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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 1. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 1.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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und Matinäefieber derartigm Aufführungen entgegenkommt, »Irl An klang gefunden und ein erfreuliche» Resultat ergeben. 8. K«»»over, 24. Debr. (Orig.-Corresp.) Wenn auch Ehrend« nbezeugungen und TitelverleiHungen an Gl-ubensgr» „offen schon lange nicht mehr zu den bemerken»- und mittheilenswerlhen Dingen gehiren, und die in da» kommerzielle oder iridustrielle Fach rinschlagenden, in jüdischen Blättern kein« b-ffondere Erwähnung beanspruchen dürfen, so machen Sie doch mit der gestern unserm Mitbürger, dem Bankier Lrui» Meyer, nottfizirten Verleihung de» Eommerzimraths-Titel» vielleicht eine Au»nahme und zwar au» folgendem Gründe. Die Ar »zeichnung ist „für gemeinnützige Verdienste' verliehen und wird hier allgemein al» verdient (nicht im pekuniären Sinne) betrachtet; fie ist aber in diesem Blatte darum zu bemerken, weil Herr Meyer, der sich seine kaufmännische und bürgerlich« Stellung selbst gegründet hat, zu denjenigen gehört, welche Sabiath und Feiertag« wirklich (nicht mit .Hinterthüren") strer g beobachten. Während so viele Israeliten '«zutage es von wrn herein für unmöglich erklären, rin »Udchm am Sabbath geschloffen zu halten, ohne al»dald ,um Bettler werden zu müffeu, für ein umfangreiche» Bankgeschäft aber dergleichen für ganz undenkbar erklären, haben wir hier an dem Mcher'schm Geschäfte und G. L. noch an recht vielen anderen schlagend« Beweise de» Gegentheil». (Der Genannt« ist ein Bruder unsere» Landrabbiner».) E. Au» Zkiirteneter», im Deeember (Orig.-Eorresp.) Beifolgend erhalten Sie eine amtliche Kundgebung unserer ffraelitischen Oberkirchenbehörde, die Ihnen zeigt, wie in Schmiden die Israeliten gleiche Recht« und gleiche Pflichten mitdm übrigen Religionigenoffenschaften haben. Die König!, israelitische Ober-Kirchen-Behörd«. An da» Rabbinat X. Der BerwaltungSrach de» würtemb. Land«»vereinS der Kaiser WUHelm-Stiftung für deutsche Invaliden hat wie an die christlichen Oberkirchenbehirden so auch an die israelitffchen die Bitte, eine Anordnung zu treffen, daß die Erinnerung an dt« fitr Würtemberg so schweren aber auch rühm- und opfervollen Schlachttage de» 30. November und 2. December 1870 auf «ine entsprechend« Weis« kirchlich gefeiert und damit die Mahnung zu Gaben für die Invaliden und di« hilstlosen Hint.'rbliebmen der Gefallenen verbunden werde. Die isr. Obei rirchenbehörde glaubt im Sinne der Israeliten de» Lande» zu handeln wenn sie diesem Wunsch« bereitwilligst entgegm komvtt. Demgemäß erhält der Rabbtn« dm Auftrag, Sabbath- Ehanueea, den 8. December, über folgende Stelle: 1. Buch der Maccabäer 3, 58—60*) „Juda» ermahnte fl«, gerüstet zu bl eib«:, sich al» Männer zu beweism, und auf dm folgmdm Morgm zur Schlacht gegm di« Heiden bereit zu sein, di« sich versammelt hättm, ihrem Volk und Heiligthum ein Ende zu machm. Denn e» sei bester, mit dem Schwerte in der Hand zu sterbm, al» da» Unglück de» Volke» und de» Heiligthum» zu sehen. Wa» aber, setzte er hinzu, im Himmel der Dille ist, — da« geschehe", einm mffprechmdm Bortrag zu haltm und zu freiwilligen Spendm für di« würtemb. Lwaktbm und die Hinterbliebmen der im Feld« Gefallmm ^siBeim Freitagabendgotteidimst ist der