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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-10-18 · 42 (18.10.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
42 (18.10.1871)
Date
1871-10-18
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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384 Baakkit. Befer Mefd sowie ifer fen Empfang der Deputattoum m dt» vorangehend« Sagen werden vir uni erlaufe» in der nächster, Nummer zu berichten. BreSlan. Rippuer. Kestrrde mm 7V. Geburtslage Sr. Hochmirdeu des Herrn Direktor vr. Krankel, gehalter am Simchat-Thora 5632 von Rabb. Dr. Rippuer. Meine Andächtigen! Schon häufig hat in diesen Räumen eine glä rbige Gemeinde zum Herrn emporgejubelt: 'n n&g Om nt 12 nmwt .Diesen Tag hat Gott geschaffen; laßt unS jauchzen laßt uns sein freuen'. Aber an keinem Tage, seitdem die- Haus dem Dienste GotteS geweiht ist, drang der Jubel so hell und innig, so rein und freudig zu Gott als heute, da wir den hochverehtten Lehrer feiern am Feste der heil. Thora. ru"l bip lm ntn 'n ro' cp'Ta ^nta mmm .Ja Töne der Wonne ob all' deS Heils ertönen heut in den Zelten der Frommen, daß Gottes Rechte diesem Manne die Kraft gegeben/ all' daS Gute den Durst nach Wahrheit zu löschen und zu befriedigen, jenen heißen Durst, der den Gliedern unsere- Stammes eigen ist, ob sie nun im Ueferfluß schwelgen, ob ste in bitterer Noth darben und leiden. Aber diese neuen Fluthen, fie brachten auch schwere Gefahr, fie schwemmten auS den Herzen Derer, die sich ihnen öffneten, gar häufig alle Liebe weg zu dem altm Glauben der Bätet; ja dieser Glaube wurde denen, die von der neuen Er» kenntniß gekostet hatten, nicht selten ein Gegenstand deS Spotte« und des Hohne«; eine rauhe, unschöne Kruste hatten die Stürme der Zeilen um den edlen, ewigen Kern des JudenthumS gelagert; diese nur sahcn die Spötter, wie denn überhaupt schaler Witz nur selten in die Tiefe blickt, und erklärten die alte, wetterharte Religion sei morsch und verwest. Diese abtrünnigen Söhne, fie wandtm sich entweder ganz von ihr weg oder sie machten sich selbst irgend ein ReligionSphantaSma zurecht, und wie dereinst die Israeliten vor dem goldenen Kalbe, daS AharonS Hand gebildet hatte, auSgerufm: .diesind deine Götter, die dich auS dem Lande Aegypten geführt haben/ so nannten diese daS Er» zeugniß ihres Geistes, ihrer Einbildung — Judenthum. Die zurückgeblieben waren in den alten Ghetto'-, fie wollten sich nach solchen Erfahrungen erst recht nicht hinauSwagm, sie mieden die Bildung wie ein tödtlicheü Gift; sie sperrten sich ab gegen jeden zu vollbringen, daS uns heut mit Freude erfüllt und von dem! Lusthauch der Zeit, sie vergaßen: daß, wer sein Haus gegen den dereinst reden werden die späten Geschlechter. Welch ein Hoch»! Hauch der Lust verschließ», nothwendig zu Grunde geht, daß gefühl schwellt heut die Brust aller derer, die diesem Manne j das Judenthum ersticken müffe, wenn eS den GeisteSodem der Zeit nahe stehen, von feinem Lichte erleuchtet werden; und wie schwach, leer und ohnmächtig ist jdaS Wort, ist zumal mein Wort, um die Freude, die jetzig unserer aller Herzen bewirt, zum AuS 'ruck zu bringen. Gerade für unS, die wft täglich mit dem grei en und jugendfrischen Meister verkehren, ist dieser Tag, da siebzig Jahre beschlossen vor uns liegen, von besonderer Kraft und Bedmtung. Denn dieser edle Mann, jedem Lobe »sucht er bescheider auszuweichen und thut, als gäbe eS viele jeineSvon sich fern hielte, statt seine guten Theile in sich aufzunehmen und sich gegen die schlechten zu schützen. Die jüdische Wissenschaft, sie stand wie eine Bettlerin an den Hallm der Weisheit; wie hätte sie eü wagen dürfen, sie, die den niedrigsten und geistigsten derer, welche darinnen wohnten, nicht ebenbürtig gal», über die Schwelle zu treten! Keiner ehrte, keiner pflegte, keiner achtete sie: fie trug ein häßlich, unansehnlich Gewand; wer hätte fie