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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 15. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 15.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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120 liege, der einer allgemeinen Abhilfe dringend bedürfe, da di« Zahl der Schulen ein« so große, die Gehaltssätze aber so neidriseien, daß sich die Regierung der Aufgabe einer allgemeinen Regelung' nicht entziehen dürfe. Di« Kommission hat deshalb den Entschluß gefaßt, dem Plenum de« Hause« zu empfehlen, die Petition der k. Staatsregierung zur Berücksichtigung zu empfehlen. 5. April. Wir die St. H. Zig. nachträg llch erfährt, hatte die hiesige Börse am Begräbnißtage des Vr. Ko sch Trauerfahnen aufgezogen und befanden sich im Gefolge hinter seinem Sarge auch mehrere evangelische Geistliche aus der Stadt und Provinz. Magdebnrg. Bei der Beerdigung Uhlich's war der einzige Geistliche, der unter dar immensen Leichenzuge dem Sarge folgte, der jüdische — was von der Gesammtbevölkerung als ein Zeichen ächter Humanität und Toleranz, die der jüdischen Religion inne wohnen, gewürdigt wurde. — Ausierlurg. Am ersten Osterfeiertage hielt Herr Pfarrer Grunert hier den ersten altkatholischen Gottesdienst in der dazu bewilligten Aula des hiesigen Gymnasiumvor einer sehr zahlreich versammelten Zuhörerschaft ab. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde hatte dem Altkatholiken-Berein für seine gottesdienstliche Zusammenkünfte mit anerkmnm»- werthrr Bereitwilligkeit sein Kirchenlocal angeboren und nur die vorhergegangen« Einräumung des Gymnasiums hinderte die Altkatholiken, von dem freundlichen Anerbieten Gebrauch zu brauchen. Aus Asirttemlerg, 2). März. Die Kammer der Abgerrdneten hat in ihrer 76. Sitzung vom 1b. März d. I. die Petttion um Zulaflung der Mischehe zwischen Juden und Ehristen, welcher di« 1. Kamurer nicht beigetreten ist, dem Anttage der Commissi»« gemäß beschlossen, „an die St. Staatsregierung die Bitte zu richtni, zu gesetzlicher Einführung de» Grundfatze«, daß di« Religiousverschiedenheit zwischen Ehristen und Richtchristm kein bürgerliches Ehehinderniß bilden soll, di« geeignete Einleitung zu treffen" — nachdem Hülder sein Bebauen, darüber auSgtsprochen, daß die Bitte im ersten Hau« nicht die Mehrheit gefunden, und gewarnt hatte, man möge es dahin nicht bringen, daß dt« Regelung dieser Verhältnisse von der Reichsgesetzgebung in dir Hand genommen werde. Ktfaß. vr. Korn, der jetzt definitiv zum ersten Lehrer am Collegium zu Saarburg ernannt ist, wurde nrbm dem Kreisdirertor Freiherr« v. Fr. und Rittmeister v. G. in den Borstand des Casino'» und zum Vorsitzenden der landwirthwirthschastlichen Commission zum Entwürfe der Statuten gewählt. Au den höheren Lehran starten wird überall, wo israel. Schüler find, neben den chrifll. auch rin israel. Religionslehrer anzestellt. Die Anstalten find confesfionslos in dem Sinne, daß der Staat Lehrer jeder Eonfesfion und Religionslehrer für alle Confesslonen angestellt, eS aber Jedem freistellt, ob er an dem Religionsunterrichte Th eil nehmen will. Im Collegium zu Saarburg hat sich die Zahl der Israel. Schüler von 2 auf 7 und mtt den Anmeldung«, di« bereit» für da» Sommersemester vor liegen, auf 1b vermehrt; ein sehr günstiger Prozentsatz im verhältuiß zur Gesammtzahl. Sir erdalten w-ch«utlich 3 Stunden im Hebräisch« und in der