Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 7.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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öS erationen und Bote Ctt. Mrk. 77.14 Sh., zusammen . Dirk. 2152. 14 Sh. so daß also dar Vermögen am lutz der IahreS Crt. Mrk. 19,953. 13 Eh. betrug. Wovon Mrk. 18,639. 15 Sh. belegt und Crt. Mrk. 1313.14 Sh. r in Costa vorhanden waren. Ko«v»rg, 3. Februar. Die heutige „Reform" berichtet zehrnd über einen vom Pastor Manchot, aus Bremen, im »testantm-Verein gehaltenen Vortrag über das Buch Hiob, der Redner, so viel ersichtlich, keine neue Zde entwickelt so ist hier über den Vortrag nichts zu sagen; aber über Referat sind ein paar Worte am Platze. Es ist, wir iieln nicht daran, von einem jüdischen Literaten verfaßt und richtiges Beispiel von der schmächlichen Schreibweise jener sie, die dem Zudenthum mehr als irgend etwas Anderes det. Da werden liberale Anschauungen vorgetragen, besonders > religiös-liberale; es wird daher auch dem Christenthum fleißig onirt, um aber nicht aus der Rolle zu fallen, um entweder Inkognito zu wahren oder die Erhabenheit' über jede Spur giö^er Sympathie zu documentiren, wird das Zudenthum auf unwürdigste Weise verhöhnt. Das geschieht auch in dem fragen Artikel in buchstäblich blasphemirender Weise. Weiter ein rt darüber zu verlieren ist unnütz. K. jltts Hierßeffe», 28. Jan. (Orig.-Corresp.). Von c Reise zurückgekehrt, finde ich in Ihrer Wochenschrift 2 und 3 Artikel, entnommen aus dem in Paris erscheinen „Univers Zsraelite", welch« sich gegen meinen Bericht »kr. 19 der Wochenschrift vom vor. Z. wenden. Es altemich, daß da gesagt ist» Zhr Blatt sei ftanzosenfeindlich, rend doch jeder unbefangene Leser dies mit Entschiedenheit ickweisen wird. Was aber die spezielle Angelegenheit bet, welche in meinem Artikel gemeint war, und in dem zönschen Briefe berichtigt sein soll, so verhält es sich so. Briefsteller, Edm. Hirsch, ist ein Reffe des Commandantm und dieser ist der Schwiegersohn des Rabbiners vr. Levi Hnßen Hirsch wurde von M. als sein Bursche reklamirt, it er aus den Baracken käme. So ist die genossene Freundeit gewiß natürlich und kaum eines Aufhebens werth. : warum Hit man einen anderen ftanzösischen Soldaten, ienS Alex. Salomon aus St. Dizier (Hante Marne) bei n Schweinemetzger Dienste nehmen lasten? Daß Salomon e war, hat man wohl gewußt, und er hat nur den Dienst cht und angenommen, um aus den Baracken zu kommen. Ind warum, um von jetzt schon Altem auf Neues zu iei, müssen erst zwei Geschäftsleute in G. eine Sammlung sie Juden in Persien anregen?- (Die Cache ist an sich unwesentlich, doch glaubten wir rm Herrn Corres. Raum zur Rechtfertigung seiner früheren 'Heilung nicht versagen zu dürfen. Spezieller in persönliche agen Eingehendes haben wir jedoch wrggelasien. Red.) Wie«. Der Verein zur „Unterstützung mittelloser isr. nrender in Wim" veröffentlicht seinen 10. Jahresbericht 1370:71. Er hat auch in diesem Jahre „viel geleistet, l fleißigen Studirendm stützend unter die Arme gegriffm sehr vielm Berdimstvollm dazu verholfen, daß sie als ritte praktische Gelehrte eine geachtne Stellung in der Welt hmm können." 165 Studirend« der Philosophie, der Meind Jurisprudenz und 10 Techniker «hielten Collegien- Beirräge zu dm Rigorosm, zur Promotion und ander- Unterstützüngen im Gesammtbetrage vou fl. 3122, 58 kr. lei lande r>ach warm die Petenlm aus Wim 2, aus. 