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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-10-18 · 42 (18.10.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
42 (18.10.1871)
Date
1871-10-18
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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888 lUMiarr i» QnSiau. Dr. 0.3. JHayf, Vnftffn a. Prrviger t» Praß, v. Kempner, Siadwerrrdaeirr in BreSlaa. LtrchHel», Reatier in Fraasfnrt a.«. Dr. L. K»»per1 in wiea. L. Krrattzal, Rentier tu Pos». Sdil Landau» tommfrjlmatt ta vreslaa. Dr. R Landau, Ofet- Rabbiner ta Sn*btn. Dr. 8. SaaMietg, Ober «Rai Man ta M« astricht. M. 8'iftlkt, tsafmoan ia vreslaa. Zoseph geiawaa, Kss«baha- Dirrewr ia Berlin. <X. Seftaaaa, Advocat ia Dresden. Dr. W. 2rfrr, RabbiaatS-Landidat ia BreSlaa Dr. H. B. Levp, Advocat ia Hamburg. M. 0. Levtz, Kaufmann ia Berlin. Dr. raed. I Lobethal ia (irtMaa. M. 3* Levtastein, vauquier ia BerNn. Dr. B. Liueenstein, Rabbiner ia Lemberg. Dr. 0. Maguul, Professor ia vreslaa. Dr. C. Marck, SerichtS-rffeffor ia Breslau. U. Marck, vauquier in Breslau. B. Matzer, Kaafmaaa in Deplitz. Dr. 0. Rein, Rabbiner i» Hannover. U. Rtt)> sacher» vauquier in München. Her». Milch, vauquier in Lreslau. Hast» Milch. «erichtS-Assessor in Breslau. Dr. Ehr. Traagott Otto, Seminar-Dtreclor in Dresden. Dr. I. Perles, Rabbiner in München. 0. Plestaer, Kaufmann in vreslaa. Dr. M. Ralnet, Rabbiner ia Magdebm^ 0. R. 0. Mosen da cher, vauquier ln Prag. B. HUfea* dach er, vauquier ln Hamburg. Dr. F. Rosenthal, Rabbiner in Leuchen. Dr. 0. Nossu, Lehrer am jüd.>theolog. Seminar in Breslau. Dr. NÜf» Prediger in Memel. F. 0»chs, vauquier in grauksurt a. M. vr. U. 0ch»blders, Professor in vreslaa. Dr. U. 0teia, Rabbiner in iSorms. Dr. moä. L. Tedesro in Rrog. 0. Tikttn, Landrabbiner ia LreSlau. H. Staate, vauquier ta Breslau. Dr. U. Trrueufels, Rabbiner in Stettin. Dr. H. Bogelsteiu, Rabbiner in Pissen. Dr. 3- Wall« rstein, Rabbiner in Dan,ig. Dr. U. U. Wolff, Ober-Rabbiner tu Kvpeihagen. Dr. mod. F. Wvllner in Sleiwitz. Jos. Jedan, Privatmann in verlin. Dr. B. guckermann, Lehrer am fsd^theol. Seminar in vresleu. Dir. Frankel sagte, er sei hocherfreut über eine so große Aufmerksamkeit, er werde sich bemühen, den Fonds so za verwenden, daß er sowohl der Wissenschaft wie wohlthätigen Zwecken diene. Dieser Fonds ist übrigens in den letzten Tagen bedeut«^, gestiegen, und noch stehen sehr viele Zuwendungen tu Aul ficht Herr Rabbiner vr. JoSl sprach sodann in eindrinzliWR< Worten den Glückwunsch deS Breslauer Rabbinats aus; ihm sei das Glück geworden, daß »seine Augen stets deu Lehrer sehen', er lhabe in der ernsten Arveit seines Berufs diesen Vielster, »diesen Lehrer unserer Lehrer' zum Vorbild; zu groß fff die Gefahr für den Rabbinen, daß die Praxi» seine Thätigkei ganz verschlingt; daß er auch die Theorie'nicht au» den Augen lasse, dazu ermahne ihn da» Beispiel de» Jubilar», iroow irmp, dessen »Hantirung' gleichsam das Studium sei. Von Adressen, die auswärtige Gemeinden und Vereine dem Dir. Frankel zugesandt haben, erwähnen wir zuvörderst d e Zuschrift de» Wiener Vorstandes, mit deren Ueberreichung vr. Ludwig August Frankl beauftragt worden, war. Ludwig ilugust Frankl'» Ansprache war ein Muster dichterischer Diktion; eS sprach fich in seinen Worten eine Wärme und Innigkeit au», die die Zuhörer unwiderstehlich mit fortriß, und wir bedauern es sehr, nur einige Sätze, wie sie un» gerade im Gedächtniß geblieben sind, au» dieser Rede wiedergeben zu können. Bisher, so ungefähr begann der Redner, hättm nur die Gelehrten da» Wort gehabt, um den Jubelgreis zu feiem; ihm liege >-S ob, als Schriftsteller dem lorbeergekröuten Schriftsteller zu huldigen. Zwar, meinte der bescheidene Dichter, fahre der Jubilar da» schwere Geschütz der Wissenschaft auf; und er sei nur ein Plänkler, der Apollos Pfeile schleudere. Jndeß in Einem — und die» habe er vom Jubilar gelernt — fühle er fich mit ihm verwandt: in der Liebe zum Judenthum. Vor mehr als fünfzig Jahrm sei er der Schüler de» greifen Meister» gewesen; und schon als Jüngling habe er in ihm, dem Knaben, die Begeisterung ftir das jüdische Alterthum angefacht, welche die Muse so vieler seiner Dichtungen wäre. Der Name