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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 5. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 5.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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' .i bat nicht Srffcoxt — *«fa 2m» :mb nrifcoi Zeichen, — bk ihnen bk Ha»b pn» y — mb bk ihnen «achreane» — bk mä-» mit -^»cennenl — Ich aber sag« — all' mein' Sebtaije: — „Mt Dank ßt de, Herrn gebacht, —' baß er mich nicht zum Weib» \ gemacht!" — - ' ' Nach diesen und ähnlichm Ermahnungen geht Tachkemoni Alter von 100 Jahren zu seinm Vätern ein, beruh gt in s Glauben, sein Sohn werde die väterlichen Lehrer be- .»Sitzen.' In der That läßt eS sich denn Serach zunächst angelegen sein, die empfangenen Ermahnungen zu Papier zu "bringen, damit sie ihm desto mehr gegenwärtig bleiben. Dann wählt er sich drei Hagestolze zu Freunden und dies virrbÄttrige 'Kleeblatt sucht nun ein entlegenes Plätzchen aus, wo «s vor Heirathsanträgm und Frauengunst genügend sicher zu sein glaubt. Serach, als der Eifrigste, unterläßt es überdies nicht, von Zahr zu Jahr seine Freunde zu besuchen, um sie von Neuem in ihrem Weiberhaß zu bestärken. Aber inzwischen webt schon die Versuchung ihre Netze. Die Frauen des Landes^ alte und junge, kommen, zur Berathung zusammen und nachdem sie in Gemeinschaft die Gefahren erwogen, die ihrem Geschlechte erwüchsen, wenn Siwach's Grundsätze in weiteren Kreisen Platz greifen würden, erhebt sich die Weiseste unter ihnen, mit Namen — Kosbi — Lüge, — die Gattin des alten Schlaukopfs Scheker — Trug — zu folgendem Vorschläge: „Man solle eine schöne Jungfrau auswählen, die in allen Künsten wohlgebildet sei; diese solle man «it einer reichen Ausstattung versehen und sie tarn Serach zuführeo. Schönheit und Reichthrm im Verein, würden wohl sin Stande sein, dm Trotz Serach'S zu brechm. Während so im weiblichm Lager der Angriffsplan mtworfen wird, kommt auch von einer andern Sette ein gefährlicher Feind über Serach, d. i. die Zeit; Serach wird älter und schwere Träume fangm an, seinen Schlaf zu beunruhigen. Einmal träumt er, ein Sturm erhebe sich und tnrge ihn in «in mtlegmes Thal unter Wölfe und Löwm, die ihn zerfleischten. Das andre Mal: Er wandere auf der Landstraße, btf'mit einem Male stürze er in eine tiefe Schlucht, dir sich plötzlich vor ihm aufthue. Er unterläßt nicht, diese beingstigmdm Träume seinen Freundm mitzutheilen und sie um ihre Auslegung zu befragen; aber — o Ironie auf die Grundsätze unsres Weiberfeindes! — Die Begegnung mtt den Löwm und Wölfm und den Sturz in die Schlucht, wiffen die Freunde nicht anders auszulegm, denn als eine Andeutung, er werde — heirathen! Sie sagen: „Dk Schlucht und da» Wild, — fie sind ein und dasselbe Traumbild! — In der Eh'stand» Grab — fährst Du hinab; — e» fällt in bk Schlucht, — «en Gott verflucht. — ©alb wirst Du sterben, — denn wer ft eit, muß verderben. — S'ist Gott,» Wille, — drum trag' «» stille." (Forts, folgt.) Li« hübscher Iug wird dem „Jewis Mess." von seinem Correspoidenlen auS Washington berichtet. Zwei Damen gingm in der Stadt umher, um Nr eine Freundin aus Chicago, der dort alles verbrannt war, Waaren «tnzukaufen. „Schopping-gehcn" ist bekanntlich eine LieblingSteschäftigung der Amerikanerinnen; diesmal geschah eS mit besonderem Eifer, sie wolltm fabelhaft billig kaufen. Zu diesem Behuf« brachte die Eine einm gewissm Laden in Vorschlag. „Oh not" sagte die Ander«, „das