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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 10. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 10.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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kr Mich« Schule Me kutsche oder M< P-Kttsch« sei«, Je , de» jüdischen Familien «Kd dorisch, natürlich »eist t» Z«lgo», gesprochm, polnisch »ersteh« Eltern und Kinder garntcht oder sehr «mig. vor einiger Zeit wurde gleichwohl in dm JO*. Schulen bic polnisch« Sprach« eingeführt. Ader dag z« ei» wnrtmk -tesultat blted nicht au>, bic Leistung« blieb« weit hinter k» früher« zurück. So ist knn dieser Tage beschloss« ward«, zur deutsch« Unterrichtssprache zurückzukrhrm.- Anmerkung der Redaetion. Eine «eitere Erörterung über dies« Gegenstand liegt unser« Blatte zu fern. Wir entnehmen aus der Eorrespondmz nur noch die Mittheilung, daß in km Verein „Schomer Israel", dessen Organ der obmgmani« ,Lfr»elit" ist, die Ansicht« über dies« Punkt divergtrm. Vehr begreiflich! Herr Pred. vr. Liwenstein gehört zu dm Be>- tretern der Polonistrung. Er findet darin natürlich Gegner, ffinn aber die Prager „Wahrheit" in ihre« Eifer für die deutsch« Bildung den genannten Herrn mtt Schmähung und Verdächtigung« überhäuft, so sind wk in der Lage, aus eigmer Wtsienschaft versichern zu könnm, daß vr. L. bereits als Jüngling — er stammt aus Polm — warme Sympathien für dk polnische Nattonalttät im Herzen getragm und geäußert hat. Derartiges verspottet und veichichtigt kein Ehrmmann! In der Sach« sind wir freilich durchaus kr Ansicht, daß-es ein großer Fehler sein würk, die galiztschm Juden künstlich zu polonifirm, statt sie der unendlich höher stehmdm kutsch« Cuttur zuzuführen, waS so leicht und naturgemäß gestheh« könnte. Wir schließ« noch «in Bruchstück aus einer Correfpondenz der „91. fr. Pr." an, obgleich die darin besprkchene Angelegenhett, wk obm erwähnt, im besser« Sinne erledigt ist. „Es ist Jedermann bekannt, daß die Polonistrung Galizinis km 'Lank unermeßlich« Schaden zugefügt hat. Auf die galtzischen Juden, dk ihres Verkehres mit Deutschland Ijalber besonders auf die kutsche Sprache und Cullur angewiesen find, muß dk Polonistrung der bestehend« deutsch« Lehranstalt« «rtödtmd wirk«. Im Vereine „Schomer Israel", der zur Wahrung der Znteresten der Zukn sich gebildet h«tt, wurk die Frage «twickett, wie man vorzugehm hätte, um diesem Unglücke, welchem die galizischm Zukn mtgegmgehen, vorzukugen. Man brachk eine Resolution ein, um sk ter General-Versammlung zur Annahme vorzulegen, allein bic Ansicht« dtvergirten. Unser« Schwachherzigm fürchteten, Erbitterung zu erwecken, während Andere meint«, jek Agitattin sei nutzlos, knn das Dmtsche in kn Schul« sei ohnedies beinahe ausgerottet (dk hiesig« kutsch« Profestorm am Gymnasium und kn Realschul« sprech« selbst nicht erntet Deutsch, zn» Beispiele das Tisch, da« Esel re.), und dk Landeilschulräthe trag« das Ihrig« bei, um das deutsche Wist« zu schädig«. Di« Ansicht der Schwachherzig«, der Verein möge nur tndireet agitirm und eine Commission ad hoc wählen, drang durch, dk Commisstonswahl wurk jedoch weg« vorgerückter Rachtstunk nicht mehr vorgmommm." A. Ans dem südlich« Mähre». Wahrlich auch ich war nicht wenig erstaunt über dk Frage, dk der Leitartikel der Rr. b der „Wochenschrift" an der Spitze trägt, und es freut «ich sehr, Ihr« Lese« heutt ein« neu« Beweis für dk Bildungsfreuudlichkeit der Zudm zu gckea. Aus der ganz« hiesig« Umgehend ström« die wißbegierig« Iürgttng« »ach de« «ah« Ork Rtkolsburg, woselbst «in Gymnafium, »an PiartfKn geleitet, besteht, verhältnißmäßig besuchen mehr jüdische als nichtjüdtsche Schüler dtrseLehinnstatt und giebd.sz.