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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-12-13 · 50 (13.12.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
50 (13.12.1871)
Date
1871-12-13
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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397 3. Mech eis« JUftsNr-piferes). Wer in diesem Jahre verschiedene jüdische Kalender zur Hand hat, oder am 8.-5. Deeember in verschiedenen Städten verweilt hat, der wird gefunden haben, daß die nfrMt’, der Beginn de« Bebele« ivvl 7v sNl, hier auf Sonntag beit 8., dort auf Montag den 4. Abend« angesetzt ist. Diese Differenz wiederholt sich allemal in dem Jahre vor dem bürgerlichen Schaltjahr, also im Winter 8620, 28 u. s. w. (Natürlich )ann ausgenommen, wenn, wie 8624, die rbtw nach der einen Berechnung auf Freitag Abend fiele.) Der Grund dieser Differeriz liegt in folgendem Umstande. Die rhtm soll am 60. Tage nach der Tekupha de« Monat« Tischri beginnen. Fällt diese z. B. auf Sonntag, so ist Sonntag wieder der 87. Tag, zwei Tage nachher am Abend, also Dienstag beginnt die rbtw. Der Stunde nach fällt jene Tekupha der Reihe nach ans 3 Uhr früh, 9 Uhr Vorm., 3 Uhr Nachm., und in den bezeichneten vierten Jahren auf 9 Uhr Abend«. Einige Kalender zählen stet« vom Tage der Tekupha, auch wenn diese auf 9 Uhr Abend« fällt; da sie in diesem Jahre auf Freitag Abend fiel, so setzen sie also Ue rbtw au" Sonntag Abend an; andere rechnen in diesem Falle vom folgenden Tage und setzen fie auf Montag Abend. (So namentlich in Frankfurt a. M., die Berliner Kalender schwanken.) Kürzer gesagt: die Herbst-Tekupha fällt in diesem Jahrhundert stet« auf den 6. Oktober, die rbtw also auf den 4. Deeember (resp. 3 Abend«); da e« aber am 6. Octoder 9 Uhr Abend« natürlich lärgst Nacht ist, so benennt ein Theil der Kalendrrmacher im 4. Jahre den 7. Oktober als Tag der riBipn und den 8. Deeember als Tag der rbtw. Dir« ist nun auch ohne Zweifel — nach dem durchgehenden Princip der jüdischen Zeitbestimmung — dat Richtige. (S. Pp rfK rrc.) Die Differenz oder die falsche Ar gäbe aber schleppt sich fort. Die Kalenderdrucker sind zu allermeist Ignoranten -ewesen, haben ein ererbte« Formular benutzt;;e nachdem dies so oder so die rbttt? ansetzte, find fie dabei stehen geblieben. Und die übergroße Mehrzahl der Rabbiner hat auch von der Sache nicht« verstanden, 'Tin '"pp 'n war ihnen ein verschlossene« Buch — fie verließen sich auf da« Luach. Aber wenn nun in A. ein | Kalender gebräuchlich ist, der in diesem Jahre die nW Sonntag, und in v. ein anderer, welcher Montag Abend beginnen läßt, so wird man wohl gar hören: „so ist »« hier Min Hag!" So ist allerding« gar manche« „Minhag" geworden, weil gerade die« oder jene« Gedruckte zufällig Eingang gefunden hat. Und wenn man einen der Hamburger Jubilanten in die Enge treibt, so wird er schließlich sagen: „so steht'« in unserm Luach und hier ist'« so Minhag, daß da« Jubiläum auf di-se« Jahr fällt!" Berichte und Correspondenzen. Deutschland. — r Breslau» 30. November. (Orig.-Corr.) (Da» fünfzigjährige Stiftungsfest der Gesellschaft der Freunde.) Die Gesellschaft der Freunde hat sich in hiesiger Stadt einen so ehrenvollen Ruf erworben, daß ihr Fest nicht rur ein freudiges Ereigniß für ihre Mitglieder ist, sondern auch ein allgemeines Jntereffe beansprucht. Am 9. Januar 1821 von einem kleinen Kreise junger Männer in'« Leben gerufen, hat sie die kühnsten Hoffnungen übertroffen; ihre Mitgliedschaft zu erwerben ist der Stolz eine« jeden jüdischen jungen ManneS, weil sie nur denen zu Theil wird, die durch ihre Lebensstellung und ihre Bildung die Berechtigung hierzu darthun. Sie hat nach allen Seiten hin ihrer