Religion. Auch an anderen Collegim mehrt sich di« Zahl der israel. Schüler. StraßOnr». Herr veuj. Lrvy von hier hatte vor zwei Zahn» bet vrrheirathung seiner Tochter dem hiesig« Waisenhaus« eine Obligation der Stadt Paris geschenkt. Dieselbe ist jetzt mit 200,000 Francs, dem groß« Loose, gezog« worden. (»rch. israel.) Ikien. vr. Güdemann hat am Sabbath Sachor zum Beitritt zur Alliance israel. Univ. aufgefordert. Dis jetzt ist Wim in derselben sehr schwach vertretm und selbst die Mahnungen Alb. Cohn», der 1869 hier «in« Ansprache deshalb gehalten hatte, find fruchtlos gebliebm. Hoffen wir jetzt bester« Erfolg. (Wien. Israel.) Hemberg. Der „ Pos. Ztg." wird von hier geschrieben: „Zum Benefiz des Schauspielers Eugm Richter, Regiffmr der Dmstchm Bühne zu Lemberg, gelangte „Der Oberrabbiner von Sada-Gora" zur Aufführung. Um recht viel Publicum au« dem Zudmviertel in'S Theater zu lock«, verschmähte der Direktor Milaßevski die Geschmacklosigkeit nicht, die Theaterzettel im polnisch-jüdischen Jargon und mit hebräischen Lettern drucken zu lasten. Hkarl». Am 13. März starb vr. Mich. Leoy, Großoffizier der Ehrenlegion, Direktor deS Val-de-Gräce, Inspektor des Militär - SamtätSwesenü, Präsident der medizinisch« Fakultät u. s. w. u. s. w., 63 Jahre alt. „Seltm hat selbst in nnserm Land« ein Israelit so hohe Ehrmstellm erlangt," sagt Univ. Jsr. „Die medizinische Wissenschaft» die Militär- Verwaltung, der israelitisch« Cultu« Hab« ein« gleich großen Verlust erlitten," sagt Arch. Jsr. Die Blätter stellen ausführlich« Nekrologe in Aussicht. — Da» Budget de» israelitischen EultuS ist in der geforderten Höh« bewilligt, jedoch ohne die Bau«Subvmttonen. Die »«« Consistorim in Belfort und Lille werd« demnach in» Leb« tretm. — Bei dem Bau der Synagoge an der klaoo Royal«, welch« in dem ehemalig« Hütel de» Herzog» von Crillon eingerichtet wird, hat man mehrere kunstvolle Decken« und Wandgemälde, Skulpturen, Holzarbeit« u. dergl. gefuud«. Der Oberrabiner will st« nicht in der Synagoge belasten, und hat man sie besten» «tfcrnt und aufbewahrt. Die politischen Blätter nehmm dir» übel auf; e» ist aber selbstverständlich nicht ander» möglich. — Ein neue» Stückchen Fanattsmus von Bmillot im „Univ." „Die Nationalversammlung hat öff«tliche Gebete für alle Culte angeordnet. Wahrscheinlich Hab« viel« Katholik« sich darüber geft«t, aber st« Hab« nicht bedacht, daß diese allgemeine Frömmigkeit, welche die Ketzer, die Synagoge und wahrscheinlich auch di« Muselmänner in Algier mit der der Kirche vereinigt, nicht» vom Himmel zu hoff« hat, mn» sie sich so mit dem Teufel vereinigt." Hser». Die israelittsche Gemeind« wächst und will sich neu organisiren. Man will ein« Miniatre-officüuit anstelle», der, wmn er zugleich an der Universität Hebräisch lesm kann, dadurch rin« Zuschuß von 1200 Francs jährlich erziel« könnte. Ein Platz zu einem Friedhof ist gekauft, die Stadt wird hoffmtlich d« Platz zum Bau einer Synagoge gratis gebm. Dann hofft man, wird die Gemeinde vom Staate anerkannt werden und dadurch für Tempel und Schule Staats-Subv«tton erhalten (Arch. Jsr.) W«tz««»e. Rodrtque» Ely, Bankier hier, ist vom Könige von Spanien zum Commandeur des Ordens Karls UI. ernannt ward«. Aus Aerrara schreibt «in Correspond«t der Arch. Jsr. klagend über dm verfall der Rellgiösttät bei tat Israelit« Italien», zunächst Roms. „Die Talmud Tora ist verlast«.

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