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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 6. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 6.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Sermischtr und neueste Nachrichtm. tcrftu. Dir Kaiserin hat an den Herausgeber d«S zi»S für die Literatur de- Auslandes", Redakteur Joseph »n Hierselbst, nachsteheudes Schreiben gerichtet: Mpfangcn Sie Meinen aufrichtigen Dank für die Sennin zwei Heften Zhrer Zeitschrift, welche wegen ihres J Meine ganze Theilnahme in Anspruch nehmen, und U versichert, daß Ich die Bestrebungen d«S „Magazins Literatur deS Auslandes", welches sich bereits eines;m Bestandes rühmen darf, fortgesetzt mit Zntereffe erkmnung verfolge. .rlin, den 20. Zanuar £872. August«. Ehren d«S 40 jährigen Bestehens dieses Journals, irend dieselangen Zeitraums unter derselbe» Redaktion 'and am 31. Zanuar in Berlin ein Festbankett statt, an LOS Freud« des RedacteurS sich bttheiligten und «tnstr desselben um die Bermittelung der geistigm Beit der verschiedenen Völker würdigten. 26. Januar. (Orig.-Corresp.) Zufällig dieser Tage eine ältere Nummer der „A. Z. d. Z." e, in der jüdische Damen, welch« mit dem „Verdiensttcorirt sein sollen, noch der Liste im „Gt.-Anz." auf- >erdea. Darunter figurirt auch Frl. ElSbeth Unger wer. Diese Dame ist die Tochter deS Reg.-R. Unger, tellich lange Jahre hindurch das Referat über die n-Angelegenheiten geführt hat, aber ein geborner (iß ist. Also wieder dieselbe Thorhüt, di« im Zahre «eziehung auf die Verlustlisten geübt wurde. Zeder, oder Familiennamen auch bei Zuden vorkommt, zum Zuden gestempelt! 1. Februar. Die Berliner „Germania" schließt , über hiesige Zustände mit den Dorten: Neiße, fit Rom" wird tatsächlich von Zuden und Freilegiert". Die klerikalen katholischen Blätter scheinen erhalten zu haben, gleichzeüig gegen Zuden und loSzuzirhen. Diese Schicksalsgenossen kann man allen lasten. (Aus dieser und der Nachricht aus f. u.] ersieht man, wie richtig unser Reichskanzler f Band erkannte, das diese Sorte Blätter von na" bis zum „Münchener Volksboten" umschlingt), e». Vor Kurzem ttat ein vor einigen 30 Zähren ithum übergetretener Zude wieder zum Zudenthum selbe lag schwer krank darnieder, und GewistenSj)tai ihn, zu seiner väterlichen Religion zurück- ^rthig sterben zu können. Die Superintendent»!« jrößter Coulanz der evangel. Gemeindeangehörigs und so ist er wenige Tage vor seinem Tode ^'kehrt zu dem Glauben, den er seiner Zeit nur «ein chriftl. Mädchen zu heirathen, und ist auch ^re Zude beerdigt worden. Wie die Klerikalen die einfachsten Thatl, um sie für die Gaumen ihrer an pikante ien Leser zuzurichtrn, mag folgend« Probe aus z BolkSboten zeigm: ,^Jn Posen ist die Diebin (r noch nicht entdeckt; man vermuchet allgemein, j^bei diesem schauderhaften Saerllegium die Hand -,fie werde be-halb ihre ganze Macht auf- .fpur der Miffethätertn verschwinden zu lasten. e Protestanten suchten auf jede nur möglich« artig» Frierlichkeit, die zur Aussöhnung deS p göttlich« Herzens Zesu während drei Tage» in dem profa» nirten Gotteshause gehalten wurde, zu verhindern; aber eSgelang ihrer Arglist nicht; massenhaft strömtm die Andächtige» zur Kirche, um dort vor auSgefetztem