Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 41 (11.10.1871)
- Date
- 1871-10-11
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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Israelitische Wochen-Schrift. Beilage zu N^ 41. Breslau. 11. Oktober 1871. S. Jahrgang. auch Gebäulichkeit« zu einer Synagoge und zu einem Mikwa vermiethete er ihnen. Bor zehn Jahren lieh fich Graf Palffy in London nieder und übertrug die Verwaltung setner Güter einem hier bestellten Beamten. Derselbe, ein großer Judenfeind, erhöhte den Pachtzins aufs Doppelte. DaS Gebäude, worin die Synagoge und da» Bad, nahm er ihnen weg und lieh feine Uni erbeamte« darin wohnen, und daS Uebrige zu Pferdeställen Herrichten; ebenso entriß er ihnen ihren bisherigen Begräbnißplatz und die Grab» steine lieh er als Baumaterial verwenden. Nach einiger Zeit kam Graf Palffy zurück, und als er von dm Gewaltthaten feine» Verwalter», der inzwischm gestorben war, hörte, lieh er die angesehensten Judm zu sich rufm, drückte sein tiefste» Bedauem über da» Geschehene au», gab ihnm sofort 2000 fl. a!S Beitrag zum Aufbau einer nmen Synagoge, sowie Baumaterial zur Syaagogmschule nnd zum Begräbnißplatz; die Grabitrin» lieh er Herrichten und vor der Synagoge eiam schönen Gartm anlegm. (Hcwagid.) Pest» 21. Sept. Herr Jehuda Chai Alklei <M. 8. Geller) in Semlin theilt un» mit Betschluh einer Notiz au» der jüngst« Nummer de» »Habazele»" dieser Tage mit, daß de! Sultan beabsichtige, ein zwischm Ramla und Jappo, also in )er Näh« der bereit» bestehmden Colonie der Alliance J»r. üntv. beiegme» große» Stück Land im Wege der Licitation zu verkaifrn und ftgr hinzu: »Nachdem diese» da» erste Mal ist» daß d<n Juden Gelegenheit gebotm wird, wenigst«» einen ThrU ihre» elrmaligm Eigmthum» zu erwerbm, und nachdem, wie ich au« eigmem Augenscheine weiß, sowohl Griechen al» Armmier e» fich an» « N nicht oerabs nannten dm Brief uiivemünfttg, dmn er atbmet nicht nur heftigstm DeMschenhaß, sondem Haß und Verachtung gezm deutsche Juden und dmtsche Wissenschaft. Al» ob Dernburg etwa» andere» al» deutsche Wissenschaft in sich aufgenommm hätte? Wir wissm wirklich keine andere Erklärung, al» daß Dernburg 'eine Slellung fichem, sich gegen dm Verdacht deutscher Sympathien wahren zu müssm geglaubt hat. — Daß die ärgsten Deutscyen» Hasser unter den französischen Juden naturalisirte, aü» Bayern je. eingewanderte Hande>»lmte warm, ist un« oft berichtet worden; aber von einem Gelehrten, wie Dermburg, war Derartige» nicht zu erwartm. Pari». Die »Constitution' schreibt: »Geste« hattm sich die Minister zum Conseil im Hotel des Präsidenten voreinizt. Der Herr Präsidmt de» obersten Gerichtshöfe» von Algier und der Staatsanwalt wohntm ihm bei. Der Hauptzweck dieser Versammlung war die Prüfung der Lage der eingeboren« JSiae» litm unserer Colonie. Ein Decret der Delegation von Tcnr» hatte dm JSraelitm da» französische Bürgerrecht anerkannt. E eit» dem wurde der Kammer ein Entwurf vorgelezt, welcher zum Zweck hatte, da» Decret von Her« Crömieux aufzubebm. In Folge von Vorstellung« der algerischen Bevölkerung hat fich die Regierung mtschlossm, den Gesetzentwurf zurüchoziehm.' Ra«. Vor neun Jahr« ist in Rom ein sehr hübsche» jüdische» 18 jährige« Mädchm, Ramm» Lea Awinion, au» ihrem elterlich« Hause verschwundm. Die Elte« sucht« dasselbe, fand« aber nur seine Kleider und Sckuhe an dm Ufern der Tiber. Die Elte« beweint« nun sett damal» ihre Tochter al» diese« Sckck Land au sich ttt^sbei». ta^Erlupschw > «l» um Knqe» »Mt XtmmtiUßer tan» M* iu»«», me^Grlr8«heit zu beüutze«, ^UftSkr^Emischm Regkerung»-Commiffäre aufgelöst wurden, stellte sich Stück dehuf« Anlegung «tmr »mm Colonie anptkaufrv.'