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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 10. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 10.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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bi» in» Herz treffen, und um fir ganz unschädlich zu »achen, muß man zuerst wissen, wa» ihnen ihr« Lebensfähigkeit verihr« Gnmdsätz« und rauben wir ihn« dm aubschüeßlichvt Bcsttz derselben. Mach« wir e< mit den Juden, wie Raletht. Die» ist nicht ihre Machtstellung, nicht di« Schandliteratur de» Liberalismus, sondern ihr Stolz, ihr unbeugsamer Dünkel. Dieser Stolz muß gebrochen werden, indem man ihm jedes Object entzieht. Worauf find fie denn stolz, diese Juden? Zuerst aus die Demüthigungm, die fie erfahr«. Man raubt z. B. ein Zudenkinb gewaltsam seinen Eltern und läßt e» in einem Aatechumenmkloster selig machen. Glaubt ihr, die Juden lernen daran», daß ihre Religion unselig macht, daß fie bußfertig erkennen, wir weit fie von der Erleuchtung entfernt sind? Nichts wmiger als da»l Sie schlag« sich auf die Brust, sag« sich: „Ein Mortarafall ist bei un» unmöglich, wir köim« keine Profelytenmacherei!" und werdm um so bochmüthiger. Monfignor Wiesinger beschimpft ihre Nasm, verlästert ihre Redlichkeit. Glaub« Sie, daß die» die Juden ernieiirigt? O, nein! Die Witze des Her« Wiesinger, sag« sie, fnb doch bei uns eb«sow«itz möglich, als in einem anständig« Journal xcvr rirs, und werden wieder stolz. Die Juden lesm die Preisausschreibung de» hochftommm katholischpatriotisch« Vereins. Glaub« Sie, di« Jud« werden dadurch ihrer Derworfmheit inne? Nein, sie lach« über dm homud e» mit dem Berg« machte. Stom dieser nicht zum Pro» phetni, so kam der Prophet zu ihm. wollm die Jud« nicht ultramontan werdm, so werdm wir ihn« zu« Trotze liberal, was wir jedmfallS leichter erreich«, al» Herr Weber in dm Besitz eines schön«, reich« Judmmädchms kommt. Alle Mittel, die Jud« auSzuttlgm, Hab« sich erfolglos erwiesen. Sie verbrannt« nicht im Feuer unserer Scheiterhaufen, fie starb« nicht in dm Qualm unserer Folterbänke, fie verarmt« nicht durch Leibzölle und AuSnahmestmern, fie erstickt« nicht in. txn qualmend« Ghetti, in di« wir fie pfercht«. Sie find nicht zu ertränk«, zu erschieß«, ihn« kommt Frost und Hitze, Hunger und Durst nicht bei. Versuch« wir es, so hoch un» zu schwingen, daß die Juden sich zu Tode schämen müffrn — und wir sind ihrer los. Das Mittel ist neu, originell, in dm Grsetzbüchem noch nicht vorgesehen. Der Jnquisitionsrichter kmnt nur Vergift«, Quäl«, durch Aerger die Menschen au» dem Leb« schaff« — aber für diese ume Art, sich der Mmschm zu entledig«, indem man fl« durch Tugend und Weisheit sich zu Tod« schämen macht, ist noch keine Strafe erfundm. Also frisch darauf los! Das Mittel Nnfirn und werden wieder auf sich stolz. Sie sind stolz auf GewiffmSfreiheit, Menschenachtung, Selbstständigkeit des Denken», auf ihr« Nüchternheit, ihre Arbeitslust, ihre Zeitkmntniß und ähnliche unsaubere Poltergeister, die in ihrer Mitte spuk«. Diesen Stolz muß man ihn« nehmm. Adoptirm wir selber ist unfehlbar, die Frage gelüst. Wir Hab« das Unserige gethan — löblicher Casino, thun Sie da» Ihrige und zahlen Sie uns „die zwanzig Dukaten für Lösung der Juden» frage!"_ ».*) Nach Mittheilungen in der N. fr. Pr. Di« „vacanzenltfte unk Stellengesuche" mußten „egen Nanmmangeln znrückbleibm. Conenn fKr d« israelMsche Stinteu-Z»üitAt in Wim. ket dem, mll dem Schnljcchr« 1872 3 zu eristnendm Institute find di« Stellen einen Oberlehrern und einen Lehrer« zu besetzen. Der Oberlehrer bat di« Berechtigung zum Volkes chul. und Vürgrrschnl-Unterrichte und bereite praktisch bewährt« allgemeine pädagogisch« SesLhöütng nachzuwetsen, de» llatrrr'cht in den mtsprecheimen Lehrfächern und in der Neligion mosaisch) dann di« Oberausficht der Anstalt zu übernehmen. Die