Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 48 (29.11.1871)
- Date
- 1871-11-29
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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883 «»gestellten Rabbiner« und einer CultuSgemeinde al« Caudilrat« de« RabbineramteS auSweism, al« EoncurSjahr aber da« Jahr der Anstellung-Prüfung anzusehen re. rc. gez. vr. Loewi, Stadt» >md Diftriktd-Rabbiun von FttNh." Zusatz der Redaction. Die Verhandlung über Einführung de« vorstehend erwähnten Gesetze« vom S. November 1867 „über die Verpflichtung zum Kriegsdienste" in Bayern hat inzwischen am 20. November bereit« im Reichstage stattgl.-funden. Unsere Leser werden wohl au« den Zeitungen erfahren hiben, daß die Debatte ein« da« Gesuch de« Hm. Di. Loewi hinfällig machende Wendung gmommm hat, indem der Anttag gestellt worden ist, die bisher in Bayern bestehmde Exemtion vom Kriegsdienste für Theologie Studirende, ordinirte Geistliche resp. Manche aufzuheben. Die Debatte ist sehr erregt gefühtt worden, v. llioon har sich so ziemlich für erwähntm Antrag auSgesprochiii; irr ist angenommen. Da« Endresultat ist heut (23. Novembirr) noch nicht bekannt. — Wenn nur unsere gutm Freunde, die Liber alm, unS nicht (wie schon oft geschehen!) einen schlimmen Dienst leistm werdm, indem sie die Aufhebung der Befreiung Geistlicher im Allgemeinm nicht durchsetzm, die jüdischm aber, für die nun niemand speciell da« Wort ergreift — Ultramontane und Feudale nicht, weil sie nicht wollen; die Liberalen nicht, wtil e« gegm ihr Princip wäre — die Zeche bezahlen müssen. dl. Hamburg, 17. November. (Orig.-Corr.) ES ist hier «in Somit« von Mitgliedern de« israelitischen Tempel« zummmmgetreten, zu dem Zwecke, währmd de« Winter-Semester«, in regelmäßigm Zwischenräumm von 14 Tagen, populäre Vorträge kulturgeschichtlichen Inhalt« zur Kmntniß de« Judenthum« zu veranstalten. Die Herren de« Comits'» sprechm sich in dem von ihnm erlass«« Circulair dahin au», daß sie bei dein Unternehmen von dem Wunsche geleitet wurden, für die Tempel-, gemeinde einen Berühmng«punkt zu schaffm, der geergnet ist, eine Verständigung und Anregung zu erzeugen. Wie ich höre, ist außerdem die Einrichtung gettoffen, daß die Theilnehraer nach Belieben gesellig beisammen bleiben können, um gegenseitig! Meinungen und Ansichten, wohl vorzüglich über religiös« Dinge,! auszutauschen. Am jüngsten Dienstag, den 14. d., wurde von dem Prediger Or. Jona« die Reih« der Vorttäge eröffnet und wählte er zum Thema „die LebenSgeschichte de« Sabbatai Zebi"; der folgmde Redner Di. Sänger gedenkt, wie ich höre, über Abraham Jbn Esra zu sprechen und schließlich wird Dr. Piza, Eantor am Tempel, seine Zuhörer mehrere Abende von der spanisch-jüdischen Geschichte unterhalten. Ueber Inhalt und Tendenz de« von Dr. Jona« gehaltenen Vottrage« werde ich Ihnen berichten, sobald ich etwa« darüber erfahren habe. Daß da« «achgerufene Jntereffe für dergleichen jüdisch-wisier schaftliche Abhandlungen lange zu fesseln sein wird, möchte ich sehr bezweifeln. da solche« leider ebenso wenig bi« jetzt in conservativen Kreisen, bei der im allgemeinen vorherrschenden Gleichgülttgkeit und Unkenntniß in solchen Dingen, zu erreichen war. Von den ungefähr 480 Mitgliedem de« Tempel« haben, wie »um hört, nur 150 subscribirt, die e« zum Theil gewiß nur al« (Hrmsache betrachtet haben. Oesterreich. Wir», 19. November. (Orig.