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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 10. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 10.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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«ff Dapoti«« of tha Britisch Jawa an, daß dir Cerfammlun® -«schloffen |ab«,' allen, welche zur Linderung de-. NothsttUides in Perstm beigesteuert haben, sowie den Gemeindevorstehern, Rabbinern u. s. w., welche stch für die Angelegenheit speziell tntrresstrt haben, insbesondere auch den Redaktionen ». rc. Dank ausiusprechen. ES wird die Notiz beigefügt, daß 4,450 Pf. Sterl. -zu fraglichem Zwecke abgesendet sein, und die Hoffrmng. ausgesprochen, den noch vorfindlichen Rest von Spenden durch »eitere Gaben anwachsen zu sehen, damit bald wieder eine größere Summe nach Persien geschickt werden könne. fflir fügen noch einig« Notizen aus Iew. Thron, bei. „Während in ZSpahan und andern Städten Persiens die Juden schrecklich durch die HungerSnoth leiden, ist bei den Israeliten in Bagdad kein Nochstand ausgebrochen. DaS Baud of Depnties hatte eine Summe Geldes für die Glaubensgenaffen dieser Stadt geschickt. Sir MoseS Montefiorr erlstelt dieser Tage ein Schreiben von dem Borstande daselbst, in welchem dieser mittheilt, daß sie keiner Unterstützung bedürfen und darum die erhaltme Summe wieder zurücksenden. — Zn der letzten Sitzung des Board zeigte Sir Moses Montestore telegrc^htsch an, daß er, sobald es seine Gesundhett erlaub«, persönlich nach Bagdad zu reisen gedenke, um bester zur Linderung des NothstandeS der GlaubenSgenoffen in Perstm wirken zu können." Wir erachten eü aus verschiedenen Gründen für Pflicht, hier nochmals »u erwähnen, daß die GlaubenSgenoffen in Rußland, angeregt durch dm „Huugid“, sich in erfreulicher Weste an dm Spenden für Perstm betheiligm. 23. Februar. Hier ist gestem der Pofeffor M. A. Levy gestorbm. . WerN«. Die hiestge Sroß-Loge Royal York (Dorothemftraße) hat dm Beschluß gefaßt, daß vom 1. Zu« d. Z. ab das jüdische Glaubmsbekmntniß fernerhin kein Hinderungsgrund gegm die Aufncchme in dm Orden der Freimaurer abgebcn solle. — Die übrigm hiesigen Groß-Logm find distem Beschluste bisher nicht beigetretm. ' " — Wie die ,^vost. Ztg." meldet, hat der Borsteher und PrÄiger der apostolstch - christlichm Gemeinde zu Rummy bei ManSguth beim Abgeordnttmhaufe petttionirt, daß der Ge. meind« gestattet werde, die „Ruhefeier" am Sonnabend statt am Sonntage zu haltm. (Wer denkt hierbei nicht an den jüngst gestellten Antrag des jüdischm Deputtrtm Horn vor dem ungar. Parlament, der das Umgekhrtr für alle Rellgionm verlangte, und die treffend« Antwort deS ungar. Handelsminister. Wochmschr.) S. Wertl», 21. Februar. (Orig.-Eorresp.) Die An gelegmheit der Hochschule für jüdische Wiffmschaft ist, wie Zhnm bereits von anderer Seite mttgethei«, zu einem befrttdigmdm Abschluß gelangt. ES ist hervorzuhrbm, daß das Enratorium bei der Besetzung der Lehrstühle stch einzig unb allein durch die Grad« der wissenschaftlichen Befähigung, keine»' weg« durch dm religiösm Standpunkt der Docmtm bestimmen ließ. Auch hattm Theologm, die man stch in mgster Beziehung, «U der Hochschule bisher dacht«, auf dm Gang der Tinge keinen einigermaßm merklichen Einfluß. Damit hängt es zu-- sammm, daß von der ganzm Angelegmhett so lange Nichtti in 6k Oeffmtlichkeit drang und selbst der Bericht Zhres brffm «ingewethtm II Eorrespondmtm nicht frei von Ungmauigketteri ist. An der im Sommer zu eröffnend« Hochschule werden nämlich vorest nur drei Lehrrr fungirm, di« Herr« Dr. Erstes. Geiger und Levy, von