Vrzüge find bin aus Weiteren mit jährichen ll 800 Oest. W., einer Ouinquenalzulage von st. 100 bin zu 20 Jahren, freier Wohnung n der Anstall, Beleuchtung, Heizung und v«r- -stegung festgesetzt. Der Lehrer hat di« verechtignn« zum LolksschulunterrichK und berelln practisch bevähcte pädagogische Befähigung nachzuwetsen, xn Unterricht in den Lchulgegenständen, in Musik und Besang zu übernehmen, den Oberlehrer in seiner Lehrchätigkeit zu unterstützen nälhigentalln zu suppliren. Mit dies« Stelle ist ein Jahresgehalt von st. &0C Oest. w. und wie für den Oberlehrer frei« Station in der Aafiall verbunden. Die Bewerber um diese Stelle wollen ihre. mll den erforderlichen Dokumenten belegten Besuche nebst einem Curriculum tÜm bis 81. März b. In. an dan Kuratorium den israelütschen Vlinben-Jnstituten in Wien (Seitengasse Nr. 4.) ungestempell, tnaoo einsenden. Bint, 16. Februar 1872. Der Präsident: Dr. Ludw. Aug. Frankl. Varav). In unserer Bemeinde ist die mit einem strirtm jährlichen Behalte von 550*) Dhlr. und Nebeneinkünften dotirt« Stell« einen Kantorb und Hülfsschächters vacant und mägli chst bald zu besetzen. Geeignete, mit musikalische Bildung ausaeftattrt« Bewerber, wollen ihre Meldungen und Attest« recht bald an uns einsenlien. Reisekosten werden nicht vergütet. Jnowraclaw, 11. Februar 1872. Der Vorstand der hiesig« Synagogen-Gemeinde. _ ttinlM Schlesinger. *) Nicht MO, wie «n irrihümvch in der vor. Nr. hieß. Gtellen'Gefnch. Sin Rellgü-inlehrer, vorbet,r und Schächter, (auch Baal Mort), aeb. Preuße, unverh., im Besitz« vortreffl. Zeugnisse, sucht etr» entspr. Stelle. —, Offerten: Pakos« (Pr. Posen), pooto rootantc 3. 8. 100. Sin Religionnlehrrr, Vorbeter und Schächter wird zum 1. Aprll (auch früher) hier gesucht. Sehalt ISO ttir., SO Dhlr. Miethe, «chechüa und sonstige Sporteln. Der^Vor^mdmWrolmirstedtbüM^chur^ Pension--Gesuch. Für einen Bhmnafiastrn, mosaisch, wird per 1. Aprll o. c. hierselbst etm Pension bet achtbarm Leutm gesucht. Näheres bet A<tolf B>«CTtfc1, Magdeburg. Zum 1. Mai wird für ein jüdisches Hütck «ine perferte Köchin gesucht. Behalt liberal. Reflektanten mll Smpfehl. wollm ihr« Offerten 6. S, Id an dt« Bim««» «xpedittou o. Ia«»b Tstrkheim i Heu» bürg senden. Für die Hungerleide«den in Versie» ferner eingeganam: aus Stettin laut in htes. Vlällem veräfsentUchtm Spezialliste M khlr. - Id Sgr. Sammlung bei der Jahresversammlung des isr. Fraurnverrins dahier 26 Dhlr. Zusammm 76 IHK. Id Sar. Herm Michaüitz ». d. Svnag.-Bem. Sammin 22 Dhlr. I« Banzm bei der SA». 246 Dhlr. 7 Sgr. Bei ber Srpebllion: Aus wolmirstedt (anonym) 2 Dhlr. K»' 1 Der, wohlthätigkeitspoecke weihm, und Biuds" ein Soneert zu »eranstallen. jmmm Sejler. Fräulein ThercM einem _ _,, di« Verherrlichung den Bottesdimstes ist, will sein« Jtrftftc auch et toi der hiesige» «rueeu, sowie den „gDttt»«uuu» Waiseu-Uuterststtzuuggdm Mitgliedern den Besang Dereins habm Frau »wuIwu-MImmawmtA«»!, Fräulein _ __ u T0IW sowie die Herren Organist Brud und Violinist HelitHMa hierselbst, ihr» Mirwirkung freundlich- "zugefagt. Das Soneert findet Sonntag den 3. März, präcise 7*1» Uhr Abends, im großen Eafino-Saale, Breiteweg 103, star. Billetn mm Preis« von i» Sar. — »hu« der ÜDohithätigkrtt Gchrauke» zu setz«« — find »ei dm Herr« A4*lf Vreillweg Nr. 43, ■« Well, Breitem«, Nr. 164. tu habm. — An der Kaste tritt der Preis von 11 Sgr. «in. wll lad« sSmmllich« Gemeinde-Mißlicher und der« »ngehlrß«, sowie Freund« des Gefäßes hierzu, «in und erwart«, daß sch», in Anbetracht des gut« Zweck», bi« Dhellnahm« «in« sehr reg« sein «Kd. Der Vorstand bet Syno^-'Bes.-ver. in Magbedur», ivriafvusia« dar KfHeOmu R L. Ihr. Antikritik chmso balbthunlichst. in D. Ihr Austatz wirb »espeochm »eidm, ch lag nur »ugmblickltch Druck und Verlag ber Hostuchbnickeril vou Carl Fries» tu Magdeburg.

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