Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 47 (15.11.1871)
- Date
- 1871-11-15
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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376 ein« originellen Charakter; die Sbraham, die Isaak, die Jakob und die Sst ja, Rebecka und Rachel unterscheiden fie von frühere« Revolutionen. (E« Hai also die päpstliche »väterliche Regierung' doch immer solche hervorgerufen.) Lanza, Pallavicint und Olacidi (die Minister) können stolz einherfchretten, daberühmte »Rom der Römer' ist da» Rom der Hebräer geworden. Die Knaben und Mädchen der Hebräer find in der Majorität, es scheint, daß vornehmlich da- Ghetto viel Zutrauen zu den Schulen der römischen Munilipalität besitzt." Dieeinige Bruchstücke aujenem Artikel. „Corriere Israelitico", dem wir dieselben entlehnen, giebt seinem Artikel da- Motto 'joam ’3'*o und theilt mit, daß 11 jüd. Knaben und 11 Mädchen prämiirt worden find. — Audemselb,« Blatte erfahren wir, daß der Kaiser von Brasilien, bereital-Kinner de-Hebräischen bekannt, dem vr. Formiggini in Triest, welcher eine hebr. Übersetzung der „göttlichen Eomödie" Dante'» hercuSgegeben hat, kenne« zu lernen gewünscht hat. Baron Morpurgo (ebenfallSZSraelit), brasilianischer Eonsul, führte Dr Formiggini bei Sr. Maj. ein, welche denselben über seine gelungene Übersetzung beglückwünschte. Er Hab« darüber mit dem Könige von Sachsen gesprochen und dain Wien gekaufte Exemplar de, selben der Bibliothek in Rio de Janeiro geschenkt. Aste». Jerusal em. »Habazeleth' berichtet über einen bemerkenswerten Fund. Auf dem Tempelberge haben Arbeiter einen großen Stein au»g,graben, der in griechischer Sprach« folgende Inschrift ttägt: „Bis hierher darf ein Fremder kommen; möge kein Fremder sich erkühnen weiter zu gehen, weder nach der Halle, noch nach deren Umgebung. Wer diesen Befehl nicht respectirt und doch weiter geht, wird nicht ungestraft bleiben, seine Schuld trägt jener Man», sein Blut kommt auf seinen Kopf." Solche Steine haben, nach Joseph»» und dem Talmud, am Tempelberge gestanden. Vermischte und neueste Nachrichten. Breslari, 16. Oktober. Herrn Direktor vr. Frankel ist von Sr. Maj. dem Könige der Rothe Adler-Orden vierter Klasse vrrlic.sen worden. Berlin, 3. Novbr. „Die Zeitungen berichten von einer Berufung Leopold Löw's zum Direktor der projeftirten jüdischen Hochschule. Wenn auch daran gedacht worden ist, Löw an diese Anstalt zu berufen, so ist doch diese Sache noch lange nicht zum Abschluß gediegen; abgesehen davon, daß überhaupt von der Berufung eines Direktors nicht die Rede fein kann. Man sucht Professoren» und hoffentlich wird man solche finden." So berichtet das Organ des H. Klingenstein („JSr. Lehr.» u. Synodalblatt"), welches in dieser Beziehung als wohlunterrichtet gelten kann. Die jürgst wieder durch Berliner Blätter verbreitete Nachricht von der bald bevorstehenden Eröffnung der „jüd.-theol. Fakultät" zu Berlin scheint darnach wohl noch verfrüht. Berlin, 19. Oktober. Das jüdische Waisenhaus vor dem Rosrnibaler Thor — bekanntlich durch die Liberalität de- Herrn M. Reichendem. mit einem Eapitalaufwand von 209,090 Thlrn. begrüntet — ist nunmehr so weit in seiner baulichen Bollendung vorgeschriiten, daß seine Einweihung binnen Kurzem erwartet werden kann. (Voff. Ztg.) Frankfurt a. M. Die „Krzztz." jammert über die Entscheidung, die h Sachen der Frankfurter israelitischen Realschule getroffen ist. Oie Bemerkung der „Fr. Ztg.": „Wir brauchen nicht anszusühron, daß diese Erledigung der Angelegenheit eine über Frankfurt hinauSrcichende Tragweite hat," preßt dem erwähnten Organe deu nachstehenden Stoßseufzer au»: „Da» demokratische Blatt hat leider darin vollständig Siecht. Die