Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 42 (18.10.1871)
- Date
- 1871-10-18
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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382 Wa» die Wissmschast Ihre« alle» durchdringenden Forscher« geiste, Ihrem rastlosen Eifer und tiefen Ernste schuldet, wir wagen nicht, hochwürdiger Herr Dtrector» in flüchtigen Worte« e» auSzuss rechen. Verkündet sie doch neidlos, Zeiten und Geschlechter liberdauernd» der Gegenwart und Zukunft, daß Sie der Ersten Einer, da» tiefe Dunkel erhellt, die unwegsamen Pfade ihr auf alle Zeiten gebahnt und geebnet haben, daß e» Änen gel ingen, in dm weitverzweigtm und vielverschlungmm Gebietm jüdischm Deakm» und Forschm» den unwandelbar göttlichm Gei't de» Judmthum» zu ergründm und zu erfaflm. Und va» unser Volk seinem unermüdlichm Kämpfer gegm Wahn und Verkennung, wa» unser Glaube seinem eiftigm Verfechter mit dem innig religiösen Gemüthe verdankt, dem Manne» welcher durch weise» Maßhaltm und besonnme» Vorgehen bestrebt ist, Vergangenheit und Gegmwart harmonisch zu verbind«, e» bedarf unsrer schwach« Anerkmnung nicht, — deß ist Zeuge die achtunggebietende Stellung de» Judmthum», Zmge die allgemeine Verehrung, welche Jhnm, hochwürdtger Herr Dtrector, heute von Nah und Fem mtgegmgebracht wird. Wir irrt« deshalb an diesem Festtage al» Schüler hin vor dm geliebt« Lehrer, wollm Ausdruck leihen unserer hohen Verehrung unl> Dank aussprechen für die selbstlose Hingebung und jugmdfrische Begeisterung, mit der Sie lehrend und anregend! sich ganz rnS widmm. - | Die b!wundernSwerthe Gewiflmhaftigkeit, die seltme Pflicht-; treue, mit der Sie sich unserer Anstalt hingebm, die väterliche! Sorgfalt, ivelche Sie uns jederzeit zuwmden, die herzgewinnmde! Freundlichkeit, mit welcher Sie ermunternd und aafmmid, stützend 1 und fördernd uns zur Sette steh«, die» Alles erfüllt unser bej wegte» Heiz mit dm aufrichtigsten Gefühlm steter Liebe und > Dankbarkeit , I Wir last« an unS vorüberziehm jme weihevoll« Stuadm, | in welchen wir, unter dem Banne Ihrer mächtig eiawirkmdm > Begeistemnz für Religion und Wahrheit tief ergriffm von der i erhadmm Größe Ihres sittlich« Eifers, in uns aufnahmm Lehrm und Mahnung«, die uns dereinst zum leuchtmdm Lettstem dimer sollen, wmn wir die still« friedlichm Räume dieser Anstatt mit dem bewegten Kampfe de» LrbmS vertausch«. Ruf« wir hmte an diesem Festtags jme erhebmdm Stunden in unser Gedächtniß zurück, so erfüllt unS daS Bewußtsein, daß ihr Nachklong auf immer in unserer Brust erzittern werde, so i durchdringt unS der Gedanke, daß Sie, hochzuverehrmder Lehrer, | nur in dem mannhaften Versprechm, im Geiste jmer Lehr« und Mahnungen einst streb« und wirken zu wollm, einen würdig« Lohn Ihre, rastlos« Mühe und gewiffmhaften Sorgfalt find« werdm. Der Herr, welchem Sie sich in ihrem thatmreichm Leb« ganz geweht, verleihe Jhnm ein freudmreicheS Alter in der Vollkraft der Gesundheit, in der Frische deS Geistes. Er hatte gnädig fett e schützende Hand über da» theure Haupt unseres verdimstvollm Lehrer», deS hochherzig« Förderers unserer Studim, der Wissen chaft de» Judmthum». BreSlau, im October 1871. Die Hörer am jüdisch-theologische» Seminar. (Folgen die Unterschriften.) Sichtlich ergriffm erwiderte der Jubilar, daß die Adresse viel Unwah res mthalte in dem Theile, wo sie von fein« Leistung« spreche, aber wahr, völlig wahr sei sie, wo sie von seiner Liebe rede; diese gehöre ganz sein« Schülern, der« Förderung ihm vor Allem am Herz« liege; er ftme sich, daß seine Gesinnung , ein« Nach fall in dm Gemüthe« seiner Hörer finde. — Bisher batte die Feier ein wesmtlich inter-seminaristische» Gepräge; e» war der Austausch von Empfindung« gleichsam der nächst« Angehörigen. Aber weit über die Räume de» Seminar» drang die Kund« von