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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 7. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 7.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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. :üj 23. vollzog ich dm Trauung in Thiorwille; bet Ot^k’.- f Robbin zu Metz, der an demselben Lage dort dar Trammg hatte, antoristrte mich demzufolge zur Bornahme jmer. SDie Synagoge war bis auf den letzt« Platz gefüllt, dmn es hieß: „l’aumönier, qui & 06 derant Metz pendnnt Jom Kippur, pr&chera en allemand." Das Gebet vor und nach der Predigt sprach ich französisch, diese selbst deutsch. Ich blieb noch zur Hochzeit und habe von Dmtschenhaß keine Spur bemerkt. Ich bin zwar jetzt in „neutralem" Lande angestellt, aber da- Publikum wußte ja sehr gut, daß ich ein Deutscher bin, sogar bd dm kruesieng fungirt habe" h^ari». Deutsche Zeitungen berichten von einer schweren Erkrankung A. Erämieux'. Die Revue Jsr. und lln. Isr. vom 1. Februar enthalten keine Andeutung von der Sache. — Die beiden genannt« Blätter widmen wanne Nachrufe dem Andenken der Ende v. Mts. im 81. Lebensjahre gestorbenen Fr. Baronin Eerilie Königswarter geb. Wertheimber. Sie wird als sehr wohlthätig und, obwohl Weltdame, im höchsten Grade religiös lebend geschildert. Nichts konnte sic in der strengsten Erfüllung religiöser Obliegenheit irre machen oder hindern, noch kurz vor ihrem Tode begab sic sich am „Iahrzdttage" in die Synagoge, obwohl sie sich aus dem Wagen in dieselbe tragen lassen mußte. — Die erste internationale Postanweisung, welche aus Portland in Amerika nach Euipa befördert wurde, überbrachte dm Ertrag einer Sammlung der dortigen israelitischen Schulkinder für die Juden in Persien. (Arch. Isr.) Ikashiugto», 9. Januar. Die Verhandlungen de« Hauses der Abgeordneten wurde durch ein Gebet eröffnet, welches Rev. Dr. de Sola, Professor der orientalischen Sprachen am Mc. Gill College in Montreal (Eanada) sprach. Eiik Israelite also — was freilich schon recht oft geschehen — und ein Engländer , Ausländer. Die amerik. jüdischen Blätter reproduciren das in der That sehr schöne Gebet und die lobenden Auslassungen aller leitende» Journale der Union über dasselbe und über das Factum. Auch der englische Gesandte in Washington hat dem Rev. de Sola seine Freude schriftlich kund gegeben. , l — *W tat tr durch-Unterricht gaMKMn, viel hat er seli eriomun, — «in wunderman» in der That, — er »etß «en Ans, geben« noch Rach. — schwitzt er gleich aller Hoffnung baar, in Todelgefahr, — leidet an schliminrr Sucht — nicht an I, Wassersucht, — sondern an des Arztes Habsucht. — Ja, ihr 2cj bürt, — wie solch' ein »rzt sich bewährt.' — Kommt er zu Krank« über die Schwelle, — so spricht er aus der Stell«, von der Krankheit gefährliche« Sitze, — „ein Geschwür im H> verursacht di« Fieberhitze I — Ich merkte sein« Zustand bald - an der Pulse Gewalt, — und brt Spucknaps's Inhalt. — Uns Symptome sind ein probatum, — nicht erst vom nmsten Darr/ Mir ist die Sache klar nnd rein, — wie der Sonnenschein. - vor Allem aber reicht mir bar — mein Honorar — fflnij Gulden baar; — wo nicht — Luch meine Kunst gebricht! - denn wie du mir, — so ich Dir; — ich Hab' meine Lehrer b zahl« inüssm, — also laßt'» Such auch nicht verdrieß«, — druzahlet die Hälfte zur Stund'» — den Rest, wenn der Kranke g sund. — Dann will ich Euch di men mit meinem Geschäfte. - gebe dem Krank« der Jugend Kräste, — und entferne die ur.g sund« Säfte." — Kurz und gut — er ist eine un oerschäm Brut, — mehr als der Trank unt das Pflaster werth — er zu Lohne begehrt. — Gr giebt dem Krank« ein Pulver ein. — u versichert listig und fein, — es werde ihn von der Hitze befrei'». Aber di« armen verwandt« find zu beklagen; — sie, die nur na Gmesung, nicht nach dem Geld« sragm, — erfüll« de» Ay,t Befehlen uud Sag« — mit Behagen; — sein« Sold — zahl, sie mit schwerem Gold. — Und der Arzt, nachdem er