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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 2. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 2.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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macht hat, daß eS als Pflicht der Dankbarkett erscheint, sein Andenken bei dieser Gelegenheit zn ehren". Hierauf folgte eine kurze Schilderung seines edlen Wirkens. — Ein ehrendes Zeugniß für den Verblichenen, wie für den Herrn Pastor; ein Kiddusch hafchem, wie wir ihn lang« nicht erhebender erl eb* haben. JUte. Der hiesigen israelitischen Gemeinde, welche eine neue Synagr'r mit Schulen und Wohnungen für Cnltbramten mit einem Kostenaufwand« von 100,000 fl. rrbaul, dir bis zum Neujahr 5633 dem Gebrauche übergeben werde» soll, hat den Stadtrath 2000 fl. alS Subvention aus der Stadtkaffe bewilligt, und hat noch 30,000 fl. als Darlehen aus derHospitalkafse zu dem niederen Zinsfüße von 4$ perc. erhallen. (Wahrh.) Mir«. Hiesig: Blätter erzählen eine brachtenswerthe Anekdote. Zwei Damen, eine Fürstin und eine Gräfin, kamen zu Herrn v. Rothschild, um für ein in Ischl zu erbauendes Hospital einen Beitrag zu erbitten. Ohne Zögern ergriff der Baron die Feder um zu zeichnen, als es ihm einfiel, noch eine Frage an die Besucherinnen zu richten. „Sie verzeihen wohl meine Frage", Hub er an, „ist das Spital interconfesflonell, d. h. könne., auch Kranke darin ausgenommen werden, welche nicht katholisch sind"? Die Damm wurden verlegm. Doch waS blieb weiter übrig, als zu gestehen — in der Thal dürften nur katholische Kranke in das Spital aufgmommm werdm. „Dann, meine Damm, will ich mich Ihnen nicht aufd rängen" sagte er und lächelte fein. Die Damen verstanden dieses Lächeln auch ohne Commentar und — empfahlen sich. Me». Das Justiz-Ministerium hat verfügt, das jüdischm Sträflingen auf Verlangen und auf ihre Kosten oder auS Beiträgm der GlaubmSgenoffen auf Peffach entsprechende Kost verabreicht werden dürfe. (Auch eine Concessioti!) DeSgleichm verfügt der Erlaß, das den israelitischen Gefangenen am VersöhnungStage dir gewöhnliche Mittagskost nach Berlangm erst am Abende verabfolgt werde und daß dieselben an Sabbathtagm und fonstigm größerm Festm von jeder Arbeit zu enthebm seim. Kermaumieflee. Am 13. December starb K. Juda Borge» im 78. Lebensjahre. Di« „Wahrheit" widmet ihm einen anerkmnmdrn Nekrolog. Der Verstorbene lebte als Privatmann, war ausgezeichnet durch Gelehrsamkeit, Wohl- «häiigkeit, Friedliebe und Gemeinfinn. Die Leser deS „Hamagid" kennen ihn aus zahlreichen schätzbarm Abhandlungen; <t er rin selbstständiges Werk verfaßt hat, ist unS nicht lxkannt. Hkest, dm 21. Decbr. Den vergangenen Samstag wurdm Im ungarischen Landtage di« Ausgaben des Handelsministeriums besprochen. Hierbei richtete der jüdische Deputirte Horn an den Handelsminister Slawi die Beschwerde, daß die »ielm Feiertag« dem Handel sehr viel Schaden; eS wäre daher am zweckmäßigsten» alle Feiertage abzuschaffen und bloß dm Sonntag allein zu feieM. Hierauf antwortete der Minister: „Zn dieser Beziehung sind die ungarischm Gesetze sehr freisinnig. Dmn Niemand ist gezwungm, die Feiertage einer andem Religion zu bmchten, und selbst das neue ungarische Gewerbegesetz erklärt, daß jeder sogar an seinem Feiertag arbeitm ohne daß ihm dies die Regierung verbietm könne. ebrigenS, sagte der Minister weiter, wundert eS mich, lß Horn als Jude die Verlegung aller Feiertage |uf den Sonntag verlangt; wahrlich, sein« jüdischen NaubenSgenossen werden ihm für diesen Antrag pcht dankbar