Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 43 (25.10.1871)
- Date
- 1871-10-25
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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841 arten fern anb spiele» im öffentliche» Leben keine $cnx>trag<sb« Rolle, aber wa« die Gestaltung Ihrer «igenthümlich« Lebens« ^verhältniffe betrifft, können sie ganz hervorragende Erftlge auf« weise». Betrachte» wir dagegen die christliche Civilis ttiio», so wir« da viele Schattenseitm hervorzuheben, wenn d« Raum dieser Blätter e» gestattete. Doch sprechen wir nur von den drei hervorragendst«: der großen Zahl der Verbrechen, dem Pauperismus und dm erblich« Krankheit«. Und da müssen wir Christ« mit hoher Bewu»de«ng auf eine Gemeinschaft blick«, die im Stande war, in ihrem Kreise diese drei Pestbeulen der wenschltchen Gesellschaft siegreich zu bekämpf«. Wir kömim nur in einig« Punkten auf diese wichtig« Verhältnisse eingehm und verweis« dm Leser, der sich dafür näher interessirt, auf da» Werk vr. Stallard»: „On London pauperi»m“ (London 1871), dessen Angab« durchaus zuverlässig find. Wir heb« aus der Fülle der Thatsachen, die dort aufgehäuft sind, nur einige heran». (Schluß folgt.) Berichte und Correspondenzen. Deutschland. I. Breslau, 12. October. (Orig.-Corresp.) Wohl mehr al» sechshundert Zuschriften und Telegramme find in den letzt« Tag« an Her« Director Frankel von allen Seit« gerichtet Word«. ES ist in ihnen eine solche Fülle von Humor und E«st, daß eS unS schwer wird, au» dem Guten da» Beste auS» zuwähl«. Wir lass« deshalb hier vorläufig zwei Briefe au» Berlin folgen, beide von Männe«, die daü siebzigste Jahr schon überschritt« haben.") Die Namen dieser Männer brauch« bloß gmaant zu werd«, und Jeder, der ei» warmeS Herz für die Judeuhelt hat, wird sich ihrer Verdienste um dasselbe lebhaft und ftmdig erinne«. 'Zunz und Joseph Lehmann, beide in so verschied«« Sphärm thätig, Hab« dm Jugmdbund, dm sie in inniger Liebe zum Glauben ihrer Väter geschloffm Hab«, niemals verleugnet. Her« Eifmbahn-Dtrector und Rrdacteur *) Für die gütige Erlanboiß der Veröffentlichung sag« wir beiden Herr« «rseren Dank. (Rtb.) Joseph Lehman« schuldet da» Seminar »och ganz besoadeeen Dank, «eil er e» gewesm, der für daS Curatorium der Fränckel's<I>en Stiftung« die Wahl de» damalig« sächsisch« Ob«-Rabbiners Dr. Krankel zum Semiuar-Dtrector vermittelt hat. Zunz, der gefeierte Nestor der jüdisch« Gelehrten, schrieb: Her« vr. Z. Frankel, Rabbiner und Seminar-Director in BreSlau. Hochzuverehrender Herr und Freund!! Gestatten Sie mir an Ihrem Freudentage rrnn nrt2B‘ mich unter die Schaar der Beglückwünschenden zu drängen. Sie zählt« noch nicht siebzig Semester, al» ich da» Vergnügen hatte, Sie in Teplitz kennen zu lemen; seitdem sind wieder etwas über siebzig Halbjahre vergangen. Darum sollen wir «fen: fre wnn&. Da Sie die Feier der Siebzig schon um der Septuaginta Will« verdienen und die roSJ deS gerichtlichen Beweises daS achtzigjährige Alter fordern: so sollte für sonstige Leistungen mindestens ein Jahrhundert gewährt werden. So möge der Himmel Ihn« D’JB' HMD Gesundheit und Fretrde vergönnen und eine Zeit lang als Zuschaumden zulasten den Ihnen hochachtungsvoll ergebenen Berlin, 6. October 1871. Z»»>. Herr Eisenbahn-Director und Redacteur Joseph Lehmann, der ursprünglich die Absicht hatte, Her« Director Frankel persönlich zu begrüßen, hat sich mit folgmdem Briefe «tschuldigt: Berlin und Glogau, 10. Oktober 1871. Hochverehrter Herr Ober-Rabbiner! Die Hoffnung, Sie am morgenden Tage persönlich zu