kleiden mögen in die Sprache der Zeit; ste stand da, gekrümmt gleichen', daß wir eS fast vergessen: eS ist eine große Persönlich- \ und gebeugt, wer hätte fie auftichten mögm, daß man ihr klare«, kei», vor der wir stehen, es ist einer der Trefflichsten, welche das; bei allem Schmerz geistdurchleuchteteS Antlitz hätte schauen können? Judenthun in diesem Jahrhundett hervorgebracht hat, eS ist ein j Die einen sagten—und diese nannten sich ihre Verehrer — daS Lehrer, der in Wissenschaft und Leben des jüdischen Stammes so feste Spuren seines Geistes eingegrabm hat, daß fie nimmer schwinden werden. ES giebt Männer, welche die Drommete ihreS eigenen Ruhmesind; von der Größe dieser erfahren wir am meisten — aus ihrem eigenen Munde. Unser Lehrer, wohl Bettlerkleid sei — eine Zierde, die andern meinten, sie sei eben nur eine Bettlerin, und wenn fie gar etwas von Wetth besäße, so sei eS ein erschlichenes Almosen und nicht ihr ursprünglicher Besitz. Eine flöissmschast de« JudenthumS, wie sie jetzt von aller Welt geachtet und geehtt dasteht, die gab eS damals kaum flieht fett: Mund stets über von Großem und Schönem und > dem Namen nach, und von dieser Epoche galt: Hin nnvt jn«m WisseSwerthem, aber er selbst, er tritt so bescheiden zurück, er läßt stets nur die Sache reden, daß ein Tag, wie der heutige, der unS zu einem Rückblick auftust auf die große und reiche bisherige Wirksamkeit diese- Mannes, und zu einem Borblick er» muntert auf all' den Segen, den er in seiner Geistesfrische und Regsamkeit, so Gott will, noch erbauen wird, daß ein Tag wie der heutige uns nothwendig ist, um die große geschichtliche Wucht dieses Lebenzu begreifen und zu würdigen, trw ncto |rs6 at? iVn rn cct? 2iro2 mtc 'n jrby ruj'O’ «im ra n*rn trwi *p ’JTC bz D'tynrc Clitn rbO .Hebet Zijon wird gesprochen: ein Mami, ein ganzer Mann ist ihm erstanden und er wird eS hoch anfrichren. Der Herr wird von ihm erzählen, wenn er die »Geschichte der Bölker schreibt: Dieser ist geboren worden. Darum Preis und Jubel. All' mein Sinnen sst bei ihm/ Wohl selten, settdem Gott am Sinai seine Thora zur Erde geschickt Hut, hat die göttliche Wahrheit in größerer Gefahr geschwebt, als gerade zu der Zett, da unser verehrter Lehrer in Dirm '» bs *]pra trat .Es war Alle« wüst und leer, und Finsterniß herrschte über dem Abgründe/ Auf der einen Seite war Alles wüst: ein Wissen vom Judenthume aber ein wüste«, verworrene«, irre- und unklares Wissen, nicht geregelt und zufammengefaßt durch eine besnnene Methode, ein leere« Haschm nach geistreichen Pointen, de»' Witz für Wahrheit galt; auf der andern Seite war Alleleer; da wußte man gar nichtvom Judmthum; der Glaube der Däter war den Enkeln ganz abhanden gekommen; fie versäumten, wie ein der Schrift heißt, »den Hort, der fie gezeugt, und vergaßen den Gott, der fie geboren'. Wo gab es ein Licht, dadie Jugend auf die rechte Bahn kettele, wo einen Lehrer, der daS echte Judenthum kündete? Nirgends, Finsterniß herrschte über dem Abgrunde: wa» Wunder, daß viele strauchelten und in den Abgrund stürzten, daß Abfall und Untteue in den Reihen unsere« Volke« verheerend wülhete? ES war ein ftvtrn SV1 tnn DaS jüdische Geistesleben war »eine Oede, wo die Wüstheit tobte'. Hier tobte ein wüster Fanati-mugegen die Bildung; dott ein wüster Bildung-eifer gegen die alte Lehre. Da erweckte der Herr zur Zeit der Roth eine Reihe den KrnS der Theologen einttat. Die Bildung der Zeit öffnete! wackerer Helfer und unter diesen dm edlen Meister, dm wir damal» s ich dm Söhr.m unsere- Stammes die lange verj heute feiern, daß er ein Lehrer und eine Lmchte wurde dever- " fchloffmm Schleusen, und gierig drängte sich die wissmSdurstige; irrten Geschlecht«, daß er die jüdische Wiffmschast wieder zu Jugend, um von ihrm Fluthm zu trinkm und dott dm brmnm- I Ehrm brachte und sie ebmbürttg zu dm erstm stellte, daß er etav

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