würde mit Recht Spott und Schande über dt« Gemeinschaft der Luden bringen und e» steh« daher mit Gewißheit zu hoffe/, daß e»,nur eine» Winke« in diese« Sinne bedürfe, um et« «ntsprnhend« Verabredung allseitig«» Enthalten» in dch» maßgebenden Kreisen zu erzielen." F. Werk!», 22. Mai. (Or. Torr.) Dt« Eröffnung«» frier der Hochschule für di« Wissenschaft de» Zudenthum» am 6. d. Dt. war so sehr dazu angethau, den verschiedensten Eindruck bi der gemischten Versammlung zu htnterlaffea, daß eia nachträglicher Bericht darüber noch eia Wort zu seiner Zeit genannt werden darf. Zuvörderst die Bemerkung gegen di« falsch« Angabe, al» sei durch dies« Gründung endlich die bisherige Lücke in der Wiffeuschaft de» Zudenthum« geschloffen, «ine Angabe, zu deren Gunsten ältere Institute al» nicht vorhanden verschwiegen wurden. Sprechen nicht Zweck und zahlreich« Erfolge de« Frankel'schen Seminar» zu Bretlau für di« Wiffeuschaft de» Zudenthum»? Sind nicht au» der Rabbi-, nerschul« de» 0r. Hildesheimer zu Berlin mehrere Rabbiner hervorg» gangen, die nunmehr jüdische» Wiffea lehren und verbreiten? Und zeugen nicht Zweck und Resultate der veitel- Heine-Ephraim'schea Lehranstalt in Berlin für di« jüdisch« Wiffeuschaft? Die beiden ersten Lehrsttz, auf streng religiösem, der and ne auf neutralem Boden, wirken ehrenvoll und e» war eberso unredlich wir unwahr, baß Herr PhUippson den beitragerden Mitgliedern seiner Gründung stch al» den ersten Reiter der Wiffeaschaft ankündigt. Schon da» einfache SchicklichkeitSgrfühl gegen vr. Levi, der zu den Füßen de» vr. Frankel gesrffen, ebenso gegen vr. Geiger, der gleichzeitig an der veitel'sche» Anstalt lehrt, hätte Herrn Phllippson mehr Bescheidenheit in diesem Punkte gebieten müsse». — (vorstehende Correspondenz ist un» „im Zniereffe der Wahrhrt"' von der Hand «ine» namhaften Berliner Gelehrten zugegangen. der namentlich zu der BrrSlauer Lehranstalt nicht in der entferntest« Beziehung steht, «der sch« Person, noch Vl seiner Nicht»»» »ach. Wir fcfc« jedoch nur den de» Schreiten»; dasselbe verbreitet sich weiter über di« dnnglgeschlchte und den Lehrkörper der Hochschule. — MÜtheilungen find pikant «ach Inhalt und Form, auch ( wir nicht an deren Verläßlichkeit; aber fl« sind zu sehr perfönH licher Natur. Lasten wir da» neue Znstitut stch „Die Tage werden reden." Rur zwei einzeln« Notizen dürfend Raum finden, vr. Geiger sollte zuerst, al» Rabbiner, nicht tej den Lehrkörper ausgenommen werden, und er selbst stand Unternehme» ablehnend gegenüber. Er motivirte dann seinöl Annahme damit, „daß «» ihm darum zu thun gewesen fch'j durch Anknüpfung seine» Namen» an di« Hochschule diese treft^ zu machen." Der Rabb. vr. Lazaru» in Prenzlau, Bruder de» Profeffor», al» Talmudist und reiner Charakter rühmltchst bekannt, hat den ihm angetragenea Talmudlehrstuhl abgelehut.) \ Prevtze» Zn einem Aufrufe zp Gunsten der rumänffche»-/i Juden »eröffentlicht Oberrabb. Vr. Landein nachstehende» a»' ihn gerichtete» Schreiben von einer hochgestellten christliche» Dame- „Zn dem Morgendlatt« der Wiener Deutschen Zeitung»^ vom 30. v. M. ist ein Auszug au» dem Hilferuf der ZSraelift» < von ZSmalla enthalten. E» ist genügend, in dieser Kürz» di« entsetzliche« Greuel, di« dort Menschen an Menschen ver« übten, zu lesen, um di« Schmach za fühlen, daß e» solch« Brutalität noch heute, wie vor Jahrhunderten gebe» kan«. Ich setze vorau», daß St« von Ihrer Gemeind« ««»erwählt sein werden, einen Aufruf an di« Barmherzigkeit aller Confessio»«, dt« hier vereint sind, zu richten, um schnell« Hilft und den Trost der thätigen Theilnahm« an Mc armen mißhandelte» Bewohner von ZSmatla sende» zu können. Dft erste inmeinem Vefttz gelangte deulsche Goldmünze lege ich zu' Zweck in Zh" Hände, sie möge »tele ihre» Werth«» nach sich' ziehen und mit deutschem Geld« und deutscher Menschenliebe die Schandthaten der Christen abzuwaschen t« Stande sein, di« sich zwar Christen nennen, aber e» gewiß nicht sind. Die Juden in Deutschland stehen immer voran wo «» eine» mildthätig« Zweck gilt, möchten wir deutsch« Christ« diesmal den armen von unseren Glaubensgenoffea bedrängt« Juden helfen l" — Au« München, von befreundeter Hand erhalt« wir «in Flugblatt, enthaltend zwei „Offene Briefe de» Abraham Mos. Pstrsichbaum an den wohlgch. Herrn vr. K. Zander, Redact. de» volksboten. (Extra-Abdruck au» dem „vaper^Landboten.") Unsere Leser, ivelche den „Bolk»boten" «ad seinen Redakteur dem Namen nach kenn«, errathen leicht, um was e» stch im allgemeinr» hier handelt: doch werdm fit schwerlich auf die Zdee kommen, daß da» erste Sendschreiben gegen eine« Artikel de» „volksboten" zu polemistr« hat, welcher behauptete, „es habe eine au» Zud« zu-' sammengrfttzte Gesellschaft in München öffentlich dft Christ« al» vogelfrri bezeichnet und sogar gedroht, dies« arm« Christ« demnächst wegzujagen." Da» kann also der BolkSboft sein» Lesern bfttmi — Die Briese sind gut, witzig und in einem, dem „Volksboten" gegenüber, überaus urbanen Styl geschrftben; ob alle» streng zur Sach« gehört, können wir nicht beurthrilea. da wird da» Glück haben, den „volktboftn" doch nur gerüchtweise zu kenn«, nicht etwa ihn selber zu Gefichft zu bekomme». Da dft meist« unserer Lehrer stch derselb« - Gunst de« Schicksal» erst««, so begnüg« wir «n» mtt dioft» HtumSisungen. Wer der, wahrscheinlich doch pftndouH««, Buffer bd Flugbatte» ist, »iff» »ft nicht.