Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 46 (15.11.1871)
- Date
- 1871-11-15
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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806 I Ctotfelto wMgt rin, nutz dieselbe g*g« timt jährlich« Abgabe HW 1800 -rmeß M ft&rfafl« Mit -er vefngniß, während 86 Achnm vermitteift 20,000 -rank» da» wOe Sigr«!«m zn tfm&m, CoMfc -ie Abtretung durch ei«« kaiserlich« Bfrnua i» Eonstanttnopel hestättgt ist, wttd die Schule «öffnet »erd» Herr Netter hat die Güte gehabt, die Einrichtung zu über» «chm«, und wird -«selb«, wenn e» nöthig ist, mehr«« Jahre widmen mtt einem Eis«, den zu beloben feine Bescheidenheit uns verbietet.' Der erwähnte Firma» des Sultans ist unt« dem 5. April 1870 «gingen, n bestätigt die angegebenen Bedingungen. Er ist im Bulletin für 1870 I. enthalten, dessen deutsche Uebersstzung bald «scheinen wird, sonst würde es sich »«lohn«, ihn gl«z hi« mitzutheilen, so ernst und wohlwollend ist die Auge» legenheit, in ihrem Jnt«este für das ganze Land, da geu'ürdigt, Wgleich find Bedingungen gestellt, welche das Berk durchzuführen zwingen. In dem Bulletin für 1870 n. und 1871 I.*) sagt Nett« üb« daerworbene Land: »Wir besitzen etwa» üb« 240 Hertaren. Wenn wir d«eu 80 für Weinberge, 12 für den Garten, 30 für Plantagen bestimmen, so bleiben »ns mehr als 118 für den großen Ackerbao. Ich gebe Ihnen da nur annähernde Ziffern; in meinem Berichte wnde ich Genau«»» mittheilen können, denn d« Boden wird dann nach Hectareu abgetheilt fein. Diese 118 Hectaren müssm einem Manne üb«geben werden, der Theorie und sehr viel Praxi» besitzt; ein eben die Schule »«lastend« Mann taugt dazu nicht. Ich bin d« Ansicht, daß man diesem Manne nicht sowohl ein große» Gehalt, al» einen Antheil am Ertrage gebe. Ist er seinem Amte gewachsen, so muß « misten, was d« gut angebaute Loden ihm eintragen kann.' ..Herr Grenin ist ein ehemalig« Zögling oe» Jüdin des Planten (zoologischer und Pflanzengarten in Pari») '«Mfc besitzt große Erfahrung von den Küsten de» Mittel-neere», wohlverstanden, wa» den Boden betrifft: »darin kann man sich auch leicht täuschen.' Ich habe ihm 25 pCt. vom Ertrage de» ') Bgl. unten „Paris" üb« die beigelegten Zeichnungen. Gartens zugefichert. Venn « uu» versiehe, würde ich Müh« hüben, ihn zu «setz«; « »ersteht fein -ach und den «eiub«g vollkommen. Wenn wir für dm groß« Alkerbau ein» gleich erfahren« Mann find«, so ist, in Hinsicht de» nöthig« Personal», uus«e Sache gewonnen.' So wett steht Alle» gut. D« Krieg hat keine wesentliche Störung gebracht. H«r Nett« selbst hat btt Schule 50,000 Kr. vorgeschosteu, ebensoviel H«r S. H. Goldschmidt. l«chln» ftlgt.) Berichte und Korrespondenzen. Deutschland. An« der Provinz Posen. Wie strict die russischen Polizeibehördm die Verordnung in Hinsicht d« Tracht der Juden zur Ausführung bring«, beweist folgmd« Kall. Der Schächter Rosenthal in Strzalkowo (in Pr«ß«) wurde dies« Tag« auf dem Wochmmarkte in Slupce (Rußland) von einem Beamten aufgefordert, ihm nach dem Polizeibureau zu folg«. Hi« wurde ihm vom Bürg«meister «öffnet, daß da» Trag« lang« Rücke in Rußland verboten sei, und müsse sein Rock eine and«e (Gestalt erhalt«. Herr Rosmthal protestirte hi«gegm, da « ein freier Bürg« Preußm» und dem russisch« Gesetz nicht unterworfen sei. Half nicht»! Dn Beamte nöthigte dm JSraelitm, fein« Rock auSzuziehm, und eine Schneid« wurde beord«t, um dem Kleidungsstück die vorgeschriebene