Aufgabe Rechnung getragen, die nach den Statuten darin besteht: »die Geselligkeit unter ebenbürtigen Freunden zu fördern und dem Freunde in der Noth eine Zufluchtsstätte zu sein.' .. Der zeitige erste Direktor Herr Jul in« Hainau er ha: zu der Feier die Geschichte der Gesellschaft niedergeschrieben. Hier erfahren wir, wie wohlthätig fie nach allen Testen hin gewirkt hat. JhreThätigkeit beschränkte sich nicht auf die Mitglieder, sondern half überall au«, wo ein Nothstand vorhanden war. Schon im 1.1833 denn fie erneuen sich jeden Augenblick, besonder« in den englischen Eolonien." Mag letztere Bemerkung der ftanzösischen 6ittlfcii: des Verfasser« zuzuschreiben sein (da die Franzosen mit den Eingebornen in ihren Besitzungen auch nicht sehr glimpflich umgehen), so sehen wir jedenfalls, daß Maltzan'S Behauptung von der guten Behandlung der Israeliten in Aden sehr relativ aufgefaßt werden muß. Joseph Halsvy ist ebenfalls in Arabien gewesen. In einer neulichen Sitzung der geographischen Gesellschaft in Pari« erstattete er Bericht, welcher im AuSzuge von französischen Blättern wiedergegeben wird. Er erinnert daran, daß er von der Academie drs Inscri* ptions beauftragt war, in Bemen sabäische Inschriften zu sammeln. Don Aden au« versuchte er in« Innere vorzudringen. Da er im Norden von Lahadsch auf ernste Hindernisse stieß, 'ah er sich genöthigt, den Weg nach Hodaida einzuschlagen. Er begab sich zuerst über Badgel und Behai in die sehr gebirgig,, aber an Kaffepflanzungen reiche Provinz Saafan, dann wendete er sich, um nicht ein durch Kriege unsicher gewordene« Land passiren zu muffen, nordwärts und kam über Harraz bi« in die Nähe von Sana. Hier hielt ihn eine schwere Krankheit zwei Monate zurück; gleich nach seiner Genesung besuchte er die Umgegend von Sana und durchforschte die fruchtbaren Ebenen von Belad-Harit, welche ihm in der Gegend von Arhab eine beträchtliche Zahl von Inschriften lieferte. Unweit Shira (Arhab) fand er die, theilweise warmen, Quellen eine« ostwärt» fließenden Gewässer«. Von dem hohen Plateau, auf dem da» eigentliche Bemen liegt, herabsteigend, betrat er da« Flachland, welche« eine Art von zweiten Tehama bildet. Dort verweilte Halüvy mehrere Monate, fand den erwähnten Fluß, von den Arabern El-Harit genannt, wieder und entdeckte an deffen Ufern viele alte Städte, unter andern die Hauptstadt der Minoei, und erlangte eine reiche Ernte von Inschriften. Er entdeckte ferner die Ruinen von Nagara-Metropoli«, fand in Sirwah (Kharib bei Theodor Arnaud) viele himjaritische Inschriften und kehrte über Sana und Hadaida zurück. (Wir haben die Details der Reiseroute weggelaffen.) Der Reisende hat 688 Inschriften gesammelt und genaue Notizen über die Topographie und die Zustände der Bevölkerung jener Gegenden gemacht. Da« Journal offiriel vom 28. Oktober veröffentlicht sodann den von E. Renan übcr die von Halövy mitgebrachten Inschriften in der Akademie-Sitzung vom 13. ej. verlesenen Bericht. „Die zur Prüfung ernmmte Commission hat einstimmig den hohen wiffenschaftlichen Werth der von Halövy erzielten Resultate anerkannt. Mit sehr beschränkten Mitteln, in einem bi« jetzt fast unbekannten Lande, inmitten argwöhnischer, fanatischer und feindseliger Völkerschaften, durch tausend Gefahren und zahllose Entbehruugm hat Halövy sein Ziel erreicht. Die mitgebrachten Inschriften sind für die Wissenschaft unschätzbar. (Wir übergehen wieder die Einzelheiten.) Die Kommission erklärt daher ohne Anstand, daß Herr Halsvy nicht nur das ihm vorgesteckte Ziel erreicht, sondern die auf seine Erforschuugsreise geletzten Hoffuungen noch übertroffen hat. Sie beantragt daher, dem ge-

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