Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 17-18.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 17-18.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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148 im Bivouac angezündet hat, und seit kurzem mit einer Lachter unsere* Landrabbiner* verheirathrt ist. Zn unserer Stadt ist er der einzige Jude, der diese Deeoration besitzt, im Land« sind meine* Wissen* noch zwei: Steinberg in Kassel, Liwenstein in Rehburg. Arautfnrt «. M. Hier starb der Konsul Zacque* Hahn. Der Dahingeschiedene wurde im besten Manneiaitrr vom Tode ereilt, denn er hatte noch nicht da» 51. Lebensjahr — Di« Gesellschaft der Freunde begiug heut« ihr 80jLhrige* Stiftungsfest. Zu ihr« Gründer« (17ten Aprll 1782) gehörte Mose* Meudel*soh». E» freut un* bei diese» Anlaß hervorheben zu können, daß die Nachfolger Mose« Mendelsohn'* zu den wenigen Bankier* gehören, welch« sich an dem modern« Gründu»g*wesm nicht betheiligt Hab«. Htreok-u. Hier ist der außerordentliche Professor jüdischen Glauben», vr. Ferdinand Cohn, zu» ordentlichen erreicht. Cr gehörte der hiesigen Firma L. A. Hahn seit über > Professor ernannt worden. (An der hiesig« Universttüt als» 20 Jahre» al* Theilhaber an. Die sich in den weitest« j neben Prof. Vr. Grätz der zweite.) »kreis« bemerkbar machmd«, allgemeine und tiefe Iheilnahme > Areola», d« 8. April. Hier starb im hohm Alter an dem Trauerfall ist gewiß ein Zeichen dafür, wie sehr e*; der al* Privatgelehrter rühmlichst bekannte R. Salamon der Berblichene bei Lebzeiten verstanden, sich die Sympathie j Rissen. (Wir bring« in der nüchsten Rr. ein« auSführselbst Fernstehender zu erwrrb«. Zn dem Dahingrschied«« I lichen Bericht. Red.) verliert die Familie ein« sich stet* gleichbleibenden, liebenbwürj big« Charakter, die Bürgerschaft eine» warm«, humanitäre Zwecke stet* fürdemden Mitbürger. Kunst und Wissenschaft ein« eifrigen Gönner, die Armen und Berdängten ein« Freund und Helfrr in der Roth, dessen Hau» eine Zufluchtsstätte für alle Unglücklichen war. Ein besonder» hervorstechender Zug in seinem Leben war sein« eifrige Verehrung de« MosaiSmuS. (Franks. Pr.) Aa«t»rg. — Gegen da» vorläufige Programm für di« nächste hier stattfindende „Allgemeine Deutsche Lehrerversammlung" erhebt die Zeitschrift „Der Zsraelirische Lehrer" deshalb Protest, weil als Berathungsthema „der Protestantenvrrein in Beziehung zur Schule" aufgestellt ist. Der Protest versagt dem Protestantenvereine seine Sympathien und Achtung nicht, er glaubt aber eine Besprechung desielben auf der Allgemeinen D«tschen Lehrerversnmmlung nicht al* berechtigt gelt« laffm zu können. Diese ist eine „Bereinigung aller deutschen Lehrer" ohne Unterschied der Confessio»; e* darf mithin ein «onfrssioneller Verein, auch wenn er eine freisinnige Richtung befolgt, nicht hier in de» Vordergrund treten. Der Protest schließt mit den solgrndend« Worten: „Wir protestiren al» deutsche Lehrer gegen jede tendenziöse Verrückung deS Standpunkte», den die d«tsche Lehrerversammlung einnimuit, wir protestir« geg« die Cinschmuggelung alle» Particnlaristischen, Confessionellen, Exclusiven, welcher Art nnd welcher Farbe e* auch sei. Wir bleib« treu der d«tschrn Schule und der allgemeinen deutschen Lehrerversammlnng." — Der