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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 7. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 7.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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fUnbot unk ftrprAftntsnttnfftrpern vorgeleqt murlx, ohne daß ftOc« während dieser langen-Zeitdauer durchgeführt worden wäre. — St erweist dies ebenso wie alles andere Tbun und Lasten unser«- Vorstände« und unserer Repräsentanz, bci§ selbe nur ein eigenmächtige« Handeln auf die Fahne geschrieben, daß e« ihnen bequemer und angenehmer ist, ohne Gesetz und «echt nur despotisch, willkürlich vorzugehen; — wir wrenschen -daher auf Grundlage jener seit 10 Jahren tuf dein Gei leindehause erliegendrn vollständig auSgearbeiteten Statuten, die unverzügliche Ausschreibung der Neuwahl ~ der Vorstand««." ttamänien. Mertnd, 1. Februar. (Ottg.-Corresp). Zn deu letzten Kammerverhandlungen über da« Tabaki-Monopol wurde einstimmig der Artikel 16 angenommen, „daß kein Jude Tabak«- händler sein dürfe." Nun muß man aber wisie», das« die Zahl der jüdischen Tabakshändler in Rumänien eine sehr beträchtliche ist. Allen diesen armen Leuten ist hiervurch der Brodstab genommen; denn wa« sollen sie jetzt beginnen, um mst ihren Familien nicht zu verhungem? So lange die rumänische Eisenbahnfrage die judenfeindlichr-Presse in Anspruch nahm, hatten wir Juden vor ihren . Angriffen Ruhe, da aber jetzt die Eisenbahnfrage schon erledigt ist, da fangen sie wieder an, un« ohne Grund und jegliche« Motto anzuseinden, und den christlichen Herzen Hast gegen un« einzuimpfen. Da« ist, theure Glaubensgenossen, die bedaurrnSwerthe Lage Eurer ttefbctrübten und gedrückten Brüder in Rnmänien, beunruhigt in der Gegenwart, besorgt um die Zukunft! — Und Ihr, christliche Nebenmenschen! Euch ist die Gelegenheit so reichlich geboten, die Verirrungen Euerer Vorfahren, welche durch falsch geleiteten Glaubeneifer die Bewahrer und Blutzeugen de« GotteSglauben« verhöhnten, verstießen und schonungslos hinschlachtetrn, wieder gut zu machen an den unter Euch lebmden Nachkommen jener unglücklichen Schlachtepfer. Besiegt Euer« grau gewordenen Bourtheilr gegen un« und nehmet un« brüderlich in den vom Drucke bettelten Völkerbund auf! M. Taube«. Rußland. Hketeroßurg. Die von un« unlängst gebrachte Nachricht von der „Gleichstellung" der Juden in Rußland schrumpft ziemlich zusammen, wenn wir erfahren, daß e« sich vorerst nur um gleicht Militärpflicht nebst Beschränkungen handelt. Dt« hier (in Stritt») erscheinende Ostseezeitung berichtete schon vor 14 Tagen in diesem Sinne, wir hatten jedoch Gründe, dem Blatte Nachrichten au« Rußland, Juden betreffend, nicht unbedingt nachzudrucken. Wir finden jedoch daffelbe mit geringen Abweichungen in französischen Zeitungen und geben nun bafcJRcftrat der „Ostsee-Zeitung." Die Juden sollen in Bezug auf ihre Militärverhältriisse den städttschen und ländlichen Gemeinden, in denen sie ihren Wohnsitz haben und mit denen sie bisher in Steuer- und offietell« Gemeinschaft standen, al« Mitglieder beigezclhlt werden, aber nur in solcher Zahl, daß sie stet« die Minorität der Gemeindemttglieder bilden. Befinden fl« sich daher in einer -Gemeind« in der Majorftät, so soll ein Theil von ihnen der denachbatten Gemeind« einverleitt werden.' Jeden Juden wird nach vollendete« 16. Lebensjahre von >>er Ge- «eindevenvaltung et« Geburtsschein