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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 10. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 10.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Fenster eingeschlagm, die Thür» erdroch«» Möbel zerstört, mnd die Bewohner mißhandelt. Einer verläßlichen Nachricht -kfolge, find nicht weniger als 60 Häuser unbewohnbar gemacht worb«. Di« wenigen österreichisch-ungarischen Unterchanen fand« Lei ihrem Konsulate Schutz, und nur da- Centrum der Stadl Mär von dem dort stationirten Militair vor Ruhestörung« gewahrt. Die andern Zudm flüchteten stch nach all« Richtung« ' vor den Angriff« bei Pöbel-, der von den gesund«« und geraubt« Weinen berauscht (den Rest hatte er auslaufm . lass«), sich zu dem grausamsten Vandalismus hätte hinriißm ■loff«, wenn die unglückselig« Opfer nicht bei Zeit« die Flucht ergriff« hätten." Die in der vor. Nr. gegebme Mtthellung, der zufolge Juden bei dem Diebstahl garnicht betheiligt warm, bestätigt stch in der Angabe desselben Blatte-: „Die ganze Geschichte in I-mail war, wie stch jetzt herew-stellt, ein angestelltes Spiel: der Kirchenraub war auf Austiften mehrerer Vagabunden, — soll wohl heiß«: mehrerer Rothen, — von einem getauften Zudm in der ganz bestimmten Absicht vollbracht ward«, um ebm eine Meuterei hervorzurufm." Kaum war die Ruh« in Z-mail wieder hergestellt, so Lrach in Bulkov, einem Dorfe dicht bet Z-mail, ein nmer Zudmkrawall au-, bei welchem der mtartete Pöbel in derselben Weise wüthete wie in Z-mail. Häuser wurdm demolirt, die -aufgegriffmm Zudm in barbarffchester Weise mißhmdelt und allenthalbm geplündert. Ein Thell der jüdische Bevölkeiung suchte in dm Kellern Schutz vor den Räubern, und brachte Lort «tsetzliche Stund« der Angst zu, von all« Nahrung-« Mitteln «tblößt und jed« Augmblick das Aergste befürchtend; Her ander« Theil mtfloh «nd heute soll daganze Dorf bei^lt- -von dm Zudm verlaffm sein. Man stelle stch dagräßliche -Elend all der unglücklich« Familim vor, die bei der jetzig« rauhen ZahrrSzeit und in der so unwirthlichen Umgegmd Z-mail«, gezwung« find, au-zuwandem und zwar mit dem Bewußtsein, daß ihr« zurückgelaffm« Habe verlor« sind. Hunderte von Familim find obdachlos. (Ehat sich bei-eit- «in HülfSeomitä gebildet, da« „Rumänier und Menschenfreunde" um Spmdm für die geplündert« Zudm angeht. Red.) Leider beschränkt sich der Heerd der Agitatton gegm die And« nicht auf jmm Fleck Erd«, sondem greift immer torittt »nd weiter, und so ebm trifft die Nachricht ein, daß auch die B876 Einwohner zählend«, 6 Posten von Galatz ^entfernte Stadt Cahul, der Schauplatz bluttger Exceffe gegm die Zrd« war. Auch dort hatte die Canaille ihrer Raub- und Plüuderuug»sucht Gmüge geleistet und die israelitffche vmölkerung unvorbereitet überrascht. Wie die „Rum. Post" verninimt, soll« sich die Angegriffm herzhaft zur Wehr gesetzt ha!kn, wobei zwei Zsmelitm getödtet, acht verwundet wurden. Käuipsmd jog« sich die Zsraelttm in die dorttge Gm-darmerie-Kasimw -«rück, di« angeblich ebmfallvom Pöbel angegriffm wurde und die Gm-darmen veranlaßt Hab« soll, auf dm Pöbel zu feuern. von Galatz find bereits Trupp« nach Cahul dirigirt w»rd«. Wie dem „P. L." au- Bukarest telegraphirt wird, be- «dfichtig« die Rothm überall in Rumänim Zudenkrawall« anzuzetteln, um so in der allgemein« Benvirrung die Regierang zu Mrzen. Dm Vorgang schildert ein „Augenzeuge in der „Rum. Post"-in folgender W^se- Ohne irgend welche vorangegangme Anzrichm verbreitett stthinZ-mall