Länge zu geb«. Al» di« Procedur unt« dm Klag« de» JSraelitm vollendet war, überreichte d« betreffenoe Kleiderkünstl« die Rechnung für seine Bemühung, welche selbstredend d« Eigmthüm« de» Rocke» berichtigen sollte; hinzu verstand sich aber R. keineswegs, behauptet« dagegen, e» fei ihm von seinem Rocke zu viel abgeschnitteu, übndie» auch die Arbeit so schlecht ausgefallen, daß er angemefsm mtschädigt zu werden »«lange. Seine Beschwerde hierüber hat er, R., bei d« diesseitig« Behörde angebracht. Hoffentlich wird ihm sein Recht werden. (P. Z.» Ruhe geweiheten Familimzusammmkünfte in dem vollen besondern Reize, d« sie charakt«isirt. In jedem Fleck«, jedem Städtchen sind'» bestimmte Häuf«, in welchen man sich versammelt, um gemeinsam diese erauickendm Augenblicke der Unthätigkeit zu genießen. Die Männ« erzählen von dm Geschäften der Woche, ohne jemals solcher d« nächsten Woche zu gedmk«, da mau sich mit dies« am Sabbath nicht beschäftigt. Man berichtet die Tage»- nmigkeit«, diSkutirt städtische Interessen, oder über Synagoge, Verein, Schule. Die Frauen sprechen von Toilette, Küche, oder auch über den lieben Nebenmenschen, den sie nicht immer schonen. Da» ist jedoch eine große Sünde, die Rabbi Jehuda ihnen sehr strmg verbietet in der »Zeena ureena', dieser hebräisch-deutsch«, mit Erklärung« und mal«ischen Legend« auSgeschmücktm Bibel, welche die gewöhnliche Sabbathlektüre bildet. Die jungen Lmte halten sich im Winkel, und beschäftig« sich mit minder ernst«, ihn« ebenso wichtig« Dingen. Dort knüpfen sich unl« den Augen der Eltern die Liebesbündniffe, welche mit einer zärtlich« Frmndschaft beginnen und fast immer zur Eheschließung führen. Es ist etwa» Pattiarchalische» in dies« Freiheit der Sitte, welche ihrer Reinheit durchaus kein« Abbruch thut. Da» Familiengefühl ist so tief, die gegmseittge Liebe zwischen Elt«n und Kinde« so rein, daß sie selten heftig«Leidenschaft« und Störung« d« gut« Sitte Raum last«. Unmerklich verrinn« so die Stund«. Man hat Früchte ' umh«g«eicht mit d« alt« traditionell» Einladung: »Nimm und mach' Brocheh.' Schon längst hat eine christliche anne Nachbarin Licht und Fm« neu aufleb« gemacht, da man am heilig» Tage das nicht selbst besorgt; die Unterhaltung beginnt zu stocken; die Väter bemerken, daß e» spät sei. Mau «hebt sich, und Jed« kehrt um so mehr mit Gmugthuung heim, als « gewiß ist, daß morgen seiner keine Arbeit wartet. Die Juden in Süd-Arabien. Unter dies« llebnschrifr enthält da» »Mag. f. d. Lit. d.AuSl.' (Nr. 41) ein« läng«« Artikel vom Frhr. Heinr. v. Maltzan. Da derselbe b«eit» in mehreren Blättem abgedruckt ist, so theilm wir nur einige Auszüge mit und verbinden damit Bemerkung« au» zwei andern eben erschienenen B«ichten üb« die Juden in Arabim, vonEdmondPlanchet ind«„Lev.d. deuxMondes“ »nd Jos. Halevy, gelesen in der Sociötd de Gdograph_e. Au» dem Maltzau'schm Aufsatz geben wir auch solche Stell>m, welche üb« die .Weltstellunz d« Judm' red«; etz ist nfteulich zu sehen, wie diese jetzt von verschieden« Schriftstellern gewäirdigt wird, und die alten wegwetfendm Urtheile immer mehr schwinden. Nachdem Maltzan die Punkte de» Erdball», in den« sich Juden niedergelaffen Hab«, kurz aufgezählt hat, fährt « fort: »Die» führt un» auf eine Hauptbedingung der israelitischen Einwanderungen. Die Juden ziehen imm« civilifirte Land« vor. Wo sie auch immer gesund» w«d», mag d« heutig» Zustand de» Lande» noch so barbarisch sein, man kann mit Sie,