. ehte Non«, de» Commissär in dm «eg, warf st» ihm zu Füsen 91. fc Geller ist der Anficht, daß der Anknof tarch eine tiNM' bat ihn. fie zu befrei« und zn ihr« Elte«, von drum fie schast geschehm solle; dieselbe »würde nicht allein Gotte» hm, sondern auch materiell« Rohm au» de« Geschäft» zieh».' I (Oa«.^ aniji In der ^Jüh. Pr.' ist der Statut«. Entwurf de» CchttatjationS-Bereiu» für Palästina (deffm Sitz, wie früher berichtet, in Frankfurt a. M.) mitgethellt; sobald dir Sach« eise etwa» greifbarere Gestalt genommm Hab« wird, wer dm wir Nähere» veröffenttiche». Pari». Der im »orig« Blatte erwähnte HirtmInAf de» Grand Siabbin Isidore liegt un» im »llniv. J»r.' vcllftäadig vor. Wir fühl« nu» verpflichtet außznsprechm, daß ivir da» Schriftstück mit hoher Befriedigung gelesen Hab«, e» ist »ach Form und Inhalt ausgezeichnet und fo mllde und vecföhnltch »ach außen, wie voll ernster Mahnung nach innen. In Metz ist am 7. Septbr. in der Synagoge eine Tpdtenfrier für die vor Metz gefallen« französische» Soldat« legangm .worden, (vermuthlich an demseibm Tage auch in dm lktrchm.) Die dabei von dem Rabbiner von Colmar, in Verhinderung de» Collegm in Metz, gehaltene Rede ist in demseibm Blatte theil» weis« abgedmckt. Kldtgt auch in dieser Rede der politische To» stärker durch (wie ja nicht ander» möglich), so cvn statt « wir doch, daß fie fich von jeder Aufteiznng der national» Leidenschaft fr« hält. St» sehr heftiger Ausfall geg« Bazutne hat un» ftappirt — wie kommt da« auf die Kanzel? — inteff» ist da» nicht unsere Sache. Desto unvernüaftiger ist der Brief Derenbonrg'» (d. h. D»rnburg», «ine» in Mainz geboren« und in Deutschland gebttbet« Manne») an sein« Studimgenoffm Geiger, viel« Leser werda de» Brief und die Antwort Geiger'», welche an» Irr ,N. Fr. Pr.' durch viel« Blätter gegangm find, gelesm haben. Wir schon seit nenn Jahr« nicht» vernommen. zu führ». Sie nanistr 'ihm ihren Ramm wie auch dm Ramm de» damalig« Wohnoriv» ihrer Eltmn, und erzählte ihm, wie sie ein noch heute lebmder Geistlicher, Ramm» Hubertu», entführt, ihr Gewalt angethan und fie dann al» »Bekehrte und Getaufte' in» Kloster unter ftrmge Bewachung brachte. Die Regierung ließ nnn gleich nach dm Ätern such«, von dmm man auch bald die Mutter aufgefund« hatte (der Vater war gestorbm), die aber ihre in früherm Jahr« so hübsche Tochter kaum zu erkennen vermochte, da dieselbe durch körperliche Leid« und dm Religionszwang seift gealtert hatte. Wie r» fick» jetzt herau»stellt, hat man tarne I» absichtlich die Kleider der Berschwundmm an da» Ufer de» Tib-r gelegt, um io die Elte« hinsichtlich ihre» femeren Suchen» irr zu führe». (Pest. jüd. Ztg., »ach ttan» poln.-trag. (Hatte.) Awsterbu». Der Congreß de« Staate» Columbia hat unserm Glaubm»gmoffm» Herrn A. Goldberg in Amsterdam, Eonsul de» Staate» Columbia, al» Anerkmnunz für seine Verdienste» die er fich hauptsächlich durch seine Mitwirkung bet der Regelung der inländisch« Schuld« erworbm hatte, ein» Gr> ttfimttoo von 2400 Dollar« jährlich für die Zeit, in der er für die Sache thättg war (sett 1800), gewährt. <R.I.W.) K»WU». Mehrere Correspondmzm de» »Hmnagid' b>» richtm über dt« von dem Rabbiner, R. J»r. Elchanan, eine» de: gefeiertst« Lehrer Polm», in Rücksicht auf die grafstrmdr Eh», lera getroffen« Anordnung«. Auf dm S. Ab hatte er da» fickst«!, streng »ntersagt, au dm Selichot-Tagm spät in dt« Synagoge geh» lass« nnd gebotm, daß Jeder vorher etwa« genieß« nnl» nicht fast« solle, am Roschhaschana «nrdm gar keine Pijattn, gesagt. Niemand sollte nüchte« zu« Gott^dimft geh« und vor