's «reich 1, auZ Ungar» 92, aus Galizim 23. «tj! Böhmm 22, aus Mähren 16, tmS der Walachei 8, aus Triest 6, aus österr. Schlestm 3, aus Siebmbürgm und Schweden je 1. D« V«ein weift ein Bermögm von 8350 Gulden aus. Wie«. Die „Wiener Tagespreffe" erzählt folgendm in» terestantm Fall: Ein Wien« Geldbriefttäger hatte das Malheur, einm mit 2000 Gulden beschwerten und an die Firma Rothschild gerichteten Brief zu v«li«m. Dir Post mußte natürlich diese 2000 st. an Rothschild aus eign« Kaste zahlen, und da d« Briefträg« seit vielen Jahren als ehrlich« uud braver Mann bekannt ist, wollte ihn die Postdirettion nicht absetzm, sondern faßte den Beschluß, demselbm von seinem monallichen Gehalte so lange abzuziehm, bis jene 2000 fl. getilgt sein würden. Natürlich hättm diese Abzüge lange dauem müsse?» und d« arme Briefträger mußte von dem kleinm Gehalte leben; man hatte ihm daher gerathen, den Baron Rothschild um eium Nachlaß zu bittm, welchen Rath « aber durchaus nicht annehmen wollte. Seine Frau ging aber, ohne daß ihr Mann davon wußte, zu Rothschild — und Rothschild gab ihr wirklich 2000 Gulden, damit sie dieselbm der Post zurück» zahlm soll. Mit größt« Freude üb«gab sie ihrem Manne das Geld; dies« ab« trug gleich die 2000 fl. zu Rothschild zurück und wollte dieselben trotz vielen Zuredens doch nicht annehmen. „Warum sind Sie so hattnäckig und wollen das Geld nicht annehmen?" ftagte ihn Rothschild. „Weil Sie ein Jude sind und ich mir von einem Juden nichts schenken lastm will!" war die kurze Antwort des starrm judenfeind» lichm Bttefträg«s. Einige Tage später kam Rothschild's Dim« zu d« Frau des Briefträgers mit dem Aufträge, daß sie zu seinmi Herrn auf ein Paar Minutm kommen solle und zwar ohne Wissen ihres Mannei. Die »Frau begab sich nun zu Rothschild und derselbe sagte ihr: „Ihr Mann nimmt von mir kein Geld, weil ich ein Jude bin. Doch Sie sollm nicht unter d« hartnäckigen Judengehässigkeit Ihres Mannes zu leiden haben. Mein Kassir« wird Ihnen daher jeden Monat so viel auszahlm, wimiel man Ihrem Mann von seinem Monatsgehalte auf d« Post abziehen wird; aber sagen Sie es ja nicht Ihrem Manne!" Aruflek. Man sieht daß die mittelalterliche Derläumdung der Juden und des Judenthunis in unsrer Zeit von den Jesuiten systemattsch bettteben wird. Die Akteurs sind überall vertheilt. Hi« heißt «Rahlenbeck, der die Juden öffentlich in d« „Revue de Belgique" und insgesamml als „Wucherer" hinstellt. „Der Wuch«er verschlang den Menschen und zersetzte ihn" — aCo lautet sein Verdammungsurtheil. Der belgische Oranä-Radlrin, He« Astruc, ist in einem in derselben Revue abgedruckten Sendschreiben in würdevoller Entrüstung diesem verläumderischen Vorwurfe entgegengetreten, und haben fran> zöfische Blätter davon in an«kennrnSwetther Weise Notiz genommen. Er rühmt darin besonders die lit«arischen Lei» stungen des Judenthums im Mttelalt«, welche selbst christ. licherfeits anerkannt worden sind und weist nach, daß die Judenwenn Wucher«, dies nur durch die Schuld d« Christen ge» worden seien. H«r A. hat durch seine en«gische Wederlegung seinen Aveck vollständig «reicht. ^«xmtag, 29. Januar. Aus einem Pttvastchreiben des Herrn!»kabbin« vr. Blumenstein, welches fteilich nicht für die „Wochenschrift" bestimmt ist, «lauben wir uns einige Zeilen hierherzusetzea, weil sie ein erfreuliches Zeichen d« wi^erveik^hrrnden Verbrüderung bieten, die durch die Kriegs» «eignifs« und ihre Folge« so schwer geschädigt worden ton. .