dem Jubelfeste Frankel'», und fett» verehr« hatt« dm Gedankm gefaßt, dm Erinnerung« diese» Tage» durch eine Frankel-Stiftung Dauer zu verleih«. Dieser Gedanke wurde «st in dm letzten Doch« angeregt und die Stiftung natürlich geheim betriebe». Herr vr. meä. Heymau« hatte dm Auftrag vom Eomttö «halt«, die Sttstung»- Urkunde zu überreich«. Er sprach davon, daß d« Name de» Jubilar» nicht nur in gelehrt« Kreis« mit Bewunderung gmannt ««de, auch die Laim sähen dm Segen sein« Lehre» auch sie sähm dm Anfi schwung, dm da» Judmthum durch da» Seminar gewonnen. Darum Hab« sich auch von Nah und Fem Gelehrte und Laim zu ein« Sttstung vereinigt, die den Namm Frankel ttagm soll«. Die Adresse deS Comitö'S lautet: Hochwürdig« Herr! Hochzuv«ehrmd« He« Direktor! Ihre zahlreich« Frmnde und B«ehr« au» d« Näh« und Feme, au» Deutschland, Oesteneich, England, Frankreich, Rußland, Holland und Dänemark, au» all« Gtäudm, BemfSart» und Eonfefsionm, entsprechen einem ttef empfundmm Bedürfnisse ihre» HerzmS, indem fie bei Gelegenheit Ihre» siebzigjährig« Geburtstages Ihnen in besond«« Weise ihre wohlbegründet« Hochachtung und D«ehmng an dm Tag zu leg« versuchen. E» wäre überflüssig, an Ihre B«dimste um die Förderung der Wissenschaft, um die Hebung de» Judmthum» und um die Anbahnung d« Emancipation zu «iuuem, fie leb« in de« Gedächtniß der Zeitgmoff« und habm Jhnm eia« wohlv«dientm Ruf begründet. Um Jhnm» hochv«ehrt« H«r, ein sichtbare» Zeichm d« Berehmng zu geben, ohne Ihre bekannte llnetgennütztgkett zu v«letzen, habm Ihre B«ehr« 1» voll« Würdigung Ihr« «dl« Sinnesart auf die Anregung eine« von hiesig« und auSwärttgm Mitgliedern gebildet« Gmeral-Eomttö'» eine Summe al» Grundstock für eine Stiftung zufammmgetragm, welche Jhrm Ramm für ewige Zeiten führm soll. Diese Summe von 5000 Thlr». wird hiermit zu Ihr« frei« Verfügung gestellt, sei e» daß Sie dem Zuge Ihre» Herzen» nachgebmd, die Zinsm davon einem wohlthättgm, od« d« Richtung Ihre» Geiste» folgend, fie eine« wissenschaftlichen Zwecke widmm od« beide Zwecke meinen wollen. Wir «suchen Sie im Ramm Ihr« V«ehr«, diese» Zeichm d« Hochachtung mit d«selbm B«eitwilligkeit entgegen zu nehmen, mit d« e» von dmselbm gegebm wird. Möge d« He«, deffm Dimst Sie Ihr ganze» Lebm geweiht haben, Sie noch fem« in seinm gnädigm Schutz nehmm, Ihre Gesundhett kräftig« und Ihrem Lebm lange Iah« gewähren, damit Sie sich noch g«aume Zett d« segmSreichm Werke «frmm könnm» die Sie himiedm gefchaffm habm. BreSlau, im October 1871. Da» General-8or«tt6 für die Krankel-Stiftnnst. Dr. H. Adler, Chief - Babbi of the United congregatiotu of the Brituh Empire in London. Dr. 9. Bark, Rabbiner in Liffa. geni» M. Dem* bergrr, vanqnier in Berlin. Dr. P. fStwkrtgrt, Rabbiner in «Suig«. berg i. Pr. M. D. Bernhard, «anfmam, in vreslan. Dr. B. Berenstein, Ober-Rabbiner in, Haag. I. Briskr, «anfmam, in Posen. 1>r. P. vuchholz. Rabbiner in Stargard i. Pom«. S. Talvartz, »--ft»-.— in Posen. Dr. David Tastel in Berlin. Dr. Zs. H. DÜNN«» Seminar» Direcwr in Amsterdam. 48. Frigl, vanqnier in Prag. Dr. CO. Seilchenseld. Rabbiner in Düsseldorf. Dr. A. -rank, Rabbiner in Saatz. Dr. J. -«eudenthal, Lehrer am jüdisch-theolog. Seminar in Breslau. Dr. meä. ®. Srmud in «leiwitz. Dr. O. Krtedläuder, Lommerztenrach in Beuchen. I. «oldfarb, Stadtrath in Stargardt t. Pr. «. Goldschmtdt, «anfmann in Breslau. Dr. H. «raetz, Professor in Breslau. Dr. 9t. Sstdemanu, Rabbiner in Wien. Dr. 3. Snttmanu in Breslau. 9t. Guttmauu, «anfmam, in Beuchen. Jutta» Hab«, «anfmam, in Breslau. Leopold Hab«, «anfmam, in Breslau. I. I. Hamburg«, «auftuauu in Breslau. T. H. Heimauu, Bauquier in Berlin. Dr. med. Heumann in Breslau. Dr. Hirschseld, Rabbiner in Sleiwitz. Dr. I. Horowitz, Ober-Rabbiner in Lreseld. Dr. 9t. Zustrom, Rabbiner in Philadelphia. Dr. 9t Zoöl,