Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 10.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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hätte Me Bo-heit sich über daganze Land verbreitet, den» in all« Städte« lodert die Flamme de- Hasse-. Gott stehe ungnädig beil In Wahrheit, geehrter Herr, mei«e Seele ist, indem ich diese Zeilm schreibe, tief betrübt; „uqser Lchen schwebt un« gegenüber", mehr alirgend andern Menschen; wer kann saM. qifl her avrgprdp Ta^ erzeugt? An wen sollen qtr in unfrtr Roch unwenden? Wo ist Me Hülfe von der Alliayce*) Wo ist da- Herz unsrer Brüder, der Angesehenen in Deutschland? - 300,000 Seelen schweben in Roth und Gefahr; nicht genug, daß ihnen jede- Recht entzogen wird, werden sie noch in ihren Wohnungen ausplündert. E. T. Hat unser Herr Corrsspondent nicht ein Recht, sich über unzu beklagen? Ist enicht eine Schmach, daß sich in Deutschland keine Hand regt und kein Mund bewegt, um eine Intervention, eine Verwendung zu Gunsten der in so kannibalischer Weise Mißhandelten herbeizuführen? Wie? als efich um Geldinteresien, um Aktien und Zinsen handelte» aldie in ihrer Geldgier schwindelnd Beschwindelten sich geprellt sahen, da setzte man Himmel und Erde in Bewegung und hätte am liebsten eine deutsche Armee mobil gemacht, um den Rumänen mit dem Bayonett die Coupons-Zahlung abzufordern. Da sollten Me Rumänen „bluten", weil Strou-berg uud seine hochadligen Mt ... - doch da« geht un« hier nicht« an. Aber damal« erhoben auch die jüdischen Ftnanzmänner ihre Stimmen, bildeten Eonsortten und bestürmten Mnisterteu -und Reich-tag-männer, denn e« handelte sich um den GeldbeutÄ, den „ungemüthlichen." Und jetzt —da» Gemüth sollte sich empören» aber e« bleibt kühl; wa» geht Me Herren in ihren Paläste» „unter de» Linden" oder wo sonst, Me Au-plünderuug ihrer Stamme-genoffen in Jsinail und Umgegend an? Sie haben jetzt noch die letzt« Bille zu geben, sie haben so viel zu gründen und zu „senken," daß die Juden in Beffarablen darüber zu Grunde gehen und versinken können. Da schlug in Cremieur doch ein andere» Herz, so lange er gesund war, und seine Stimme noch etwa« galt. . . Da heißt e« wirklich: „ob der an deinem Bruder Jacob verübten Gewaltthat sollte Scham dich bedecke» — du aber stehst gleichgültig gegenüber» wenn Barbaren seine Habe plündern" — Sind wir denn Me Kinder Esau'S geworden?! Andrerseil« wäre e» wohl sehr angezeigt, wenn durch Sammlung« für Me Beraubt« ein kleiner Ersatz gebot« würde. Daß eb« solche für Me Perser im Gange stnd, und daß beide einander eine traurige Concurrenz mach« würd«, ist wahr, aber weder zu indem, noch ein wirkliche« Hinderniß. Wir begnüg« un« vorläufig mit dieser Andeatung, hoffentlich stell« sich die«mal Me österreichisch« GlaubenSgenossm, al« Nachbar«, an die Spitze. @8 geht au« all« Bericht« hervr, daß die Jodenhetze abermals von dm „Rvthm" in Gang gerächt ist, um durch Aufhetzung der Mmge politische Zweckt zu erreich«. Wir Hab« schon mehrmal» Veranlassung gehabt, darauf Hinzuwesse», wie diese Methode, politssche Agitation« durch Iudenhetzm einzulettm, zu dm Eigmthümlichktitm der flavssch« und anderer östlich« halbcivilifirten Nation« gehört. Zugleich ist darauf hinzuweism, wie thöricht die christlichen Böller Wesimropa'i handeln, wenn sie ihre glaubmöbrüderliche Solidarität mit jenm Halbbarbar« betonen und ihn« gegmüber die Türken herabsetzen*). (Bergl. dm Leitartikel in Nr. 71) Rach •) Siche die „neuesten Nachrichte»', an Schluffe d. Sl. »Mer „Paris" »ab , dm bt«her vorliegenden Bericht« ist der nächste Anlaß zu der Verfolgung, der Kirchendlebstahl, ntHt von esst» Juden au»- gegaqgm, oder er ist gar absichtlich in« Wer? gesetzt, um ein« Banpand zu