Frankel habe in der Ges chichte .der Juden Oesterreich» einen guten Klang; al» dereinst tw:: mehr als zwei Jahrhunderte» die Jude», von Bigotterie und Unduldsamkett vertrieb«, die österreichische» Lande verlassen mußlm, da dacht« Alle, übermannt von dem «ngeh«r« Jammer, nur an das Nächste; aber zwei Männer gab es, die mitten im schwer« Schmerz, nicht vergaß« dessen, was man zurücklass« müsse, was man nicht mituehm« könne in die Fremde: der Gräber dar Väter. Sie reiste», ihr eigenes Gut im Stiche lass«d» nach Wim, und vor dem Throne des Kaisers erbaten und erwirkten sie Schonung für die jüdisch« Friedhöfe. Diese beiden Männer, es warm zwei Brüder Frankel — Ahn« des Jubllar». Aber ihr Enkel hat Größeres vollbracht al» sie, dmn er hat das Judmthum lebendig erhalt«, er. hat e» vor dem eisigen Hauch zerstörender Negation geschützt, er hat in dem Seminar eine Anstalt geschaffen, die seinen Geist, den Geist der Milde und Versöhnlichkeit, weiter ttage in die Gemeinden; dem Sohne Oesterreichs bringe die erste jüdische Gemeinde Oesterreichs ihren Glückwunsch. — Dir. Frankel erwiederte: Er erhalte heute viele Huldigungen, er werde gefeiert weit über Gebühr; aber auch das freue ihn: nicht um seinetwillen, aber um der jüdisch« Wtssmschaft will«. Wie wmig sei diese vor wmigen Jahrzehnten geschätzt Word«; wie gering dachten selbst die Judm darüber; dieser Bann der Gleichgültigkeit sei nun gebrochen, und das sei hochwichtig; denn es sei nicht gut, wen« die Gelehrt« nur für fich arbeitet«» und nicht auch für das Volk. Wim aber stehe unter dm Vorderst«, wo es sich um Förderung jüdischer Wissenschaft handle, ihn dränge es hier es auszusprechen, daß das Seminar zu einer Zeit, wo noch keine prmßische Gemeinde seiner dachte, von Wim au» sei unterstützt wordm. Nicht für fich (dem ihm sei es der Ehre zu viel) sonde« für da» Judenthurp danke er der Wiener Gemeinde. Zum Schluß ergriff der Santtätsrath Ho dann» der Arzt de« Jubllar», im Ramm der zahlreich« christlich« Gratulanten 00 Wort: er sei seit einer Reihe von Jahrm der Arzt des gefeitst« Manne«, er habe ihn ta schwere« Leid gesehen, und Iwch | nie, wie bet ihm. habe er es bemerkt, welche Macht die Wissenschaft im Mmschm gewinn« käme, daß sie ihn geg« das heftigste Schmerzgefühl mit Gleichmuth rüste; und kaum war'oer Schmerz gewichen, da habe er sich sofort wieder de« groß« Gegmständen der Forfchmg zugewandt. Der Redner äußerte in kraftvollen Wort« die Dankbarkett für die lehrreich« Stmdm, die er ia der Unrerhaltung mit dem Jubllar verbracht habe; in diesen Stunden sei ihm die Lrkenntniß aufgegangen von der Erhabenheit der jüdischen Religion, einer Religion, der« Bekenner er nicht sei, und der« Trefflichkeit er dmnoch verehre. Er köme auf die Wirkmg, welche der Verkehr mit Frankel auf ihn geübt habe, da» Dichterwort anwenden: „Deine» Geiste» eiu« Hauch Hab ich verspürt"; er habe in Tief« der Empfindung, und der Erkenntniß geschaut, die ihm bisher verschloss« gewesm; er wünsche dem Jubllar nicht», denn dieser sei zu anspruchslos, um ftir sich etwa» zu verlang«; wolle man ihm Frmde machen, so müsse man Wünsche auSsprechm für etwas, daß er mehr liebt als sein Leben, nämlich da» Judmthum. Er wünsche, daß da» Judmthum blühe und wachse und Kraft gewinne bis die Zeit sich erfüllt, „daß alle Menschen im Glaub« an dm ein« Gott sich ein« und versöhnen." Dies« Wort« folgte der lebhafte Beifall der zahlreich« Versammlung, und somit schloß am Sonntage die Feier. Währmd der folgmdm Tage fand« fich noch viele Gäste au» der Fremde zur Beglückwünschung de» Direktor Frankel ein; so Prof. Kämpf mit einer Adresse der Prager jüdisch« llniversttätSdocent«, vr. Landsberg au» Liegnitz, vr. Treuenfel» au» Stettin, vr. Wollner und vr. msck. Freund al» Deputtrte der Gemeinde Gleiwitz, vr. Landau an» DreSdm, vr.Porte» au» Münch«, vr. Güdemann auS Wim, Ober- Rabbiner vr. Ho rowitz au» Erefeld, vr. Rahmer als Ueberbringer einer Adresse au» Magdeburg, vr. Rosenthal au» Benthm, vr. Zuckermandel aus Märkisch-Friedlaad, vr. Michaelis aus Schwerin a/W., vr. Glück aus Samter «. v. a. Am Mtttwoch Abend vereinigt« fich nahezu zweihundert Person« in dem Sale des Eafö Restaurant zu eine« großartig«

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