hochwürdigstem Gute- Abbitte zu thun; da nun Alles nichts half, so eutblödeten sich die Feinde Christi nicht, den Feuerruf ertönen zu lassen, um die Leute aus der Kirche zu locken. So weit darf mcm im neuen deustchen Reich der „Gottesfurcht und guten Sitte"' ungestraft gehen." — Solche lügenhafte Hetzereien verfange» gottlob heutzutage nicht mehr. Aus A«gar». (Ein würdiger Zünger Loyola'S.) Ein Mitglied deS Zesusten-CollegiumS hat, wie der „Drau" autz Daruvar geschrieben wird, am zweiteit Weihnachtstage die Zudarzum Gegenstand seiner Festpredigt gewählt. Zn dem diesen Herr« eigmthümlichm Glaubenseifer forderte er seine Zuhörer „im Ramm GotteS" auf, die Zuden zu meiden, die gefährlich feie» wie die Pestbeulen, die dä Heiden sind, welche den Heiland gekreuzigt, welche die armen Christen betrügen und bestehlen, und dergleichen mehr. Zum Schluffe der Predigt rief der würdige Priester emphatisch au«. „Darum hört auf mich, kauft nichts bei den Zuden." (Also daS ist d«S Pudel» Kern1> Start». Crömieux hat dem Munizipalrath« 0200 fr», übersandt, welche an die 26 Familien der pariser Soldaten, die in der Gefangenschaft in Deutschland gestorben sind, ver» theilt werden sollen. Wir erfahren, daß Crömieur noch andere Summen in die Provinz zu demselben Zwecke gesendet hat. (Rev. Zsr.) — Die von der „Wochenschrift" gebrachte Nachricht, dast am kaiserlichen Lyceum zu Colmar, jüdische Znternen koschergespeist werden, hat die „Rev. Zsr." stark angezweifelt, weil sie es für unglaublich hält, daß ein Franzos« eine deutsche Schule besuchen werde. Sie hat sich erkundigt und erfahren, daß „kein jüdisches elsasser Kind das Lycmm besucht, sondern nur ein israelittscher Knabe deutschen Ursprung», besten Eltern seit langer Zeit in Colmar wohnen." — Un», und gewiß auch dm Lesem, kommt es begreiflich nicht darauf an, ob französischer oder deutscher Zsraelit, und wmn's nur einer ist, so ist die Berücksichtigung um so erfteulicher! Vielleicht waltet eine Verwechslung mit Saarburg ob. (Vergl. in vor. Nr. die amtliche Bekanntmachung.) Mrmlngha«. (Zudenbekehrung.) Wie in London, so hat sich auch in Birmingham ein israelitischer Verein gebildet, um der christlichen Proselytenmacherei entgegenzuttetm. Zn einer der dortigen protestantischen Kirchen wurde eine Predigt gehaltm, zu welcher die Anhänger des mosaischm Glauben» ganz besonders eingeladen warm, als mit einem Male 70 biS 80 Zuden hereinmarschirten und währmd des Gottesdienste» die Hütte aufbehieltm. Sie hörtm die Prchigt mit großer Aufmerksamkeit an, und am Schlüsse fordert« einer von ihnm dm Prediger zu einer öffentlichen Discusslon heraus. Wir heißt, wurde die Herausforderung angenommen. (Der Bericht einiger Blätter über eine kürzlich stattgefundene öffentliche Disputation zwischen einem Zudm und einem Missionär, steht hiermit wohl im Zusammenhänge. — Red.) Anv-lgorL. Die Hamburger Chanucka-Farce dient jetzt den amerikanischm Blättern zur Uneerhaltung ihrer Leser. Sehr hübsch ist aber die Bemerkung der „Zew. Mefl." „jetzt könnm die deutschen Zudm den Amerikaner« nicht mehr »or- «erfm, daß sie Humbug tretbm." Also die ... eine« etnzelnm Hamburger» soll gar allm deittschm Zudm auf Rechnung^ gebracht werden!

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