find^vutoh jeu», (deutsche Zudm) da werdm wir sicher beirogm «erd«." Indessen ließ sie sich doch berrdm, dm Laden zu besuchm, dessw Besitzer sie einem seiner gewandtesten' DerkäLer zuführte; sie gaben als-" bald zu erkmnrn, daß sie für ein» unglückliche Abgebrannte kaufen wolltm und deshalb auf niedrige Preise rechneten. Eöie zogen dadurch nicht geringe Austnerksamkeit auf sich; gewisse Lmte thun auch nicht gern Gut«;, wenn es die Andern nicht erfahren. Der Ladenbesttzer, dm wohl rin Schalk sein mrg, machte dem Commis einige telegraphische Zeichen, welche von den Damen wohl bemerkt wurdm. Einige Worte, welche zwischm dem Herrn und dem Commis in deutscher Spreche gewechselt wurdm, bewirkten, daß die eine Dame ihre Gefähitin alSbald mit einem triumphirenden Lächeln anblickte; die Absicht, sie zu betrügen, lag zu deutlich vor. Indessen legte her Tierkäufer Waaren vor, und die geforderten Preise waren lächerlich niedrig, worauf die Frage erhoben wurde, ob die W »arm auch gut und unbeschädigt wärm. „Nein Madame", sagte der Commis, „Sie können jedm Gegenstand, den Sie nicht gut finden, zurückgxbm, und werden Ihr Geld wieder bekommen." Nach vielen Ermahnungen, doch auch gutes ü^aaß zu geben, wurdm die Artikel ausgewählt und, theils auf Zureden des Commis und weil die niedrigen Preise es erlaubtm, wurden, größere Quantitäten gekauft, als beabsichtigt war. Dann wurde die Rechnung gemacht und der Eigenthümer überre chte sie selbst, indem er sich erkundigte, wohin die Waaren gesendet werdm solltm, worauf er lnnzufügte: „Da ich dm Zweck dieser Einkäufe gehört habe, und die Dame, für die sie bestimmt sind, nicht beleidigm möchte, so bin ich so frei gewesen, die Rechnung in dm regulärm Preism aufstellm zu lassen und sie ist voll quittirt, wir virlangen keine Bezahlung dafür." Die Dame errithete stark, als :ile sah, wie sie von dem „deutschen Zudm" betrogen war. Sie hat gleich wohl die Geschichte nicht weiter erzählt, aber an'iere Zeugm, anwesende Kunden, habm dies gethan. Der Ladenbesitzer heißt Gustav Landsberg. Der Prediger als Schuhmacher. In Amerika, dem Lande des Humbugs und der Reclame, las man jüngst in der Sonnabend-Nummer einer viclgelesmen Zeitung folgende Annonce: „Morgm um 9 Uhr in der Kirche N . . Predigt des Herm X . .; nach derselben wird der Herr Prediger s-inen geehrten Zuhörern zeigen, wie man in 5 Min»..' ein paar Schuhe machen könne." Diese Annonce wirkte, die sonst leere Kirche, war an diesem Tage vollgepfropft, besonders mit den Angehörigen der ehrsamen Schuhmacherzunft. Die Predigt begann, lautlos horchte die auf das Ende gespannte Mmge. Endlich erfolgte das sehnlichst ewartete Schluß-Arien. Alles steckte die Köpfe empor, um zu sehen, was der Her: Prediger jetzt vornehmen würde. Und stehe da! Er brachte wirklich ein Paar Stiefel hervor, zog sein Taschenmesser heraus, schnitt in aller Seelenruhe denselben die Schäfte ab, und präsenttrte mit triumphirender Miene den verdutzten Zuschauem die auf solche Weise in weniger als b Minuten entstandener Schuhe. Nicht sehr erbau! verließ die überraschte Menge daS Gotteshaus mit dem Beivußtsein, diesmal doch etwas Neues vom Prediger gelernt zu habm. Berichtigung«». Nr. 4, Titelseite Sp. b, Zeile 13 von unten, statt jüdische (vchärde) lie»- städtisch«. In b. „lit Beil.» No. , S. 7. a. Z. 24 ,. u. l. ». Stof« Jss.rle, S. 8, b. 3. 23 s. n. ließ: z» gut. Z. 12 ,. u. st. da»»» l darin.

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