bau» die erster» schon im VifM*! ■ des Winters, letzterer erst in de» jüngst« Wochen für diet Anstalt gewonm «ordm ist. Durch die Berufung des Dr. Levy, der durch seine ganz bÄeutmdm talmudischm Kmntniffv wie durch sein« tiefe und wiffmschaftlich« Ersaffuug der talmudischm Litteratur bei Fachmännern, namentlich in dm öst» licheren Provinz« einen Ramm hat, ist gleichsam constattrt, daß daS Talmudstudium in dem Lehrplan der jungen Anstatt; eine hrrvorragmde Stelle einnehmm und so jung« Männern; die Möglichkeit geboten sein wird, sich an ihr auch zum praktstchm Rabbinerberufe vorzubereitm. (?) ES ist selbstverständlich und besonderin den jüngsten Verhandlung« klar gestellt worden, daß die Anstatt als solche wegm ihrer verschiedmartigcn Färbung kein eigentliches Rabbinatszeugniß (mJVfl erlheilt, daß es vielmehr Privatsache jedes einzelnen Docentm ist, ob und wem er ein solches Zmgniß auSstellm will. ES bestehtauf diese Weise keine Solide rität zwischen dm einzeln«» Lehrern; es werdm durch diese verschiedene religiöse Standpunkte und wiffmschastliche Auffafsungm vertreten seim und diese Mannigfaltigkeit der Anschauungen auch auf die Hörer übergehm. Die sich der prakttschm Theologie Widmenden, werden stch zum Theil an diesen, zum Thril an jmm Docentm anlehnm und, wmn eS ihnen um daS Rabbinatszeugniß zu thun ist, dieses von dem erhallen, der auf ihre Anschauungsweise am mristen ringewirkt. Die Zusammmsetzung der Lehr-, kräste überhebt unS der Besorgniß, als ob eine Identität' der Anstalt und der reformatorischm Richtung bestände, so können wir hoffm, daß di« Hochschule einen Hellsamen Einfluß auf den Gang der jüdstchm Entwickelung nehmen werde. (Die Lehrer werdm tthrm und die Zeit wird lehren; wir enthattm uns vorläufig eines Uriheils. Red.). — Die haben jüngst di« Anerkmmmg hervorgehobm, mit der stch der Reichskanzler über dir politische Befähigung der Zudm ausgesprochen und hieran einige Bemerkung» über di« Hochachtung geknüpft, welche dieser Staatsmann vor dem Talmi« eines bekannt« jüdischen Abgeordnetm hat. Gestatten Sie mir, Zhnm von der' Anerkennung zu erzähl«, die einem anderen unserer GlaubmSgenissm von Sellm des HofeS zu Theil gewordm ist. Proftffor LazaruS hielt unlängst ein« Bortrag, de« auch der Kaiser und die Kaiserin beiwohnten.' Tags darauf empfing er einen Brief teS Kronprinzen, in dem dieser sein Bedauern auSdrückte, daß er verhindert gewesen, den Bortrag mitanzuhören und etwas später wurde Professor L. die hohe Ehre zu Theil, zur kaiserlichen Tafel eine Einladung zu erhattm. Die Sammlungen für die Zudm in Perstm habm hier bereits zu sehr erfrmlichm Resultat« geführt. Das allgememr Interesse hierfür gab sich u. A. durch Veranstaltung zweier Wohlthittigkeitsconcertr kund, an denen brdmtmde musikalisch« Kräfte mitwirktm und die sehr zahlreich besucht warm. Es wird Sie iuShatt nicht wunder«, daß daS Comitö, zu dem u. A. die H«rm Z. Bomberger, Dr. Taste!, Dr. Hildesheimer, Z. Israel und Ed. Blende gehör«, bis zu« 8. Februar schon nah« an 8000 Thtt. an Moses Montefiore abgesandt hat, der wie wir aus dem jüngst« Rechmmgsberichtt mtnehmm, sich selbst an Ort und Stelle zur Milderung des namenlos« Elends begrbm wird. Daß rin Greis, der schon längst das 80. Lebensjahr überschritt«, einm solch« einzig in seiner Art dastehend«, wir möchten sag« herostchm Entschluß gefaßt hat, vuße wohl dazu bettragm, die Opftre frmdigbett unserer Glaubensgmoff» zu erhöh«; koarmm doch di« höchst» Geldopfer, dir wir bring«, nicht de» Opfermuche gleich, welcher stch in de« Vorsätze j»«s großherzig» Plmschm-

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