Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 10.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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für die religiösen ««d sorialeuV«teressen des JudeuthmnS. Erscheint jeden Mittwoch. Preis viertrljLhrlich 20 Silbergroschm. (*t Mi tzwispaltige Petit^ile »der deren Raum 1'/, V-r. vera»t»«rKch«r Rabbiner Dr. X Lre Herausgeber in Stettin. Magdeburg, 6. März 1872. Zu beziehe« durch alle Buchhandlungen und Poßanstaltra. Inserate«-Annah«« IlM Hos-Vuchdruckerei von Larl Fries« in Magdeburg. was Inhalt. Leitende «rttkelr Die abermalig« Iudenoerfah Deutschland: Berlin. Breslau, von der Ruhr. Oesterreich: Wien. Krad riehtnenr Berlin. Berlin. Berlin, vromberg. Dien. Prag. Pilsen, den. Magdeburg. — Feuilleton» Sin frommer Wunsch. — Ba di« Perser. — Brieskaste«. — Beriebtignn-. Die abermalige Zndenverfalguag in Uumänien. Aerkad, 14. Februar 1872.*) Haben Eie die Güte^ nachstehenden Brief wirtlich übersetzt mitjutheilen. Al» vor etwa Jahresfrist die StrouSberg'sche Eismbahnfrage die Judenfrage abliste und von neuem ganz Europa gegm Rumänien in Bewegung setzt«, zeigten sich die Blüth« der Hoffnung im Land«, und wir nannten daS Ereignis ein _ ilHcklicheS. Abgesehen bosou, hast wir bfljMli daA.Lv man iti$ mehr unsallein schmähte, Räuber und Verderber de- Lande» nannte, sondem alle Fremden mit Lästerreden überschüttete, Hirten wir auch, dag die Angelegenheit vor eine Conferenz gebracht werdm würde, und glaubten zuversichtlich, daß diese auch un» l«lfm 'würde. Auch wLhrend der letzten Session der Abgeordneten i« December und Januar glaubten viele, daß das von der Regierung vorgelegte Projekt zur Befriedigung der Eismbahnacttenbrsttzer fallen würde, sowohl deshalb, weil die Rumänen (wenigstens nach der Meinung der Opposition) sich gcgei He Acttonire im Recht glaubten, und beretts ein Gerichtshof ln Preußen letztere abgewiesen hatte, als auch weil die Feinde de» Fürsten die Eisenbahnfrage gegen ihn zu benutzen und ihn zu stürzen hofften. Dieser Zwischenfall ging indeß rasch vorüber, denn die Pforte gab bestimmte Weisung, das Projrct nicht durch Ränke zu hintertreiben, da die Sache sonst vor ein« Konferenz gebracht und ohne Rückfrage bei den Rumän>m erledigt werden müßte. Die Abgeordneten sttmmten dem Regierungsprojecte schleunig bei, nicht weil sie fürchteten, daß di« Lctionäre obsiegen würden, nein, dir Opposition sagte: „eine Konferenz wäre un» ganz erwünscht; .aber die Gegner fürchteten, daß bei der Frage wegen der Eisenbahnen auch di« Bahn, auf der das Land wandelt, in Frage gezogm würde, »nd daß dies sie stürzen müßte! D» Rumänen wiffen, daß hie zu einer Conferenz zusammentretenden Gesandten d>w Mächte bei Besprechung der rumänischen Politik kein günstig«!» Urtheil fällen, und daß kein einziger die Frwel, die gegm di« verliehenen Rechte geübt worden find, gutheißen würde. Während un« di« erwähnt« Hoffnung sich verbüfteri«, tim jffn neuem Ftnsdrniß und Roch. Der Hauch'Btsvuml's iß t« Rumänien. — Bericht« «nd Torrespvndenzen r Parket: >drianopcl.fvn!«lscht« und neueste ftodM Bon der russischen Grenze. Lu» Rusfisih-Polen. Pari». Loii- — Btelle«-Besuche. — Inserat«. — Spenden fsr ute da» Gewölk der StrouSbergfrage» und die Stürm« nsterltnge kamen wieder über da» Haupt der Israeliten, rung und Mord! (Der Corresoondent berichtet nun die nge in Ismail; wir kaffen die«, als bereits bekannr, Weiter erwähnt er die Exceffe in Wilkow, Kileh und über letztem Ort heißt es:) In der Kreisstatt i — so schreibt unser Korresp. dm Ramm des Ortes — Gesindel am Somttag und Montag über die Jude«: er sie vor dem Besuche der Synagoge wamm, damit sie nicht den B-sewichtern in die Hände fielen. Die Judm befolgten den Rach, und niemand ging am Sabbath <^»f die Straß«. Am Sonntag Morgens ging abtt ein alter Mann mtt feinem Talisbeutel unter dem Arm zur Synagoge, die von dem skomitii Gedungenen ergriffm ihn, nahmen ihm den Beutel und «sickelten das TaliS und die Tephillin einem Hunde um, der so gehetzt durch die Straßm lief. Dies war ein Signal, man stürzt,: sich auf die Beute. Ein Brief eine» hiesigen geachteten Kaufmanns, Herrn Zuckermann, der sich Geschäfte halber in Kawol aufhält, schildert die Plünderung als gräulich. Mchr oslS 206 Familien habm sich in die Äaserue geflüchtet, um nicht vor Kälte umzukommen, da ihre Häuser zerstört sind, (Frauen sind dort vor Schreck niedergekommen); es scheint, als sei in, Kawol noch mehr geraubt worden, als in JSmail, denn da gerade Markt dort war» hattm sich viele Bauem auS der Umgegend eingefuuden und führten die Beute aus den Zudrnhäusem aus Wagen heim. Das Unglück ist dort sehr groß; die Wimer Blätter und dir „Rum. Post" erzähl« nur einen Theil von dem, wa» unsere Glaubensgmoffm in Ismail betroffen hat, von Kawol wiffen sie wenig, und schweig«, als wäre dort nicht» BöseS geschehen. Dies schmerzt mich doppelt dmn ich Hab« da« Wehe erfahren, welche» die Beraubt« betroffen hat. Sie würdm siebenfach unglücklich sein, wmn man ihrer vergäße, niemand ihrer gedächte und ihn« zu Hülfe käme. (Wir*haben alsbald 2b sch*) dahin gesendet.) Und wer kann die Wunden heilen, die di« Feind« geschlagen Hab«! Die Regierung hat di« Ding« vorausgesehru, hat Trupp« hingrsendet, um den Unheil vorzubeugen (??); sonst Cmmm 3fkHn t# » . . .-4