ansgefe^tigt, der f>!in »kl«, ^inen Namen und sei« Fanrtltenverhäktniffr enthättuud ö«, « zugleich als Reiselegtttmation benutze« kann. Bei der i brriifung zum-Militärdienst soll zwischen den Milttärpflichtt der jüdischm Religion und denen btt christlichen Bekomm kein Unterschied gemacht wrrdni. Als militärpflichttge« A für die Juden schlägt die Eommission da« vollendtte Lebensjahr vor und nur in dem Falle, daß da« Rekrui Conttngent durch diese AlterSclasse nicht gedeckt werden fol sollen ältere Categorien bi« zum 30. Lebensjahre zur A Hebung herangezogen werden. Die Gestellung und AuSheb» der Juden stndtt gleichzeitig uiit der Gestellung und Au«l jung der bäuerlichen Rekruten statt. Nach den weite Anträgen der Commission sollen die Gemeindeverwaltungen halten sein, NamenSvrrzeichnisse der in der Gemeinde anfftffl Juden, Abschriften von ihren Aufnahmedocumentrn in die C meiiidebücher zur Verzeichnung ihr« GebuttSscheine» ih CivilstandSregister und ihr« Revisio.:r!isten zu führen. ‘ Zahl der In den AuShebungSlisten aufzunrhmenden jüdisc Militärpflichtigen ist auf 18 pro Mlle bestimmt. Jud die sich der Aushebung durch die Flucht in'« Ausland r, ziehen, sollen durch andere militärpflichtige Juden «setzt werbt Vermischte und l.eueste Nachrichten. Aerkin, 31. Januar. In der heutigen Sitzung l Abgeordnetenhauses nahm l>r. Kosch bei Berathung der Eta' Position für den evang. Oberkirchenrath da« Watt, um s>, über den bekannten Erlaß desselben wegen de« Uebertritt« z<> Iudenthum tadelnd auszusprechen. Wenn auch natürlich über die vor fast Jahresfrist so viel besprochene AngelegenI * nicht gesagt werden konnte, so ist es voch höchst anerkenne wetth, daß vr. Kosch überall als Anwalt sein« Glaubeis genossen auftntt, uud unnüy war es sicherlich auch jetzt u nicht, die Sache an der Stelle zur Sprach« zu bringen, U der da« Wott doch eine ganz and«e Bedeutung hat, als ' Protesten und Zeitungsartikeln. Gne weitere Debatte hat s an Kosch'S Tadel nicht geknüpft, d. h. es hat niemand für t Oberkirchenraths-Erlaß das Wort ergttffen. Daß der bekan»4 Stroßer noch behauptete „ein Jude habe nicht da« Re/" sich in innere Angelegenheiten der eoangec. Kirche zu misch« r ist der Taktik oder Beschränktheit seiner Genossenschaft gemessen. So^at im vorigen Jahr auch unser — inzwischen hol „Pleite-Pastörchen von Ducherow" in weit«en Kreisen bekak> gewordener Nachbar, auf unfern Protest gegen den Ober-Kirch^' Rath erwidert, er verstoße gegen die der „Obrigkeit" schuld^, Ehrfurcht. — Strosser'S jRede ist von schallendem Gelächi,,, und scharf tadelnden Zurufen begleitet worden. , Jio. Jitiflif- Die Zahl der dem Semeindebund« beigetrrteni » Gemeinden ist auf 92 gestiegen, unter den neu angemeldet^ (Magg./ imi «w befind« sich auch Würzburg. Anueturg» Januar. sOrig.-Eorresp ). Di« Edua.^ Kley-Stiftung für alte wohlv«diente und unvöi^rgtr Lehr« o und Lehrerinnen hat ihre Abrechnung pro 1871 v^Mentliä, f wonach da« Vermögen der Stiftung am 1. Januar 184* 8 ' Mrk. 18,305 8. Sh. betrug. Hierzu kamen im Laufes— Jahre« an regelmäßigen Beiträgen Crt. Mrk. 1019. 8 S an Geschenken und Legaten Crt. Mrk. 1643. 2 Sh., anZi^qz! Ctt. Mrk. 863. 9 Sh. und an durch den Tod «ledigte U» stützungen Ctt. Mrk. 7b, zusammen Ctt. 22,106. iy? verausgabt wurden an lebenslänglichen Unterstützung«» f 800, an temporairru Ctt. Mrk. 127h, an Dr r*v «.

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