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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 6. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 6.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— SW* „EnngeKcal Alli*a<»" hat in diesem Jahre bisher ftet» am Sonnabend in der „Betwoche" gesprochene ^Vebet für Bekehrung der Juden weggelassen. Da» Blatt „Christian Union" freut sich darüber und meim, e» sei klüger und besser, au» schlechten Christen gute Christen zu «achen, al» au» guten Juden schlechte Christen. ftCmfi«. (Toleranz.) Wie weit man in der Toleranz gehen kann, lernen wir aus Amerika. Der Turnverein von Columbu» im Staate Ohio weihte seine Halle ein und «suchte den.Rabbiner der dortigen jüdischen Gemeinde, bei "dieser Gelegenheit eine Rede „über die Geburt Christi" Hu halten. Feuilleton. Die Hm»oristiK bei de« Zuden der Mittelalters. einer von Dr. Güdemann in Wien gehauenen Vorlesung.) (Fortsetzung.) Man kann sich vorstellen, daß diese Auslegung unserem Serach, der an die Unerschütterltchkett seiner Gruridsätzc glaubte, ttic ein« Verspottung erschien. Er wendet sich auch voll Unmuth von seinen Freunden ab und geht in die Einsamkeit. Hier wird er aber nun von den Ränken KoSbi'» und Scheuer» umstrickt. Sie suchen ihn bald mit Drohungen, bald mit Zureden, bald mit dem Hinwei« auf eine groß« Mitgift zu «rlockrn. Aber S. bleibt fest. Endlich greifen sie zum «eußersten. Sie führm ihm die schbnste Iungwau de» Lauche» zu, die ihm mit sinniger Rede und mit Sattenspiel zu gewinnen sucht und — sagen wir e» kurz — wirtlich gewinnt, ckk» folgt nun eine Reihe reizender Wechselgesänge, in welchen "die beiden Lickenden ihr Glück feiern. Endlich wird auch die Hochzeit mit großer Solennität begangen. Sehr erbaulich ist chsie Eheverschreibung, welche von bem alten Schliukopf Scheter abgrfaßt, ganz der üblichen Form dieses Actenstiickes angepaßt fst, aber nur Verschmitztheiten und Anwünschungen von Ehestandsplagen enthalt. Ich versuche, ein Stück davon wieder- ^ugcken.: „>« vierten in der Woche (die» diene zur Lund«), — in einer schwachen Stund« — war Herr Serach so Übel beritthen, — daß er «HLt heirathen, — zu seiner Qual — und Trübsal. —Im Jahre M zwälshundert und zehn und sieden — hat er sich einer bös« Sieben — verschrieben; — Gott hat ihn in» Unglück getrieben. — >m 13. Februar — im selbigen Jahr — ward er seiner Selbstständigkeit baar — u. s. f.". Leider läßt sich die Ehe selber nur zu sehr im Geiste -tzieser Verschreibung an. Denn KoSbi, die den ganz«n Handel «igesttftet, ist eine Zauberin und sie schickt, ohne daß es Serach merkt, statt der wirklichm Gemahlin eine atücrt unter, -«olch« ihm allerdings da» Leben recht schwer macht. E» entsteht Zank und Stteit und Serach ist der unglücklichste Ehemann? Er klagt sein Leid seinen Freunden. Di>sse rachen chm, seine Frau fortzujagen. Aber da» gcht nicht so leicht, dmn nun treten sämmtliche Frauen de« Landeii für die hart dckrängte Gattin ein. Zuletzt wird die Sache eine öffentliche Angelegenheit, so daß man sich entschließt, einen «rrivalt zum Könige zu schicken, um diesem di« Entscheidung emheim ,u Heden. Die» geschieht, und eine Menge Dolk-i, auch unser Dichter darunter, dringt nun in den Pallast, begieilg zn erfahren, wie da» königliche