sein." (P. jüd. Ztg.) (Die Amßemng des Hom ist in einem Parlamente grthan, uns aber fehlt an einer parlammtsmäßigm Bezeichyüng für dieselbe.) Aesr». (Holland.) Der hiefige Stadtrath hat unser» GlaubenSgmoffen, Herr« Z. G. Speyer'auS Amsterdam, zum Lehrer an der hirfigen höherm Bürgerschule ernan«t. (N. Z. W.) /,«»»«. Der verstorbene 8man. Mocatta hat an WohlthätigkeitSanstaltm 5000 Pfd. St. vermacht. (Zew. Ehr.) ^ari». „Umv. Zsr." veröffmtlicht ein Schreiben eine» Herm Edmund Hirsch, ehemaliger französischer Freiwilliger auf Kriegsdauer, welcher al» KriegSgefangmer in Gießen interntrt gewesen ist. Derselbe protestirt gegen die Behauptung einer i Correspondenz der „Wochenschrift" auS Oberheffen, (1871 I S. 149) der zufolge die Israeliten in Gießen nicht» für dir kriegsgefangenm Glaubensgmossm gethan hätten. Er behauptet das Grgmtheil und schildert das entgegenkommende Benehmen sowohl deS Herrn Rabbiner vr. Levi wir der anderm Israeliten in Gießen. Wir werdm da» Schreiben demnächst vollständig mittheilen und freuen un» sehr, diese offenbar glaubwürdige Berichttgung und Ehrenrettung grbm zu könnm. Unser, sonst sehr achtbarer Corrrspondmt, der nicht in Gießen wohnt, muß von Uebrlwollmden falsch unterrichtet worden sein. Zugleich frmt es un», «inen französischen Krieg«- gefangenm Erkmntlichkrit für ihm erwiesme Freundlichkeit öffentlich auSsprechen zu sehm. Wir und unsere Bekannten haben bi» jetzt dergleichen noch nicht rrfahrm weder privatim noch öffentlich. ES ist zwar von unS nicht verlangt wordm, aber.... Ue1erat«rß. Herr Rofmberg Hierselbst hat ganz au» eigmen Mitteln eine Volksküche eingerichtet, welch« zu einem äußerst geringen Preise an Iudm und Christen Suppe, Fleisch und Brot verabreicht. Bei der Theuerung der Wohnungen und deS BrmnmaierialS ist der von dem edlen Manne z,r leistende Zuschuß sehr beträchtlich. (Hamagid nach einem russ. Blatte.) Aem-^ort, 24. Novbr. Gestern Abend fand die feierlich« Installation der neugegründeten Benjaminloge statt; sie führt den Namen „Benjamin" zum Andenken de» bekannte« gelehrtm Schubiner Rabbiner Benjamin Mielziner (Vater de» hiesigm Reo. Dr. Mielziner), indem die meisten Mitglieder der Loge sammt ihrem rhrenw. Aw. Br. CaSper Jakob, Angehörige der Gemeinde Schubin im Großh. Posen sind. (Wir geben diese kleine Notiz au« dem ,Hebr. Lead." al» rinm der . zahlreichen Beweist der Anhänglichkeit amerikanffcherIsraeliten an ihr« Heimath und ihre heimischen jüdischen Erinnerungen). | FkßlkatzetPßt«. Friedrich Hecker hielt Sonntag, dm 19., seine zweit« Vorlesung vor einem zahlreichen und intelligmtrn deutschen Publikum. Sein Thema war: „Weiblichkeit und Weiberrechtelei". Wir nehmen von diesem herrlichm,! von echt sittlichen, Geiste durchdrungmen Bortrag hier nur 1 insofern Notiz, als er der alten denffchen Weiblichkeit die > israelitisch« gleichstellte. Er cittrte da» Lied vom biedern Weibe! in Luther'« kerniger Uebersetzung und bemerkte, wie wunderbar es sei, daß von allen Semitischm Stämmm der jüdische allein sich trotz aller Verfolgungen und Versuchungen seinen Glauben } an dm Einigen Gott und die'llnbeflecktheit seine- Hause« nicht 1 rauben ließ. Noch heute, sagte er, hält die Keuschheit vor Israel» ' Zelten Wacht, und die Verführung kann nicht rindringm. Merkwürdig, die Zusammenstellung de« germanischen und deS jüdischen Charoktrrs ist in letzter Zeit oft rin Gegenstand 1 der Betrachtung für Denker gewesm, welche durch die Ober- 1 fläch« in die Tiefe zu blicken verstehm. So berichtet vr. Iastrow j in „Irw. Tim."

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