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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 20. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 20.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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»V gute, onb tal eine |d tkQtt Religion.- enigegengesetzter Ansicht. (Heiterkeit.)" «bg. Mahn ist völlig «. ». Z. Oesterreich. Me», 28 April. (Orig. - Corresp.) Die Orthodoxen haben nunmehr der Statthalterei ihr Gesuch um Lostrennung von der Hauptgemeinde — mit 300 Unterschriften versehen — eingereicht. Da» Gesuch liegt bereit» dem Borstande der Gemeind« zur Begutachtung und Rückäußerun^, vor. Uebrigen» sind von den 300 Unterschriebenen nur 140 hier zuständige und steuerzahlende Gemeindemitglieder. — r — Wien, 3. Mai. (Orig.-Eorresp.) In Sa chen der unglücklichen Juden von I»mail in Rumänien hat Herr Consul Peixotto an Herrn Joseph v. Wertheimer ein Schreiben gerichtet, in welchem er dringend um materiellen Beistand ersucht. Zn Folge besten hat gestern Abend, nachdem an den letzten Pestachfeiertagen von den beiden Predigern auf die Wichtigkeit der Sache hingewiesen worden war, ein aus allen Schichten der Gesellschaft besuchte» Meeting stattgefunden, das eine Sammlung in großartigem Maßstab« vorzunehmen beschloffen hat. Der Redakteur Herr Scharf zeichnete sofort 5000 fl. Es ist zur Ausführung dieses Beschluste» ein Counts ernannt worden, in welchem sich die Herren lkuranda, Baron KönigSwarter, Ritter v. Goldschmidt, Kompert, Hoftath Weil, v. Wiener, v. Wertheimer, BrandeiS, v. Popper, Singer, Neustadt, Eohn, Gottlieb befinden. Herr Scharf lehnte die Wahl ab. Ich werde Ihnen über den voraussichtlich sehr günstigen Ausfall der Sammlung berichten. (Siehe „Inserat.^ Me«. Gegen die Anstellung jüdischer Lehrer an katholischen Volksschulen hat da» katholisch-politische Casino Alsergrund eine Eingabe an da» Cultu»ministerium gerichtet, welche« dieselbe aber dem Lande»au»schluß überwie», der, wie die-»»Deutsche Zeitung" meldet, folgend« Antwort an da» Casino erthetlt«: „Ueber Ihre mit Erlaß de» k. k. Ministerium» für Cul- :u» und Unterricht vom 5. int. S. März 1872, Z .2286, anher zur Amtshandlung abgetretene Eingabe vom 24. Februar 1872 wird Ihnen bedeutet, daß nach dem klaren Wortlaute de« 8 48 de» Gesetze» vom 14. Mai 1869, Z. 62 R.-G.-BI., der Dienst an einer öffentlichen Schule ein öffentliche» Amt ist und allen österreichischen Staatsbürgern ohne Unterschied de» Glaubensbekenntnisse» gleichmäßig zugänglich ist, wrlhalb auf ^fhr dieser Bestimmung de« Gesetze» widerstreitende» Begehren in keiner Weise eingegangen werden kann." Uuilaa- und Pole». Marsch««, 3. Mai. Di« bedeutenden Zngeständniffe, «eiche die Russische Regierung in letzter Zeit den Juden hinsichtlich ihrer bürgerlichen Gleichberechttgung gemacht hat, haben nicht verfehlt, den ohnehin sehr regen Judenhaß der Rus« sichen Bevölkerung noch mehr anzufacheu. Immer häufiger werden in den -ffentlichen Blättern Stimmen laut, welch« warnend darauf Hinweisen, daß die den Juden verliehenen Rechte eure höchst gefährliche Waffe gegen dir Gesellschaft seien, indem sie nur zu um so umfaffenderer und erfolgreicherer Ausbeutung der christlichen Bevölkerung gemißbraucht würden. Dieser Warnruf ist auch schon vielfach erhoben worden in Petitton«» an die Regierung, in denen dringend um Sttllstand auf dem Wege zur Zudenemancipatton gebeten wird. Die Landstände deü Gouvernements Sowlensk