Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-11-15 · 46 (15.11.1871) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
46 (15.11.1871)
Date
1871-11-15
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/5369809-5934989-5935537--0966-5370622
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

m Döch« juchte mm vielmehr W Mitternacht etnen StuMrtH m bat i*m bet Cholera bedrohte Darf -» ^«hm und dadurch dt« Jumhner zu schütz«. S» lamm Arm« mit fHegcnb« Haar« i» einem lang« Zuge Herrn. Zuweilen mußte «I tbu bOimmte Zahl von solch« Kran« sei», welch« dt« Cemmoni« ansführteii — etwa zwölf mit ihrer Anführerin. Einige von ihm» spamten sich an ein« Pflug, welcher von den auderu geleitet wm de, bi« big Furche ruud «m ba« ganze Dorf herumging. Ali ander« Ort« entzündete man ein „heilige« Feuer" durch Reibung von Holzstück«, und räucherte mit daran angebranntem Rauchwerk da« ganze Dorf au«." Kumäuie«. Vuüarrst, im October. (Schluß au« Rr. 44.) Die ,3L Kr. Pr.* bemerkt über dm DeSliu'schm Gesetz-Entwurf ganz sichtig: ,W«nn mau nun fragt, worin denn diese «Civilrechte* besteh«, so dürste Herr DeSliu selbst auch nicht daraus antwort« könn«, »omn er nicht etwa unter diesem Au-drucke da« Recht, «rumänische Lust zu athmeu, Stmern zu zahl« und zehn Jahre in der Amee zu di««*, versteht. Sie sehen, die ganze Sache laust darmf hinaus, dm 3ud« dm Aufmthalt hier unmöglich zu machen und fie vollständig außerhalb de« bürgerlich« Gesetze« zu stell«.* Jnzroffchm hat die «Trompetta* selbst berett» über Her« De«liu e nm Wein eingeschmst, der an Reinheit, aber auch an Schärfe gar nicht« zu wünsch« übrig läßt. Sie sagt wörtlich: «Der Senator DeSliu hatte vor einig« Tag« ein Schreib« in der Form eine« Gesetzesprojecte« für (?) die 3ud« an un« gerichtet, and nm seine große Zudringlichkeit» sowtedieSumme, welche ft bezahlte, bewog un«, die Reclame de« Her« D. abzudruckm, denn die Arbett an sich ist ebmso naiv al« bedeutungslos.* W«n jedoch der Leser nun glaub« sollte, daß «Trompeita* dm Gesetzmtwurf zu unmmschlich fände, so würde er sich fe jr irr«. DeSliu hatte ein weitere« Schreib« an jene« Blatt gelichtet; darüber sagt dasselbe: »Er verlangt, daß dieser Brief, m welchem Herr DeSliu die unerhörte Kühnheit hat, ein« gewiss« Respect geg« die Judm an d« Tag zu legen, in der .Trompetta* abgedruckt werde, wobei er ganz und gar vergißt, dem Briefe eine entsprechende Summe Gelde« beizufügm, welche! unerläßlich ist. wenn eine Reclame abgedruckt werdm soll.! In der «Trompetta Earpatzilor* Respekt geg« die Juden i äußern, heißt aber so viel al« diese« Blatt selbst insultirm. j Au« dem gedacht« Grunde könnm wir also dm Brief -j des Herrn DeSliu nicht abdrucken und bittm daher dm Smator, in Allem, was Judm-Angelezmheüm betrifft, sich niemals wie- . der an uns zu wenden, dmn wir gesteh« dm Judm nur ein! einzigeliecht zu: das Recht nämlich, unverzüglich daS Land zu verlaffen.' Da« find die Enthüllung«, welche in dieser sauber« Ge- , sellschast einer über den andern giebt. Die «Rum. Post* erzählt eine ähn iche Geschichte, an der« Wahrheit, da die Namen off« zmannt sind, gewiß nicht zu zweifeln ist: «Drr Redakteur des bereits eingegangmen Blattes „Adnnarea rational»", Namens PaScu, hatte bei einem hiesigen i Buchdrucker bedeutende Schulden rontrahirt, die zu bezahl« er sich außer Stande sah. Da jedoch die Mahnbriefe und Drohung« deS Buchdruckers immer häufiger wurden und der wackere Journalist sich in die Enge getrieben sah, gericth er auf folgmdm Einfall, um sich einerseits den ungestümen Mahner für einige Zeit von, Halse zu schaffen und andrerseits sich eine neue Geldquelle 51: eröffn«: er ersuchte dm Buchdrucker um eine mehrtägige Frist, nach welcher er demselbm die Mittel angebm wolle, wie er zu seinem Gelde gelang« könne. Die Frist wurde bewilligt