verstorbene ReichStagS-Abgeordnete vr. Kosch hat seinem hier am Schlump wohnende Bruder ein Legat auSgesetzt, dessen Zinsen hinrrichen, dem alten Mann eine sorgenfrei« Zukunft zu bereiten. Außerdem erhält Herr Ko sch fast sämmtliche nachgelassene Znvmtar-Gegmständ« seine» Bruder», unter dmrn sich namentlich die werthvolle Bibliothek deS Verstorbenen befindet. Bon Berlin au* sind dem Erben wegen Ankauf* der vüchersammlung viele Anerbietungen gemacht worden. Er hat jedoch in dieser Beziehung den TestameniS- Crecutoren de» Erblasser* freie Verfügung gelassen. Vermischte und neueste Nachrichten. Aerti». Zn der Nacht zum Dienstag starb Herr Moritz Reichen heim, einer der Chef« der Firma M. Reichmheim u. Sohn, im Alter von 57 Zähren. Der Verstorbene niachte sich unter Anderm noch in letzter Zeit durch die großartige Stiftung eine* jüdisch« Waisenhauses, da* am 8. Mai d. Z. eröffnet werden sollte, bekannt. (D. Z.) Jrauüfurt «. M., 11. Aprll. Die Herren Zsak und Zacharia* KönigSwarter haben, zu« And«k« ihrer beidm frühverstorben« Söhne, ein Capital von 300,000 fl. zu einer Stiftung verwendet, au* der« Einkünftm Stipmdim für Gymnasialschüler, Etudmtm und solche, die sich der Landwirthschaft widm«, gewährt werdm soll«. (F. Z.) Aro»ßerg. Herr Loui« Rosenberg, eia hiesiger Bürger, hat sich in einer an dm Magistrat gerichteten Eingabe berei erklärt, sobald der Grundstein zu einem in Bromberg zu errichtmden UniversitätSgebäud« gelegt wird, die Summe von 500 Thlrn., und sobald da* Gebäude seinem Zweck übergeben wirb, ferner 500 Thlr. zu zahl«. Aeumart in Westpreußen. Die jüdische Gemeind« hatte »ich vor längerer Zeit eine eigene Schule für ihre Kinder gegründet und an dieselbe ein« tüchtigen Schulmann beruf«, der mit sichtlichem Erfolg wirkte. Auf ärztlich« Rath sah sich derselbe indeß gmöthigt, seine Pensionirung zu beantragen, »elch« auch am 1. Februar d. Z. erfolgte. Nun ersuchte der Vorstand der jüdischen Gemeinde den Magistrat, di« jüdisch« Schule mit der zweiklasiigen evangelischen Schule zu vereinigen. Der Magistrat ging hierauf bereitwillig ein und am 7. Mär, wurde di« Vereinigung vollzog«. Die bisher der jüdischen Gemeinde gewährte Aversionalsumme von 160 Thaler hat der Magistrat im Einverständniß mit der Schuldeputation liberaler Weise dm evangelischen Lehre« überwiesen und dadurch der« Einkommen erheblich verbessert. Die Genehmigung der Regierung zu den Veränderungen ist bereits eingetrofftn. So wäre also in dieser Beziehung ein Schritt nach vorwärts gethan. (N. d. Schulz.) Feuilleton. Die Varvin'sche Theorie nnd die Religion. tflortsktzung.) Dir biblische Schöpfungsgeschichte lehrt «in« zeitlichen Anfang der Welt, eine Schöpfung. Darwin, die Naturwissenschaft überhaupt, kann nicht lehren, nicht feststellen, daß die Materie ewig sei» sonst würde damit etwa» behauptet, wa» nicht bewiesen werden kann, also die Grenze der Wissenschaft überschrül«. Diese kann nur sagen: der Dinge Anfang geht mich nicht» an. wir nehmen Zeit, Raum und Stasi al* unendlich« Größen an und operiren von dieser Voraussetzung weiter. Gegen solche Voraussetzung hat die Religion, die ab r mit einem über alles Denken und Borauüsetzer. sich zu Gericht setzenden Dogmenbau nicht« gemein hat, auiji nichts rinzuwenben. Dir Kreise berühren einander nicht.