begrüß« und Ihnen selbst meine herzlichen Glückwünsche zu bringen, hat mich bisher abgehalten, Ihn« ein schriftliches Zeichen meiner Theilnahme zu smden. Da ich jedoch durch ein in Folge der *4nU« Witterung eingetretmr» Unwohlsein verhindert bi» morgen »ach BreSlau zu kommen, so unterlaste ich nicht, Ihn« von hi« au» (von Glogau), wo ich mich einige Tage aufgehqltm die Versicherung zu ertheilen, daß ich mich von ganz« S«le dm zahlreich« Freund« und V«ehr«n anschließe, die jetzt bei Ihrem Eintritt in daS Greisenaltn einen dankbar« Rückblick auf Ihre Jugmd- und Manne»-Thättgkeit werfen und die Ihn« von von viel« Geschäft« de» Staates fe« halt«. Dem deutsch« Käst«, dem E«eu«« und Erweck« uns«eS Bat«landeS bringe « ein Hoch. Raufchmd« Beifall folgte diesem Toast. Herr vr. med. Wollner, Vorsitzender de» Vorstandes d« jüdisch« Gemeinde zu Gleiwitz, welch« al» Vettreter derselbm zum Feste gekommm war, «hob sich darauf, um dm Jubilar zu feie«. ES war ein Hochgmuß, diesem gewaltig« Rausch« ein« mächttgm Bnedtsamkett zu horch«, diesem Sttom, d« d«> Quell d« Begeisterung «tspmngm, in majestättschm Wogen dahinfluthete; au» d« Mitte d« Gemeinde, als ein Mann des Volke» fei « zu diesem Feste gekommm; Frankel» Wirksamkeit bestehe nicht nur in sein« wistmschaftltch« Leistung«; da» praktische Leb« »«danke ihm auch auß«ordentlichm Eegm; übnall, wo « gewirkt habe, ja üb«all, wo seine Schül« wirkt«, herrsche Friede und Einttacht in dm Gemeinden; diese Schül« sei« Sendbotm d« Müde, d« Lersöhnlichkett, sie betrachtet« e» nicht wie so manche and«e Theolog« al» ihr« Beruf, die Gegensätze zu schärf«, sondern sie hielten e» für ihre vorderste Pflicht, dm Fried« z« lehr« »ich zu stiften. Und zudem sei nicht zu vergeffm, wie Frankel vor lang« Jahr«, al» d« Kampf um die Emaneipation nur von Wmigm geführt wurde, al» die Gegn« noch überstark warm» ausgettet« sei al» Verfecht« de» Recht» sein« BtanbmSgmoffm kühn und unerschreck«; ihm bringe « au diesem Tage sein« innigstm Glückwunsch, ihm ein lrästtge» Hoch an», vr. Rost» begrüßte mst innig« und doch humoristisch colorirtm Worten die Herren, die auS d« Fremdhierher gekommm waren: ihre Anwesenheit gebe dem Feste, das bisher ein iut«neSgewesen,denCharakt«d«Oeffmtlichkeit. vr.Treuenfels auS Stettin erwiderte in läng«« Rede im Ramm der fremd« Ehrengäste und brachte dann ein Hoch au» auf die Kuratoren deS Seminars, als die Männ«, welche mit echt jüdisch« Liberalität die Zwecke d« Wiffmschaft förd«tm. Affeflor Marck, Curator i de» Seminars, verband mit dem Dank für diese Ansprache, die i daS Curatorium um so mehr ehre, als sie von einem dem So-! minar fernstehenden Herrn auSzinge, ein« Trinkspruch auf dm! Rabbin« Zacharias Krankel und den Dicht« Ludwig August Krankl. Die Titel der W«ke des Letzter«: »auS Aegypten.' .nach Jemsalem,' sei« vorbedmtend für die ganze Thätigkeit dies« Männ«; auS Mizrajim, au» der Enge de» Ghetto, d« Unbildung, habe d« Geist der Wiffenfchaft, d« Geist d« Dichtung un» nach dem Jemsalemd« Freiheit und geläutert« GotteS» Verehrung geführt; e» fei in dies« Tag« ein KrankelfondS gegründet wordm, zu dem der Jubilar selbst, wie « mitthellm könne, eine große Summe beigesteuert Hab«; ab« «» gebe ein« KrankelfondS, d« nur au» dm Mitteln de» Jubüar» zusammmgesetzt sei, au» deff« Spmdm gar Viele sei« erftmt worl>«; - da» fei d« Fond» d« Gelehrsamkeit und WetSh.it, au» d«i « bereitwillig spende; mög« die Schul« d«S Seminar» dieses Frankelfond» sich noch lange «ft««! vr. Güdemann, d« älteste Schül« de» Seminar», beantwortete diese herzlich« Wette;