das Geld ( nommm, — ^äßt dm Apotheker komm«: — „Merke ^enau, r»> ich verschreibe, — Kräuter und Gewürze zerreibe, — daß All zu Pulver werd', nichts körnig bleib«! — Und wmn der Arzt ausgespielt seine Narrmsposien, — geht er heim, ißt und tr r unverdrosien, — während die Freund« de« Krank« eilen, — ol Weil« — bestürm« des Apothekers Thüren, — die Arz nei« holen, Alles nach Vorschrift auszuführen, — und, daß der Kr«, gesunde, — thun nach des Arztes Munde. — Sie sinn« ,u und greisen an, — Mann fiir Mann, — kein Gebot des Arz. bleibt ungethan, — ein Jeder geh» mit Eifer d'ran. — IV trotz alledem um Mitternacht — hat ihm der Tod d« Gar» gemacht. •*- Ader drr.Hrzt, dessen unbekümmert (er hat ja > Geld in der Handy/— vergißt keine Thräne, zerreißt nicht Gewand, — übt keinen der Trauergebräuche, der ftommen, obgleich er noch vor den Erben sein Geld bekomm«. — So s die Aerzie von hmte, — die klugen Leute. — licht« aus» 0’ ihr« Blick, — nicht aus de» Krcmkm^Geschick, — ob er st, oder kehrt zur Gesundheit zurück. — Was kümmert's ste, (daß , Gott erbarme), — ob er stirbt, »der lebt der Arme? — Feuilleton. Die Humorikik bei den Juden des Mittelallers. (Au» einer von I>r. Güdemann in Si« gehallmen Vorlesung.) (Schluß.) Schon mehr in das Gebiet der Satyre übergreifend, ober dmnoch ohne Persönlichkeiten, mehr die Schwächen seiner Zeit überhaupt geißelnd, erscheint der Humor des Provenzalen Kalo nymus ben Kalonymus, wie er sich in dem 1328 verfaßten „Prüfstein" kundgiebt. Ich übersetze Ihnen daraus die Schilderung eines eingebildeten, marktschrderischen Arztes. . „Da rühmt sich Einer seiner ärztlich« Tüchtigkeit, — erzählt ✓ Wunder seiner Geschicklichkeit, — daß der Kunst Geheimnifie kund — er mache di« Todtm selbst gesund. — Er spricht: da» ..Buch der Heilungen", das verlor«, — di« Schrift« Hippokrates und Gal«'», der berühmt« Doktor«, — und and'rer Meister, und was sie iu,sgespürt, — da» Hab' ich alle» studir» — und au »geführt. — Gewaltige Kur« Hab' ich vollbracht — in Ost« und Westen, in Mittag und Mitternacht l — Ich Hab« Leute geheilt, — di« vom Aussatz warm ereilt! — Doch der Betrüger ist alle» Wissm» baar, — nur der Narren Schaar, — well sie «in« Ring an sein« Ftrger spürt, — und «eil er in seinem Anptg «tnherspazirt, — hält ihn , für geschickt und »fahren, — säbelt, daß er «ährend 14 Zaijrm — bei Eber, dem groß« Arzt in Gileab — versteckt di« Heilkunst i ertlyr! hat. — Seiner Lippen Fluß — Bereitet de« Herz« H ochgw uß; fcj (Eine wunderbnre Geschichte. Das in hebräischer Sprache hier erscheinende Blatt „£ bazeleth" erzählte in sdner jüngsten Nummer folgende „für bare Geschichte" (»<112 nwa): Herr Abraham Penzo, britischer Konsul in Acco, k jüngst in Geschäftsangelegenheiken nach Zefath. Plötzlich wu er bedenklich krank und alle Bemühungen der herbeigeho! Aerzte waren vergeblich; er starb am Freitag. Da aber zum Eintritt des Sabbaths die Bestattung des Berschiedei nicht mehr stattfinden konnte, so blieb die Leiche den Sabb über liegen. An eben dein Tage kam ein Geschäftsfreund Herrn Penzo, ein Araber, nach Zefath, und da er bdm Eint in die Wohnung seinen Freund als Ldche auf dem Bo. liegen sah, stteß er einen gräßlichen Schmerzensschrd aus;a stürzte selbst regungslos zusammen. Der Schmerzensschrd Freundes war kaum verhallt, da bemerften die im Zimi Anwesenden, daß die Leiche des Abraham Penzo sich bew> Sie hoben Penzo auf, legten ihn auf das Bett und bebed ihn mit Gewändern. daß er warm werde. ES dauerte a nicht lange, so kam er wird-.' zur Besinnung. Er ist, .Laiazeleth" versichert, jetzt wieder völlig hergestellt, i Araber jedoch blieb todt und ivurde begraben. ' Briefkasten. G, in 3er. Da ich nicht die Ehre Hub», vi» zu kenn«, s» kann ich u» Hest-Anfortzek. in B«refi Ihrer Berich« nicht eingehe», ». ab. um eiae P- Dr. I. lieber fragt. Angelegenheit cs- Wocheusch. 1871 R. 39. Rts «d Besse,,» weiß ich nkfct

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