Urthell lauten »erde. L>er König Lder weiß den Werch der Frauen zu schätzen ui id wie er Hört, daß Serach sei« Frau «utlaffe» wolle, i« ruft er voll Zorn, man solle Serach ergreifen und in den Kerker ag,« Er müsse stecken, dem, wer sich so gegen oie Krauen ve-- der verdiene kein anderes Loo». Schon sifld die Häsche' dem Sprunge, hinaus zu «len und den.Befehl des R an Serach auSzuführen. Da tritt plötzlich unser Dichter „verzeih' mein König, bah ich hervor mich dringe, — r den Streit mich menge. — Beim Himmel da droben, — bei erhoben — und Dich überhäuft mit Huld, — ich bin an schuld. — Denn dieser Lachktmoni — ist nur ein Gebild > Phantasie — und auch Serach, den Du gerichtet, — ist r|, dichtet. — Und Scheker und Lo«bi und alle, die mitgespielt, nur ein Tralimgebild. — Ich aber liebe — mit heißem tri« mein Weib und Lind, — di« von Gott mir! gegeben find. - zur Unterhaltung — schuf ich diese Gestaltung; — ich prrih, glücklich vor Allen, — wenn sie Dir gefallen". — Da (ad Länlg heiter — und mit ihm seine Begleiter.— und sprach : ist fürwahr, — (ich telenn «» laut und klar) — «in herrlich G — da» um die Stirne Dir den Lorbeer flicht.. — Di« Inerk, versag' ich Dir nicht: — Leb« mit Deinem Weib« beglückt, - Alle aber hast Du entzückt I" (Schluß fof Mduigrfeindlichkeit. ] Au» Rußland erzählt der „Lemb. Isr." folgendes schichtchen über dir in jener Bevölkerung noch herrsch. Borurtheile gegen einen geregelttn Unterricht. Zn t russischen Dorfe wurde ein« Volksschule eingerichtet, un: geordntt, daß diese Schule von wenigsten» 30 Knaben fr werden müsse. Da entstand ein Jammern und Klag« Dorfe, daß die Kinder in der Schule geplagt und gs würden. Di« Bauern trauerten wie bei einem Landckm doch da» half ihnen nicht». Da beriethen sie; wie sie 30 St, zum Schulbesuche beschaffen sollten, und e» wurde besch. den Modu» der Rekruten-Aushckung zum Mutter zu ni da ja die Schulpflicht auch al» Blutsteurr chnzusehrn sei. f nach wurden einzige Söhne von der Schulpflicht g! befreit; alle andern Familien, die mehr' al» einen St hatten, mußten loosen, uad auf wen da» Unglückiloo» C der mußte die Schule besuchen, um die Zahl 30 zu er f Dabei traf das Loo» auch einen von den 3 Knab,,^ reichen Bauern. Dieser half sich dadurch, daß er den ziq-n Sohn vom Schulbesuche befretten Knaben eine,, armen dafür bezahlte, daß er al» „Stellvertreter" dick besuche. Der „Lemb. Zsr." bemerkte hierzu, daß man. „kluge Ansichten", wonach der Schulbesuch als ett» Unglück Kinder betrachtet werde, auch in Galizien noch vielfach zu bekomme. - ' ' „wer Lopsschmeynr hat, ßLöire i« her lkhor. *> rrnra pier wo vn (In Rückert'scher Manier.)? Ueber deinen eig'nen Kopf > Bist du nicht im Reinen,; Haft du, wie ein andrer trvpf, z «inen «der — keinen? - Doch wenn dich der Lopsichmrrz plagt, wird es scheinbar klar in dir. r Um den Kops bist nicht verzagt» i Denn «in »opf ist sicher hias! g, Doch es ist ein Irrth^m, flrvpsl Bald sollst du dich überzeuge.,, Daß du darum keinen Kopf Dennoch habest auszuzeigenl , wenn du nämlich mtt du; Lehre weickhett dich beschäftigst, Giebst der WabLit du di« «heel Da du setzt iekräftigsti wenn de» Sinn du nicht erfaßt, Dich du keinen Kopf btu« ^aftl »> *d o 5 Dr. H.

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