Stelle in dem bekannten Werke de- Geh. Rath» l>r. Wiese: „Die bi-» her in Preußen anerkannten höheren Schulen haben einen christlichen Grundcharakter" gehört von nun an zu den altpreußischen Remini-eenzen, welche seit 1866 mehr und mehr außer Geltung kommen. Ob nicht bei weiterem Fortschreiten auf dieser Bahn der geistige Staat-schatz aufgelöst und verwirthschaftet «erden wird, mit Hilfe dessen allein ct Preußen möglich war, seinen Beruf in und für Deutschland zu erfüllen?" Cvlmar. Die preußischen Beamten gewöhnen sich daran, die Juden zu beachten. Der Grand»Rabbkn hat von dem General »Procurator, dem Ehef« Präsidenten de» Appellation-» Gericht-, dem Gericht«-Direktor, dem Direktor und den Profefforen de» Gymnasium« Besuche empfangen und ist zu einer bei Eröffnung de» Obergericht« vom Präfekten gegebenen Abend- Gesellschaft geladen worden. (Red. J»r.) Wien. Im „J-rael." berichtet ein Korresp. nachträglich über die verflossenen Feiertage und die in den verschiedenen Synagogen gehaltenen Predigten. Unsere Leser werden errathen, warum wir nachstehenden Satz hier abdrucken. ,Hr. Rab. vr. M. Gü» drmann sprach in der Synagoge der Laterngafle (Stadt) vor einem sehr zahlreichen Auditorium, da auch viele Mttgliedcr der Schiffschule anwesend waren, wa« bei den Predigten im Tempel nicht der Fall ist, fast eine Stunde ununterbrochen und verfehlte nicht feine belehrende, erbauende und zur rown besonderanregende Rede als 3^-1 p '’jcrm 'nan (aus dem Herzen kommend) einen tiefen Eindruck auf die Zuhörer zu machen. Au» Ungar» haben wir jüngst über tief betrübenden Skandal, welchen die Schomre-Hadath während der Feiertage an manchen Orten angeregt haben, berichten müssen. Da» „Trad. Judenthum", welche« diesen „Ehiüul Haschen»' im Allgemeinen ganz in der Ordnung, wenigstenvollkommen motivirt gefunden hatte, erwähnt nun einen Fall, in dem auch die Gegenpartei sich ähnliche Nichtswürdigkeiten hat zu Schulden kommen lassen, um zu zeigen, daß — beide Seiten einander nichtvorwerfen dürfen. Wir nennen den Ort nicht, weil unsere Leser ihn doch nicht kennen (so wenig wie wir) und erzählm von der Begebenheit nur soweit, daß die „Reologen" einen Zigeuner aufgestellt haben, um in der den Otthodoxen zustehenden Synagoge eine« zur gerichtlichen Brrsteigerung gekommenen Sitz zu erstehen, damit dieser dadurch „Mitglied" der orthod. Gemeinde «erde. Die Sitzversteigerung war aber dadurch nöthig geworden, daß der Lehrer wegen 70 Gulden hatte klagbar werden müssen, natürlich nothgedrungen. Die Nebenumstände, welche, wo möglich» noch empörender, ersparm wir unfern Lesern. Wir ziehen den Schluß, daß die Rohheit doch weder in der Reform noch im Schulchan aruch begründet ist, sondern in der Unbildung und Pöbelhaftigkeit. Preßburg. Die „Jüd. Pr." berichtet über einen Wunderknaben, den zwölfjährigen Ehaim Horwttz au« Warschau, Abkömmling berühmter Rabbinm. Er kann acht große Traktate de« Talmud mit allem Zubehör, den ganzen &r\, Dreiviertel de» und den halben yrr» auswendig, zeigt tiefe» Berständniß de» Gelernten und setzte durch seine rasche und zutreffende Lösung der zu hunderten an ihn gerichteten Fragen und Einwürfe die Gelehrten der Stadt in Erstaunen. Paris. Sechs jüdische Aerzte erhielten für ihre während de- Krieges geleisteten Dienste die Ehrenlegion, ebenso ein Lieutenant der Mobilgarde; Herr Rabbiner Leon Oury, Feldprediger bei der Metzer Armee, wurde zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. («ev. I»,.) London. Als Gegenstück zu dem von uns jüngst mitge» theilten Aufsatze auS dem »Evang. Magaz.' über die Weltstellung der Juden bringt der »Examiner' einen Artikel über die englischen Juden, welcher da- Judenthum in ein ungünstige» Licht