am 24. Zanr. plötzlich da» Gerücht, daß ei« Kirchenraub begangm «ordm sei und fiel auch sofort der Verdacht auf ein« gewiss« Zacob Silber, ein« lithauischen Zudm (Rmegat), welcher au« der russischen Armee drserttrt und vor ungefähr drei Monat« nach Z-mall gekommm war, wo er bei einem Schneider arbeitete. Gmannter Silber wurde denn auch sofort arrttirt und in Verhör genommm, wobei er in der erst« Bestürzung angab, daß er dm Diebstahl im Verein mit dem Meister, bei welchem er arbettete, ausgeführt Hab« und daß die gestohlen« Objecte im Ofm de- Hauseversteckt sei«. Di« vorgmommme Durchsuchung ergab zwar keinerlei Resultat, ufer auf die Aussage Silberwurde auch der Schneider vorläufig eingezogen. Bei einem zweit« Verhör sagte Silber aus, daß er den Diebstahl auf Anrath« einegewissen Herrn D. Goldschläger vollführt habe, welcher ihm an demselb« Tage gesagt habm sollte: „Geh' in die Kirche, stehle di« hcllig« Geräthe und bringe sie mir, bann will ich dich zum reichst« Mann in der Welt mach«, und du wirst unter den Zudm als ein Heiliger geltm." Diese zwrtte, der erstm widersprechende Au-sage, veranlaßte auch die Arrettrung des Her« Goldschläger, der, seit 15 Zähren in Z-mail ansässig, zu dm größt« und achtbarstm Kaufleuten der Stadt zählt und als gebildeter und humaner Mann allgemeine Achtung genießt. Die gestohl«« Gegenstände wurdm später in dem Aborte eines Hauseaufgefundm, in welchem ungefähr 40 Familim — worunter auch der Siabbiner — wohn«, welcher ebenfalls eingekerkert wurde. — Andererseits behaupt« die Journale „Porporul" und „Trompetta", die alregierungsfreundlich, aber al-judmfeindUch bezeichnet werdm, daß der Dieb und besten Spießgesellen ausgefagt habm, sie feim vom Rabbiner und zwar im Ramm ihrer Religion aufgefordert ward«, die Kirche zu schändm. — Inzwischen hat die Regierung eine besondere Kommisston zur Untersuchung der ganz« Affaire eingesetzt und ist der Gmeralprokurator Herr Borschu, ein Mann, dem der Ruf der Unparteilichkeit zur Seite steht, bereitnach Z-mall abgereist. (Hiernach widerlegt stch der auder,^kiln. Ztg." in mehrere große Zeitungen übrrgegangme, sehr zweideutig gehaltene Artikel von selbst. Red.)*) •) Coden beim Schluß des Blatte« geht un» eine Erwiderung zu, die der Herr Rabbiner ist-. Schwarz zu Mut in die Köln. Ztg. einrucken ließ, un» darin auf Grund eine! Telegramm» der „All. Ist." die Uc, »ahrheil der in dem beregten Artikel enthaltenen Beschul»«ungen »achwie«. Allerding» thut e> noch, den entstellten Bericht« gegenüber den wahren T hatbest and durch die größeren polit. Zeitungen zu veröffentlichen. Red. Feuilleton. vlckateu für Lösen; der „Zudenftaze." (Schluß.) Unsere Lösung der ausgeschriebmm Preisftage lautet wie ölgtr Die Zudm haben kein Recht, im christtichm Staate zu wohnen, zu leben, zu athm«, und somtt auch keine Pflicht«, kein« Obliegenheiten. Da aber leider der Staat so unchxistlich ist» ei» bloßer Rechtsstaat zu fein, und überdies von den Ungläubig« auch noch Stmern anntmmt, Rrcrutm au-hebt und Gehorsam fordert, so hat dieser gottlose Staat die Ehre, ein christlicher zu sein, verwirkt, und muß zur Strafe die Zudm behalten. Der Liberalismus und CentraliSmus sind allerdingdie ärgst« Kuppler der Berjudung, sind aber ebenallso wie die Zudmpresse eine gerechte Heimsuchung diesemtchrtsUichtm Staate-, besonder» der Stadt Wien, die sogar altkatholischm Bethäusem Raum gewährt. Um jedoch nicht der Intoleranz beschuldigt zu werdm, wm« wir di« Zadeu

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