Gemeind« von der Dm rhaimccafeü entschuldig» »»hl einigermahe» dt« Wahl eturii Seuche» au» bm apvknmhischen Buch«, auch max dersetv« tat utkü-ich« für W« «irche» vargeschrieben, aber «arm» nicht de» got) dasselbe sagenden Zcrt 2. Ccm- 10, 127! <R«d) \ Feier Kmntntß zu geben und diejmigm, welch« am andern Tage zur Thora aufgerufm werden, zu ersuchm, ihre Spmdm dem genanntm Zwecke zuzuwendm. Di« eingehende» Gaben und Spmdm find von d« Kirchmvorsteherämtem direkt an dir Kaff« de« würtenb. Lande», verein» der Kaiser Wilhelm-Sttstung einzusendm. Der Rabbine wird Sorge tragen, daß Gleiche« in allm Synagogm seine» Bezirk» geschehe. Stuttgart, dm 28. November 1871. Schmid. Jordan. —. In jüngster Zeit ist die Frau RUtergut»befi»er v. Kaulla geb. Pfeiffer in Dischtngen mit dem Rttterkrmz« für Fraum und Jungfrauen vom Kaiser Wilhelm beltehm wordm. Gegm 50 deutsch« Krieger wurden al» verwundet« im Schloss« zu Dischtngen verpflegt, von unserem König Karl sind Herr und Frau v. Kaulla schon früher mit Orden für thrm aufopferndm Patriotlßmu» decorirt wordm. Dem Ahn der Familie v. Kaulla, dem k. k. Rach Jakob v. Kaulla, der 1810 in Stuttgart starb, verdanken «Ir in Würtemberg «in« reich« Sttftung, au» welcher Eandidatm der jüdifchm Theologie Gtipmdien für ihr« ganze Studienzeit erhaltm. Deffen noch lebender Sohn, der Hofagmt Galomon Jakob v. Kaulla hat durch eine Stiftung Fürsorge gettoffen, daß jüdisch« Gymnasiasten in Stuttgart durch dm jeweiligen Rabbtnm Unterricht im Talmud erhalten. Di« Grabschrift auf den selig. Rath Jakob v. Kaulla hat seiner Zett I. L. Bensew, der bekannte Gramattker, verfaßt. Sie lautet in freier Uedertragung von Alexander Elsäßer. DMk'm, arib HU» «U ttUgra, Mttz» 1«U MV aB fraaa |>U Muh«. BKK* «tri*» »An f««a. »M a«HKtt KU »«Uan. S«t aftOui m|n H-UII D-ß. kn M ta peifinnch. (9a bmrt acUlt Mail* HU t Sa» fmk n tmt la Mn M k4U « mKa 3KtU. grill« Mi |ri« »>l<* M«. Bm Wa M ttmatRukt- «l„ «n|< DIiMIVI •M r (UK «R*n« Baku. BU«|k« IWm «Irmtra. to*t ftl« Gur» ul sr»b »Ucht; «U Kl« richl U «lljUMUW. c<<fil s»m a«n U Mann Bm«» Sic«t alf m« kn XrtkUI ««*. Oesterreich. Me»,.26. Deebr. (Orig.-Eorresp.) Sie werden, wma diese Zeilm zu Ihnen gelangm, bereit» au» dm TageSblättrrn Kund« erhaltm haben von dem unersetzlichm Verluste, der ' unsere Gemeinde betroffen hat. Herr Baron Jona» König»- warter, der Präsidmt, oder richtiger, der erste Mann unserer Gemeinde, ist nicht mehr. Er ist nach kurzer Krankheit einem Herzleidm erlegen. Wem müßte» seine Verdienst« erst geschildert werdm? Wer kennt nicht dm stet» bereiten Helfer und Wohlthäter, dm getrmm Bekmner seine» Glaubm», der die Würde, ein Jude zu sein, über alle anderm stellte? In dm Zeitm de« Drucke« trat er unerschrockm für seine Glaubm»- gmoflm «in, Fürstm und Grafm, Minister und Statthalter aßm an seiner Tafel jüdffch-rttuelle Kost, und wer Morgm» die Ringstraße pasfirte, der konnte den kleinen Mann am Fmster sein Gebet verrichten sehm, die Tefillin auf dem Haupte. Im Vorstande, wie in der Gemeind« überhaupt, war er da» versihnmde, eiitigmde Elemmt, alle Extreme vermeidmd, et» Mann der Mitte, die er in undmgsamer Konsequmz vertrat. Aber auch die Stadt verliert in ihm einm ihrer Besten. Kinigiwarter bedmtete die Seele der Börse und der finan» ziellm Unternehmungen. Sein Rath gab überall dm Au»« schlag, um so sicherer, al» er au» ehrliche«, rechffchasfr»««

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