ö. än der l. Klaffe dk 68 Schüler zählt, A jüdischer Eoaiefflim.! So geht es auch in den übrig« Klaff« und da» Veste kommt «ach; in fast all« Klaff« nehm« die jüdisch« Schüler dk erst« Location« «in. In mancher Klaffe ist der erst«, zweite, dritte Platz hintereinander von Zukn besetzt und vor 3 Jahr« schon machtt einer kr Profeffor« dk Bemerkung: Wmn die Iudm nicht wären, ich würde verzweifeln! Doch die« ist ja b«r geringste Beweis gegm dk Anfeindung«, di« in dieser Beziehung uns gemacht werk«; rorda Moroni, «iempla trahnnt, mag di« starre Wirklichkeit es kn Gegnem alltäglich beweis«, daß wir Zukn bildungsfreundlich find, daß sie mehr knn Andere mit regem Eifer kn Lehrftättm zueilen! — Bor Kurzem starb in Leipnik sin Mähr«) Bernhard Grünbaum in dem hohm Atter von 103 Jahr«. Derselk erfreute sich bi« zu kn letzt« Lckenstagm des best« Wohlseins. Er hatte sich schon vor 40 Jahr« auf dm Tod vor« bereüet und sich eine Grabstell« angekauft. West, 20. Februar. Die Wahl des Rabbiner Pollak in Inowraelaw zum Darschan Hierselbst, ist von der Gemeindeversammlung fast einstimmig besiätigt workn. E, Aui M«der-Jl»gar», im Februar. (Ortg.-Corresp.) Ein Mndmühlenkampf weg« einer Walzmühle I die jüd. orth. Durchführungs-Commission, die für ihre Anhänger dm siebent« Himmel gepachtet zu habm vermeint, hat auch diePester Walzmühk gepachtet u»d unter Aufsicht altfrommer Rabbiner, zur Beruhigung altjüdischer Mazzoth-Coosummten, dk vielleicht widerborstiger Natur sind und in daS KaschruS des Pester Rabbtnats kein vertrau« setz«, Ostermehl mahl« zu kaffen. Dieses Pester Rabbiuat ist aber auch sehr empfindsamer Natur und betrachtet es als einen Eingriff in seine Rechte, wmn' der Unghvarer oder Ujyelyer Gan «ine Pester Mühle kaufstchtigt und in seiner aufgeregt« Sttannung läßt es Artikel von Stapel laufen, di« ganze Spalt« der „Ung. jüd. Dochmschr." füll«. So heißblüttg nun, wie da» Pester Rabbinat, ist di« jüd. orthodoxe Durchführung»-Commisirm, namentlich kr« journalistische Abtheilung, noch immer, und so ist es gerade nicht di« sanfteste Art, mit der sich die Herr« gegenseitig verständlich mach«. Uebrigens hat schon Kohtteth, ob man ihn mit Gritz unter HerokS geschrieben sein läßt oder dkeet dem König« Salomo zuschreibt, gesagt» daß «i unter der Sonne absolut nichts N«es giebt und so hat auch oknkmelkter Streit nicht das Anrecht auf Originalität: denn schon im Jahre 1864 thatm die Herr« Hirsch und Fasiel, Oderrabbiner in Groß- Kanischa uüd der Rabbiner in Palatta-Gyarmat eben dasselbe, was jetzt die Altradbtner der jüd. orth. Confesston thun, und kr vom seel. vr. Messel erhokne Protest wurk auf Grundlage des Schulchan-Aruch vom Okrrabbiner Fasse! im B. CH. zurückgewiesm. (S. B. CH. 1864, Beil, zu Nr. 16). Damals hatte Fasse! dm Sch.-Ar. noch nicht für ungültig erklärt, waS wohl zu merk« ist! Frmckreich. ' Weuss», Febr. „Revue Isr." vom 9. berichtet: Mehrere Sensationsjoumale Hab« die Nachricht verbreitet, daß Ad. Crämieux im Sterkn liege. Dies ist, Gott sei Dank, unbegründet, das Unwohlsein, welches den Präsident« der All. Isr. Uaiv. an das Hau» feffett, hat nichts Bedenkliches." — Felix Hämmt, Proftssor der Wissenschaften am ssr. Seminar, ist zum Aufseher der Elemmtarschulm im Seine- Departemmt ernannt worden. — Bormu« Abraham, einer kr ausgezeichnesstm unserer aunectirt« Glaubensgenossen, ist zu« Maire kr Stadt Del«« (Mrnrthe) ernannt workn. (Univ. Isr.).

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