haben sogar eine Deputatton an den Czaren gesandt, welche dahin vorstellig werden soll, daß künftig keine Juden mehr zur Betheiligung an Eisenbahnuu ernehmungen zugelaffen werden möchten, da «S notorische und bei de« van der SmolenSk-Moskauer Bahn bestättgte Thaisach« sei, daß dir Arbeiter von den ]| Eisenbahnunternehmrrn auf» Unbarmherzigst« au«ge zur Verzweiflung getrieben wurden. Zn Südrußland/ Beffarabirn herrscht unter der orthodoxen Bevölkerung solche Erbitterung gegen die Juden, daß sie sich weder 'i, Städten noch in den Dörfern öffenttich sehen laffen di ohne fich den gröblichsten Insulten auszusetzen. Di« den befürchten jeden Augenblick den Ausbruch einer allge Judenverfolgung und haben zur Verhinderung derselbe»- umfassendsten polizeilichen und militärischen Maßregeln ge Am größten ist die Erbitterung gegen die Juden in Odeffa dessen Garnison aus diesem Grunde um mehrere Sotnie», saken und um rin Infanterie-Regiment (da» Lubliner) worden ist. (Osts. Z.) (Wir haben schon einmal gesagt, daß wir gegen bi«„ den betreffenden Berichte diese» v aiionalökooomisch - liberal« Blatte» mißtrauisch sind; man vergleich« damit die fol, Rottz au» der „Magd. Zeit." Red.) — Da» verhältniß der jüdischen Bevölkerung der nach der letzten Volkszählung auf 85 Millionen der« Gesammtbevilkerung de» Russischen Staate» beträgt 5 während mi Königreich Polen, Lithauen und den südwestliche»^ Gouvernement» auf die 16 Millionen betragend« GesammtbSvölkerung 2 Millionen Juden kommen, wa» einen Pr von 12'/, ergibt. Fast sämmtlich« Organe der Russisch«^ TageSpreffe halt« die schnelle Lösung der Juden frage tafei CtaatStntereffe für dringend nothwendig und wollen sie stckl einer Weife bewirkt wissen, welch« allmältge Russtficirung terj Juden und ihre Amalgamirung mit der christlichen Bevölke-H rung sichert. _ Vermischte und neueste Nachrichten. Aozwi«, 12 April. Am vorigm Sonnabend, den 6/ April, fand hier dt« feierlich« Einführung unsere» neuerwähfttGH Rabbiner«, Herrn vr. Adolph Lew in, t» sei« Amt Seine Ankunft war für den 4. festgesetzt worden. Zu Abholung waren dem jungen Rabbiner der Vorstand und #r] nig, Repräsentanten bi» Borek entgegengefahren. Unter t Gratulanten befand sich auch Herr vr. Lewy au» Krotosü der den ehrenwerthen Ri'.f an di« in Berlin neu zu gr jüdisch-theologisch« Fakultät erhalten und angenommen. Feier am Sonnabend begann um 10 Uhr vormittag», dem Vorstand« begleitet, begab sich der Rabbiner »ach der Etz») nagog«, welche auf» Prächttgste mit Blume» und Gutrb geschmückt war. Hier ergriff Herr Repräsentantenvorstchsi^ Magnus Fuch» da» Wort und hieß in wenigen, «ber ltchen und ttefgefühltrn Worten im Namen der Gemeind« Gast willkommen, der nun al« ihr Seelenhtrt seine» vorstehen sollte. Nach dieser Ansprache bestieg der Predigers selbst die Kanzel. Die Predigt, welche länger al» eine Stua andauerl«, war eine überaus inhaltsreich« und ttef rrgr sende. Die Zuhörer folgten ihr mit gespanntester Aufmerksam»^ keit und waren von derselben sichtlich erbaut. Beschloffen wu«'" dir Feier mü Abstngung de» Hallelujah. (Ostd. Z.) Sachse«-Mei»i«ge». Aus einer im Synodalblatt mtt»j getheilten Verfügung de» Herz. Staats-Ministerium» ersah wir, daß da» Reichskanzleramt die die jüdische Statistik treffende Eingabe de» Rabb. vr. Engelbert in St. Gallen Einzelregierungen zur Weiterbeförderung und zur llnte de» Zwecke» hat zugehen lasse». 'j . ' j Ejj

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