Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 5.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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- -crUfo» ,.ch dir «rsauwozay. . ' 'S protestanttsche, 890 katholische und 218 tfraelmscy» ^.^rschül«, von welchen SS allein aus Stuttgart kommen. Mit der Bwölkerungszahl verglichen, ergickt sich folgendes BerhLltniß: Es kommen auf 1000 Protestanten 4 protestantisch«, auf 1000 Katholiken enva 2, katholische, aus 1000 Israeliten dagegen «aheza 12 iiraüitische Realschüler. Solche Zahlen reden für sich selbst I (Siehe den Leitartikel". Red.) — Dem Assessor bei der israelitischen OberkirchenLehörde, Herrn Regierungsrath Jordan, ist die nachgesuchte Enthebung von diesem Amte von Sr. königl. Maj. bewilligt und zugleich demselben in Anerkennung seiner, der genannten Behörde geleisteten Dienste, Titel und Mang eines „Regierungsraths" belassen worden. (Herr Z. ist als Justitiar in die Direktion der würtembergsschen Notenbank berufen worden). Htsaß. Die öffentlichm Blätter enthalten folgende Bekanntmachung: Kaiserliches Collegium und Pensionat zu Saarburg (Lothringen). Zweites Trimester 1872. Die Anstalt umfaßt Borschule, Gymnasium und Realschule (Buchführung). Deussche und französische Lehrer, französisch und deutsch redende Zöglinge. Anmeldungen nimmt entgegen der Direktor vr. Saur. Israelitische Abtheilung unter Aussicht des Lehrers am Collegium vr. Korn." Der hier Unterzeichnete vr. Korn, der schon öfter für die Rechte der Israeliten eingetreten ist, und dies im verflossenen Sommer auch in Straßburg mit vieler Energie, unter Aufwand von Mühe, Zeit und Kosten gethan hat, der zuerst zum Inspektor der ssraelitischen Schulen in Elsaß-Lothringen und nach Aufhebung des confesfionellen Systems zum Lehrer am Lyc-um in Straßburg designirt wordm war, wirkt seit einiger Zeit als Lehrer am Collegium zu Saarburg. An demselben ist Hebräisch (Bibel- und Gebetübersetzen, Grammatik und Currensschrift) mit 2 Stunden wöchentlich für die israelitischen Schüler in den Lehrplan ausgenommen. Zudem werden zwei Religionsstundm (biblische und jüdische Geschichte, Religionslehre) wöchentlich außerhalb des Stundenplans — die Schulen sind konfessionslos — aber doch im Collegium und auf Kosten des Staates eingerichtet werden. Am Sonnabend fällt von 8—9 Uhr der Unterricht im Collegium aus, damit die jüd. Zöglinge die Synagoge besuchen können. Me«, 5. Januar. In Baden starb vorgestern der als Menschenfreund rühmlichst bekannte Herr Simon Regen, im Alter von 85 Jahren. Wohl nur wenige Kurgäste, die in den letzten Decennien Baden besuchten, werden nicht die Bekannsschast des kleinen alten Herren gemacht haben, welcher' immer nur ein Anliegen hatte, für die armen Kurbedürftigen eine Spende zu erhalten. Dieses freiwillige Almosenieramt pflegte Regen, sowohl was di« Sammlung-selbst», als deren Verwaltung betrifft, mit einer Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit, die jedem Steuerbeamtm zur Ehre gereicht hätte. Für ihn gab es nur «inen Aerger, auf einen hartherzigen Reichen getroffen zu haben, der kein Ohr für die Noth der Anderen hatte — und nur einen Schmerz, einen armm Kranken in Baden unversorgt zu wissen. Zn ihm verliert Baden einen seiner Spezialitäten, die Armm aller Confessionm ihrm ausopferndstm Wohlthäter; Regen ward heute Nachmittags