-Corresp.) In der anthropologisch« Gesellschaft Hierselbst hielt kürzlich Or. Glatter, Vorstand de« statistischen Büreau«, einen iotereffanten Vortrag über da» Judenthum in anthropologischer Beziehung. Wir geben davon nach der „Pr." folgenden Auszug: „Er ineint, die physische« und geistige» Eigmthümlichkeiten der Rac« dürsten eine erschöpfende Erklärung nur finden «ach eingehendem Studium der JadividualitätS-Bererbung von Vater und Mutter auf Sohn und Tochter in de» verschiedene« Berhältniffe». Obwohl nun die Raceneigeuthümlichkeüen der Individuen nnter geänderten geographischen und climattschen Verhältnissen mehr oder iveniger in der Regel verschwinden, so habe doch der Jude seine ursprüngliche Raceneigenthümlichkeit ziemlich voll bewahrt. Diese bestehe nach den Erfahrungen, welche der Vortragende namentlich während seiner Stellung al« ComstatS-Physiku« in Ungarn an einem reich« Materiale zu machen Gelegenheit hatte, vornehmlich in der vielfachen, anatomischen sowohl al« psychischen Aehnlichkeit de« Juden mit — dem Weibe. Beide, der Jude und da« Weib, haben ein voluminösere« Rückenmark und entsprechend auch einen weiteren RückeomarkSkaaal; beide haben ein nervöse« Temperament, in Folge dessen sich auch der Jude leichter al« jede aridere Nation acclimatifire. Bei Beiden ist da« sexuelle Leben länger dauernd und bet Leidm sind dieselben Krankheiten, al« Herz- und Unter» leibSkrankheitea, in der Mehrzahl vorhanden. Eigenthümlich sei e«, wie der Handel der individuell« Anlage de« Juden förderlich erscheine. Dmn währmd der jüdische Kaufmann 2 bi« 3 Jahre länger lebt al» der christliche, stirbt der jüdische Schneider 5 bi« 6 Jahre früher al« der christliche." , Wir fügen diesem AuSzuge noch die Bemerkung de« Vortragendm bei, daß Vorsicht ein hervorstechender Charakterzug de« Juden fei, al« eine Folge der erlitt«« Unbüden. Der Redner erwähnte noch, daß nicht ein einziger der im hiesig« iSrael. Taubstummminstitut befindlich« Zöglinge au« einer Ehe unter Verwandt« abstamme. Daraus gehe hervor, daß die Behauptung, au« Ehm unter Verwandt« ging« taubstumme Kinder hervor, sich nicht bestätige. Niederlande. Luxemburg, 18. November. (Orig.-Corr.) Heute ist Herr Or. Blumenstein au« Mannheim vom Vorstande und der .Gemeinde einstimmig zum Rabbiner gewählt worden. Vermischte und neueste Nachrichten. Breslau, 21. November. Die Feier de« 80jährigen Geburtstage« bei guter Gesundheit zu begehen, ist nur wenig« Sterblichen beschiedm. Unserem Mitbürger, dem Partt«lier Her« F. Schwabach wurde da« Glück zu Theil und er feierte gestern dm Tag inmittm eine« Kreise« von Verwandten und Freund«, die sich zu einem Festessen in Gälisch Hotel vereinigt hatten. Veranstaltet ward da« Fest von dem Reff« de« Gefeiert«, Hem» Banquier Jul. Schwabach, Affociv de« Hause« S. Bleichröder in Berlin. Gratulation« warm von Nah und Fern in großer Anzahl eingegangm und eine ehrenvolle Auszeichnung wurde dem Greife al« ihrem ältesten Mitgliede von der „Gesellschaft der Frmnde" zu Theil, die ihn durch eine besondere Deputation beglückwünsch« ließ. Unter den Fefttheilnehmem befand sich auch der Schriffteller Herr Or. Rud. Löwmstein au« Berlin, ei« naher Anverwandter de« Herr« Schwabach. (B. M. Z.) Berli». Ein nicht genannt sei» wollender JSraeltt hat der hiesigen Gemeinde zur Errichtung eineS Siechmhaufe« 30,000 Thlr., eia anderer 21,000 Thlr. zur Erweiterung der Alterversorgunz«- Aastalt geschenkt. (Hamagid.) Berli». Da« unfern Lesern gewiß bekannte Bild „Jom Kippur vor Metz" ist Gegenstand eine« interessant« NachdruÄprozeffe« geworden. Die Fabrikant« Gebr. Elver» in Hag« fertigt« ein« Nachdruck auf „Taschmtüchem" an, welche in groß« Maff« in Dmtschlaad verbreitet wurd«. Wmn an und für sich e« schon gegm Sitte und Religion ist, auf Taschmtüchem