und nach Ablauf derselbm erschien der genannte Pa«m rntt einem ffemrfotpfc, betitelt: «Die 3afcn, «t* «chülli» Geheimnisse eine« getauft« Rabbi*, jene Broschüre, weich, (fcp lich allenthalben feitgehetm wmde, und dem, Jnhqtt d« Beweib liefern sollte, daß hie Sud« wirklich Shrtstmkiuder schlachten, ww deaselb» da« Blut ansznsang« und dergleich« mehr. 3» der Vorrede wird angegeben, daß die Schrift von einem znm Christen» thume übergegang«« Rabbiner zu Jassy herrühre, der sein« Seele erleichtere, indem er biffe Geheimnisse zu Nutz und Fromm« der Christenheit prei«gebe. Der lpemlativ« Buchdrucker, rntt der geg« die Jud« herrschend« Animosität vertraut, zweifelte kein« Augenblick, daß der Srlö« dieser Broschüre, welche ihm pa»cu an Zahlungtstatt überließ, ein reichlicher fein «erde, und ging auf d« Handel ein. Nachdem jedoch di« Broschüre gedruckt war, erscht« pa«m bet dem Buchdrucker, erbot sich der Broschüre bei sein« Freunden ein« rasch« Absatz zu verschaff« und nahm d« größt« Theil der Auflage an sich, die er zwar loSfchlug, aber dem Buchdrucker natürlich kein« Kreuzer verabfolgte. Ja, er ließ anderwärts di« Broschüre zum zweit« Male aufleg« und behielt d« Erlös dieser zweit« Auflage ebmfall« für sich. Der Berfaffer dieser Broschüre ist also, wie di« Leser seh«, kein gelauster Rabbiner, sonde« der Jndustrieritter pascu» der sich nicht nur für ein« gut« Rumäum, sonde« auch für «in« ehrlich« Christ« au-giebt.* Zum Schluß noch ein Stück rumänischer Wei«hett. Der Rath der Stadt Bukarest beschäftigte sich vor einig« Woche« mit Maßregeln geg« Einschleppung der in Constantinopel Herrfchmdm Cholera. Da wurde denn vor Allem beschloffen, e« sei strmgstm« darüber zu wach«, daß ja kein Jude au« dem Orient da« Gebiet der Stadt selbst nach überstandener Ouarantatne bettet« dürfe, sonde« sofott zurückgewiesm werde. — «Die berühmtest« Aerzte und Naturforscher," bemerkt hierüber die „R. Post", Hab« sich bi« h«te vergebenabgemüht, um da« Ge» Y miß der Verbreitung der Cholera zu enträthseln. Ob diese sich miasmatisch durch die Luft, im Wasser oder auf der Erde fortbewegt, ob fie durch die Kranken selbst oder durch Stoffe, die mit den Kranken in Berührung waren, ansteckt; ob sie allmthalb« fteiwtllig entsteht oder durch Würmer verbreitet wird — über alle diese Frag« komite bi« h«te noch kein einstimmiges und «dgiltigeS Resultat erzielt werdm. Unter diesen Umständen verdient die Berordnung des weis« RathcS von Bukarest eine um jo würdigere Beachtung, al« dieser jme gefährliche und gefürchtete Krankheü weder in der Luft, noch im Wasser, noch in ander« sonstig« Stoffen, als vielmehr im jüdischen Glauben und in der Berühmng der Bekenner diese« Glaub«« erblickt. Sollte der weise Rath der Stadt Bukarest ganz im Ernste in dm Contumaz-Anstaltm neben dem DeSinfectionS-Apparat auch das Nöthige zur religiösen Läuterung vorkehren wollen, damit der in Geschäfts-Angelegenheiten nach Bukarest kommende Jude nicht bloß ein« DeSinfettionsschein, sondern auch noch einen Taufschein vorzeigen müsse, um dadurch etwa seine Nicht-DiSposition zur Cholera zu bekunden? Welcher vernünftige Mmsch vermag dieses Räthsel zu lösen? WaS in aller Welt hat die Cholera mtt Katholiken, Juden und Protestanten gemein? Weshalb sollte die Ausschließung der Judm als Mittel zur Verhinderung der Cholera dimen?' — Askohama, 10. September. (Orig.-Corresp.) Ich bedauere Ihn« heute nicht die Mittheilung machen zu können, die Sie vielleicht jetzt schon zu hören erwarteten. Der Synagogmbau hat noch nicht seinen Anfang genommm, und zwar deSweg«, weil das Land, welches un« damals als Bauplatz geschmkt wurde, nicht groß genug ist und jetzt eine andere paffende Stell« gesucht wird. Die Angelegenheit scheint mtt nicht kräftig genug ange»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.