auf dem Währinger ssraelittschm Friedhofe zur Ruhe bestattet. (N. W. T.) Me». Eine Pest« Zeitung erzählt eine romanttsch« Geschichte. Ein Sohn d«S Triest« Bangui« Baron Morjfcft sich oll Stadiofo« jvria in Wien «of. In demselben Hanse wohnte Fräultt» Hermine Ion Terr, twäte des Obersten von T«e» ein blühend schhnes, aber mit GUM» gütern wenig gesegnetes Mädchen. Zwischm dm beidm jungen Leute» knüpfte sich eia Liebesv«hältniß an, und d« jnnge Morpurgo theilte seinem Bat« dm Sachverhalt mit. Dsieser war darüber nicht wmig erschrockm, da, von allem and«» abgesehm, seine schönsten Pläne durchkreuzt wurdm, war doch sein Sohn so gut wie verlobt mit einer Tochter des Baron R. in Paris. Der Bat« reiste sofort nach Wim und wchndte Borstellungm, Bitten und alle Mittel d« väterlichen Autorität an, um den Sohn auf andere Gedankm zu bringen. Doch war alles umsonst, und er verließ zürnmd die Residenz. Es wurde nun ein andrer Weg eingeschlagen, und ein Bevollmächtigter machte d« jungm Dame großarsige Offerten, smr sie freiwillig zurücktreten wolle. Diese beharrte ab« auch hartnäckig bei ihrem Ensschluße, und so ist,denn die Trauung des jungen Morpurgo mit Hermine Judith von T«e nach jüdischem Rttus vollzogen worden. D« Gerichtspräsident vr. von Bogschan, bei welchem bet'" junge Morpurgo praktizirtt und der Staatsanwalt Graf Lam«zan fungirten als Hoch^ zettszeugen. Jernsake«. Die Missionäre «greifen dahi« wird« all«lei Mittelchen, um sich bemerkbar zu machen. Das Neueste ist, daß sie jetzt ihre Tractätlein und einige Brrsr aus dm Prophetm, die sie nach ihr« Weise erklärm, an die Häuf« d« Jsraelttm und g«ade an den Frettag-Abendm an kleben. Ein angesehm« Israelit Namms Moses Walero, d« außerhalb d« Stadt wohnt, v«bat sich dies für sein HauS auf's Energischste und als Drohworte nichts nützten, stellte « seine Dim« als Wache auf. Ueb« diese fielm die Missionäre her und schlugen sie, so daß die Hilfe der Behörden in Anspruch gmommen w«dm mußte. Zwei in Diensten d« Mission stehende Jndividum wurden ergriffen und dem Gerichte überliefert. (Habazelüh.) Aus Aew-Port, entnehmen wir einem Schreibm d« wim« „Deusschm Zeitung:" Laffm Sie sich durch allgemeine Urtheile nicht bestechen, als ob hi« alles Gold sei, was glänztl 'Zn vielm freiheitlichm Dingen sind wir weit hint« dem alt« Europa zurück, und wäre d« Urkern unseres ganzen Staats^' Wesens nicht so gesund, daß es schließlich doch auf d« Bah« des Forsschrittes bleibm muß, die Würm«, die daran nagtti, würden uns bald zu Grunde gerichtet haben. Was sagen Sie zu folgend« Bestimmung des Staates New-Hampshire: „Nie» mand, d« nicht Bekenn« d« protestantischen Religion Ist, darf ein öffentliches AMt bekleiden." Hie und da in Europa schließt man noch die Juden von dm Aemtern auS — ab« New- Hampshire geht wett«. (Darin liegt Consequmz!); * ■■■«.«• Feuilleton. Dir Hmuoristik bei Leu Jude« der Mittelaller-. (Lu» einer von vr. Büdemann in Men gehaltenen Vorlesung) (Fortsetzung.) Tachkemoni beschwört also seinm Sohn, nicht zu hetrath«. Mt den schwärzestm Farbm malt « ihm die Eh«, schÄert « ihm den Charact« d« Frauen. „Mein Sohn, — (sagt er) — hege nicht nach Frauen Lus» — rrtßa die Leidenschaften Dir au» der Brust I" — Denn mit Frau« sakl man sich nur derattzen — wenn e» gilt, pi koch«, ja dacken nutz, J> drarr». - «elodt sei «att allemell,»— dah ihr Dheil nicht