gewinnen. E« ist zwar schon der Umstand betrübend, daß selbst un«, in Deusschland u. s. w., daran gelegen sein muß, erhärtet z» sehen, daß der Kirchmräuber kein Jude gewesen sei, daß •> »uch wir noch solche Solidarität mst einem Berworfmen btttpr empfind«; dmn, in der That, wenn nun wirklich ein Jude die Kirche in I«mail bestohl« und somit gethau hätte, wa« schon tausendmal Christen gethan haben, wa» ginge da» die andern Juden in jener Stadt, wa« die andern in Rumäni«, wa« un« an?! Doch ist e» so, und au« diesem Grunde füg« wir noch einige Correspoadenzen au» nicht «jüMschm Quell« hinzu, um unseren Lese« vollständige« Material an die Hand zu geb«. Die nachstehmden Berichte weich« zwar in Nebenpunktm von einander und von dem in vor. Nr. gegeben« ab; erst gerichtliche Untersuchung kann alle Umstände gmau feststellen,(möchte bisse nur gerecht*) und zu Ende geführt werden!) in den angedeutetm Hauptumständen stimmen sie vollkomm« überein. Dem „Wanderer" (i» Wim)'wird gsschriebm. Bukarest, 1b. Februar. Abermal« — zum wievielte» Male in dm lehtm fünf Jahrm? — tauchte eine abscheuliche Judenverfolgung in unserem gesegnete» Lande auf. Die Regierung mag lmgnm so viel sie will, Thassache ist, daß in Ismail 320 Juden theil» verwundet, theil« gttödttt, sowie »aß in Kahul 40 Jndividum umgekommen stnd. Ja Ismail besonders spielt« sich Scmm ab, die aller Menschlichkett Hohn sprechm. Mädchen von 1b J-hren wurden geschändet, Kinder erbarmungslos niedergestochm, Männer i« Angesichte ihrer Frauen, Frau« in Anwesenheit ihrer Männer auf die . schändlichste Art verstümmelt und umgebracht. bO Häuser ward« ■•''i dmulirt, die Synagoge zerstört und alle» gsschändet, was d« Jstaelitm heilig und ehrbar ist. Die Behördm benahm« sich wie gewöhnlich lau. ja zweideuttg, anstatt energisch einzuschreiten. Es liedurfte bei wiederholten Befehle aus der Restdmz, um die Herr« Beamt« zu einer einigermaßen wirklich« Jntervmtio» zu veranlaffm. Acht Tage laug feierte der Pöbel seine abscheulich« Orgi«, bi» mdlich Milüör anlangte und dem toll« Treib« ei» Ende machte. Die Regierung nimmt, wie gssagt, ihre Zuflucht zum hier sehr gewöhnlichen Manöver des Leugnms. D«r Konsularkorp« gegerckber erklärte Mr. Castafo«, in Jsmasl hält« die Unordnung« nur 3 Stund« gedauert! Der Opfer sei« nur sehr wenige gefall«! Natürlich fand« diese „loyal«" Berstchorung« absolut kein« Glaub«, und der Repräsentant der nordamertkansschm Union antwortete auf echt Pankeeisch, indem er ein«, Liste der Erschlagen« aus seiner Tasche hervorzog und Mefeile dem Minister hinhielt. Es ist die Rede davon, daß eine Ko»» sularkommission (wie im Jahre 1868, wo die Regierung auch alles in Abrede stellte) gebildet uud zur Konstatirung der That- - sachen an Ort und Stelle geschickt werde. Die Gsschichte ist um so trauriger, al» sie durch die Umtriebe der „Rothen" provozirt wurde, die Judm aber dabei nicht die mindeste Schuld trifft. Die Behördm geb« al» Veranlass»», eineil von einem Jud« begangen« Diebstahl in einer Kirche a», aus der ein Kreuz und heilige Gefäße entwendet ward« sei» sollt«. Allerdings fand mau disse geweiht« Dinge au einem unrein« Orte verscharrt, aber dieses Bub«stück vollbracht« nur Jene, welche einen Tumult brauchten, um im Trüb« fisch« zu könne». Ein elender Jude ist durch die Folter, die in der Moldau noch in Gepflogmheit steht, zur Selbstauzeige gezwuug« ward«, aber der Man» weiß vou dem Diebstahle gar nicht«. Und wenn er wirklich Me fluchwürdige That begaug» hätte; wtt kommt man dazu die ganze Gemeinde dafür verantwortlich zu «ach«?" Die „R fr. Pr." berichtet unter demselben Datum: ») Nach de» »mißen Nachricht«" »ap> «dm «eefaep «nsßchtt . % IfUtit mri*r mtfciri. .. - - .. *.«(